Stillkrise wegen anhaltender Schmerzen und Verdacht auf Probleme mit dem Zungenbändchen
Verfasst: 02.06.2021, 22:04
Hallo,
ich habe mich entschlossen hier einen Thread zu eröffnen, da ich die Stillbeziehung mit meiner Tochter zunehmend als belastend erlebe und hier auf Hilfe hoffe, weil ich mittlerweile nicht mehr für mich stressfrei stillen kann.
Kurz zur Vorgeschichte: ich habe meinen Sohn ziemlich genau drei Jahre gestillt, davon weit über ein Jahr mit erheblichen Problemen und häufigen Einsatz von Schmerzmitteln (Vasospasmen, wunde Brustwarzen, offene Stellen, schmerzhafter Milchspendereflex, stechende Schmerzen in der gesamten Brust, ständig Milchstau, vermuteter Soor in den Milchgängen, der mit Fluconazol behandelt wurde). Ich habe damals sehr viel unternommen und war sehr verzweifelt. Irgendwann ist dann der Knoten geplatzt und es wurde alles viel besser und so gut wie schmerzfrei (ich denke, so mit 15 oder 16 Monaten…). Ich habe dann auch zu diesem Zeitpunkt die rechte Brust abgestillt, weil ich dort immer weiter Probleme hatte, die sich besonders durch Schmerzen in der Brustwarze zeigten.
Mein Sohn war das ganze erste Lebensjahr ein extremes Spuckkind und ist mit 7 Monaten von der 50. auf die 9. Perzentile abgerutscht, was leider aufgrund eines Arztwechsels und der Durchführung der U5 beim Hausarzt, der den Gewichtsverlauf nicht überprüft hat, niemand bemerkt hat. Zur U6 hatte er sich wieder auf seine ursprüngliche Perzentile hochgearbeitet. Grundsätzlich war er ein extremes Stillkind, er hing stundenlang und immer und ständig an der Brust, Tag wie Nacht.
Das Stillen mit meiner Tochter, aktuell drei Monate alt, lief bisher deutlich entspannter, obwohl meine Angst in der Schwangerschaft echt groß war. Ich saß bisher noch nie an einer Pumpe, Schmerzmittel musste ich nur die ersten 6-8 Wochen immer mal nehmen und bis auf wunde Brustwarzen ist zumindest nichts schlimmes passiert. Es tat am Anfang wieder ziemlich weh und ich habe auch dieses mal wieder besonders mit der rechten Brust Probleme, aber es ist kein Vergleich zu damals. Der Milchspendereflex ist wieder häufig schmerzhaft und es sticht phasenweise sehr unangenehm in der Brust, aber ich hatte zum Beispiel kein einziges Mal einen Milchstau. Meine Tochter möchte allerdings insgesamt auch deutlich weniger an die Brust und hat bisher nie Clusterfeeding betrieben. Sie ist ebenfalls ein Spuckkind.
Da es rechts weiterhin doch sehr unangenehm bis wirklich schmerzhaft ist, überlege ich nun, ob ich dieses Mal schon sehr viel früher die rechte Brust abstille, mache mir aber Sorgen, dass sie dann zu wenig kriegt und ebenfalls vom Gewicht her in eine schlechte Entwicklung verfällt. Kann die linke Brust das leisten, ein Baby, was noch keine Beikost erhält, zu versorgen? Grundsätzlich habe ich links deutlich mehr Milch, aber ob das reicht, weiß ich nicht… Ich habe große Angst, dass sich das mit der ungenügenden Zunahme wiederholt. Auch, wenn ich weiterhin beide Seiten stille, ist diese Sorge gerade sehr präsent.
