Hallo liebe Stillexpertinnen,
ich habe eine Tochter, 18 Monate alt. Sie wurde von Anfang an voll und problemlos nach Bedarf gestillt. Beikost habe ich begleitend eingeführt, was gut funktioniert hat. Wir stillen nachts und tagsüber nach Bedarf und zum Einschlafen. Schlafen im Familienbett. Bis vor einem-zwei Monaten war alles super.
Dann, mit etwa 16-17 Monaten hat es angefangen, sie wollte tagsüber sehr oft an die Brust. Sie kann auch gut reden und fragt auch tatsächlich mit Wörtern und Sätzen danach. Wenn nein, dann Geschrei. Es wurde anstrengend. Und auch etwas Druck kam von außen, Kommentare, wie man sie kennt, ich habe das Stillen am Tag bis auf morgens, vor dem Mittagsschlaf und abends vor dem Einschlafen beschränkt, Nachts weiterhin nach Bedarf. Das lief ok. Etwas Aufstand gab es, aber durch Ablenken ging es. Sie hat auch angefangen viel mehr „erwachsenes Essen“ zu verzehren. Obwohl sie davor auch ok gegessen hat, aber halt weniger.
Dann wurde sie krank und kriegte die Eckzähne, auf einen Eckzahn warten wir noch. Unser System fiel durch. Man verwehrt ja einem kranken Kind nicht die Brust.
Dann wurde sie wieder gesund, bekam aber eine heftige Trotzphase, in der wir im Moment auch noch stecken. Es gibt „Nein“ zu allem, Essen, Anziehen, Spazieren gehen, wieder Nach Hause gehen. Und sehr schnell Geschrei. Ich habe sehr viel Mitgefühl mit ihr, versuche auch Grenzen zu setzen, aber liebevoll. Beim Thema Brust fühle ich mich aber sehr unsicher. Ich habe versucht, wieder ein System einzuführen, gab’s so viel Geschrei, dass ich nachgegeben habe. Ich denke auch immer, vielleicht hat sie noch Zahnschmerzen, aber hat diese Trotzkrise macht ihr zu schaffen und sie braucht viel Mama. Habe versucht wieder zum nach Bedarf zurückzukommen. Dann will sie aber zum Teil alle zwanzig Minuten, das ist sehr Neven zehrend, dafür isst sie auch schlecht. Ich habe auch nichts dagegen zwischendurch am Tag zu stillen, aber so oft… Und noch alle übrigen „ich will“ und „nein“ Und ich habe auch irgendwo die Befürchtung, dass es so was wie eine Zigarette für sie geworden ist, einfach nur eine Abhängigkeit, wie Schnuller. Also, ich schwanke hin und her und fühle mich unwohl.
Deswegen rufe ich nach Hilfe. Wie soll ich in der Situation handeln? Wie kann ich das Stillen am Tag sinnvoll beschränken? Soll ich das überhaupt? Ist es bedenklich, dass sie wegen Stillen weniger isst? Komplett Abstillen soll noch nicht sein. Ich kriege viele Ratschläge und Kommentare und weiß echt nicht, was richtig ist. Unsere Bindung ist mir sehr wichtig, aber sie braucht ja auch Konsequenz und Grenzen und ich muss mich ja auch gut fühlen mit der Situation. Die Frage ist, WIE?
Für Eure Hilfe wäre ich sehr dankbar.
Anna
Sehr häufiges Stillen Kind 18 Monate, Trotzphase, Stillen beschränken
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Happyann
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Mamamaja
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Re: Sehr häufiges Stillen Kind 18 Monate, Trotzphase, Stillen beschränken
Hallo Happyann,
mir geht es mit meinem 20 Monate alten Mädchen ganz ähnlich wie dir, auch schon seit sie ca. 15 Monate alt ist. Bisher hab ich einfach durchgehalten und das Geschwätz der Leute mir egal sein lassen. Meine Kleine will schon immer sehr viel an der Brust sein und isst überhaupt sehr wenig am Tisch mit. Erst seit ca 4 Wochen werden die Mengen etwas grösser.
