ich bin mir zunehmend unsicher bezüglich der Gewichtsentwicklung meiner Tochter (geboren bei 35+2 am 02.10., vET 04.11.).
Nachsorgehebamme, Kinderarzt, der Papa und auch meine Eltern finden die Entwicklung normal, aber als Mama hat man dann doch nochmal etwas mehr Sorge. Daher würde ich gerne eure Meinung hören und bin wirklich dankbar, dass es diese Möglichkeit hier gibt.
Sie hat bisher nicht abgenommen, nimmt aber auch nur wenig zu. Zunächst eine Menge Text zu den gestellten Fragen:
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Mädchen
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Im Krankenhaus auf der Intensivstation wurde mit der Flasche und per Magensonde Milchnahrung plus meine abgepumpte Muttermilch, soweit vorhanden, gefüttert. Da die Schwestern damals unzufrieden mit "füttern nach Bedarf" waren wurde sie alle 3 h versorgt. Im Krankenhaus hat sie nie von der Brust getrunken, Zuhause (nach 6 Tagen) haben wir auf Vollstillen nach Bedarf umgestellt.
Jetzt bekommt sie manchmal Montags oder/und Mittwochs eine 120 ml Flasche Muttermilch oder Milchnahrung wenn ich arbeite bzw. meinen Rückbildungskurs habe und sie in der kurzen Abwesenheit (max 2h) Hunger bekommt.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Wir stillen aktuell jede halbe Stunde bis alle 2 Stunden tagsüber (ich wechsel die Seite ab) und nachts (wenn sie nicht clustert oder ich sie wegen der Krankheit öfter geweckt habe) etwa alle 3-5 Stunden (in der Regel nur die linke Brust - die Seite vom Babybay). Ich weiß nicht, wie lange die Mahlzeit genau dauert, aber sie nuckelt sehr gerne und trinkt anfangs stark und gierig und dann zunehmend langsamer bis hin zum reinen nuckeln. Manchmal zieht sie dann nochmal ordentlich an und es gibt einen weiteren Milchspendereflex.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Wir wickeln mit Stoff tagsüber etwa alle 2-3 h, so dass die Einlage (Mullwindel oder baumwoll-Prefold) nicht zum Auslaufen führt. Nachts wickeln wir von ca. 22 Uhr bis 9 Uhr morgens nicht (außer bei Stuhlgang natürlich). Die Nachtwindel ist eine Bamboozle und sie ist über Nacht gut nass.
Stuhlgang ist von gar nicht bis 5x täglich alles dabei. Ich halte sie auch bei jedem Wickeln einmal über das Waschbecken, das nutzt sie aber eher selten. Derzeit ist der Stuhl eher grün-flüssig und stinkig, vorher war er immer Currygelb und fast geruchlos. Sie hatte aber gerade erst einen Infekt (Bronchitis) und zahnt auch gerade meine ich.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Unser Krankenhausaufenthalt nach der Geburt war nicht sehr schön. Ich konnte aufgrund der Frühgeburt nicht in meinem babyfreundlichen Wunsch-KH entbinden, sondern es wurde das völlig überfüllte Level1.
Direkt nach der Geburt hat die Hebamme sie auf die Brust gelegt und wollte, dass sie andockt, aber die Kleine war noch völlig durch den Wind und ich habe sie zunächst nur im Arm gehalten und beruhigt.
Aufgrund des Schwangerschaftsdiabetes und der Frühgeburtlichkeit wurde sie mir nach 20 Minuten zur Blutzucker-Kontrolle abgenommen und wegen Bettenmangel völlig unnötigerweise auf die Neo-Intensivstation verlegt, so dass ich sie erst Stunden später wieder gesehen habe (da wurde sie bereits gewaschen, mit Magensonde gefüttert und gepuckt in ein Wärmebett mit Deckel gepackt, so dass wir uns als Erst-Eltern auch nicht getraut haben sie rauszunehmen).
Ich konnte sie im Krankenhaus im Klappstuhl nur zweimal anlegen, beides Mal ohne Unterstützung (nur der Hinweis sie müsse viel Brust erwischen...) und es hat leider nicht wirklich geklappt. Da sie danach aufgrund der Erschöpfung immer gleich wieder eine Magensonde verpasst bekam, was ich sehr schrecklich fand, habe ich es im KH nicht mehr weiter probiert und nur abgepumpt. Ich wurde nach 4 Tagen ohne mein Kind entlassen.
Der "Milcheinschuss" kam nach ca. 5 Tagen. Als sie endlich nach Hause durfte hat das Stillen eingekuschelt im Bett mit Ruhe und Unterstützung meiner Mutter ganz gut geklappt, sie hat viel geclustert, aber leider auch extrem viel gespuckt. Immer schwallartig und egal in welcher Position, ob mit viel Bäuerchen, hochlagern, aufrecht halten. Am meisten wenn sie sich angestrengt hat oder ihr Geschäft machen wollte. Konsistenz von frischer Milch zu anverdaut bis hin zu reinem Wasser. Sie selbst hat es aber nie gestört.
