Toxine in MuMi durch Zahnentzündung?

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kiki18
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Toxine in MuMi durch Zahnentzündung?

Beitrag von kiki18 »

Hallo Ihr Lieben,

Ich bin gerade recht verunsichert.
Ich habe meine Große damals ein gutes Jahr gestillt, meine Kleine stille ich momentan seit 19 Monaten und eigentlich noch kein Ende in Sicht.
Beide Kinder haben unerklärliche Magen-Darm-Probleme, viel Luft im Bauch, nachts ständiges Aufwachen wegen Bauchschmerzen, und bei keiner von beiden hat ein Arzt jemals eine Ursache gefunden (und wir haben echt ALLES versucht).
Nun war ich vor kurzem beim Zahnarzt und er hat unter einem wurzelbehandelten Zahn eine Entzündung festgestellt. Ich habe mich erinnert, dass das die Zahnärztin, bei der ich vorher in Behandlung war, auch schon erwähnt hatte, aber sie hatte es noch auf die leichte Schulter genommen und gemeint, solange ich keine Probleme damit habe, könne ich ruhig mit der Behandlung warten, bis ich abgestillt habe (damals war die Kleine erst wenige Wochen alt)
Mein neuer Zahnarzt meinte dagegen, dass ja durch die Entzündung sowohl mein eigener Körper unter Giftstoffen leidet und diese natürlich auch in die Muttermilch gehen. Und ich solle am Besten den Zahn so schnell wie möglich entfernen.
Seitdem plagen mich schon die Gedanken, ob die gesundheitlichen Probleme meiner Mäuse vielleicht damit zusammenhängen.... Keine Ahnung, wie lange diese Entzündung schon da ist, die Wurzelbehandlung ist schon ewig her und theoretisch könnte sie auch bei der Großen schon da gewesen sein.
Kann es sein, dass an diesem Szenario was dran ist? Könnte ich die Erkrankungen durch die Toxine in der Muttermilch ausgelöst haben?

Würde mich über eure Einschätzung freuen!
Liebe Grüße!
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Glyzinie
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Re: Toxine in MuMi durch Zahnentzündung?

Beitrag von Glyzinie »

Mh... Wurzelbehandlungen sind ja generell sehr umstritten. Es ist wohl nicht möglich, einen Zahn jemals komplett auszuräumen und sauber zu bekommen, sprich, es werden eigentlich immer Gifte freigesetzt.
Ich würde einen Übergang in die Milch mal nicht ausschließen.
Mit eiligem Piffi (11/2016)
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soda
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Re: Toxine in MuMi durch Zahnentzündung?

Beitrag von soda »

Zu Toxinen in der Milch kann ich da nichts beitragen, was über Spekulation hinausgeht.

Aber: eine Entzündung oberhalb der Zahnwurzel und nicht behandeln? Nein. Das finde ich unverständlich. Ich rate mal, dass diese radiologisch festgestellt wurde, anhand einer Aufhellungszone oberhalb der Zahnwurzel?
Diese entspricht einem Knochendefekt. Loch im Knochen. Knochen mit der Konsistenz von Gummi oder Matsch.
Ich würde das nicht wollen.
Weder eine Zahnextraktion noch eine Revision der Wurzelbehandlung sind innerhalb der Stillzeit ein Problem.
Rede noch mal mit dem Zahnarzt.
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kiki18
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Re: Toxine in MuMi durch Zahnentzündung?

Beitrag von kiki18 »

Dass der Zahn jetzt behandelt wird steht außer Frage. Mir gehts um die Vergangenheit und die Bewertung der Stillzeit die hinter mir liegt. Ich habe meine beiden mehr oder weniger lang gestillt in dem Bewusstsein ihnen etwas Gutes zu tun. Jetzt muss ich mir die Frage stellen, ob ich ihre gesundheitlichen Probleme nicht unwissentlich durch das Stillen selbst verursacht habe, überspitzt gesagt, ob ich meine Mädels durch das Stillen "vergiftet" habe. Man weiß ja nie, was so in seinem Körper schlummert, von meiner Zahnentzündung wusste ich ja auch sehr lange nichts. Von diesem Standpunkt aus würde ich wohl ein (ungeplantes) drittes Kind nicht mehr stillen, bzw. erwäge meine Kleine demnächst abzustillen. Und ja - unsere Probleme mit Darm etc. sind und waren sehr gravierend. Der Satz "trotz dieser Probleme war das Stillen sicher die bessere Wahl" würde also definitiv nicht stimmen.
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Lösche Benutzer 1828

Re: Toxine in MuMi durch Zahnentzündung?

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Ich halte das für nicht möglich - bin allerdings aus der Stillberatung zu lange raus mittlerweile
feuerdrache
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Re: Toxine in MuMi durch Zahnentzündung?