Sie stillt weil ihr langweilig ist, weil sie Aufmerksamkeit will (sie ist mein 5. Kind, Nachzüglerin und das einzige gemeinsame Patchworkkind), weil sie Durst hat (Wasser oder Saft trinkt sie nur ausnahmsweise, selbst wenn es ihr ständig zur Verfügung steht), weil sie Hunger hat oder Schmerzen. Stillen ist ihr Universalmittel. Gleichzeitig geniesse ich die Nähe und dass nur ich ihr das geben kann und bin ich sehr erschöpft und genervt vom Hinhalten müssen.
Meine Brustwarzen schmerzen, weil sie oft, besonders nachts, nicht loslassen will und ich sie kaum von der Brust wegbekomme. Wie ein kleiner Blutegel, nur mit mehr Zorn...
Etwas entspannter wurde unsere Situation nach 3 Gaben Chamomilla C30. Besonders die Wutausbrüche, der Zorn, die Verzweiflung stehen für dieses Mittel. Jetzt lässt sie sogar nachts mit sich reden, lässt die Brustwarze los, wenn ich sie darum bitte und schreit nicht mehr, wenn die Milch alle ist - was nachts nach dem 3. Stillen bei mir leider oft der Fall ist. Meine Tochter spricht und versteht auch sehr gut. Heute Nacht hat sie mich erinnert, dass ich ihr die andere Seite noch nicht gegeben hab, weil ich beim Stillen eingeschlafen war und hat gnädigerweise eingesehen, dass ich erst mal aufs Klo muß und selbst was trinken will.
Das gab sonst immer einen Zornausbruch.
Mehr kann ich dir leider auch nicht schreiben...
Ich hoffe einfach sehr, dass die romantische Langzeitstillbeziehung irgendwann mal wirklich einfach nur entspannt ist...
Liebe Grüße,
Maja (die sich das Langzeitstillen viel schöner vorgestellt hat)
mir geht es mit meinem 20 Monate alten Mädchen ganz ähnlich wie dir, auch schon seit sie ca. 15 Monate alt ist. Bisher hab ich einfach durchgehalten und das Geschwätz der Leute mir egal sein lassen. Meine Kleine will schon immer sehr viel an der Brust sein und isst überhaupt sehr wenig am Tisch mit. Erst seit ca 4 Wochen werden die Mengen etwas grösser.
Sie stillt weil ihr langweilig ist, weil sie Aufmerksamkeit will (sie ist mein 5. Kind, Nachzüglerin und das einzige gemeinsame Patchworkkind), weil sie Durst hat (Wasser oder Saft trinkt sie nur ausnahmsweise, selbst wenn es ihr ständig zur Verfügung steht), weil sie Hunger hat oder Schmerzen. Stillen ist ihr Universalmittel. Gleichzeitig geniesse ich die Nähe und dass nur ich ihr das geben kann und bin ich sehr erschöpft und genervt vom Hinhalten müssen.
Meine Brustwarzen schmerzen, weil sie oft, besonders nachts, nicht loslassen will und ich sie kaum von der Brust wegbekomme. Wie ein kleiner Blutegel, nur mit mehr Zorn...
Etwas entspannter wurde unsere Situation nach 3 Gaben Chamomilla C30. Besonders die Wutausbrüche, der Zorn, die Verzweiflung stehen für dieses Mittel. Jetzt lässt sie sogar nachts mit sich reden, lässt die Brustwarze los, wenn ich sie darum bitte und schreit nicht mehr, wenn die Milch alle ist - was nachts nach dem 3. Stillen bei mir leider oft der Fall ist. Meine Tochter spricht und versteht auch sehr gut. Heute Nacht hat sie mich erinnert, dass ich ihr die andere Seite noch nicht gegeben hab, weil ich beim Stillen eingeschlafen war und hat gnädigerweise eingesehen, dass ich erst mal aufs Klo muß und selbst was trinken will.
Mehr kann ich dir leider auch nicht schreiben...
Ich hoffe einfach sehr, dass die romantische Langzeitstillbeziehung irgendwann mal wirklich einfach nur entspannt ist...
