Der steinige Weg zum Vollstillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Resl1510

Der steinige Weg zum Vollstillen

Beitrag von Resl1510 »

Hallo zusammen,

ich habe mich hier mal angemeldet, um mich mit Gleichgesinnten / erfahrenen Müttern austauschen zu können. Vorab: Ich habe morgen bereits einen Termin bei einer Stillberatung und ich glaube, mit dieser auf einer Wellenlänge zu sein. Dennoch tut es ja oft gut, auch Stimmen von ebenfalls „betroffenen“ zu hören.
Mein Anliegen steht ja schon grob zusammengefasst im Titel. Wir hatten einen frühen und recht schnellen Start in unser gemeinsames Leben und nun bin ich gerade dabei, mit Domperidon und einem BES zurück zum vollstillen zu finden. Ich habe aber immer wieder Zweifel, ob es der richtige Weg ist.
Ich hole mal „etwas“ weiter aus, um meine Lage genauer zu beschreiben.
Meine Tochter wurde am 16.03. bei 36+0 ohne vorige Anzeichen einer frühen Geburt geboren. Mit ging morgens etwas Schleim ab, den ich so noch nicht gesehen hatte. Da mich der Gedanke an eine frühe Geburt generell beschäftigte, da in meinem Umfeld gerade alle Kinder zu früh gekommen sind und ich selbst sechs Wochen zu früh war, fuhr ich direkt zu meinem Gyn, der auch Belegarzt in der Geburtsklinik ist. Des Weiteren hatten wir uns auch drei Tage zuvor noch unseren Hundewelpen (ja, ich weiß, das ist eine Aufgabe, aber ich dachte ja auch, ich habe noch fünf Wochen Zeit für die Grunderziehung- wir sind sehr hundeerfahren) geholt und ich wollte die Schwangerschaft nach einigen Wehwehchen auch so gerne noch genießen. Mein FA sagte, es sein absolut nichts zu sehen, MuMund nicht offen GMH nicht verkürzt, ich solle mich mal entspannen, vor Osten passiere da nichts. Abends ging dann ein richtiger „Klumpen“ Schleim ab und ich war mir sicher, dass das nicht normal ist. Ja, es gibt auch Frauen, die damit noch drei Wochen herumlaufen, aber ich schickte ein Bild (ja, etwas skurril) sowohl zu meiner Freundin und Hebamme , die mich eigentlich auch entbinden wollte, und zu meiner besten Freundin und Patentante der Kleinen, die auch FÄ ist. Ich bin dann in den Kreißsaal gefahren, sämtliche vorige Überlegungen, was man macht, wenn es so früh los geht, waren weggeblasen (mein KH hat keine direkt angeschlossene Kinderklinik). Ich hätte noch in die Klinik fahren können, in der ich selber arbeite, aber ich wollte einfach meinen Arzt sehen, die Hebammen, die ich schon durch vorige Aufenthalte kannte und mich geborgen fühlen. Wir kamen gegen 19.30 an, mein FA war noch von einer Geburt da, untersuchte mich (ganz leicht fingerdurchlässiger MuMund) und ordnete ein CTG sowie den Aufenthalt über Nacht an. Das CTG schlug schon gut aus, trotz laufen ums Gelände tat sich am MuMund aber nichts weiteres. Die Wehen wurden aber immer schmerzhafter, und so arbeiteten wir uns über Buscopan Zäpfchen bis 23.00 zu einem Schmerztropf und einer Diazepam vor. Um 23.20 dann aufs Zimmer, mit nach wie vor 2cm und dem Glauben, das seien nur sehr starke Senkwehen. Um 23.45 waren vier starke Wehen gekommen, ich bat meinen Mann, die Hebamme noch einmal zu holen. Meine Freundin war übrigens leider krank und konnte mich nicht entbinden, ihre Kollegin war aber ganz toll. Tja. Erweitert auf 8cm „dann fahren wir mal in den Kreißsaal und bekommen ein Kind.“ 35 Minuten später war unsere Maus da, mit 50cm und 2900 gramm, kerngesund, aber natürlich ob der frühen Geburt einige schlechtere Werte.
