Plötzlich Kindergarten-Verweigerung

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PaleFire
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Plötzlich Kindergarten-Verweigerung

Beitrag von PaleFire »

Darf ich mir hier mal akut was von der Seele schreiben?

Vor 4 Wochen hat die Kleine ihre Kindergarten-Eingewöhnung begonnen. Wir waren skeptisch, weil sie sich in der Krippe immer schwer getan hat, wurden aber erstmal positiv überrascht. Sie ist von Anfang an gern hin gegangen, die ersten Tage saß ich die komplette Zeit mit im Gruppenraum aber dann ging es relativ schnell, dass ich erst in der Garderobe warten konnte und später dann nach Hause gehen konnte. Nach 2 Wochen war sie komplett eingewöhnt, hat dort Mittag gegessen und Freundinnen gefunden. Beim Abholen war sie immer fröhlich und ausgeglichen wie lange nicht mehr.

Letzte Woche war ich dann beruflich 2 Tage weg und mein Mann hat sie gebracht. Da hat sie sich mit der Verabschiedung deutlich schwerer getan (obwohl er sie IMMER in die Krippe gebracht hatte, sie kannte das also eigentlich...). Es ging dann aber schlussendlich damit, dass ein Erzieher ihr angeboten hat, ein Buch anzuschauen. Auch dann, beim Abholen gut gelaunt.

Danach war sie jetzt 5 Tage krank und zuhause. In dieser Zeit hat sie auf das Wort "Kindergarten" zunehmend negativ reagiert, oft sogar geweint und gesagt, sie mag nicht hin. Wir haben das erstmal so stehen lassen bzw sie ermutigt, dass Kiga toll ist und sich alle wieder auf sie freuen etc.

Heute morgen war es dann soweit, der 1. Kigatag seit letzte Woche Donnerstag. Und es ging NICHTS. Sie hat sich nach dem Aufstehen allem gegenüber verweigert, wollte nicht Zähne putzen, anziehen oder frühstücken. Hat verzweifelt geweint, sie mag nicht in den Kiga, sie mag zuhause sein. Das Ganze hat über eine Stunde gedauert, es war wirklich furchtbar, ich habe irgendwann mitgeheult, weil ich so hilflos war (ich muss heute dringend mal wieder ein paar Stunden was arbeiten), weil sie mir leid getan hat aber ich auch wütend war, dass sie sich so komplett verweigert. Mit einem tränenreichen Abschied am Kiga käme ich irgendwie besser klar, aber dieser Kampf um jeden Schritt und das Drama schon zuhause machen mich wirklich fertig, ich hatte irgendwann echt eine kleine Panikattacke. :(

Nun gut, schlussendlich habe ich sie mit dem Versprechen, dass ich erstmal wieder mit drin bleibe, in den Kindergarten bekommen. Sie ist dort dann gleich zu ihrer lieben Erzieherin auf den Schoß (alle sind dort wirklich sehr zugewandt) und hat zum Basteln angefangen. Ich hab mich dann 5 Minuten in eine Ecke gesetzt, bin dann zu ihr und habe sie gefragt, ob es für sie jetzt okay ist, dass ich gehe. Sie hat ganz wackelig gelächelt und genickt, man konnte erahnen, dass es ihr eigentlich nicht recht ist und sie "tapfer" ist. Ich bin dann trotzdem gegangen...und nun sitz ich hier und fühle mich schlecht und wie eine Verräterin. :( vielleicht hätte ich heute einfach noch mal die ganze Zeit dabei bleiben sollen?

Generell fühle ich mich hilf- und mutlos. Es war in der Krippe oft schon ein Drama morgens, aber das hier ist noch mal ne ganze Nummer härter. Jeden Morgen halte ich das nicht aus...

Jetzt sind wegen Brückentag wieder 4 Tage Pause, weiß gar nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Wahrscheinlich ist das am Montag dann wieder ein ähnliches Drama.

