Alternativen zum Ü1-Abstillen wegen Kinderwunsch?

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Vilda
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Alternativen zum Ü1-Abstillen wegen Kinderwunsch?

Beitrag von Vilda »

Ich suche Tipps zu Stillen und Kinderwunsch (keine Periode bei Langzeit-Stillen).
Gerne würde ich weiter stillen, aber der Folge-Kinderwunsch ist mit 41 Jahren dringlicher. Vielleicht gibt es noch etwas jenseits von "Entweder abstillen Oder schwanger werden“?

Es scheint einfach stillende Frauen zu geben, die die Mens trotzdem wieder bekommen und andere, wie ich, nicht, bei ähnlichem Stillverhalten. *Eine Aussage war, dass nach 12 Monaten (oder schon 6?) die Milchbildung sowieso nicht mehr über die zentrale Hormonsteuerung (Hypophysenachse) reguliert wird, sondern die Brust genug eigene Reaktion hat (Prolaktin-Rezeptoren) und nur noch die entnommene Milchmenge zählt.
Als Hintergrund: unser Sohn ist happy, unkomplizierte Geburt, 14 Monate alt, Familienkost und Stillen (kommt vor allem nachts 4-6 Mal, tagsüber bei 5 Stunden Kita nur 2-3 Mal), schläft im Elternbett, Periode früher "normal", aber jetzt noch nicht wieder da (Gyn: Ovarien schlafen noch), Hormonspiegel noch nicht bestimmt (siehe obiges*); mein erstes Stillen war nur 9 Monate möglich, fast sofort nach dem Abstillen setzte die Periode wieder ein.
Stillen finden wir beide sehr unkomplizierte Hilfe (Infekte, nächtliches Aufwachen,...) und wenn ich stillfreundliche Artikel lese, bekomme ich die Ahnung, dass ohne Stillunterbrechungen die Nächte nicht ungestörter werden. Wenn Ungestillte genauso häufig aufwachen, aber stattdessen laut werden, rumgetragen werden wollen etc...


Gibt es etwas Hilfreiches statt „halt 3 Wochen nachts durchschreien lassen zum Abstillen“? Dass gerade nachts mehr Hormon produziert wird, ist mir klar, aber vielleicht spielt das beim Langzeitstillen sowieso keine Rolle?

Gerade fange ich an, folgende Ansätze auszuprobieren, wie ein Weiterstillen eventuell doch möglich ist:
-Aristolochia clematitis soll homöopathisch hilfreich sein (gerade bestellt)
-Hormon-Yoga (noch kein Effekt nach erst 3 Wochen, kann hier noch intensivieren, wenn ich mir ein individuelles Programm erstellen lasse)
-Kräutertees nach der chinesischen Medizin (gerade bestellt, aber erstmal nur zur allgemeinen "Stärkung der Mitte")

1. Hat jemand Erfahrung mit solcher Alternativmedizin oder noch andere Tipps?
2. Kennt jemand eine gezielte Still-Beratung für diese Situation?
3. Kann eine Frau berichten, wie ein freundliches Umstellen von nachts auf nur noch Tagesstillen klappen kann oder hat in ähnlicher Situation ganz abgestillt und dazu Tipps?
Gerne auch Verweis auf Threads, die hilfreich sind- habe zwar einige überflogen, aber keinen Überblick (1000 Ergebnisse bei „Kinderwunsch“).

Danke!
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GemeineEsche
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Re: Alternativen zum Ü1-Abstillen wegen Kinderwunsch?

Beitrag von GemeineEsche »

Ich kann nur sagen, als unsere Große im Alter deines Kindes war, habe ich mir auch langsam Sorgen gemacht. Da war die Stillfrequenz ganz ähnlich wie bei euch. Ich habe mir fürs Abstillen das Ultimatum 18 Monate gesetzt. Tatsächlich kam die Menstruation dann doch vorher wieder, mit 16 Monaten.
Zum nachts Abstillen gibt es hier ganz viel, ich glaube "nach Gordon" ist so eine Standardmethode?
Und bei uns hat das Abstillen selbst dann tatsächlich tagsüber am besten geklappt. Ich hab nämlich angewöhnt, irgendwann tagsüber nur noch im Bett zu stillen. Da war es dann außerhalb des Schlafzimmers doch oft schon spannender.
Kleine 02/21
Kleiner 06/23
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Dorkas
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Re: Alternativen zum Ü1-Abstillen wegen Kinderwunsch?

Beitrag von Dorkas »

Wirkliche Tipps habe ich nicht, aber bei mir kam beide Male die Periode nach ca. 1,5 Jahren wieder, und da habe ich jeweils tags und nachts noch viel gestillt. Du kannst also zuversichtlich sein, dass es auch bei dir in absehbarer Zeit wieder soweit sein wird.

