Heftiger Stillstreik, Baby 6 Monate HILFE

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JungenmamaMika
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Heftiger Stillstreik, Baby 6 Monate HILFE

Beitrag von JungenmamaMika »

Hallo alle zusammen,
nachdem ich nun lange in den Foren gestöbert habe, habe ich in meiner Verzweiflung beschlossen, diesen Thread zu erstellen.

Mein kleiner Sohn ist inzwischen 6,5 Monate alt. Mit dem Stillen hatten wir von Anfang an Probleme, v.a. beim Andocken, weil ich Schlupfwarzen habe. In der Klinik bekam ich ein Stillhütchen, wodurch meine Brustwarzen richtig blutig-wund wurden. Dann entließ man mich mit einer Milchpumpe zur Erholung der Brustwarze und einem seelischen Schulterklopfer nach dem Motto "das wird schon".

Anfangs habe ich dann abgepumpt und die Flasche gegeben, es aber selbständig geschafft, den Kleinen von der Flasche zur brust zu gewöhnen. Ich habe gestillt und immer nach dem Stillen für die Milchproduktion die Brust als Anregung entleert.

Das Desaster begann, als der Kleine 5 Monate alt wurde. Er hatte Fieber und unter dem Fieber trank er super an der Brust. Nach 4 Tagen war das Fieber weg, aber leider auch die Lust am Stillen. Er ließ sich gar nicht mehr anlegen. Ich probierte alle Stillpositionen die ich kannte und recherchierte nach neuen. Nichts half. Also pumpte ich weiter und gab die Flasche, in der Annahme, es mit einem Stillstreik zu tun zu haben. Becher nahm er leider nicht an. Die Empfehlung einer LLL-Stillberaterin (im Schaukeln, im Dunkeln Stillen, im Gehen, in einem ruhigen Raum ohne Ablenkung) probierte ich aus. Nach zwei Wochen ließ er sich zumindest im Halbschlaf stillen und ich konnte ihn mind. 3x am Tag anlegen. (zuvor war es sicherlich 8-10x in 24 Stunden).
Ich pumpte weiter ab und gab ihm zwischendurch, wenn er Milch wollte die Flasche. Jedes mal vorher versuchte ich ihn ohne Drängen oder Stress anzulegen, manchmal klappte es, öfter leider nicht. Naja, ich war ja zufrieden, dass es in die richtige Richtung ging. Mir fiel auf, dass er zeitgleich mit dem Fieber begonnen hatte, stark zu speicheln und auf allem rumzukauen, was er in die Fingerchen bekam. Daher kam mir der Gedanke, dass er Zahnen könnte und Schmerzen beim Stillen hat. Ich habe Zahnungsgel, gekühlte Beißringe ausprobiert. Das alles mag er , zum Stillen bewegt es ihn allerdings nicht.

Nun aber seit 9 Tagen wieder ein sehr herber Rückschlag: Mein Sohn lässt sich GAR NICHT mehr anlegen. Auch nicht im Schlaf oder zum Einschlafen. Ich habe es in den letzten 9 Tagen vielleicht 4 Mal geschafft, nachdem ich mit ihm sehr lange Spazierengehen war und er megaplatt war. Sonst geht GAR NICHTS. Ich bin so verzweifelt.
Mir kamen dann diverse Ideen: Ich habe den Sauger von Größe M auf S gewechselt, um es ihm schwieriger zu machen an die Milch zu kommen. Er protestiert zwar, wenn ich ihm die Brust anbiete nimmt er aber doch lieber den kleinen Sauger, obwohl ich eigentlich - wie schon immer- einen sehr guten Milchspendereflex habe.
Dann dachte ich, ich probiere es mit einem Stillhütchen und mopse es ihm, wenn er gut saugt. Das Stillhütchen wollte er allerdings gar nicht.