Ach so, verbalisieren, was sie am Kiga stört, kann sie nicht. Es beschränkt sich auf ein verzweifelt gebrülltes "ich will nicht in den Kindergarten" :cry:

Habt Ihr Tipps oder ähnliche Erfahrungen? Ich schick einfach mal so ab...
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Vivilotta
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Re: Plötzlich Kindergarten-Verweigerung

Beitrag von Vivilotta »

Kann es sein, dass sie zwar wieder gesund ist, aber noch nicht ganz wieder 100% fit? An sich hört sich euer Start im Kindergarten nämlich ja super und problemlos an und es scheint ja auch nichts vorgefallen zu sein. Das Problem fing ja erst an, seitdem sie krank war. Und grad am Anfang ist so ein Kiga Tag ja sauanstrengend, vielleicht wollte sie deswegen zuhause bleiben?
mit Fini 02/15 und Paulini 05/19
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Vivilotta
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Re: Plötzlich Kindergarten-Verweigerung

Beitrag von Vivilotta »

Ach und einen Drücker an dich ((())) dieses tapfere Lächeln kenn ich auch und es ist ganz schwierig, dann zu gehen.
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pqr
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Re: Plötzlich Kindergarten-Verweigerung

Beitrag von pqr »

Mein Gedanke ging in die Richtung von vivilotta.
Ich kenne Eltern, die deshalb ihr Kind nach dem ersten KiGatag schon zu Mittag abholen, um den Eindtieg zu erleichtern.
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
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PaleFire
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Re: Plötzlich Kindergarten-Verweigerung

Beitrag von PaleFire »

Danke für Eure Einschätzungen. Das mit vor dem Mittagessen abholen hatte ich ihr vorgeschlagen, wollte sie nicht. Und sie war gestern schon so fit, dass sie den halben Tag auf dem Spielplatz rumgehüpft ist...deswegen dachte ich, dass es heute sicherlich kein Problem ist. Aber vielleicht hätte ich ihr den Tag zuhause einfach noch gönnen sollen. :?:

Mir scheint es halt so, als hätten die Probleme mit den zwei Tagen, an denen sie letzte Woche der Papa gebracht hat, angefangen. Warum auch immer - wie gesagt, er hat sie jeden Tag in die Krippe gebracht. Aber irgendwie hat es da angefangen zu "holpern" und jetzt nach der Krankheit ging echt gar nix mehr. So wie heute habe ich sie noch nie erlebt.

Was mich vor allem so fertig macht ist halt dieses totale Einstellen der Kooperation. Mir ist schon klar, dass das ihre Art ist, zu zeigen, dass sie einfach nicht aus dem Haus/in den Kindergarten mag, aber das ist SO anstrengend. Es macht mich wütend und gleichzeitig spüre ich ihre Verzweiflung...sie hat ja nicht viele Möglichkeiten, zu rebellieren, aber das ist definitiv effektiv. :(

An sich kennt sie den Kiga ja seit Babyzeiten von ihrer Schwester, sie ist sogar in die gleiche Gruppe gekommen (Schwester geht ja jetzt zur Schule), hat die gleichen Erzieherinnen...und die sind WIRKLICH lieb, die würden nie ein Kind weinen lassen oder in seinem Unglück alleine. Und trotzdem...

Jetzt hole ich sie ab, mal sehen, wie sie drauf ist.
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Sabbermäuschen
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Re: Plötzlich Kindergarten-Verweigerung

Beitrag von Sabbermäuschen »

