Morgen hat Jesaja Geburtstag und wird 1. Das ganze geht also nun schon ein Jahr so und ich merke, dass ich nicht mehr kann. Mein Mann ist leider keine Hilfe, weil er tagsüber bin 18Uhr arbeitet und dann an 4 von 7 Abenden Abendtermine hat. Ich kann also weder tagsüber schlafen noch kann ich ihm das Zubettbringen überlassen.
Seit knapp einem Monat geht mein Mittlerer nicht mehr in den Kindergarten und ist also Vormittags zuhause. Er fühlt sich sehr vernachlässigt, weil ich Vormittags eine Stunde mit Jesaja im Bett verbringe und ich ihn dann allein im Wohnzimmer zurücklasse. Manchmal brüllt er dann laut, obwohl ich mich schon so oft entschuldigt habe, dass das eben nicht anders geht. Ich liege dann angespannt im Bett, weil ich weiß, dass mein Mittlerer unten weint, aber der Kleine nicht ohne mich schlafen kann. Ich fühle mich permanent schlecht und habe ein schlechtes Gewissen.
Ich habe VON ANFANG AN immer wieder versucht. Jesaja das Nuckeln nach dem Stillen abzugewöhnen, dh ich habe ihn nach dem Stillen abgedockt und versucht, anders zu beruhigen - mit tragen, schuckeln, singen... Aber schon seit den ersten Lebenswochen brüllt er dabei wie am Spieß. Er lässt sich nicht im Arm halten, lässt sich nicht durch wiegen und kuscheln trösten. Schnuller hat er nicht genommen. Ich habe von Anfang an also immer wieder versucht, ihm das Dauernuckeln nicht anzugewöhnen, aber es ging nicht. Er schrie in meinem Arm, schon als Baby mit 4, 8 Wochen. Immer mal wieder habe ich versucht, es anders zu machen, ein neues, nuckelfreies Ritual einzuführen, aber es geht nicht. Er brüllt in meinem Arm, er schlägt seinen Kopf gegen meinen, er lässt sich nicht halten, nicht trösten ohne die Brust. Tragen ginge vielleicht, aber zum einen ist er mir zu schwer, zum anderen habe ich bei den Trageversuchen auch noch 40 Minuten NIE erreicht, dass er so im Tiefschlaf ist, dass er sich ablegen lässt. Es geht NICHTS. Letzte Woche habe ich versucht, ihm das Nuckeln SANFT abzugewöhnen. Hatte irgendwo gelesen, dass man einfach das Baby immer wieder abdocken, beim Weinen andocken zum trösten, aber dann wieder nach einer Minute abdocken soll. 40 Minuten habe ich es probiert. Der Moment, wo "das Baby versteht und den Entzug der Brust akzeptiert" stellte sich nicht ein. Dann habe ich gestern Abend versucht, ihn nach dem Stillen anders in den Schlaf zu begleiten. Habe gedachte, ich lasse ihn halt weinen bis er schläft, ich bin ja bei ihm. Ich war da, habe gesungen und ihn gestreichelt, versucht ihn zu halten, aber er hat nur gebrüllt und gekämpft. Nach 60 Minuten war ich nervlich am Ende, habe verzweifelt meinen Mann von seiner abendlichen Arbeit geholt, um mal kurz 20 Minuten durchatmen zu können, bevor ich es dann doch wieder wie gehabt gemacht habe. Ich war dann um 22Uhr im Bett und hatte bis heute Morgen um 6Uhr vielleicht 4 oder 5 Stunden Schlaf. Und dann noch einen Mittleren Jungen, der sich (wohl zu Recht) auch vernachlässigt fühlt und manchmal auch am Abend Terror macht, wenn ich ihn ins Bett bringen soll. Ich habe versucht, es geduldig hinzunehmen, habe mich in den das Schicksal gefügt, versuche empathisch zu sein, liebevoll zu bleiben, wenn der Mittlere den Kleinen mit Gekreische aus dem Schlaf reißt, was mich um 40 Minuten in meinem Zubettnring-Marathon zurückwirft. Ich dachte: es wird vorbeigehen. Aber nach einem Jahr bin ich einfach nur am Ende
Ich kann nicht mehr. Ich habe NIE Zeit für mich seit einem Jahr. Keinen Feierabend, keine Mittagspause, nichtmal genug Schlaf in der Nacht. Ich fühle mich leer und ausgebrannt, mit den Nerven am Ende. Habe Kopfschmerzen und manchmal zittern mir die Hände, weil ich mich irgendwie kraftlos fühle. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich bin einfach nur fertig.