Heftiger Stillstreik, Baby 6 Monate HILFE
Verfasst: 21.12.2020, 00:54
Hallo alle zusammen,
nachdem ich nun lange in den Foren gestöbert habe, habe ich in meiner Verzweiflung beschlossen, diesen Thread zu erstellen.
Mein kleiner Sohn ist inzwischen 6,5 Monate alt. Mit dem Stillen hatten wir von Anfang an Probleme, v.a. beim Andocken, weil ich Schlupfwarzen habe. In der Klinik bekam ich ein Stillhütchen, wodurch meine Brustwarzen richtig blutig-wund wurden. Dann entließ man mich mit einer Milchpumpe zur Erholung der Brustwarze und einem seelischen Schulterklopfer nach dem Motto "das wird schon".
Anfangs habe ich dann abgepumpt und die Flasche gegeben, es aber selbständig geschafft, den Kleinen von der Flasche zur brust zu gewöhnen. Ich habe gestillt und immer nach dem Stillen für die Milchproduktion die Brust als Anregung entleert.
Das Desaster begann, als der Kleine 5 Monate alt wurde. Er hatte Fieber und unter dem Fieber trank er super an der Brust. Nach 4 Tagen war das Fieber weg, aber leider auch die Lust am Stillen. Er ließ sich gar nicht mehr anlegen. Ich probierte alle Stillpositionen die ich kannte und recherchierte nach neuen. Nichts half. Also pumpte ich weiter und gab die Flasche, in der Annahme, es mit einem Stillstreik zu tun zu haben. Becher nahm er leider nicht an. Die Empfehlung einer LLL-Stillberaterin (im Schaukeln, im Dunkeln Stillen, im Gehen, in einem ruhigen Raum ohne Ablenkung) probierte ich aus. Nach zwei Wochen ließ er sich zumindest im Halbschlaf stillen und ich konnte ihn mind. 3x am Tag anlegen. (zuvor war es sicherlich 8-10x in 24 Stunden).
Ich pumpte weiter ab und gab ihm zwischendurch, wenn er Milch wollte die Flasche. Jedes mal vorher versuchte ich ihn ohne Drängen oder Stress anzulegen, manchmal klappte es, öfter leider nicht. Naja, ich war ja zufrieden, dass es in die richtige Richtung ging. Mir fiel auf, dass er zeitgleich mit dem Fieber begonnen hatte, stark zu speicheln und auf allem rumzukauen, was er in die Fingerchen bekam. Daher kam mir der Gedanke, dass er Zahnen könnte und Schmerzen beim Stillen hat. Ich habe Zahnungsgel, gekühlte Beißringe ausprobiert. Das alles mag er , zum Stillen bewegt es ihn allerdings nicht.
Nun aber seit 9 Tagen wieder ein sehr herber Rückschlag: Mein Sohn lässt sich GAR NICHT mehr anlegen. Auch nicht im Schlaf oder zum Einschlafen. Ich habe es in den letzten 9 Tagen vielleicht 4 Mal geschafft, nachdem ich mit ihm sehr lange Spazierengehen war und er megaplatt war. Sonst geht GAR NICHTS. Ich bin so verzweifelt.
Mir kamen dann diverse Ideen: Ich habe den Sauger von Größe M auf S gewechselt, um es ihm schwieriger zu machen an die Milch zu kommen. Er protestiert zwar, wenn ich ihm die Brust anbiete nimmt er aber doch lieber den kleinen Sauger, obwohl ich eigentlich - wie schon immer- einen sehr guten Milchspendereflex habe.
Dann dachte ich, ich probiere es mit einem Stillhütchen und mopse es ihm, wenn er gut saugt. Das Stillhütchen wollte er allerdings gar nicht.
Und da bin ich nun, pumpe alle 3 Stunden ab und füttere die Milch per Flasche - seit fast 2 Monaten. Ich bin echt platt, endlos traurig und richtig verzweifelt . Er WILL ja die Muttermilch haben, aber es scheint, als wäre ihm meine Brust "im Weg". Schnuller habe ich ihm schon weggenommen, wobei er von dem noch nie ein wirklich großer Fan war.
Er hat immer gern an der Brust getrunken und irgendwie befürchte ich, dass ich mit dem ab und an Flasche geben und meinen komischen Brustwarzen zum aktuellen Problem beigetragen habe. Es macht mich so traurig und ich will nichts unversucht lassen, ihn wieder an die Brust zurückzugewöhnen.
Ein Check beim Kinderarzt brachte keine neuen Erkenntnisse, was ihm beim Stillen Probleme bereiten könnte, er entwickelt sich auch vollkommen normal. Mein Kinderarzt empfahl mir ohnehin, auf Pulvermilch umzusteigen, weil das ganze Abgepumpe ja so stressig sei, aber aktuell bin ich damit noch nicht einverstanden. Ein erneuter Kontakt zu einer LLL-Stillberaterin hat leider keine wesentlichen Fortschritte nach sich gezogen und die Ratschläge waren auch sehr wenige, weil ich ihrer Meinung nach schon bemerkenswert viel Probiert hätte.