Ich kenn das von mir, dass ich nach einer Pause doch sehr aufgeregt bin, wenn es wieder losgeht. Der erste Tag Arbeit nach zwei Wochen Urlaub und ich fühle mich erstmal wie ein Kleinkind 😅. Das vergeht im Alltag dann recht schnell wieder. Gleiches kann ich mir daher sehr gut für sein Kind vorstellen. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass einige Kinder, die sich schnell eingewöhnen, nach ein paar Wochen/Monaten eine Phase entwickeln, in denen sie nicht gern zum KiGa gehen. Bei meinem Sohn habe ich damals vermutet, dass es ihm bewusst wurde, dass er regelmäßig da hin geht, ob er Lust oder nicht. Anfangs war alles spannend und neu, die Erzieher besonders zugewandt und dann kam der Alltag. Und er zeigte an, dass er lieber dann doch nicht wollte und musste erstmal damit klar kommen, dass man manchmal einfach nicht nachgeben kann.
Vielleicht ist es bei euch ja eine Mischung aus allem? Und Kinder haben einen sehr gutes Radar dafür, wenn Mama was ohne Kinder machen muss/möchte 😘
Shauni
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Re: Plötzlich Kindergarten-Verweigerung

Beitrag von Shauni »

Das erinnert mich total an die Anfangszeit vom Großen im Kindergarten - keine Kooperation morgens und dann haben wir ein schreiendes Kind per Auto die 600m in den Kindergarten gefahren und „Ich will nicht in den Kindergarten“-schreiend abgegeben.
Rückmeldung der Erzieherinnen war immer, dass er sich schnell beruhigt hat und dann auch neugierig mitgemacht und gelöst mit anderen Kindern gespielt hat und wenn ich ihn abgeholt hab, wirkte er fröhlich und hat mir erzählt, wie toll alles war.
Er wäre halt nur lieber mit mir zu Hause.
Hat sich dann nach einigen Tagen gelegt.
Drücke Dir die Daumen, dass es bei Euch auch bald vorbei ist und der Kindergarten wieder toll gefunden wird. Hier hat nur die klare Haltung geholfen (und dass der Papa gebracht hat, der Emotionen besser verstecken kann als ich).
Viele Grüße
Shauni mit dem großen M (01/14) und dem kleinen j (02/17)
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PaleFire
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Re: Plötzlich Kindergarten-Verweigerung

Beitrag von PaleFire »

Sie war beim Abholen fröhlich, aber man merkt ihr die Anstrengung schon an...Sie liegt seit einer Viertelstunde auf dem Boden und brüllt "nein" :roll:

Immerhin sagte die Erzieherin, sie war untertags gut gelaunt. Sie lässt es dann halt alles zuhause raus (war/ist bei der Großen auch so)
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Elena
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Re: Plötzlich Kindergarten-Verweigerung

Beitrag von Elena »

Meine Große hatte das auch, beim Wechsel von Krippe zu Kiga. Zwei Woche lang war alles super, dann totale Verweigerung. Wir haben dann im Grunde nochmal alles zurückgefahren und mein Mann ist eine Woche lang dabeigeblieben, sozusagen wieder Eingewöhnung. Außerdem haben wir sie am wöchentlichen Ausflugstag die ersten 2 Monate zuhause gelassen und früher abgeholt.

Es war ihr am Anfang vermutlich alles zuviel. Soviele neue Kinder (es waren nur 18, ein kleiner, eingruppiger Kindergarten!), neuer Räume, neue Abläufe. Es stellt sich ja meist von Krippe zu Kiga auch der Tagesablauf um, andere Essens- und Ruhezeiten etc. Außerdem wird oft etwas mehr Selbständigkeit erwartet, beim Klogehen, Umziehen, Essen usw. Bei meiner Tochter hat es geholfen, nochmal langsam zu machen und die tägliche Dosis Kindergarten erst nochmal zurückzufahren.
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Minja
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Re: Plötzlich Kindergarten-Verweigerung

Beitrag von Minja »

Was meinen Kinder manchmal geholfen hat eine Puppe/Kuscheltier/Spielzeug/Buch oder auch mal einen Schal von mir mit in den Kindergarten zu nehmen. So eine Art "Übergangsobjekt", auch für Übernachtungen mag meine Tochter manchmal ein Shirt von mir haben zum bekuscheln.
Es hört sich so an als müsste einfach Alltag rein kommen, was bei Feiertagen natürlich schwierig ist...
LG Caro
große Motte 01/11, Flummi 05/14 und Knöpfchen 10/20
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