Bitte um Motivation um Milchmenge zu steigern

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Maderl

Bitte um Motivation um Milchmenge zu steigern

Beitrag von Maderl »

Hallo!
Meine kleine Maus wurde vor 2 Wochen in einem Geburtshaus mit Hilfe von meinem Mann und 2 tollen Hebammen zur Welt gebracht. Die Schwangerschaft verlief bis auf Übelkeit bis 1 Tag vor Geburt absolut nach Lehrbuch. Auch die Geburt war lehrbuchmäßig.
Bereits während der Schwangerschaft war meine Tochter tiefenentspannt. Ebenso lies sie sich auch während der Geburt nicht aus der Ruhe bringen.
Erschöpft und überglücklich nahmen wir sie vor 2 Wochen mit nach Hause. Ich habe sie auf Empfehlung der Hebamme immer dann angelegt, wenn sie sich gemeldet hat. Beim Trinken schlief sie allerdings häufig ein.
Ab Montag kam dann die Hebamme täglich zu uns nach Hause. Den genauen Verlauf und wann welche Empfehlung kam weiß ich nicht mehr, aber: Sie schlief viel, schlief auch beim Trinken ein, wir sollten sie beim Stillen "ärgern". Haben wir auch getan, aber anscheinend erfolglos. Sie wurde immer ruhiger. Aber ich hatte auch den Eindruck, dass sie Bauchschmerzen hat. Eigtl. dachte ich, dass sie Blähungen hat. Und ich habe fieberhaft auf meinen Milcheinschuss gewartet. Aber der kam nicht :heul . Allerdings hatte sie anscheinend Hunger und keine Blähungen. Freitag war sie dann 18% (!) unter Geburtsgewicht und die Hebamme hat, nach einer Stillprobe (+20g) die Reißleine gezogen. Wir sollten Pre-Nahrung via Spritze und Schlauch zufüttern. An der Brust oder per Finger-Feeding (mehr unten). 600ml am Tag. Alle 2 Stunden. Damit begannen erstmal ein paar Tage Hölle. Ich hab geheult, weil ich Panik hatte meine Tochter verhungert und wir haben sie zwangsernährt. 2 Stunden lang füttern, 2 Stunden Pause. Auch nachts. Und Abpumpen (habe mir an dem Freitag auch noch eine elektrische Milchpumpe aus der Apotheke geholt) um die Milchbildung anzuregen. Wir haben sie (gefühlt) aufs übelste misshandelt, um sie zum Trinken wach zu bekommen. Kaltes Wasser, Ausziehen, Füße kitzeln/kneten, ich hab ihr sogar in die Oberschenkel gekniffen :heul . Aber es musste sein. Sie musste ja wieder zu Kräften kommen.
Die Pre-Nahrung zeigte auch bereits am ersten Tag Erfolg und sie nahm konstant zu. Am Donnerstag war es dann soweit, wir hatten wieder Geburtsgewicht. Aber Milch hatte ich immer noch keine. Ich habe sie zwar immer erst angelegt und wenn sie aufgehört hat zu trinken bzw angefangen hat zu weinen per Spritze gefüttert.
Vom Zufüttern an der Brust sind wir sehr schnell weggekommen, der Schlauch hat sich immer in die falsche Richtung gedreht und mir fehlte (auch dank Schlafmangel) dann irgendwann die Geduld und ich hab sie nur noch per Finger und Schlauch ernährt. Das funktionierte auch sehr gut. Sie fand es dann auch irgendwann besser als an der Brust. Klar, war ja auch einfacher...
Da es mit meiner Milchbildung nicht besser wurde und Spritze + Schlauch keine Option für die Öffentlichkeit sind (der Gedanke nicht raus zu können ist für mich gruselig), haben wir erst die Naturnah-Sauger von Avent versucht (damit kommt sie nicht klar, da läuft zuviel Milch) und dann die Calma-Sauger. Damit kommt sie ganz gut klar.
Ja, ich habe den Thread über den Calma Sauger gelesen. Dass es wirklich wie Trinken an der Brust ist, habe ich auch angezweifelt. Und dass wir zu schnell aufgegeben haben weiß ich auch. Aber Schlafmangel + erst eine Woche Besuch durch meine Mutter (sie wohnt 650km entfernt, also geht "mal eben vorbei kommen" nicht) und jetzt ein WE mit Schwiegereltern (300km...) lassen die Motivation sehr sinken. Gott sei Dank scheint sie aber mit dem Wechsel zwischen Calma und Brust klar zu kommen. Ich hoffe, dass das so bleibt.