Und da bin ich nun, pumpe alle 3 Stunden ab und füttere die Milch per Flasche - seit fast 2 Monaten. Ich bin echt platt, endlos traurig und richtig verzweifelt . Er WILL ja die Muttermilch haben, aber es scheint, als wäre ihm meine Brust "im Weg". Schnuller habe ich ihm schon weggenommen, wobei er von dem noch nie ein wirklich großer Fan war.
Er hat immer gern an der Brust getrunken und irgendwie befürchte ich, dass ich mit dem ab und an Flasche geben und meinen komischen Brustwarzen zum aktuellen Problem beigetragen habe. Es macht mich so traurig und ich will nichts unversucht lassen, ihn wieder an die Brust zurückzugewöhnen.
Ein Check beim Kinderarzt brachte keine neuen Erkenntnisse, was ihm beim Stillen Probleme bereiten könnte, er entwickelt sich auch vollkommen normal. Mein Kinderarzt empfahl mir ohnehin, auf Pulvermilch umzusteigen, weil das ganze Abgepumpe ja so stressig sei, aber aktuell bin ich damit noch nicht einverstanden. Ein erneuter Kontakt zu einer LLL-Stillberaterin hat leider keine wesentlichen Fortschritte nach sich gezogen und die Ratschläge waren auch sehr wenige, weil ich ihrer Meinung nach schon bemerkenswert viel Probiert hätte.

Er bekommt an Beikost 1x am Tag Brei und wir führen gerade die 2. Mahlzeit ein, einfach weil es ihm so sehr Spaß macht. Und es soll ihm wenigstens ETWAS ernährungstechnisch Spaß machen, wenn das Stillen schon so furchtbar nervig für ihn ist.

Wenn ich ihm die Brustwarze anbiete dreht er sich weg und will nicht trinken, biete ich ihm die Flasche an, saugt er. Spielerisch halte ich im die Brust auch hin, lasse ab und an einen Tropfen Milch in seinen Mund laufen, aber er will auch dann nicht saugen. Manchmal beißt er in die Brustwarze und zieht daran, dann signalisiere ich ihm, dass der Gebrauch der Brust so nicht korrekt ist, aber mehr schaffen wir seit fast zwei Wochen leider nicht, obwohl ich es mehrfach täglich (ehrlicherweise, immer wenn er wach ist), versuche. Gestern habe ich ihn im Schlaf angelegt und er fing an, an der Brust zu nuckeln; dann kam Milch und er ist richtig vor Schreck aufgewacht und war total schockiert, dass er gerade an der Brust getrunken hatte. Es sah witzig aus, hat mich aber endlos traurig gemacht, dass er sich erschreckt, wenn ICH IHN STILLE!! Stillen soll doch Nähe und Sicherheit vermitteln, aber mein Sohn erschrickt.....HORROR, Leute. :(

Mein nächster Schritt, den ich plane, ist der Versuch mit einem BES, wobei ich da noch nicht sicher bin, wie ich vorgehen möchte. Da belese ich mich gerade online und möchte auch für den Ernstfall vorher üben, damit es dann nicht an schlechter Handhabung scheitert.
Ich bin so verzweifelt und weiß nicht, wie ich die Rückgewöhnung versuchen soll.
Es gibt hier so viele und ich weiß, ich habe soo viel geschrieben, dass die Augen wehtun, aber, ihr Lieben - BITTE BITTE HELFT MIR, ICH KANN JEDEN RAT GEBRAUCHEN!!!!

Vielen Dank an alle, die sich die Zeit nehmen und liebe Grüße
Jungenmama Mika
mit HappyJungenbaby (06/2020)
Gargantula
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Re: Heftiger Stillstreik, Baby 6 Monate HILFE

Beitrag von Gargantula »

Wow du kämpfst wie eine Löwin ums Stillen. Ich kann nicht wirklich was beitragen, wollte dir aber meinen Respekt aussprechen und eine Umarmung da lassen. Bestimmt meldet sich bald eine Stillberaterin bei dir. Auch wenn du schon viel geschrieben hast solltest du noch den Fragebogen für die Stilberatung ausfüllen.
Du findest ihn hier viewtopic.php?f=2&t=212847
Liebe Grüße
Gargantula

Mit Mupfelchen aka Derwisch-Baby 🏕️

🧚‍♀️02/20
Jara
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Re: Heftiger Stillstreik, Baby 6 Monate HILFE

Beitrag von Jara »

Ich lass dir mal einen Drücker da (()) Wenn du magst..

Ich verzweifle schon, wenn mein Sohn eine Stillmahlzeit hinauszögert, obwohl er Hunger hat und dann einfach die Brust anschreit.. Meist geht es dann innerhalb einer Stunde irgendwann.. Ich mag mir kaum vorstellen, wie es dir dabei gehen mag..