Jetzt hat sie vor etwa zwei Wochen plötzlich angefangen beim stillen zu schnalzen. Das Schnalzen setzt ein, wenn der Milchspendereflex ausgelöst wird, also wenn die Milch fließt. Nun kam von einer Stillberaterin der LLL (nehme an einer Stillgruppe teil) der Hinweis, dass sie vielleicht Probleme mit dem Zungenbändchen haben könnte und dass sie dies auch schon bei meinem Sohn damals als Ursache für unsere Probleme vermutet hat und irgendwie komme ich seitdem überhaupt nicht mehr klar. Ich weiß nicht, was mich daran so triggert, aber ich kann meiner Tochter kaum noch in die Augen schauen, weil ich ständig in ihren Mund starre und versuche zu ergründen, ob mit ihrer Zunge alles ok ist. Wenn das Schnalzen anfängt, macht es mich fast ein bisschen aggressiv. Wieso macht sie das plötzlich? Ich will das irgendwie nicht wahrhaben, dass ein verkürztes Zungenbändchen das Problem sein könnte, mich macht das total hilflos. Es gibt nur mindestens 200km weit entfernt Praxen, die sich auf das Thema spezialisiert haben und eine sichere Diagnose stellen können (sagt jedenfalls die Stillberaterin) und auch nur in diesen weit entfernten Praxen wird das Zungenbändchen adäquat durchtrennt, falls nötig. Die Kosten von 400-500€ müssten wir selbst zahlen. Abgesehen davon, dass ich weder weiß, wie wir so eine weite Reise organisieren sollen, wird es auch nur schwer möglich das Geld aufzubringen. Das wiederum löst sofort ein extrem schlechtes Gewissen bei mir aus, denn für das Wohlergehen meiner Tochter dürften wir ja keine Kosten oder Mühen scheuen und ich habe gerade eine teure Federwiege gekauft, die ja nicht ansatzweise so wichtig ist wie die Gesundheit meines Babys. Die Vorstellung, dass jemand meinem Baby ohne Betäubung im Mund rumschneidet, kann ich außerdem überhaupt nicht aushalten.
Fakt ist aber, dass das Schnalzen nicht aufhört und meine Brustwarzen weiterhin wund sind (mal mehr, mal weniger) und es gibt anscheinend ein Problem, auch, wenn ich das nicht wahrhaben will.
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Ein Mädchen
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)?
Nein, sie wurde bisher ausschließlich gestillt
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Tagsüber stillen wir ungefähr alle 2 Stunden, nachts alle 4 Stunden, aber grundsätzlich nach Bedarf. Manchmal nuckelt sie den ganzen Mittagsschlaf über, manchmal will sie in den Morgenstunden häufiger an die Brust. Ich stille immer nur eine Seite (ca. 10-20 Minuten denke ich), die rechte schmerzhafte Brust stille ich nur etwa 4 Mal in 24 Stunden und an der Seite darf sie nicht nuckeln.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Stuhlgang mindestens 1x täglich, oft auch 2-3x täglich. Die Windeln sind immer nass und gut gefüllt.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Es gab bisher keine nennenswerten Probleme. Sie ist kein unruhiges Baby, hat sich von Anfang an bei Hunger gemeldet, jedoch die ersten Wochen viel geschlafen.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Sie bekommt manchmal einen Schnuller zum einschlafen (maximal 15 Minuten in 24 Stunden), aktuell nimmt sie den aber kaum noch. Nachts gibt es gar keine Schnuller, nur tagsüber kurz in der Trage, wenn sie die Kurve nicht kriegt.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Nein.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Übergewicht bei mir, sonst gibt es nichts.
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
Siehe Beitrag.
03.03. U1: 3880
10.03. U2: 3850
16.04. U3: 4770
25.05. U4 5900
Sie hatte nach zwei Wochen ihr Geburtsgewicht wieder erreicht. Die anderen Wiegedaten der Hebamme habe ich mir nicht notiert, ich kenne nur die vom Kinderarzt.
Ich weiß, dass es vielleicht albern erscheint, dass ich mich wegen dem Schnalzen und dieser Zungenbändchen-Geschichte so anstelle, aber mich lässt das nicht mehr los, ich weiß aber auch nicht, was ich tun kann. Ich erwische mich dabei, wie ich häufiger darüber nachdenke, wie lange ich sie denn stillen „muss“ (nach meiner Definition) und ich bin einfach nicht mehr entspannt. Dabei war ich so froh, dass es doch dieses Mal so viel besser gelaufen ist bisher…
Liebe Grüße!
ich habe mich entschlossen hier einen Thread zu eröffnen, da ich die Stillbeziehung mit meiner Tochter zunehmend als belastend erlebe und hier auf Hilfe hoffe, weil ich mittlerweile nicht mehr für mich stressfrei stillen kann.
