ich brauche mal ein bißchen Input, auch wenn ich weiß, dass ich mir vermutlich wieder viel zu früh einen Kopf mache.
Ich habe letzte Woche erfahren, dass ich schwanger bin. Geplant war das nicht, wir sind völlig überrascht, aber möchten unser kleines Wunder auf jeden Fall bekommen.
Jetzt quält mich quasi, seitdem ich diese Nachricht bekommen habe, die Frage, ob ich stillen möchte oder nicht.
Das wird jetzt vermutlich ein bißchen länger... Früher, als der Kinderwunsch noch vage und in ferner Zukunft war, habe ich immer gesagt, dass ich auf jeden Fall die Flasche geben werde. Als ich dann schwanger war, habe ich beschlossen, stillen zu wollen, die Vorteile sind ja nicht von der Hand zu weisen und irgendwie wird es ja von einem erwartet.
Mausi kam und ich dachte ganz naiv, dass das schon klappen wird. Nichts da. Mausi konnte einfach nicht andocken, hat nur gebrüllt, es hat einem auch nie jemand gezeigt, wie es geht (mittlerweile sind wir uns sicher, dass sie bereits damals mundmotorische Probleme gehabt haben muss, denn auch beim Beikoststart und Familientisch hatte sie arge Schwierigkeiten und wir sind inzwischen in logopädischer Behandlung)... noch im Krankenhaus habe ich auf eigenen Wunsch zugefüttert, mir war da das Stillen bereits zuwider... Der Wendepunkt war eigentlich, als wir nach Hause gekommen sind. Mein Mann stand abends mit dem schreienden Bündel vor und verlangte, ich solle sie anlegen. Ich habe ihn angebrüllt, dass er ihr (sorry) verdammt nochmal eine Flasche machen soll, ich will das nicht. Daraufhin hagelte es Vorwürfe, wie, ich wolle das nicht? Ich muss! Er würde ja, wenn er könnte. Und ob ich mal überlegt habe, was Prenahrung kostet... Kurzum, ich habe mich bequatschen lassen. Anlegen klappte weiterhin nicht, paar Tage später habe ich den Schlussstrich gezogen und nur noch gepumpt, aber nicht mehr angelegt. Das Pumpen habe ich dann aber auch schludern lassen... Mir war die Zeit einfach zu schade.
Im Nachhinein betrachtet hatte ich damals eine postpartale Depression, die ich aber wunderbar vor der Hebamme und meinem Mann vertuscht habe. Das will ich auf jeden Fall während der Schwangerschaft versuchen, mit einer Hebamme aufzuarbeiten. Mein Mann sagte neulich noch zu mir, dass ich damals nicht ich selbst gewesen bin... Besser ging es mir erst, als ich die blöde Pumpe zurückgebracht habe und wir nur noch Pre gefüttert haben. Dennoch habe ich immer noch an unserem miesen Start zu knapsen. Wenn sie vor Hunger gebrüllt hat, habe ich mehr als einmal aus tiefstem Herzen bereut, mir jemals ein Kind gewünscht zu haben. Inzwischen geht es mir wieder gut und ich habe so Freude an unserer Maus.
Jetzt wächst unverhofft dieses Wunder in mir und ich stehe vor einem Dilemma. Meinem Mann wäre es am liebsten, ich würde wieder das Stillen probieren. Er akzeptiert jedoch auch, wenn ich das nicht will, allerdings sträubt er sich gegen Abstilltabletten. Dieses Mal planen wir eine Haus- oder zumindest eine ambulante Geburt.
Ich habe Angst. Dass ich es bereue, es nicht versucht zu haben. Aber auch die Angst, dass es mir wieder so schlecht geht, wenn ich es versuchen sollte.
Es spielen so viele Überlegungen mit rein...
- ich bin nicht der Typ fürs Wochenbett. Ich kann mich nicht mit Baby ins Bett legen und daueranlegen. Das will ich nicht.
- ich werde keinen Affentanz mit Stillhütchen, Pumpen, BES und dem ganzen Pipapo aufführen. Entweder es läuft oder es gibt die Flasche.
- der Gedanke ans Clusterstillen in den ersten Wochen treibt mir den Angstschweiß auf die Stirn. Ich fand es so angenehm, dass Mausi nur alle vier Stunden ihre Flasche bekam und dazwischen zufrieden war und darüber hinaus mit acht Wochen zuverlässig durchgeschlafen hat.
- ich kann mir nicht vorstellen, auswärts zu stillen. Mir macht es nichts, andere stillen zu sehen, aber ich will es nicht. Auch der Gedanke, bei Oma und Opa in der Wohnung zu stillen... Selbst im anderen Zimmer hätte ich immer das Gefühl, dass die "Mitwisser" Kopfkino hätten...
- ich fand es so angenehm, dass auch mal mein Mann übernehmen konnte, gerade wo es mir so schlecht gegangen ist.
Rational betrachtet würde ich sagen, mit einem Flaschenkind würde ich glücklicher werden... Aber was ist, wenn ich es bereue, es wieder zu vermasselt zu haben?
Bin ich vielleicht zu ehrgeizig?
Ich weiß, dass mir in diesem Forum wohl niemand im Brustton der Überzeugung zur Flasche raten wird. Aber ich bin so innerlich zerrissen und weiß nicht, was richtig ist...