Ich habe dann sehr schnell einen sehr starken Milcheinschuss bekommen, aber auch sehr starke Heultage. Mich hat das alles ziemlich überrumpelt. Meine Freundin hatte dann Dienste während ich noch im KH war und half mir beim Anlegen etc, sie trank zwar generell gut, schlief aber immer wieder ein. (Billirubinwert 11,5). Zuhause wurde das noch extremer und ich hatte ein sehr unzufriedenes Kind, das nur schlecht zunahm. Wir entschieden uns dazu, abends zuzufüttern, hier lag in der Hinsicht mein Fehler, dass ich besser abgepumpte Milch genommen hätte. Aber meine Freundin vertritt die Meinung, dass es auch Stress verursachen kann, wenn man sich nur noch mit stillen und pumpen und füttern beschäftigt, und das sah und sehe ich teils auch genau so. Ferner hatte ich persönlich das Gefühl, kurz vor einer Wochenbettdepress
Tja, dann bekam ich eine sehr starke Brustentzündung, die wir leider über Nacht verschleppt haben (das dumme an einer Freundin als Hebamme ist, dass man sich auch nicht traut, sie immer und ohne Kompromisse in Anspruch zu nehmen) und es war nur stationär in den Griff zu bekommen. Das leider nicht in meinem Geburts-KH, da mein FA krank war und sein Kollege für mich keine Option ist. Ich ging also in die Klinik eines guten Freundes, die aber wirklich riesig ist und teils war ich da nicht gut betreut. Zu Anfang schon, wir legten die Kleine an und sie trank aus einer Brust auch 80gr. So wollte ich es also nur mit Anlegen, ohne Pumpe versuchen und nach zwei Tagen brülle sich die Maus von der Welt und war unter Geburtsgewicht gefallen.
Dann fütterte ich nach dem Stillen zu, die Kleine nimmt auch gut zu, liegt jetzt bei 3680 gramm. Eine Zunahme von 300gr. zum Beispiel in der 5. Lebenswoche.
Ich war aber nicht glücklich mit der Situation, die Stillberatung im Krankenhaus, in dem ich mit der Mastitis lag, war mehr als fragwürdig und so suchte ich hier noch eine AFS Beraterin auf, allerdings doch in einiger Entfernung. Diese sprach mir erst einmal Mut zu, ich könne auch mit Flasche und PRe Nahrung zurück zum Vollstillen finden, solle aber auf jeden Fall den Druck rausnehmen, so zum Beispiel das zusätzliche Pumpen lassen. Dies war auch wirklich grauenvoll, ich habe es so gut wie nie geschafft, weil stillen und Flasche so lange dauerten, dann noch Bauchweh bei der Kleinen.
Es ging mir aber nicht gut damit, da auch das Flasche geben wie gesagt ewig dauerte, man konnte gar nicht mehr von einer zusammenhängenden Mahlzeit sprechen, weil Madame sich in teils zwei Stunden und Etappen immer mal wieder 40gr. wegschnorchelte, die Stillmahlzeit war da wohl schon längst verdaut.
Ich begann, mich ein wenig im Netz schlau zu machen und stiße auf Domperidon. Dann fand ich noch eine AFS und IBCLC Beraterin in unserer Stadt und diese nimmt sich wirklich sehr viel Zeit. Sie war am Montag Abend hier, meine Hebamme weiß davon noch nichts, sie sieht es so, dass Flasche eine tolle Sache ist und würde selbst nicht stillen wollen. Wir haben erst einmal ein Rebonding gemacht und dann mit Spritze und Sonde zugefüttert beim Stillen. Hiervon bin ich aber nach einem Tag auf das BES umgestiegen, da ich das Gefühl hatte, dass die Motte a) die Sonde zu dick findet und b) ich das Prinzip besser finde, dass sie beim BES für die zusätzliche Milch selbst etwas tun muss und ich nicht mit der Spritze „nachstopfe“. Zumal zweimal direkt nach dem Abdocken einiges wieder hoch kam
Wir hatten gute Tage, in denen sie maximal 25gr. zusätzlich benötigte und zufrieden war. Dies war ja vorher nie der Fall mit der Flasche.
Aber dann gibt es wieder Tage wie heute, wo sie selbst mit 60gr zufüttern nicht zufrieden war. Wir haben drei Stunden zusammen im Bett gelegen, dauergestillt und dann schlussendlich nochmal 60gr über das BES gegeben. ICh kann dann wieder nicht glauben, dass ich genug Milch habe, wie meine Beraterin sagt (ich hatte doch mal mit einer Waage nachgehalten und war bei einer reinen Stillmahlzeit vorgestern auf 80gr. gekommen- 60 aus der „guten“ Brust, 20 aus der, die am stärksten entzündet war.) Der MSR der „guten“ ist teils so stark, dass die Kleine sich verschluckt.