Kurz zur Vorgeschichte: ich habe meinen Sohn ziemlich genau drei Jahre gestillt, davon weit über ein Jahr mit erheblichen Problemen und häufigen Einsatz von Schmerzmitteln (Vasospasmen, wunde Brustwarzen, offene Stellen, schmerzhafter Milchspendereflex, stechende Schmerzen in der gesamten Brust, ständig Milchstau, vermuteter Soor in den Milchgängen, der mit Fluconazol behandelt wurde). Ich habe damals sehr viel unternommen und war sehr verzweifelt. Irgendwann ist dann der Knoten geplatzt und es wurde alles viel besser und so gut wie schmerzfrei (ich denke, so mit 15 oder 16 Monaten…). Ich habe dann auch zu diesem Zeitpunkt die rechte Brust abgestillt, weil ich dort immer weiter Probleme hatte, die sich besonders durch Schmerzen in der Brustwarze zeigten.
Mein Sohn war das ganze erste Lebensjahr ein extremes Spuckkind und ist mit 7 Monaten von der 50. auf die 9. Perzentile abgerutscht, was leider aufgrund eines Arztwechsels und der Durchführung der U5 beim Hausarzt, der den Gewichtsverlauf nicht überprüft hat, niemand bemerkt hat. Zur U6 hatte er sich wieder auf seine ursprüngliche Perzentile hochgearbeitet. Grundsätzlich war er ein extremes Stillkind, er hing stundenlang und immer und ständig an der Brust, Tag wie Nacht.
Das Stillen mit meiner Tochter, aktuell drei Monate alt, lief bisher deutlich entspannter, obwohl meine Angst in der Schwangerschaft echt groß war. Ich saß bisher noch nie an einer Pumpe, Schmerzmittel musste ich nur die ersten 6-8 Wochen immer mal nehmen und bis auf wunde Brustwarzen ist zumindest nichts schlimmes passiert. Es tat am Anfang wieder ziemlich weh und ich habe auch dieses mal wieder besonders mit der rechten Brust Probleme, aber es ist kein Vergleich zu damals. Der Milchspendereflex ist wieder häufig schmerzhaft und es sticht phasenweise sehr unangenehm in der Brust, aber ich hatte zum Beispiel kein einziges Mal einen Milchstau. Meine Tochter möchte allerdings insgesamt auch deutlich weniger an die Brust und hat bisher nie Clusterfeeding betrieben. Sie ist ebenfalls ein Spuckkind.
Da es rechts weiterhin doch sehr unangenehm bis wirklich schmerzhaft ist, überlege ich nun, ob ich dieses Mal schon sehr viel früher die rechte Brust abstille, mache mir aber Sorgen, dass sie dann zu wenig kriegt und ebenfalls vom Gewicht her in eine schlechte Entwicklung verfällt. Kann die linke Brust das leisten, ein Baby, was noch keine Beikost erhält, zu versorgen? Grundsätzlich habe ich links deutlich mehr Milch, aber ob das reicht, weiß ich nicht… Ich habe große Angst, dass sich das mit der ungenügenden Zunahme wiederholt. Auch, wenn ich weiterhin beide Seiten stille, ist diese Sorge gerade sehr präsent.