Ich kann aber gut verstehen, wenn du das ganze ein wenig beschleunigen möchtest (ich war damals 33 bzw. 36 Jahre alt). Wenn du über die Suche mal nach „Abstillen nach Gordon“ guckst, findest du einige Tipps. Das nächtliche Abstillen dürfte meiner Meinung nach ein gutes Mittel sein, um den Zyklus wieder in Schwung zu bringen.
Dorkas mit dem Großen (11/2016) und der Kleinen (09/2019).
Lösche Benutzer 24994

Re: Alternativen zum Ü1-Abstillen wegen Kinderwunsch?

Beitrag von Lösche Benutzer 24994 »

Es gibt hier irgendwo einen Thread, wo fast jede geschrieben hat, wann die Periode wieder kam trotz stillen, das war bei sehr vielen als das erste Kind 18-20 Monate alt war. Ohne große Veränderung des Stillens

Ich würde schauen ob ihr noch so lange warten könnt. Vielleicht hilft ja auch die Medizin und sonst gibt es ja auch nette Methoden zum abstillen.

Alles Gute
Glyzinie
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Alternativen zum Ü1-Abstillen wegen Kinderwunsch?

Beitrag von Glyzinie »

Ich würde erst mal versuchen, mit der Frequenz runter zu gehen. Vielleicht reicht das ja schon. Gordon wurde ja schon empfohlen.
Bestimmt musst du den Kleinen nicht 3 Wochen schreien lassen.
Die Hormone würde ich ansehen lassen, da es in dem Alter leider bei manchen Frauen direkt vom Stillen in die Wechseljahre geht.
Ich habe gute Erfahrungen mit TCM und Ayurveda, aber bei anderen Themen. Habe jeweils eine Heilpraktikerin und Ärztin dazu aufgesucht. Auf gut Glück einen Tee würde ich nicht nehmen. Nachher setzt die 3 Nadeln und es läuft wieder, man weiß ja nie.
Aristolochia würde ich nie zu mir nehmen, die sind allesamt giftig, besonders für die Nieren, Krebs sollen sie auch hervorrufen können.
Mit eiligem Piffi (11/2016)
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Larala
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Re: Alternativen zum Ü1-Abstillen wegen Kinderwunsch?

Beitrag von Larala »

Ich glaube, die Kräutertees und homöptathischen Sachen sind mehr für das Gefühl etwas zu tun. Einen echten Effekt würde ich mir davon nicht versprechen.

Nachts abstillen nach Gordon funktioniert so:
  • Du entscheidest dich für ein Zeitfenster, z.B. Mitternacht bis 5 Uhr morgens, oder was auch immer für dich passt. Es darf auch ein kürzerer Zeitraum sein. Als ersten Schritt stillst du das Kind in diesem Zeitfenster nicht mehr in den Schlaf. Das heißt, Kind wacht auf, wird gestillt, du dockst es ab, es muss danach ohne Stillen wieder einschlafen. Stillen gibt es erst wieder, wenn es zumindest kurz geschlafen hat und wieder aufgewacht ist. Diese Regel gilt aber nur in dem von dir gewählten Zeitfenster. Davor und danach bleibt alles wie gewohnt.
  • Wenn das irgendwann gut funktioniert, ist das Ziel, dass du in dem gewählten Zeitfenster gar nicht mehr stillst. Du kannst mit der Zeit immer früher abdocken oder von heute auf morgen erklären, es wird nicht mehr gestillt. Das hängt wohl vom Kind ab, was besser klappt.
  • Wenn das irgendwann Routine ist, kannst du das Zeitfenster ausweiten.

Es hilft, dem Kind tatsüber schon zu erklären, dass nachts weniger gestillt wird. Und natürlich begleitest du das Kind in der Nacht. Es hilft auch sehr, wenn die Mutter selber davon überzeugt ist, dass sie (teilweise) abstillen will. Wenn man zweifelt und das Kind weint und man ist halb im Tiefschlaf, knickt man doch immer wieder ein. Das bringt dann nichts. Auch wenn das Kind echt Theater macht und man es dann in den Schlaf tragen muss oder ähnliches, wäre das für mich ein Zeichen, dass es einfach noch zu früh ist.

Soweit die Theorie. Bei meiner Tochter hätte das in dem Alter vermutlich nicht geklappt. Vielleicht ist tagsüber abstillen für euch leichter. Du schreibst, tags ist ihm das Stillen sowieso nicht so wichtig. Da sind Kinder auch leichter abzulenken, eventuell mit Essen. Du schreibst, er ist fünf Stunden in der Kita, da hast du ja schon eine gute Stillpause. Vielleicht kannst du diesen Zeitraum ausweiten auf 8 oder 10 Stunden.
mit der Ritterin vom "Ni" 5/17
lowri
hat viel zu erzählen
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Re: Alternativen zum Ü1-Abstillen wegen Kinderwunsch?