Vorgestern habe ich mir dann noch ein zweites Pumpset und das passende Bustier gekauft, damit mir das PowerPumping leichter fällt und ich nicht immer diese Pumpsets halten muss.

Nunja. Aktueller Stand ist: Wenn sie sich meldet lege ich sie möglichst lange an: mehr als 10-15min pro Brust halten wir nicht durch, dann wird sie knatschig, weint und hat halt einfach Hunger. Und anschließend bekommt sie noch Pre-Nahrung. Es kommt auch definitiv Milch aus meiner Brust. Habe heute morgen eine Stillprobe gemacht: 10g in 30min :heul . Anschließend bekommt sie Pre-Nahrung, soviel sie möchte. Dann pumpe ich 10min ab. Am Anfang denke ich jedesmal: Juhu! Endlich kommt was, aber das versiegt ganz schnell und am Ende habe ich keine 10ml :( Aber ich könnte hinterher noch Milch aus der Brust drücken. Anscheinend habe ich keinen MSR bei der Pumpe :( Wenn ich das richtig gelesen habe, bringt Pumpen aber trotzdem was.
Abends lege ich noch eine Runde PowerPumping ein. Häufiger habe ich es bisher nicht geschafft. Nicht zuletzt auch, weil ich das Pumpen schrecklich finde: es tut weh und ich komme mir etwas blöd vor mit den Dingern vor der Brust. Und viel kommt dabei auch nicht rum: I.d.R unter 10ml. Einmal hab ich 20ml geschafft. In 60 min :roll:
Nachts stelle ich den Wecker, damit sie spätestens nach 5h wieder etwas zu essen bekommt. Sonst würde sie die Nacht auch durchschlafen.
Ich trinke 1L Fenchel-Anis-Kümmel Tee am Tag + Piulatte um die Milchbildung anzuregen. Ansonsten natürlich noch Wasser und eine Tasse Kaffee morgens.

Mir ist bewusst, dass die Admins für eine fundierte Beratung mehr Daten bezüglich Trinkmenge und Gewicht bräuchten, die kann ich aber (noch) nicht liefern.
Mein Ziel: Ein gesundes, fittes Kind. Mein Anspruch ist gar nicht, sie voll zu stillen, aber möglichst viel. Meine Angst: Einerseits, dass sie verhungert (ich habe bereits ein Kind verloren, es ist zwar nicht verhungert, aber die Angst, dass unsere Maus stirbt, sitzt tief), andererseits dass ich sie jetzt aus Sorge mäste und ich ein adipöses Kind bekomme ...
Und von dieser grauenvollen Pumpe weg kommen.

Was ich von euch gerne hätte: Macht mir Mut, dass meine Maßnahmen noch greifen werden und dass ich einfach Geduld haben muss. Dass die Milch noch kommen wird und ich meine Maus damit satt bekommen kann!

Schon mal Danke!

Noch die anderen Fragen:

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Urin: 8 nasse Windeln schaffen wir locker pro Tag, Stuhl: nur alle 2 Tage :( Dafür aber viel und auch so, wie er sein soll

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
nein

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
ganz leichte Gelbsucht am 2. + 3. Tag.
Schilddrüsenunterfunktion bei der Mutter - Bluttest war bei Kind aber unauffällig
Lösche Benutzer 22277

Re: Bitte um Motivation um Milchmenge zu steigern

Beitrag von Lösche Benutzer 22277 »

Liebe Maderl, da machst Du ja echt was mit im Moment!

Ich bin mir sicher, dass Du hier kompetente Hilfe bekommen wirst.

Deine Schilddrüsenerkrankung, ist die gut eingestellt? Anhand aktueller Blutwerte? Schwangerschaft und Geburt können die Schilddrüse ganz schön durcheinander bringen. Da würde ich unbedingt hinterher sein.