Ich habe einen sehr starken Milchspendereflex, so dass meine Milch im hohen Bogen spritzt sobald er auslöst und das auf beiden Seiten. Das führt dazu, dass wir seit einer Weile fast nur zurückgelehnt oder seitlich liegend stillen bzw. ich auch oft vorher etwas ausstreiche. Wenn das nicht klappt oder sie so ungeduldig ist und nicht loslassen will, dann hört man die Kleine beim trinken stark schmatzen, sie verliert immer wieder das Vakuum, sie fuchtelt mit den Händen und drückt sich von der Brust weg. Dabei dockt sie öfter ab. Ich hatte allerdings trotzdem nie verletzte Brustwarzen, der Milchspendereflex sticht manchmal nur kurz am Anfang. Ab und an habe ich einen Vasospasmus in der Brustwarze, die Warze ist dann oben komplett weiß, es fließt keine Milch mehr (was das Kind verärgert), aber er vergeht meist nach ein paar Minuten von selbst. Ich nehme aktuell kein Calcium-Supplement und nur an Sporttagen Magnesium.
Wenn ich nach meinen 2 h Abwesenheit abpumpe (elektr. Pumpe von Philips) dann erhalte ich nach 5 Minuten jede Seite pumpen ca. 100 ml. Es lässt sich aber über Ausstreichen noch deutlich mehr Milch erhalten und ich hatte noch nie das Gefühl, dass keine Milch mehr kommt und mein Kind hungrig bleibt. Sie schreit auch nicht oder ist lethargisch/schläft zu viel.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Ja, Flasche und kirschförmigen Schnuller. Sie bekommt die künstlichen Sauger beim Auto fahren sowie in meiner Abwesenheit bei Bedarf.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Der Kinderarzt sieht keinen Handlungsbedarf, ebenso die Nachsorgehebamme. Ich habe das Spucken bei der U3 angesprochen, der Kinderarzt hat daraufhin im Ultraschall einen Blick auf Speiseröhre und Magen geworfen und diesbezüglich keine Auffälligkeiten entdeckt. Zum Zufüttern wurden wir nie gedrängt. Eine Stillberaterin habe ich damals nach der ersten Entlassung nicht gefunden (Keine Zeit bzw. die andere Dame ist im Krankenstand).
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Späte Frühgeburt (35+2), keine anderen Erkrankungen bekannt. Ich bin normalgewichtig und esse ausgewogen. Laut Endokrinologe sind alle Blutwerte jetzt okay (in der Schwangerschaft Überfunktion der Schilddrüse, Gestationsdiabetes).
Hier die Daten unserer bisherigen Messungen:
02.10. 2960 g Geburt KH (51 cm Länge, 33 cm KU)
08.10. 2820 g Entlassung KH
12.10. 2800 g Hebamme
15.10. 2880 g Hebamme
23.10. 3030 g Hebamme
04.11. errechneter Termin
15.11. 3500 g Kinderarzt U3 (52 cm Länge, 36.5 cm KU)
19.12. 4180 g Hebamme
15.01. 4600 g Kinderarzt U4 (59.5 cm Länge, 38 cm KU)
09.02-24.02 krank (Durchfall mit hohem Fieber, dann Bronchitis behandelt mit Salbutamol.)
15.02. 5200 g Zuhause am Abend mit reer Babywaage
26.02. 5310 g Zuhause am Abend mit reer Babywaage
Wenn ich mir die Preterm-WHO-Perzentilekurven für ihre korrigierten Werte anschaue, dann ist sie von P88 bei der Geburt auf P66 zur Entlassung, dann P34 U3, P10 U4 gefallen. Auf der P10 scheint sie jetzt vorerst zu bleiben. Größe/Gewicht fällt aber komplett unten raus und das beunruhigt mich sehr, während eben Arzt und Hebamme keinen Grund zur Besorgnis sehen. Sie ist an und für sich fit und entwickelt sich ansonsten zeitgemäß. Ein zartes aber langes Baby mit minimal Speckröllchen bei den Händen und den Oberschenkeln. Nur wieso kreuzt sie so viele Perzentilen und der Kopfumfang fällt ja nun auch etwas ab.
Fragen die sich mir speziell stellen:
Kann der starke Milchspendereflex das Problem sein? Ich versuche ja schon durch Zurücklehnen/Ausstreichen gegenzusteuern.
Kann eine Unverträglichkeit dahinter stecken? Milcheiweiß, Eier, Erdnüsse? Sie hat keinen Ausschlag oder dergleichen.
Habe ich zu viel dünne Milch und sie kommt nicht an die Hintermilch heran?
Ich hab mich bisher nicht getraut Experimente ala Muttermilchsahne, Blockstillen etc. durchzuführen. Würde das bei uns Sinn machen?
Kann man davon ausgehen, dass die Anlegetechnik in Ordnung ist, wenn die Brustwarzen völlig unauffällig sind?
Oder muss ich mich jetzt einfach damit abfinden, dass meine Tochter so lange ihre Perzentile nicht gefunden hat und die P10 einfach ihren sehr zarten Körperbau widerspiegelt?
Der Beikoststart steht bei uns noch in den Sternen (sie zeigt Interesse und kann den Kopf gut halten, das war es aber auch schon mit den Reifezeichen
Sorry für den extrem langen Text, ich habe versucht ausführlich zu sein und nichts zu vergessen. X_x