Beitrag von feuerdrache »

Hallo kiki,

also die These "ich hab meinem Kind Bauchweh gemacht mit meiner Milch" kannst du ja nur dann als falsch oder richtig einstufen wenn du nach der Zahnbehandlung weiterstillst. Denn dann ist die Entzündung weg. Wenn dein Kind dann noch Bauchweh hat, dann ist eindeutig etwas anderes schuld.

Wie du schon voerher richtig sagst, kannst du nie alle deine Krankheitsherde wissen. Aber du kannst reden, sagen- heute hab ich einen Druck im Oberkiefer, oder ich fühle mich nicht so richtig, oder hier tut es weh.
Fläschchen werden aus Kuhmilch (mit wenigen Ausnahmen, die nur bei schwerwiegenden Problemen empfohlen werden) gemacht. Die Kühe werden aber nicht jeden Tag durch den Scanner geschickt, haben nicht jeden Tag eine Blutabnahme. Die können also auch Probleme haben. Euterentzündungen und erhöhte Zellzahlen, Probleme mit den Klauen, ect. Nur mit dem Unterschied, dass die Kühe nicht reden können. Und es so oft erst spät auffällt das es Probleme gibt. Es wird ja auch nicht von jeder Kuh täglich eine Milchprobe genommen und ins Labor geschickt.
Du kannst mit dem Umstieg auf ein Fläschchen vielleicht ausschliessen dass die Ursache der Bauschmerzen bei dir liegt- aber in die Milchkühe hineinschauen kannst du auch nicht.

Ich verstehe aber, das es sehr verlockend erscheint, ein eventuell weiteres Kind mit dem Fläschchen zu ernähren. Wie oft bekommt denn eine Mutter zu hören "du hast was falsches gegessen" oder "du machst das falsch". Das kannst du dann natürlich ausschalten. Schlimm ist es aber, wenn du dann feststellen musst, dass eine andere Ursache der Grund ist
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bayleaf
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Re: Toxine in MuMi durch Zahnentzündung?

Beitrag von bayleaf »

Hallo Kiki
Das mit der Zahnentzündung klingt blöd, ich wünsche Dir eine baldige Besserung!
kiki18 hat geschrieben: Mein neuer Zahnarzt meinte dagegen, dass ja durch die Entzündung sowohl mein eigener Körper unter Giftstoffen leidet und diese natürlich auch in die Muttermilch gehen. Und ich solle am Besten den Zahn so schnell wie möglich entfernen.
Seitdem plagen mich schon die Gedanken, ob die gesundheitlichen Probleme meiner Mäuse vielleicht damit zusammenhängen.... Keine Ahnung, wie lange diese Entzündung schon da ist, die Wurzelbehandlung ist schon ewig her und theoretisch könnte sie auch bei der Großen schon da gewesen sein.
Kann es sein, dass an diesem Szenario was dran ist? Könnte ich die Erkrankungen durch die Toxine in der Muttermilch ausgelöst haben?


Eine chronische Entzündung ist belastend für den Körper und kann unbehandelt schwere Komplikationen verursachen. Diese Komplikationen kommen aber nicht von den Abfallprodukten welche die Bakterien verstoffwechselt haben (sog 'Endotoxine') sondern davon, dass die Bakterien irgendwann überhand nehmen, es formen sich Abszesse und Fisteln und in seltenen Fällen (besonders bei immungeschwächten Patienten) können die Bakterien in die Blutbahn übergehen. Bei bakteriellen Entzündungen ist zusätzlich zur Zahn/Wurzel/Kieferbehandlung oft auch ein Antibiotikum indiziert, davon gibts es sehr viele stillfreundliche.

Toxine im Sinne von Schwermetallen, Plastikweichmachern, Flammenschutz, Unkrautvernichtern, sprich alle Substanzen die von Leber und Niere und dem Immunsystem nicht ausgeschieden werden können haben wir (leider) alle. Haben aber Kühe auch. Kunstmilch ist ein hochverarbeitetes Industrieprodukt und im besten Fall ist sie steril, Muttermilch hat zusätzlich zu den Antikörpern die Dein Körper dazu verwendet Infektionen zu bekämpfen unzählige spezifische Zuckerarten, welche die 'guten' Bakterien im Magendarmtrakt des Kindes füttern und dabei ein Gleichgewicht in der Darmflora begünstigen.


Es ist völlig ausgeschlossen, dass Deine Zahnentzündung einen kausalen Zusammenhang mit den Darmproblemen Deiner Kinder hat.

Du kannst ganz normal weiterstillen. Gute Besserung für den Zahn!

Viele liebe Grüße

bayleaf
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kiki18
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Re: Toxine in MuMi durch Zahnentzündung?