Ich fühle mich so schrecklich, wenn mein Kind an mir saugt und saugt und nicht zufrieden wird. Dann habe ich noch abgepumpt, wie ich dachte, dass sie erst einmal lange schläft, und kam da in Summe nur auf 40ml.
Dazu kommt noch, dass die Kleine teils 48 Stunden keinen Stuhlgang hat (war das erste mal beim zweiten Klinikaufenthalt so, als sie abgenommen und definitiv nicht genug bekommen hat) und ich meine, heute auch die Windeln nicht richtig nass waren.
Irgendwie fühle ich mich gerade so, als würden wir das nie schaffen und ich sollte allen nachgeben, allen voran meiner Mutter, die es lieber sehen, wenn ich die Flasche ganz geben würde (wobei letztere auch einfach kein fachliches Verständnis für das Stillen hat und nicht versteht, dass sie nicht einfach mal vorbeikommen und die Kleine dann auch direkt sehen kann- nach der Mastitis ist für mich Stillen nämlich reine Mama-Tochter-Zeit)
Wer von euch hat Erfahrungen mit dem Domperidon (nehme seit 8 Tagen 3x täglich 30mg) und dem BES? habe ich eine Chance wieder voll zu stillen?
Mondenkind
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Re: Der steinige Weg zum Vollstillen

Beitrag von Mondenkind »

Hallo und herzlich willkommen, Resl1510. Schön, dass Du hergefunden hast und danke für deinen ausfürhlichen Bericht.

Möchtest du denn Beratung hier oder Erfahrungsberichte?

Wenn wir dich beraten sollen, brauchen wir die Infos aus diesem Thread: Wie funktioniert Stillberatung im SuT?, das wären in diesem Fall vor allem Gewichte und Zufüttermengen. Mir ist derzeit gar nicht klar, was du insgesamt zufütterst.

Wenn du eh morgen einen Beratungstermin hast, dann halte ich es nicht für sinnvoll, hier jetzt beraterisch tätig zu werden. Einfach Erfahrungen zu suchen, ist ja völlig ok. Wenn du hier Beratung möchtest, machen wir das gern. aber zu viele Fachleute gleichzeitig zu involvieren ist meist nicht gut :wink:

Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
Resl1510

Re: Der steinige Weg zum Vollstillen

Beitrag von Resl1510 »

Hallo liebe Mondenkind,

kleiner Fehler meinerseits, ich habe den Text in Etappen vorgeschrieben (sorry übrigens dass sich die Absätze nicht übertragen haben, es ist alles etwas schwer leserlich).
Der erste Beratungstermin bei der weiter entfernten Beraterin war gemeint, dieser ist ja nun verstrichen.

Aber du hast Recht, ich bin jetzt, bei der hiesigen Beraterin, in guten Händen.
Sie kannte direkt Domperidon und nimmt mit dem BES in erster Linie mal den Stress raus.

Somit sind Erfahrungsberichte und ein allgemeiner Austausch sicher der beste Weg!
FrecheGans
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Re: Der steinige Weg zum Vollstillen

Beitrag von FrecheGans »

Hallo Resl :)

Ich wollte dir nur kurz sagen, dass ich mich freue, dass es bergauf geht. Deine kleine nimmt gut zu, du bist in guten Händen und gemeinsam werdet ihr das bestimmt schaffen!

Deine Unsicherheit kann ich allerdings sehr gut nachvollziehen. Obwohl wir ohne zufüttern und Hilfe von außen die Kurve gekriegt haben, kann ich das wiegen auch heute mit 6 Monaten nicht lassen und verfalle in Panik wenn das Gewicht mal 1-2 Wochen steht (sie nimmt nur noch in Schüben so wirklich zu)
Ich glaube, das bekommt man auch nicht mehr weg, obwohl ich mittlerweile fest davon überzeugt bin mein Kind satt zu bekommen.