Alles Gute für euch!
Maderl

Re: Bitte um Motivation um Milchmenge zu steigern

Beitrag von Maderl »

Ich war nach der Geburt noch nicht zur Kontrolle, aber an sich ist sie gut eingestellt! Gegen Ende der SS ging der TSH etwas hoch, hab dann auf meinen Wunsch auf 88Mikrogramm Levothyroxin erhöht. Mein Wunsch, da blutwerte noch im Rahmen, aber ich bekam wieder Beschwerden.
Meint ihr, es liegt daran? Beschwerden habe ich aber in der Hinsicht keine.
Lösche Benutzer 22277

Re: Bitte um Motivation um Milchmenge zu steigern

Beitrag von Lösche Benutzer 22277 »

Rein theoretisch kann eine nicht optimal eingestellte Schilddrüse der Grund für Probleme bei der Milchbildung sein, ja. Aber natürlich ist es nur eine von unterschiedlichen Möglichkeiten.
Leominor
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Beiträge: 3014
Registriert: 22.03.2018, 15:59

Re: Bitte um Motivation um Milchmenge zu steigern

Beitrag von Leominor »

Hallo Maderl, herzlich willkommen und herzlichen Glückwunsch zur Geburt eurer Kleinen!

Ich möchte dir Mut machen! Eure Kleine ist noch so winzig, die Still-Mods hier können euch sicher helfen!

Ich musste bei unserer Kleinen anfangs auch zufüttern, damit begonnen haben wir als sie 2 Wochen alt war, weil sie nicht zugenommen hatte und voll gestillt haben wir, als sie 8 Wochen alt war. Ich habe auch immer nach dem Stillen abgepumpt und mehr als 10-15 ml habe ich im Alter deiner Tochter auch nicht abpumpen können. Später ging da auch deutlich mehr ( dann als ich nicht mehr zwingend Pumpen musste... 😂)

Viel geschlafen hat unsere Kleine auch. Von demhet kommt mir bei euch vieles bekannt vor...

Ihr kriegt das bestimmt auch hin!

Die Schilddrüse würde ich allerdings zeitnah überprüfen lassen. Wie Raya schon geschrieben hat, könnte sich eine nicht gut eingestellte Schilddrüse negativ auf die Milchmenge auswirken.

Noch eine Verständnisfrage: Wie kommst du darauf, dass du keinen Milcheinschuss hattest? Du hast doch Milch! Die Kleine trinkt und du kannst auch etwas abpumpen/ ausstreichen. Das ist doch toll!
Leominor mit Tigermädchen (2017) und Bärenjunge (2020)
Maderl

Re: Bitte um Motivation um Milchmenge zu steigern

Beitrag von Maderl »

@Leominor: Danke! Das macht mir Mut :) Auch wenn mir noch 6 Wochen mit diesen Pumpdingern noch lange erscheinen... Andererseits gingen die letzten 2 Wochen auch wie im Flug rum :shock: Ich erinnere mich noch wie ich mit der Hebamme telefoniert habe, weil ich einen Blasensprung hatte, als ob es erst gestern war. Und dann ist das schon 2 Wochen her!
Wie wichtig ist beim Pumpen eigtl. die Intensität der Pumpe?

Milcheinschuss: Jetzt wo du es sagst, frag ich mich auch, wie ich darauf komme, dass ich keinen hatte. Vielleicht, weil ich mir unter Milcheinschuss plötzlich viel Milch und triefende Brüste vorstelle? :lol:

Schilddrüse: Ich geh Dienstag Morgen mal Blut abgeben....
äffchen
ist mit Leidenschaft dabei
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Registriert: 23.12.2018, 12:09

Re: Bitte um Motivation um Milchmenge zu steigern

Beitrag von äffchen »