Beitrag von lowri »

Ich war bei S, als sie ca. 18 Monate war, in einer vergleichbaren Situation: Keine Periode, aber Kinderwunsch, wobei ich nicht abstillen wollte und S. es auch noch sehr gebraucht hat. Ich habe dann drei Abende versucht, sie komplett ohne stillen/ Brust in den Schlaf zu lesen/ zu tragen/ zu kuscheln/… Absolut erfolglos, weshalb ich nach einigen Stunden wieder normal gestillt habe. Ob durch diese Pause oder weil es sowieso so gewesen wäre, habe ich danach meine Periode bekommen und konnte weiterstillen.
Abstillen hat dann erst geklappt, als ich es wirklich wollte und es deshalb auch aushalten konnte, wenn S. davon mal nicht so begeistert war.
S. 7/2020 und M. 8/2023
Sumu
schreibt ganz schön oft
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Re: Alternativen zum Ü1-Abstillen wegen Kinderwunsch?

Beitrag von Sumu »

Ich kann dieses Dilemma total nachvollziehen, mir ging es da total ähnlich.
Als mein Kind 14 Monate war habe ich versucht nach Gordon nachts abzustillen, nach 5 Nächten ohne schlaf und mit verzweifeltem Schreien aber aufgegeben.
Als mein Kind 18 Monate alt war hat bei uns das nächtliche Abstillen plötzlich ganz entspannt geklappt, vermutlich war mein Kind einfach bereit und ihr was das nächtliche Stillen nicht mehr so wichtig. Direkt in dem Monat wo ich nachts abgestillt habe kam dann auch meine Periode wieder. Ob es auch ohne das Abstillen in der Nacht dazu gekommen wäre wenn ich einfach Geduld gehabt hätte kann ich natürlich nicht sagen.
Verschiedene Mittelchen waren bei mir auch ziemlich wirkungslos. Ich wollte meinem Körper auch eigentlich gerne die Zeit geben die er braucht um wieder für eine neue Schwangerschaft bereit zu sein, nur bin ich eben auch schon älter und habe dadurch auch das Gefühl eben nicht mehr alle Zeit der Welt zu haben um in Ruhe darauf zu warten dass mein Körper wieder so weit ist.
Auch wenn ich versucht habe mir zu sagen dass ein paar Monate mehr oder weniger keinen großen Unterschied machen und ich so oder so aus dem Alter heraus bin wo ich davon hätte ausgehen können dass es selbstverständlich mit einem weiteren Kinderwunsch klappen wird und ich es auch auf keinen für meinen Körper und meine persönliche Situation zu geringen Altersabstand anlegen wollte hat mir das lange Ausbleiben der Periode auch Sorgen gemacht.
Sumu mit Wilddrude (11/21) und * (11/23) im Herzen
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GemeineEsche
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Re: Alternativen zum Ü1-Abstillen wegen Kinderwunsch?

Beitrag von GemeineEsche »

Wobei 14-18 Monate und auch etwas länger stillend ja auch bei weitem kein "langes Ausbleiben" ist, also nicht ungewöhnlich.

Es ist ja wohl so, eine Frau hat am Anfang ihres Lebens eine feste Zahl an Eiern. Viele springen im Laufe des Lebens im Rahmen der Menstruation, die meisten sterben aber einfach so ab. Der verbleibende Rest ist diese Anzahl, die der FA bestimmen kann (weiß gerade den Fachbegriff nicht mehr) und so abschätzen kann, wie lange es noch bis zur Menopause ist.
Ich meiiiine nun mal gelesen zu haben, aber ohne Gewähr, dass die Ovarien während Schwangerschaft und Stillzeit in eine Art Schlafmodus gehen, in dem auch dieser "Springen oder Absterben" Zyklus, den man normalerweise mit der Menstruation hat, gehemmt wird. Also wenn man schwanger ist oder noch stillt, hat man nochmal etwas mehr Zeit. Der Körper merkt sozusagen, dass man noch im "Fortpflanzungsmodus" ist. Weiß aber nicht, ob das wirklich stimmt.
Aber es ist ja zum Beispiel auch so, dass Frauen, die Mitte 30+ noch schwanger werden, spätere Menopause haben und weniger Risiko für Krebs und Osteoporose? Also irgendwie hilft die Natur schon, einen "fruchtbaren Körper" so lange wie möglich "zu erhalten". So klingt das für mich irgendwie schlüssig und würde mir da Hoffnung machen.
Kleine 02/21
Kleiner 06/23
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