Ich drücke euch die Daumen dass sich eure Situation ganz bald entspannt und ihr bald ohne Hilfsmittel und zufüttern stillen könnt :)
Resl1510

Re: Der steinige Weg zum Vollstillen

Beitrag von Resl1510 »

Freche Gans, kennen wir uns von MyNfp?
Wenn ja, ich bin Hesa. :D
Hatte mich damit auch hier registriert, aber das hat nicht final geklappt, aber so weit, dass der Name jetzt vergeben ist.
Stelle meine Threads jetzt erstmal als Gast ein und musste da somit einen neuen Namen wählen.
FrecheGans
gut eingelebt
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Re: Der steinige Weg zum Vollstillen

Beitrag von FrecheGans »

Ich weiß ;) hab deine Geschichte sofort wieder erkannt und mich gefreut zu lesen, dass es euch soweit gut geht und werde ganz gespannt verfolgen wie sich eure Stillbeziehung entwickelt.
Ihr seid hier sicher gut beraten :)
Resl1510

Re: Der steinige Weg zum Vollstillen

Beitrag von Resl1510 »

Liebe Mondenkind,

nachdem ich nun eine Marathon-Stillsitzung von 2,5 Stunden hinter mir habe, in der ich in vier Etappen über die Sonde insgesamt 10ml nachgefüttert habe (kenne ich eigentlich nur von stillen und mit Flasche nachfüttern und genau das wollten wir ja mit BES/Sonde nun hinter uns lassen) und einen mittelschweren Weinkrampf hatte, würde ich mich doch um eure umfassende Zweitmeinung freuen. Deswegen, wie schon gestern besprochen, die Infos wie gewünscht. Die Gewichte sind jetzt etwas pi mal Daumen, da ich es nicht im Detail nachgehalten habe. Genauso wie ZUfüttermengen und Windeln, da kann ich gerade nur einen allgemeinen Überblick geben, keine täglichen Daten. Das müssten wir dann wenn ab heute einführen.

Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Flasche mit Pulvermilch, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.


Sie bekommt Pre Nahrung von BEBA, es sei denn, ich schaffe es einmal zu pumpen, wobei insgesamt immer so ca. 50ml herauskommen. Anfangs fütterte ich mit Flasche zu, nachdem ich nach der Mastitis wieder zuhause war. Dies nach jeder Stillmahlzeit, da sie nie zur Ruhe kam. Das dauerte aber ewig, da sie zum Beispiel nicht mehr trinkt wenn ein Bäuchern quer sitzt oder sich Verdauung ankündigt. Somit ging das alles in Etappen und ich musste teils noch eine komplette Flasche (125 Avent, 1er Sauger ) nachfüttern. Man konnte so gar nicht mehr von einer zusammenhängenden Mahlzeit sprechen.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Leider sind wir auch mit der Sonden oder der BES Lösung noch nicht in einem Alltag angelangt. Auch hier ist alles möglich, von jeder Seite 15 min. stillen und dann an der vormals stark entzündeten Seite 20ml nachfüttern (so war es einen kompletten Tag nachdem die Stillberaterin in der letzten Woche da war und ich war SO glücklich), bis hin zu 2,5-3 Stunden stillen und dabei immer wieder nachfüttern, weil sie nicht zufrieden wird. Das ist das Kernthema. ICh habe kein Kind, dass einfach nur etwas früher wieder kommt, sondern sie ist durchweg unruhig, jammert, sucht, überstreckt sich, wirft den Kopf hin und her. ICh habe mit der Beraterin einmal einen Abend durch exerziert, da lag es definitiv am Nachschlag. Ab und zu liegt es aber auch am Bäuerchen oder am Bauchweh, oder an etwas, was sich mir nicht erschließt, und ich kann sie ohne nachfüttern über 20-30ml hinaus beruhigen, so zum Beispiel durch Tragen, eine Runde im Wagen oder auch, dass sie sich mal ausschimpfen darf und danach ruhiger ist. Diese Marathon Stillsitzungen sorgen dann für lange Abstände (bis zu vier, fünf Stunden) zwischen den eigentlich Stillmahlzeiten. Nachts, auch in ruhigen Nächten, in denen nicht viel nachgefüttert werden muss, schläft sie bis zu vier Stunden durch. Hunger kündigt sich, im speziellen Nachts, erst immer mit Bauchweh an. Hier gebe ich dann erst einmal ein Körnerkissen, manchmal schläft sie dann noch einmal für eine halbe Stunde ein, so dass der Hunger dann „definierter“ ist, während des Bauchwehs will sie noch nicht so recht

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?