Guten Morgen,

irgendwie ist mein langer Text verschwunden. Daher hier nochmal die kurze Version:
Bei uns traf auch wenig Milch auf schlechte esserin, was einen schweren Start zur Folge hatte..ich war die erste Zeit kaum draußen und war auch oft verzweifelt, aber letztlich muss ich sagen, hat sich die Mühe gelohnt.
Ich hatte am Anfang auch zu wenig Milch und habe ca. 6 Wochen Tgl 6-7mal gepumpt und per über eine Sonde an der brust zugefüttert. Am Anfang kam wie bei dir nur sehr wenig..es wurde immer mehr. Seit die kleine 7 Wochen alt ist, hab ich noch 1xabends gepumpt und das dann zugefüttert, irgendwann per Flasche, weil sie für die Sonde zu zappelig würde. Da sie kaum etwas davon getrunken hat (Max.30ml) hab ich das irgendwann nach Bedarf gemacht. Nach ca. 3,5monaten hab ich die Pumpe abgegeben und wir sind ohne sehr glücklich. Ne Zeit gab's noch gelegentlich per, jetzt Beikost.
Ich hatte auch keinen klassischen milcheinschuss. Aber jetzt ist genug da.
Meine Mutter war eine gute Hilfe, da sie immer gesagt hat, dass es schon klappen wird, weil es bei ihr auch so war und sie mich auch so nach 6-8 Wochen dann vollstillen konnte. Sie hat das damals nur mit anlegen, anlegen, anlegen und Fläschchen geschafft. Sie fand die pumpe doof.. und sie sollte recht behalten..

Jetzt ist es doch garnicht so kurz geraten. Hoffe es macht dir Mut! Es ist mega anstrengend, aber es lohnt sich! Und jede helfende Hand ist Gold Wert!
Maderl

Re: Bitte um Motivation um Milchmenge zu steigern

Beitrag von Maderl »

Zum Arzt hab ich es nicht geschafft, die kleine Maus hatte so arg Bauchweh (wir müssen das mit dem Stuhlgang erst noch lernen...), dass wir einfach nur viel gekuschelt haben...
Also peile ich morgen früh an.
@äffchen: deine Mutter macht mir auch Mut :D Sprich: wenn es auch ohne Pumpe möglich ist. Ich entwickle nämlich eine Phobie gegen das Ding. Beim Gedanken ans Abpumpen folgt gleich der Gedanke ans Abstillen... PowerPumping hab ich deshalb gestern abend ausfallen lassen...
Habe gerade eine Handpumpe getestet. Die ist deutlich erträglicher, tut auch nicht weh, es kommt aber auch nicht mehr.
Allerdings trinkt B. schon deutlich besser und länger an der Brust. Sie schläft zwar noch ein und wir sind vermutlich noch ein gutes Stück davon entfernt dass es reicht, aber ich merke Fortschritte. Und wenn sie die Wahl zwischen Brust und Flasche hat, nimmt sie die Brust. Das ist ja auch ein gutes Zeichen :)
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Re: Bitte um Motivation um Milchmenge zu steigern

Beitrag von weresa »

Hallo Mädel,

herzlichen Glückwunsch zu eurem Wunder.
Ich denke auch dass die Still-Mods euch hier super weiterhelfen können!

Was mir auffällt wenn du von der Pumpe schreibst klingt das ziemlich unentspannt.
Mich hat das gepumpe damals auch deprimiert weil ich wohl eine derjenigen welchen bin, bei der das gepumpe auch mit jeglichen Tricks (entspannen, massage, ans baby denken, am baby riechen...) nicht klappt bzw geklappt hat.
Mit ausstreichen kam bei mir mehr rum. Aber mehr als 15ml hatte ich dann irgendwie auch nie.
Und wir haben es dank diesem Forum trotzdem zum vollstillen geschafft. Also lass dich von abgepumpten Mengen nicht verunsichern. ;)

Klingt ja schonmal super wenn du das Gefühl hast, dass sich was verbessert!

Ihr kriegt das hin !
mit der kleinen Maus (04/16) und dem kleinen Bären (09/19)
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Re: Bitte um Motivation um Milchmenge zu steigern

Beitrag von SchwarzwaldMama »

Pumpen sollte eigentlich nicht weh tun?
Hab, bis auf im Krankenhaus nach der Geburt, keine elektronische Pumperfahrung, und Handpumpe tut bei mir nicht weh.
Hast du den richtigen Aufsatz (keine Ahnung wie das richtig heißt)?
Selbst wenn beim Pumpen wenig bis nichts kommt regt es trotzdem die Milchbildung an.
Wie pflegst du deine BW?
Sind sie nach dem Stillen nur verformt oder auch hell / weis?
Osteopath schadet sicher nicht.

Wegen Bauchweh und Stuhlgangproblematik kann evtl abhalten helfen?
Kann man mit oder ohne Windel machen 😊
Liebe Grüße von der Schwarzwaldmama mit der Zaubermaus (17.06.2018)
Geliebt, gestillt, getragen und familiengebettet
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