Er bekommt an Beikost 1x am Tag Brei und wir führen gerade die 2. Mahlzeit ein, einfach weil es ihm so sehr Spaß macht. Und es soll ihm wenigstens ETWAS ernährungstechnisch Spaß machen, wenn das Stillen schon so furchtbar nervig für ihn ist.
Wenn ich ihm die Brustwarze anbiete dreht er sich weg und will nicht trinken, biete ich ihm die Flasche an, saugt er. Spielerisch halte ich im die Brust auch hin, lasse ab und an einen Tropfen Milch in seinen Mund laufen, aber er will auch dann nicht saugen. Manchmal beißt er in die Brustwarze und zieht daran, dann signalisiere ich ihm, dass der Gebrauch der Brust so nicht korrekt ist, aber mehr schaffen wir seit fast zwei Wochen leider nicht, obwohl ich es mehrfach täglich (ehrlicherweise, immer wenn er wach ist), versuche. Gestern habe ich ihn im Schlaf angelegt und er fing an, an der Brust zu nuckeln; dann kam Milch und er ist richtig vor Schreck aufgewacht und war total schockiert, dass er gerade an der Brust getrunken hatte. Es sah witzig aus, hat mich aber endlos traurig gemacht, dass er sich erschreckt, wenn ICH IHN STILLE!! Stillen soll doch Nähe und Sicherheit vermitteln, aber mein Sohn erschrickt.....HORROR, Leute.
Mein nächster Schritt, den ich plane, ist der Versuch mit einem BES, wobei ich da noch nicht sicher bin, wie ich vorgehen möchte. Da belese ich mich gerade online und möchte auch für den Ernstfall vorher üben, damit es dann nicht an schlechter Handhabung scheitert.
Ich bin so verzweifelt und weiß nicht, wie ich die Rückgewöhnung versuchen soll.
Es gibt hier so viele und ich weiß, ich habe soo viel geschrieben, dass die Augen wehtun, aber, ihr Lieben - BITTE BITTE HELFT MIR, ICH KANN JEDEN RAT GEBRAUCHEN!!!!
Vielen Dank an alle, die sich die Zeit nehmen und liebe Grüße
nachdem ich nun lange in den Foren gestöbert habe, habe ich in meiner Verzweiflung beschlossen, diesen Thread zu erstellen.
Mein kleiner Sohn ist inzwischen 6,5 Monate alt. Mit dem Stillen hatten wir von Anfang an Probleme, v.a. beim Andocken, weil ich Schlupfwarzen habe. In der Klinik bekam ich ein Stillhütchen, wodurch meine Brustwarzen richtig blutig-wund wurden. Dann entließ man mich mit einer Milchpumpe zur Erholung der Brustwarze und einem seelischen Schulterklopfer nach dem Motto "das wird schon".
Anfangs habe ich dann abgepumpt und die Flasche gegeben, es aber selbständig geschafft, den Kleinen von der Flasche zur brust zu gewöhnen. Ich habe gestillt und immer nach dem Stillen für die Milchproduktion die Brust als Anregung entleert.
Das Desaster begann, als der Kleine 5 Monate alt wurde. Er hatte Fieber und unter dem Fieber trank er super an der Brust. Nach 4 Tagen war das Fieber weg, aber leider auch die Lust am Stillen. Er ließ sich gar nicht mehr anlegen. Ich probierte alle Stillpositionen die ich kannte und recherchierte nach neuen. Nichts half. Also pumpte ich weiter und gab die Flasche, in der Annahme, es mit einem Stillstreik zu tun zu haben. Becher nahm er leider nicht an. Die Empfehlung einer LLL-Stillberaterin (im Schaukeln, im Dunkeln Stillen, im Gehen, in einem ruhigen Raum ohne Ablenkung) probierte ich aus. Nach zwei Wochen ließ er sich zumindest im Halbschlaf stillen und ich konnte ihn mind. 3x am Tag anlegen. (zuvor war es sicherlich 8-10x in 24 Stunden).
Ich pumpte weiter ab und gab ihm zwischendurch, wenn er Milch wollte die Flasche. Jedes mal vorher versuchte ich ihn ohne Drängen oder Stress anzulegen, manchmal klappte es, öfter leider nicht. Naja, ich war ja zufrieden, dass es in die richtige Richtung ging. Mir fiel auf, dass er zeitgleich mit dem Fieber begonnen hatte, stark zu speicheln und auf allem rumzukauen, was er in die Fingerchen bekam. Daher kam mir der Gedanke, dass er Zahnen könnte und Schmerzen beim Stillen hat. Ich habe Zahnungsgel, gekühlte Beißringe ausprobiert. Das alles mag er , zum Stillen bewegt es ihn allerdings nicht.
