Stillen tut weh

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Whatsit
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Stillen tut weh

Beitrag von Whatsit »

Hallo zusammen,

Meine Tochter ist nun sieben Monate alt. Sie bekommt drei Breimahlzeiten am Tag und wird ansonsten bislang gestillt.

Wir Stillen nach Bedarf und der sieht so aus:

-zwischen 1 und 4 Uhr nachts 10 Minuten
-manchmal zwischen 10 und 11 Uhr 2-3 Minuten
-ca. 12:30 Uhr 2-3 Minuten
-ca 16 Uhr 2-3 Minuten
-ca 18:45 Uhr 5-20 Minuten

Sie bekommt kein Wasser oder Tee nebenher.

Ich biete ihr die Brust nach jeder Breimahlzeiten an. Also zusätzlich um ca 8 Uhr. Da verweigert sie.

Sind die Zeiten noch OK? Mir kommt das so extrem wenig vor.

Als sie heute um 10 Uhr verweigerte, habe ich neugierig wie ich bin mit der Handpumpe eine Seite abgepumpt. Es kamen 65ml raus. Ist das viel oder wenig?!

Noch eine Frage: Das Stillen ist seit geraumer Zeit für mich eine Tortur. Meine Kleine zwickt, kratzt, haut, kneift und quetscht mich überall, wo sie beim Stillen hinkommt. Den freien Arm kann ich festhalten, den anderen aber nicht.
Mein Dekolleté ist zerkratzt und auf der Brust habe ich blaue Flecken.

Ist das normales Verhalten? Geht das irgendwann vorbei?

Besorgte Grüße
Whatsit
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Re: Stillen tut weh

Beitrag von Whatsit »

Ach ja, das Stillen um 16 Uhr lässt sie auch oft ausfallen.
Lösche Benutzer 25726

Re: Stillen tut weh

Beitrag von Lösche Benutzer 25726 »

Hallo Whatsit,
schön, dass du her gefunden hast.
Du schreibst, dass dir eure Stillmahlzeiten wenig erscheinen. Würdest du gerne noch öfter und noch länger stillen? Dann solltest du besser vor dem Brei stillen. Das wird hier so empfohlen, da dadurch keine Stillmahlzeiten ersetzt werden, sondern nur der Mehrbedarf über die Beikost gedeckt wird.
Soweit ich weiß sollte ab Beikoststart auch Wasser zum Essen angeboten werden und das Kind entscheidet selbst, ob es davon möchte.
Die Pumpmenge sagt wenig über die vorhandene Milch aus, manche Mütter stillen völlig problemlos, kriegen aber mit der Pumpe nur ein paar Tropfen zusammen. Wobei ich 65 ml jetzt ganz schön viel finde, soviel hab ich nie geschafft.

Und zu der Zwick-Kratz-Hau-Geschichte lasse ich dir mal solidarische Grüße da, das macht meine Tochter im Moment auch ganz furchtbar und treibt mich damit in den Wahnsinn. Ob es aufhört? Ich hoffe es. Du könntest mal probieren ob sie sich mit etwas in der Hand ablenken lässt. Klappt hier leider nicht :D

Ich bin keine Stillberaterin, nur Mama, aber das liest sich für mich soweit ganz normal. Aber vielleicht schaffst du es ja, zwischendurch noch mal die Brust anzubieten, das schadet sicher nicht.
Und jetzt gute Nacht!
Sisqi

Re: Stillen tut weh

Beitrag von Sisqi »

Whatsit hat geschrieben: 29.12.2018, 20:40 Noch eine Frage: Das Stillen ist seit geraumer Zeit für mich eine Tortur. Meine Kleine zwickt, kratzt, haut, kneift und quetscht mich überall, wo sie beim Stillen hinkommt. Den freien Arm kann ich festhalten, den anderen aber nicht.
Mein Dekolleté ist zerkratzt und auf der Brust habe ich blaue Flecken.

Ist das normales Verhalten? Geht das irgendwann vorbei?
Leider ist das ein Verhalten, dass meine und viele andere Kinder auch gezeigt haben.
Einige Kinder hören damit von alleine auf, Andere nicht, da wird es Teil des Rituals.

Mir wurde empfohlen deutlich zusagen, dass es weh tut ("Aua! Das tut mir weh." Etc.). Ein Versuch wäre auch, wenn sie dir weh getan hat, nach Ansage kurz abzudocken und einen Moment zuwarten. Wichtig ist auch, dass du deine Grenzen wahrst. Auch als Mutter muss man nicht Alles ertragen, dein Kind muss dir nicht weh tun um zu entspannen, das geht auch anders.