In den ersten 2,5 Lebenswochen, in denen überwiegen gestillt wurde, hat sie bis zu viermal täglich Stuhlgang gehabt. Das erste mal gab es einen längeren Abstand während des Klinikaufenthaltes mit der Mastitis, wo sie ja auch nachweislich zu wenig aus meinen Brüsten erhalten hat und auf Geburstgewicht abgesackt ist. Deswegen verunsichern mich zwei Tage ohne Stuhlgang, die es nun vermehrt gibt, sehr. Während des ZUfütterns mit Flasche war der Stuhlgang etwas fester, aber immer noch breiig, sie quälte sich aber dennoch sehr damit. Nunmehr ist er flüssiger, kommt mal dreimal am Tag, mal 24 Stunden nicht, bereitet ihr aber stets noch qualen. Die Windeln sind alle drei Stunden gut mit Urin gefüllt (hat sich die Stillberaterin angeschaut, den Stuhlgang auch)

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Ich habe sie direkt nach der Geburt angelegt, habe aber starke Nachwehen bekommen, von denen ich mich übergeben musste. Deswegen erst am nächsten Morgen ein neuer Versuch.
Sie saugte erst einmal sehr gut und hat an dem Tag noch Kollostrum gespuckt (hatte ich bereits ab der ca. 22 SSW) Milcheinschuss dann am dritten Tag, sehr stark, so dass ich wimmernd auf der Bettkante saß, weil sie es nicht schaffte, stark genug zu saugen, um es zu erleichtern. Das Problem setzte sich dann zu Hause durch. Sie zog (und zieht) erst gut, gerade, wenn der MSR da ist, verliert dann aber schnell die Ausdauer. Wecken, „ärgern“ alles nutzlos. Nimmt man sie dann aber wieder hoch, ist Alarm.
Nach einer Woche, in der ich immer depressiver wurde, riet die Hebamme zum zufüttern mit PRE. Leider war ich damals noch nicht informiert genug, um es anders anzugehen. Ich hätte wenigstens abpumpen sollen, damit der Kreislauf der Milch erhalten bleibt. Meine Hebamme ist aber zugleich eine Freundin, etwas jünger, hat selbst noch keine Kinder und ist eher pro Flasche als pro Stillen eingestellt.
Stillen dann mit Hütchen, weil es das der kleinen leichter machen sollte. (habe ich aber eine Woche später weg gelassen, weil ich sie als störend empfand) Wirklich ruhiger wurde die Kleine davon (PRE und Hütchen) aber nicht. 2,5 Wochen nach ihrer Geburt dann mal ein Test mit der Pumpe (100ml abgepumpt) um zu sehen, ob wirklich genug Milch da ist.
Am gleichen Abend dann Milchstau (hatte auch viel Stress, meinte, alles mal eben erledigen zu müssen und habe mir keine Ruhe genommen), der sich bis zum Morgen in die Brustenzündung entwickelte.
Im KH dann angelegt, aus der weniger entzündeten Brust 80ml getrunken, ich war seelig, mein Kind bekommt doch genug von mir. Entschieden, weiter zu stillen. Nur über anlegen versucht, die Brüste gut zu entleeren, dazu Antibiose über den Tropf. Zwei Tage später ein unfassbar unruhiges Kind, dass sich dann mal eben 100ml PRE weg zog, die ich verlangte, weil ich nach drei Stunden stillen nicht mehr weiter wusste. Am nächsten Tag gewogen, mit 2890 gr. unter Geburtsgewicht gefallen. Pumpmenge ingesamt bei 40ml.
Rat der dortigten Stillberatung: Stillen, zufüttern mit Flasche, abpumpen, leider erst am letzten Tag alles aufgefallen, da sie vorher keiner Zeit hatte. Habe das zuhause versucht, bin aber wahnsinnig geworden.
Erster Termin bei Stillberaterin A, sehr einfühlsam, riet das Pumpen wegzulassen. Hat aber keine Situation zuhause mit erlebt, und auch nur mit Flasche zufüttern (s.o.) wurde es nicht wirklich entspannter.
Dann Termin bei hiesiger Stillberaterin B, kam ins Haus, Rebonding, brachte Sonde/Spritze und BES mit. Erst mit Sonde gearbeitet (klappte einen Tag lang einwandfrei, s.o.), dann mit BES, jetzt aber wieder zurück zur Sonde. Aber sehr verunsichert, geht alles in Richtung „abfüllen“ wie mit der Flasche? (s.o., lange Mahlzeiten gestern und heute mit zufüttern in Etappen)

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Ja, alle. Bis auf Schnuller alles abgeschafft, hierfür das ok von der Beraterin für das sehr hohe Saugbedürfnis nach dem Stillen