Es ist toll, wie stark du kämpfst! Leider kann ich dir keine Tipps geben, wollte nur nicht einfach wieder gehen..

Eine Stillberaterin meldet sich sicher bald bei dir! Ich hoffe es dauert wegen der Feiertage nicht zu lang.
Glücklich mit Schrödinger <3 (07/20)
JungenmamaMika
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Re: Heftiger Stillstreik, Baby 6 Monate HILFE

Beitrag von JungenmamaMika »

Gargantula hat geschrieben: 21.12.2020, 01:24 Wow du kämpfst wie eine Löwin ums Stillen. Ich kann nicht wirklich was beitragen, wollte dir aber meinen Respekt aussprechen und eine Umarmung da lassen. Bestimmt meldet sich bald eine Stillberaterin bei dir. Auch wenn du schon viel geschrieben hast solltest du noch den Fragebogen für die Stilberatung ausfüllen.
Du findest ihn hier viewtopic.php?f=2&t=212847
Lieb Gargantula,
ganz ganz lieben Dank, deine Worte bauen mich so auf!! Zumal ich in meinem Umfeld wenig Verständnis ernte. Es tut so gut, verstanden zu werden.
Ich mache eine saubere Auflistung, wenn der Räuber wieder schläft :)
Jungenmama Mika
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JungenmamaMika
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Re: Heftiger Stillstreik, Baby 6 Monate HILFE

Beitrag von JungenmamaMika »

Jara hat geschrieben: 21.12.2020, 03:22 Ich lass dir mal einen Drücker da (()) Wenn du magst..

Ich verzweifle schon, wenn mein Sohn eine Stillmahlzeit hinauszögert, obwohl er Hunger hat und dann einfach die Brust anschreit.. Meist geht es dann innerhalb einer Stunde irgendwann.. Ich mag mir kaum vorstellen, wie es dir dabei gehen mag..

Es ist toll, wie stark du kämpfst! Leider kann ich dir keine Tipps geben, wollte nur nicht einfach wieder gehen..

Eine Stillberaterin meldet sich sicher bald bei dir! Ich hoffe es dauert wegen der Feiertage nicht zu lang.
so lieb von dir, danke danke!!! Tut so gut!
Das hoffe ich allerdings auch :!:
Jungenmama Mika
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ShinyCheetah
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Re: Heftiger Stillstreik, Baby 6 Monate HILFE

Beitrag von ShinyCheetah »

Liebe Mika,

ich bin auch schwer beeindruckt, wie lange du schon so kämpfst. Es gab vor kurzem einen Thread mit einem ähnlichen Problem. Da hat eine Stillberaterin das prinzipielle Vorgehen bei Rückführung an die Brust beschrieben. Vielleicht hast du ja Lust im Forum zu stöbern, bis sich hier eine Beraterin meldet und auf eurer individuelles Problem eingeht?

viewtopic.php?f=2&t=219568&start=40

Für mich liest es sich bei euch nicht nach Stillstreik, sondern nach Saugverwirrung. D. h. dein Baby befriedigt sein Saugbedürfnis woanders als an der Brust und hat vielleicht vergessen, mit welcher Technik man an der Brust trinkt. Zum Stillen braucht dein Baby zT ganz andere Muskeln als um an einer Flasche zu trinken und darum sind künstliche Sauger wie Flasche und Schnuller ein Problem. Zum Glück kann man Milch auch stillfreundlich zufüttern ohne eine Saugverwirrung zu riskieren.

Alles Gute euch!
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)


The trick to happiness wasn't in freezing every momentary pleasure and clinging to each one, but in ensuring one's life would produce many future moments to anticipate. Shallan Davar/Brandon Sanderson
Grizelda
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Re: Heftiger Stillstreik, Baby 6 Monate HILFE

Beitrag von Grizelda »

Ich kann mich gut an meine Verzweiflung erinnern, als meine Große zwei Tage lang einen Stillstreik hatte. Wie es Dir nach so langer Zeit gehen muss, vermag ich mir gar nicht auszumalen. Wahnsinn, was Du leistest und wie Du für eure Stillbeziehung kämpfst!

Ich bin da bei Shiny, für mich klingt es auch mehr nach Saugverwirrung als nach Stillstreik. Vielleicht findest Du mir den Stichwort ja auch noch ein paar Infos im. Forum
Und es meldet sich bestimmt bald eine Stillberaterin bei euch.