Aber auch ich bin kein Profi.
ixcacienfuegos
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Re: Stillen tut weh

Beitrag von ixcacienfuegos »

Ganz klar: wenn es weh tut, darf das Kind das nicht! Wenn mein Kleiner kratzt oder zwickt, sage ich zwei Mal deutlich nein, beim dritten Mal docke ich ihn ab. Niemand darf mir einfach so wehtun.
LG, ixca mit Minikind (*10/14) und Maikäferchen (* 05/18)
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deidamaus
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Re: Stillen tut weh

Beitrag von deidamaus »

Hallo Whtatsit,

schön, dass du dich hier gemeldet hast und nach Hilfe suchst.

Ich vermute stark, dass du die drei Breimahlzeiten eingeführt hast und damit - wie üblich - die Stillmahlzeiten ersetzt hast. Damit kannst du - ohne das du es selber möchtest - das Ende deiner Stillbeziehung schneller herbeiführen, als es geplant bzw. gewünscht ist.

Du stillst zwar, wie du schreibst, nach Bedarf, aber den größten Kalorienanteil wird dein Baby wahrscheinlich schon über die Beikost decken, da du nicht mehr sehr häufig stillst und dies meist auch nur recht kurz. Damit dein Baby wieder häufiger und mehr an der Brust trinkt, reicht es ein paar einfache Veränderungen umzusetzen (wie zum Teil auch schon hier erwähnt):

Stille immer auch vor dem Essen und biete deinem Baby gerne auch zur Beruhigung die Brust an. Hier noch eine Frage von meiner Seite: Bekommt es einen Schnuller?

Wasser solltest du zusätzlich zum Brei zu den Mahlzeiten anbieten. Dies sollte aber nicht aus einem Gefäß mit Sauger geschehen, sondern am besten aus einem einfachen Becher.
Whatsit hat geschrieben: 29.12.2018, 20:40 Ich biete ihr die Brust nach jeder Breimahlzeiten an. Also zusätzlich um ca 8 Uhr. Da verweigert sie.
Wie oben geschrieben, stille vor den Breimahlzeiten und gerne auch zwischendurch und gerne auch zum Einschlafen.
Als sie heute um 10 Uhr verweigerte, habe ich neugierig wie ich bin mit der Handpumpe eine Seite abgepumpt. Es kamen 65ml raus. Ist das viel oder wenig?!
65 ml sind für die meisten Frauen recht viel, die nicht regelmäßig pumpen. Dies zeigt dir: Milch ist genug da, dein Baby ist aber schon durch den Brei satt genug, um noch etwas zu trinken.

Zusammenfassend: Stille häufiger, zwischendurch, zur Beruhigung, zum Einschlafen und vor den Beikostmahlzeiten. Dann sollte die Stillhäufigkeit wieder hoch gehen (und wahrscheinlich die Breimenge wieder etwas runter). Mit sieben Monaten ist es sinnvoll, wenn der Anteil der Milch an der Ernäherung noch höher liegt, als der Anteil der Beikot an dieser.
Noch eine Frage: Das Stillen ist seit geraumer Zeit für mich eine Tortur. Meine Kleine zwickt, kratzt, haut, kneift und quetscht mich überall, wo sie beim Stillen hinkommt. Den freien Arm kann ich festhalten, den anderen aber nicht.
Mein Dekolleté ist zerkratzt und auf der Brust habe ich blaue Flecken.

Ist das normales Verhalten? Geht das irgendwann vorbei?
Dieses Verhalten kann viele Ursachen haben:
- einschießende Zähne
- Bauchweh
- Müdigkeit
- etc.

Biete deiner Tochter gerne beim Stillen etwas an, was sie mit den Händen bearbeiten kann (z.B. eine Stillkette), versuche es gerne mal mit leisem Gesang beim Stillen zur Beruhigung oder Wiege sie sachte hin und her. Hilft dies nicht, sage ihr klar, dass sie dir weh tut und löse sie im Notfall sanft kurz von der Brust und lege sie dann erneut (eventuell an der anderen Seite) wieder an. Manchmal helfen auch einfache Maßnahmen zu deinem Schutz, z.B. indem du ein Shirt überziehst, in welches ein Loch geschnitten ist, so dass nur die Brust rausschaut. So kann deine Tochter weniger Haut verkratzen. Dadurch kannst du wieder entspannter stillen, was sich meist auch aufs Baby überträgt.

Was meist du zu meinen Vorschlägen? Magst du etwas davon ausprobieren?

Liebe Grüße
deidamaus
Liebe Grüße von deidamaus, ModTeam-Stillberatung
mit den drei Mäusen (Grosse 12/06, Mittlerer 5/10 und Kleiner 4/13)

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Re: Stillen tut weh

Beitrag von deidamaus »

Whatsit, wie geht es dir inzwischen?

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