Beitrag von kiki18 »

bayleaf hat geschrieben:Es ist völlig ausgeschlossen, dass Deine Zahnentzündung einen kausalen Zusammenhang mit den Darmproblemen Deiner Kinder hat.
Es wäre schön, wenn ich mir da auch so sicher wäre, aber die Begründung dazu würde ich gern noch hören.
Will hier jetzt keine Endlos-Diskussion über Toxine in der Muttermilch lostreten, das ist ein heikles Thema, aber ich bin während der Recherche zu dieser "Toxine in der MuMi durch Entzündungsherd" auch wieder auf diese leidige Studie gestoßen, in der es darum geht, dass Kinder auf Giftstoffe im Körper untersucht wurden und die Konzentration um so höher war, je länger das Kind gestillt wurde. Natürlich stand im gleichen Artikel, dass trotzdem Stillen für mindestens vier Monate empfohlen wird, allerdings ist mir die Begründung, dass man ja nicht weiß, ob die Giftstoffe im Körper tatsächlich Schaden anrichten zu lahm.
Wieso gehst du jetzt in diesem Fall davon aus, dass es definitiv keinen Zusammenhang gibt? Sprich, können nicht die Toxine in der Muttermilch die Darmschleimhaut angegriffen haben? Warum schließt du dies kategorisch aus?
feuerdrache hat geschrieben:also die These "ich hab meinem Kind Bauchweh gemacht mit meiner Milch" kannst du ja nur dann als falsch oder richtig einstufen wenn du nach der Zahnbehandlung weiterstillst. Denn dann ist die Entzündung weg. Wenn dein Kind dann noch Bauchweh hat, dann ist eindeutig etwas anderes schuld.
Auch das würde ich so nicht stehen lassen... Eine angegriffene Darmschleimhaut kann natürlich noch lange nach dem Abstillen, bzw. nach dem Ende der Entzündung Probleme machen, oder etwa nicht? Meine Große hatte die Probleme bis sie etwa 3 war und hat nach wie vor einen stark aufgeblähten Kugelbauch.
feuerdrache hat geschrieben:aber in die Milchkühe hineinschauen kannst du auch nicht.
Siehe babyleafs Kommentar, Flaschenmilch würde ich als "steril" bezeichnen. Sie schneidet auch in Tests bezüglich der Giftstoffe wesentlich besser ab als Muttermilch. Den Begriff "steril" kann man natürlich auch als negativ auffassen und dass Muttermilch deutlich mehr Nährstoffe enthält, ist uns natürlich allen klar.


Mir geht es hier nicht drum, das Stillen an sich schlecht zu machen (auch wenn ich zugegebenermaßen momentan etwas gefrustet bin). Wenn mir jemand auf für einen medizinischen Laien wie mich verständliche Art und Weise erklärt, warum der Zusammenhang ausgeschlossen ist, bin ich die glücklichste Stillmama ever und stille weiter. Aber die letzten vier Jahre waren zu schlimm, als dass ich mit diesen Zweifeln so weitermachen würde.

Werde beim nächsten Termin auch mal unsere (stillfreundliche) Ärztin nach ihrer Meinung fragen, mal schauen, was die dazu sagt
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bayleaf
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Toxine in MuMi durch Zahnentzündung?

Beitrag von bayleaf »

Hallo Kiki
Kannst Du Dich noch an die EHEC Infektionen erinnern?
Selbst bei einer E. coli Infektion mit Shiga Toxin bildenden Bakterien konnten schwer erkrankte Frauen weiter stillen weil die Toxinmoleküle zu groß waren um vom Blut in die Milch zu gelangen.
Du kannst wenn Du wissentschaftlich vorgehen möchtest einen Abstrich vom Entzündungsherd machen lassen. Lass mal schauen was es überhaupt für Bakterien sind (sehr häufig sind es Streptokokken und Staphylokokken und mit beiden Bakterienstämmen kannst Du getrost weiter stillen, diese Bakterien verursachen auch Mastitis)
und im extrem unwahrscheinlichen Fall das da irgendwelche funky Bakterien Endotoxine ausscheiden ist die Menge entscheidend. Es klingt nach einer kleinen lokalisierten Entzündung oder?


Endotoxine und Schadstoffe sind überall in unserer Umwelt. In Möbeln, Matratzen, Tieren, in der Luft. Muttermilch ist Schadstoff belastet, PRE ist es auch (und muss erst durch heißes Wasser steril gemacht werden. Pulvermilch kann Keime enthalten). Muttermilch stärkt das Immunsystem, ist antibakteriell und antimykotisch und viele Studien belegen dass Stillkinder weniger Allergien haben, gerade weil wir und unsere Umwelt belastet sind ist Muttermilch umso wichtiger weil sie eben ein gutes Immunsystem begünstigt.

Liebe Grüße
bayleaf
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kerstins
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Re: Toxine in MuMi durch Zahnentzündung?

Beitrag von kerstins »

Du kannst zudem deine Muttermilch zur Untersuchung einsenden falls du dich dann besser fühlst. Da gibt es Fotmulare und Anweisungen bestimmt im Netz, ganz sicher aber hat dein Kia eine Adresse.
Inhaltlich möchte und kann ich nichts sonst ergänzen.
6/12

Kruschelkistenbewertungen
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