Halt durch, Du machst das klasse!
Liebe Grüße von Grizelda mit großer Maus (08/17) an der Hand und kleinem Mann (*3/20, +7/24) für immer im ♥️
JungenmamaMika
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Re: Heftiger Stillstreik, Baby 6 Monate HILFE

Beitrag von JungenmamaMika »

Ich wechsle schon zwischen den Saugern hin und her, das habe ich im Forum auch gelesen und dachte, ich schaue mal, was passiert. Er nimmt egal welchen Sauger ich ihm in den Mund stecke :lol: Das Fläschchen kriegt er auch immer in einer Stillposition, auch früher - das sei für das Bonding wichtig hat man mir in der Klinik nach der Geburt gesagt. Er schläft auch seither immer bei mir im Bett und wir haben eigentlich dauernd Hautkontakt :). Schnuller hab ich ihm schon weggenommen.

Jetzt schläft er wieder, Anlegeversuch gescheitert :(.


Also, hier eine Auflistung nach Anleitung des Forums, wie versprochen :):
- es ist ein Junge, mein 1. Kind
- ich habe nie Pulvermilch zugefüttert, er bekam immer ausschließlich Muttermilch
- Ich pumpe 8-9x am Tag ab, über den Tag gleichmäßig verteilt. Ich bekomme so 120-150ml raus, das trinkt der kleine auch größtenteils (also in jeder Flasche bleiben so 10-30ml übrig, je nachdem)
- Gewichtsdaten: also bei Geburt 3170 gr, bei der U-Untersuchung am 10.12. 8055 gr und laut Kinderarzt normal
- kein kurzes Zungenbändchen
- 1x täglich Stuhlgang, so viele nasse Windeln, dass ich sie nicht zähle (mind. 8 in 24Stunden)
- Wechsel zwischen diversen Saugern seit über 1 Monat problemlos
- Stillstart schwierig wegen Schlupfwarzen, v.a. Andocken problematisch
- Stillberatung bereits bei Geburt, dann im Verlauf, als der Spuk begann sowie letzte Woche. Leider ohne wesentliche neue Ansätze
- bevor das Problem vor 2 Monaten Begann habe ich etwa 3-4 mal nachts gestillt und tagsüber immer vor dem Einschlafen (das variierte natürlich, etwa 4-6 mal schätze ich) plus wenn er wach und durstig war (3x etwa?)

so, ich glaube, das ist das wichtigste zusammengefasst :)

Danke für die aufmunternden Worte und euer Verständnis !!!
Ihr wisst gar nicht, wie oft ich schon gehört habe "dann still doch einfach ab und gib die Flasche, so ist das doch eh nur stressig"..... Das ist so schlimm für mich. Bis hierher hat es mich soviel Kraft und Tränen gekostet. Immer wieder wollte ich schon aufgeben, aber es treibt mich einfach an, wenn ich zurückdenke, wie gerne mein kleiner Spatz sich an der Brust hat immer fallen lassen... ich will im das einfach nicht vorenthalten, was für eine Mama wäre ich.
Jungenmama Mika
mit HappyJungenbaby (06/2020)
JungenmamaMika
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Re: Heftiger Stillstreik, Baby 6 Monate HILFE

Beitrag von JungenmamaMika »

Achso: Wahrscheinlich habt ihr recht und es ist kein Streik sonder eine Saugverwirrung, ich weiß auch nicht mehr.
So blöd es klingt: Es ist mir mittlerweile sowas von egal, wie ich es nenne, Hautsache, wir überwinden es endlich :)
Jungenmama Mika
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Re: Heftiger Stillstreik, Baby 6 Monate HILFE

Beitrag von JungenmamaMika »

Update: eben im Schlaf wurde er unruhig. Brust wollte er nicht. Hab ihm dann den Schnuller hingehalten und als er den Mund aufgemacht hat die Brust rein. Er hat dann genuckelt und als die Brust rausgerutscht sie aktiv wieder gefasst. Dann kam Milch und er wacht erschrocken auf und protestiert.
Ich frage mich, ob das positiv oder negativ zu werten ist...
Was meint ihr?
Jungenmama Mika
mit HappyJungenbaby (06/2020)
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