Liebe Grüße,
Maja (die sich das Langzeitstillen viel schöner vorgestellt hat)
- Carraluma
- alter SuT-Hase
- Beiträge: 2331
- Registriert: 28.04.2013, 10:57
Re: Sehr häufiges Stillen Kind 18 Monate, Trotzphase, Stillen beschränken
Wahrscheinlich ist diese Phase sowieso bald wieder vorbei ohne irgendein zutun, aber ich schreibe dir mal, was mir einfällt.
Also, deiner Tochter schadet viel Stillen und weniger essen bestimmt nicht und eine dauerhafte Abhängigkeit entwickelt sich da auch nicht. Darüber musst du dir keine Sorgen machen.
Ist es mit dem dauernd stillen wollen unterwegs auch so? Wenn nicht, würde ich viel raus gehen und unternehmen. Bei uns hat es sich mit Kleinkind irgendwie so ergeben, dass auswärts nur noch in Ausnahmefällen gestillt wurde. Wie ist das bei euch?
Manche beschränken das Stillen auf bestimmte Orte, z.B. nur noch im langweiligen Schlafzimmer.
Trotzphase ist anstrengend! Ich fand stillen zum Beruhigen dann sehr hilfreich, wenn ich bei wichtigen Dingen konsequent bleiben musste. Wenn man nicht mehr stillt, oder das Kind sich nicht mehr durch Stillen beruhigen lässt, wird es noch anstrengender.
P.S. Bin keine Expertin, sondern nur Stillmama und eifrige SuT-Leserin.
Also, deiner Tochter schadet viel Stillen und weniger essen bestimmt nicht und eine dauerhafte Abhängigkeit entwickelt sich da auch nicht. Darüber musst du dir keine Sorgen machen.
Ist es mit dem dauernd stillen wollen unterwegs auch so? Wenn nicht, würde ich viel raus gehen und unternehmen. Bei uns hat es sich mit Kleinkind irgendwie so ergeben, dass auswärts nur noch in Ausnahmefällen gestillt wurde. Wie ist das bei euch?
Manche beschränken das Stillen auf bestimmte Orte, z.B. nur noch im langweiligen Schlafzimmer.
Trotzphase ist anstrengend! Ich fand stillen zum Beruhigen dann sehr hilfreich, wenn ich bei wichtigen Dingen konsequent bleiben musste. Wenn man nicht mehr stillt, oder das Kind sich nicht mehr durch Stillen beruhigen lässt, wird es noch anstrengender.
P.S. Bin keine Expertin, sondern nur Stillmama und eifrige SuT-Leserin.
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
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Happyann
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Re: Sehr häufiges Stillen Kind 18 Monate, Trotzphase, Stillen beschränken
Vielen Dank für Eure Antworten, manchmal hilft es auch einfach nur zu wissen, dass es noch Menschen gibt, denen es ähnlich geht.
Mamamaja, das ist bei uns auch so ähnlich, wie du beschrieben hast, Brust ist ein Universalmittel für alles geworden, das mit Chamomilla C30 werde ich ausprobieren, danke. Und das macht meine Tochter auch, sagt „und jetzt die andere“
)
Ich habe jetzt angefangen (nur tagsüber) das Stillen zeitlich zu begrenzen. Wenn ich spüre, dass für mich reicht, dann sage ich ihr schon „und jetzt noch einmal die andere für eine Minute und dann Schluss“, dann protestiert sie weniger. Und wenn sie vor 20 Minuten dran war gebe ich ihr auch nicht oder nur ganz kurz. Ich weiß nicht, ob es für sie nachvollziehbar ist, aber irgendwie, wenn ich mich beim Stillen ärgere, ist auch nicht gut für sie. Und auch habe ich angefangen ihr zu sagen, es ist meine Brust, ich gebe dir selber, wenn sie versucht selbst dran zu kommen. Irgendwie will man wieder Kontrolle über eigenen Körper haben.
Wie du es aber mit fünf Kindern alles schaffst! Echt Respekt!