Jetzt hat sie vor etwa zwei Wochen plötzlich angefangen beim stillen zu schnalzen. Das Schnalzen setzt ein, wenn der Milchspendereflex ausgelöst wird, also wenn die Milch fließt. Nun kam von einer Stillberaterin der LLL (nehme an einer Stillgruppe teil) der Hinweis, dass sie vielleicht Probleme mit dem Zungenbändchen haben könnte und dass sie dies auch schon bei meinem Sohn damals als Ursache für unsere Probleme vermutet hat und irgendwie komme ich seitdem überhaupt nicht mehr klar. Ich weiß nicht, was mich daran so triggert, aber ich kann meiner Tochter kaum noch in die Augen schauen, weil ich ständig in ihren Mund starre und versuche zu ergründen, ob mit ihrer Zunge alles ok ist. Wenn das Schnalzen anfängt, macht es mich fast ein bisschen aggressiv. Wieso macht sie das plötzlich? Ich will das irgendwie nicht wahrhaben, dass ein verkürztes Zungenbändchen das Problem sein könnte, mich macht das total hilflos. Es gibt nur mindestens 200km weit entfernt Praxen, die sich auf das Thema spezialisiert haben und eine sichere Diagnose stellen können (sagt jedenfalls die Stillberaterin) und auch nur in diesen weit entfernten Praxen wird das Zungenbändchen adäquat durchtrennt, falls nötig. Die Kosten von 400-500€ müssten wir selbst zahlen. Abgesehen davon, dass ich weder weiß, wie wir so eine weite Reise organisieren sollen, wird es auch nur schwer möglich das Geld aufzubringen. Das wiederum löst sofort ein extrem schlechtes Gewissen bei mir aus, denn für das Wohlergehen meiner Tochter dürften wir ja keine Kosten oder Mühen scheuen und ich habe gerade eine teure Federwiege gekauft, die ja nicht ansatzweise so wichtig ist wie die Gesundheit meines Babys. Die Vorstellung, dass jemand meinem Baby ohne Betäubung im Mund rumschneidet, kann ich außerdem überhaupt nicht aushalten.
Fakt ist aber, dass das Schnalzen nicht aufhört und meine Brustwarzen weiterhin wund sind (mal mehr, mal weniger) und es gibt anscheinend ein Problem, auch, wenn ich das nicht wahrhaben will.
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Ein Mädchen
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)?
Nein, sie wurde bisher ausschließlich gestillt
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Tagsüber stillen wir ungefähr alle 2 Stunden, nachts alle 4 Stunden, aber grundsätzlich nach Bedarf. Manchmal nuckelt sie den ganzen Mittagsschlaf über, manchmal will sie in den Morgenstunden häufiger an die Brust. Ich stille immer nur eine Seite (ca. 10-20 Minuten denke ich), die rechte schmerzhafte Brust stille ich nur etwa 4 Mal in 24 Stunden und an der Seite darf sie nicht nuckeln.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Stuhlgang mindestens 1x täglich, oft auch 2-3x täglich. Die Windeln sind immer nass und gut gefüllt.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Es gab bisher keine nennenswerten Probleme. Sie ist kein unruhiges Baby, hat sich von Anfang an bei Hunger gemeldet, jedoch die ersten Wochen viel geschlafen.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Sie bekommt manchmal einen Schnuller zum einschlafen (maximal 15 Minuten in 24 Stunden), aktuell nimmt sie den aber kaum noch. Nachts gibt es gar keine Schnuller, nur tagsüber kurz in der Trage, wenn sie die Kurve nicht kriegt.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Nein.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Übergewicht bei mir, sonst gibt es nichts.
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
Siehe Beitrag.
03.03. U1: 3880
10.03. U2: 3850
16.04. U3: 4770
25.05. U4 5900
Sie hatte nach zwei Wochen ihr Geburtsgewicht wieder erreicht. Die anderen Wiegedaten der Hebamme habe ich mir nicht notiert, ich kenne nur die vom Kinderarzt.
Ich weiß, dass es vielleicht albern erscheint, dass ich mich wegen dem Schnalzen und dieser Zungenbändchen-Geschichte so anstelle, aber mich lässt das nicht mehr los, ich weiß aber auch nicht, was ich tun kann. Ich erwische mich dabei, wie ich häufiger darüber nachdenke, wie lange ich sie denn stillen „muss“ (nach meiner Definition) und ich bin einfach nicht mehr entspannt. Dabei war ich so froh, dass es doch dieses Mal so viel besser gelaufen ist bisher…
Liebe Grüße!