Nun aber seit 9 Tagen wieder ein sehr herber Rückschlag: Mein Sohn lässt sich GAR NICHT mehr anlegen. Auch nicht im Schlaf oder zum Einschlafen. Ich habe es in den letzten 9 Tagen vielleicht 4 Mal geschafft, nachdem ich mit ihm sehr lange Spazierengehen war und er megaplatt war. Sonst geht GAR NICHTS. Ich bin so verzweifelt.
Mir kamen dann diverse Ideen: Ich habe den Sauger von Größe M auf S gewechselt, um es ihm schwieriger zu machen an die Milch zu kommen. Er protestiert zwar, wenn ich ihm die Brust anbiete nimmt er aber doch lieber den kleinen Sauger, obwohl ich eigentlich - wie schon immer- einen sehr guten Milchspendereflex habe.
Dann dachte ich, ich probiere es mit einem Stillhütchen und mopse es ihm, wenn er gut saugt. Das Stillhütchen wollte er allerdings gar nicht.
Und da bin ich nun, pumpe alle 3 Stunden ab und füttere die Milch per Flasche - seit fast 2 Monaten. Ich bin echt platt, endlos traurig und richtig verzweifelt . Er WILL ja die Muttermilch haben, aber es scheint, als wäre ihm meine Brust "im Weg". Schnuller habe ich ihm schon weggenommen, wobei er von dem noch nie ein wirklich großer Fan war.
Er hat immer gern an der Brust getrunken und irgendwie befürchte ich, dass ich mit dem ab und an Flasche geben und meinen komischen Brustwarzen zum aktuellen Problem beigetragen habe. Es macht mich so traurig und ich will nichts unversucht lassen, ihn wieder an die Brust zurückzugewöhnen.
Ein Check beim Kinderarzt brachte keine neuen Erkenntnisse, was ihm beim Stillen Probleme bereiten könnte, er entwickelt sich auch vollkommen normal. Mein Kinderarzt empfahl mir ohnehin, auf Pulvermilch umzusteigen, weil das ganze Abgepumpe ja so stressig sei, aber aktuell bin ich damit noch nicht einverstanden. Ein erneuter Kontakt zu einer LLL-Stillberaterin hat leider keine wesentlichen Fortschritte nach sich gezogen und die Ratschläge waren auch sehr wenige, weil ich ihrer Meinung nach schon bemerkenswert viel Probiert hätte.
Er bekommt an Beikost 1x am Tag Brei und wir führen gerade die 2. Mahlzeit ein, einfach weil es ihm so sehr Spaß macht. Und es soll ihm wenigstens ETWAS ernährungstechnisch Spaß machen, wenn das Stillen schon so furchtbar nervig für ihn ist.
Wenn ich ihm die Brustwarze anbiete dreht er sich weg und will nicht trinken, biete ich ihm die Flasche an, saugt er. Spielerisch halte ich im die Brust auch hin, lasse ab und an einen Tropfen Milch in seinen Mund laufen, aber er will auch dann nicht saugen. Manchmal beißt er in die Brustwarze und zieht daran, dann signalisiere ich ihm, dass der Gebrauch der Brust so nicht korrekt ist, aber mehr schaffen wir seit fast zwei Wochen leider nicht, obwohl ich es mehrfach täglich (ehrlicherweise, immer wenn er wach ist), versuche. Gestern habe ich ihn im Schlaf angelegt und er fing an, an der Brust zu nuckeln; dann kam Milch und er ist richtig vor Schreck aufgewacht und war total schockiert, dass er gerade an der Brust getrunken hatte. Es sah witzig aus, hat mich aber endlos traurig gemacht, dass er sich erschreckt, wenn ICH IHN STILLE!! Stillen soll doch Nähe und Sicherheit vermitteln, aber mein Sohn erschrickt.....HORROR, Leute.
Mein nächster Schritt, den ich plane, ist der Versuch mit einem BES, wobei ich da noch nicht sicher bin, wie ich vorgehen möchte. Da belese ich mich gerade online und möchte auch für den Ernstfall vorher üben, damit es dann nicht an schlechter Handhabung scheitert.
Ich bin so verzweifelt und weiß nicht, wie ich die Rückgewöhnung versuchen soll.
Es gibt hier so viele und ich weiß, ich habe soo viel geschrieben, dass die Augen wehtun, aber, ihr Lieben - BITTE BITTE HELFT MIR, ICH KANN JEDEN RAT GEBRAUCHEN!!!!
Vielen Dank an alle, die sich die Zeit nehmen und liebe Grüße