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Stillberatung, Hebamme, Termin bei OSteopath ist entweder diesen oder nächsten Freitag. Es soll eine Blockade abgeklärt werden, da die Geburt ja sehr schnell war. 23.20 noch bei 2 cm, 23.45 9 cm, 00.21 war sie bei uns

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme
Leichte Gelbsucht beim Kind (11,5), sehr schläfrig, nach wie vor.
Geburt bei 36+0 (ohne vorige Anzeichen), Apgar 7,0

Gewichte:
16.03. 2900gr. Geburt KH

21.03. 2720gr. Entlassung KH

Jetzt wird es schwammiger.
Erst vier Tage gut zugenommen, Geburtsgewicht erreicht.
Dann wenig zunahme, 20gr. in drei Tagen, mit einer der Gründe für die Hebamme, zum zufüttern zu raten. (Abends eine Flasche pre)

04.04. 2900 gr. 100gr. abgenommen während Mastitis, zum Zufüttern entschieden.
Dann steile Zunahme, in einer Woche 300gr.

15.04. 3750 gr. U3
Weiterhin stetige zunahme

24.04. 4040 gr. Hebamme
Inkl Wiegeprobe beim Stillen auf meinen Wunsch hin: 60 gr rechte Brust 20 gr linke Brust (war am stärksten entzündet)

27.04. 4100 gr. Hebamme

Ich hoffe, das sind erst einmal alle wichtigen Daten? Ich bin gerade echt verzweifelt, kann zwar auch immer meine Stillberaterin hier vor Ort kontaktieren, benötige aber dennoch mal eine Zweitmeinung. Vielleicht muss ich diese Hochs und Tiefs auch erst einmal hinnehmen, aber gerade nach der letzten Mahlzeit bin ich doch wieder einfach nur am Boden zerstört.
Mondenkind
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Re: Der steinige Weg zum Vollstillen

Beitrag von Mondenkind »

Super, danke. Ich kann gut verstehen, dass du verzweifelt bist. Aber wir können da sicher was drehen.

Wurde mal was zum Saugverhalten gesagt von den Beraterinnen, die vor Ort waren? Ein Grund, warum das Stillen so lange dauert?

Wir brauchen mal einen Status quo. Hast du die Möglichkeit zu
wiegen?
Das sollten wir jetzt mal ein systematisch tun, außerdem die Zufüttermengen und das Stillen protokollieren. Dann sehen wir, wie wir am besten weiter vorgehen. Ok?

Liebe Grüße, Mondenkind, ModTeam Stillberatung
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
Resl1510

Re: Der steinige Weg zum Vollstillen

Beitrag von Resl1510 »

Wiegen kann ich, habe mir im Akt der Verzweiflung eine Waage für Stillproben gekauft.
Traue ihr nicht so ganz, aber wir können es ja erstmal versuchen.
Beide Beraterinnen sagen, dass das Saugverhalten, bis auf das schlapp machen, toll ist.
Ich glaube jeder, der sie mir bis dato angelegt oder das Verhalten beobachtet hat, hat sie Piranha genannt.
Mir fällt, wenn kein MSR da ist, auf, dass sie teils trocken schmatzt.
Laut der Beraterin kein Grund zur Beunruhigung.

Klar, die Zufüttermengen kann ich aufschreiben und das Stillverhalten.

Ach, Domperidon nehme ich täglich 3x30 mg seit 11 Tagen.
Resl1510

Re: Der steinige Weg zum Vollstillen

Beitrag von Resl1510 »

Ich sehe gerade einen dicken Fehler:

In der gestrigen langen Stillsitzung über 2,5 Stunden habe ich natürlich 100, nicht 10 ml zugefüttert.

Heute Nacht war es wieder so. Sie schläft an der Brust ein und dockt sich selbst ab, sobald ich sie aber hochnehme geht das suchen und stöhnen wieder los oder sie wird auch selbst wieder wach, nach dem Motto "da war noch was".
Aktiveres trinken gibt es dann aber nicht.

Ich verstehe es nicht mehr, vor allen Dingen nicht, wie sie, wenn ich ihr halbstündlich 25 ml dazu gebe, dann nach 4x und 2,5 Stunden doch zufrieden sein kann.

Nachdem dann auch noch der nächtliche Haussegen mit Herrn Resl schief hing, überlege ich immer mehr, abzustillen.
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