Carraluma, draußen stillen wir nicht mehr seit einigen Monaten, sie schreit dann aber „nach Hause“, na ja, ich sage ihr dann, dass wir bald nach Hause gehen, oder das wir jetzt nicht gehen können, sondern später und sie doch essen oder trinken soll. Geht schon. Ich denke, das Beschränken auf ein Ort wird bei uns auch funktionieren, werde ich machen.
Es ist schon so, dass es mich ganz ohne Regeln stresst und daher werde ich schon bestimmte Regeln einführen müssen, weil sie meine Unsicherheit auch spürt. Ich möchte nur, dass es für sie nachvollziehbar ist. Aber du hast Recht, es gibt viele andere Dinge, bei denen man Konsequenz zeigen muss und ich habe auch das Gefühl, dass es ohne Stillen viel anstrengender sein wird.
Mamamaja, das ist bei uns auch so ähnlich, wie du beschrieben hast, Brust ist ein Universalmittel für alles geworden, das mit Chamomilla C30 werde ich ausprobieren, danke. Und das macht meine Tochter auch, sagt „und jetzt die andere“
Ich habe jetzt angefangen (nur tagsüber) das Stillen zeitlich zu begrenzen. Wenn ich spüre, dass für mich reicht, dann sage ich ihr schon „und jetzt noch einmal die andere für eine Minute und dann Schluss“, dann protestiert sie weniger. Und wenn sie vor 20 Minuten dran war gebe ich ihr auch nicht oder nur ganz kurz. Ich weiß nicht, ob es für sie nachvollziehbar ist, aber irgendwie, wenn ich mich beim Stillen ärgere, ist auch nicht gut für sie. Und auch habe ich angefangen ihr zu sagen, es ist meine Brust, ich gebe dir selber, wenn sie versucht selbst dran zu kommen. Irgendwie will man wieder Kontrolle über eigenen Körper haben.
Wie du es aber mit fünf Kindern alles schaffst! Echt Respekt!
Carraluma, draußen stillen wir nicht mehr seit einigen Monaten, sie schreit dann aber „nach Hause“, na ja, ich sage ihr dann, dass wir bald nach Hause gehen, oder das wir jetzt nicht gehen können, sondern später und sie doch essen oder trinken soll. Geht schon. Ich denke, das Beschränken auf ein Ort wird bei uns auch funktionieren, werde ich machen.
Es ist schon so, dass es mich ganz ohne Regeln stresst und daher werde ich schon bestimmte Regeln einführen müssen, weil sie meine Unsicherheit auch spürt. Ich möchte nur, dass es für sie nachvollziehbar ist. Aber du hast Recht, es gibt viele andere Dinge, bei denen man Konsequenz zeigen muss und ich habe auch das Gefühl, dass es ohne Stillen viel anstrengender sein wird.
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Franzi175
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Re: Sehr häufiges Stillen Kind 18 Monate, Trotzphase, Stillen beschränken
Meine mädels haben auch Phasen, wo ständig gestillt werden will. Sind jetzt 2,5. Das sind meines Erachtens Zeiten, die für sie anstrengend sind, weil sie wieder was neu gelernt habe , viel los war. Also zum wieder runter kommen, erden. Hab es bei zweien immer als einfacher erlebt einfach zu stille, als zwei anderweitig beruhigen zu müssen. Gefühlt manchmal Tage mit nur noch oben ohne
. Bei uns hat dann auch das entschleunigen des Alltages was gebracht. Ich stille sie draußen auch, aber dann meistens nur eine. Mich stört das nicht. Uns was andere sagen hat mich noch nie wirklich interessiert, aber da ist ja jeder anders. Uns das mit den Konsequenzen und Grenzen fühlt sich für mich nicht richtig an. A la Juul authentisch sein in seinen Bedürfnissen. Wenig nicht und nein sondern das sagen, was man von seinem Kind will. Und wenn meine Kinder "trotzen", tröste ich sie einfach und bin für sie da. Sie müssen erst lernen wie man mit solchen Gefühlsausbrüchen umgeht. Und ich meine umgehen und nicht wie die meisten Erwachsenen unterdrücken. Alles gute.