Andere (fragwürdige) Methoden beim Essen im KiGa

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Stina82
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Andere (fragwürdige) Methoden beim Essen im KiGa

Beitrag von Stina82 »

Ich brauch mal eure Hilfe, um meine Gedanken zu sortieren. Meine Kinder gehen 3 Tage in der Woche in einen Kindergarten, der uns im Grossen und Ganzen super gefällt (nur 10 Kinder, 3-4 Erzieher, sie sind viel draussen, machen tolle Sachen etc.). Mein Grosser (übrigens ein BLW-Kind, falls sich jemand das fragt) war noch nie so ein toller Esser, also er isst zwar normal viel, aber sehr wenig unterschiedliche Dinge. Hier zu Hause isst er an warmen Gerichten eigentlich nur Nudeln mit Pesto (da geht auch nur eine bestimmte Sorte) und Pfannkuchen (manchmal geht auch Steak oder Hackfleisch ohne Soße). Ich habe schon als er klein war "My Child won't eat" von Gonzalez gelesen und beschlossen mich zu entspannen und ihm auf keinen Fall Druck zu machen. Er isst ausreichend Obst und an Gemüse immerhin Gurke und Möhren, deswegen mache ich mir keine Sorgen um seine Gesundheit.
Schon seit längerer Zeit höre ich von den Erzieherinnen öfter mal, wie toll er den isst und dass er zum Beispiel total gerne Fisch mit Kartoffeln isst. Das würde er hier zu Hause niemals anrühren. Das hat mich immer verwundert und wusste auch, dass sie im KiGa ihn schon eher auffordern, doch mal was zu probieren, aber so wie ich die Erzieherinnen bei der Eingewöhnung erlebt habe, wurde kein Druck gemacht. Neulich habe ich dann mal hier gelesen, dass "Druckmachen" bei den Mahlzeiten im KiGa dazu führen kann, dass das Kind zu Hause nichts Neues mehr probieren mag. Da hab ich dann schon gestutzt und beschlossen, im richtigen Moment mal die richtige Erzieherin darauf anzusprechen. Soweit war es noch nicht gekommen, als heute die eine Erzieherin (die ich nun wirklich als letztes darauf angesprochen hätte, da sie seit geschätzten 30 Jahren in dem Job arbeitet und teilweise noch recht ich sag mal traditionelle Ansichten hat) beim Abholen sagt: "Der Kleine hat gut gegessen (das macht er immer) aber L. mochte heute keine Blutwurst (das ist jetzt kein Witz, die Schweden essen die gebraten und anscheinend mögen besonders Kinder die gerne, ich finds auch eklig). Er wollte dann nur Bacon essen (auch das ist kein Witz, die Schweden kombinieren das anscheinend :shock: ). Sie hätte dann aber gesagt, wenn er Bacon will, muss er auch was von dem Blutpudding haben. Da hätte er sich wohl so sehr beschwert, dass er zum Schluss was überlassen durfte. Ich nur: :shock: :shock:
Ich hab dann beschlossen, das Gespräch nicht direkt zu dem Zeitpunkt und mit dieser Erzieherin zu führen, sondern lieber mit der Leiterin. Deswegen habe ich nur gesagt, dass er ja vieles nicht mag, aber wir ihn zu Hause nie zwingen etwas Bestimmtes zu essen, auch nicht zu probieren, sondern wenn er es gar nicht will, kriegt er halt ein Knäckebrot mit Philadelphia. Das geht immer. Ihre Antwort war: Hier haben wir ja zum Mittag nur mal kein Brot dabei. (Aber ich weiss, dass sie es im Küchenschrank haben). Ich habe dann das Gespräch beendet, und beschlossen, erstmal zu überlegen, wie ich damit umgehe und mich auch mit meinem Freund zu beratschlagen.
Heute Abend hat mein Sohn das vorm Insbettgehen angesprochen. Er hat mir komplett neutral geschildert was vorgefallen war. Hat allerdings auch noch dazu erwähnt, dass gesagt wurde, es gibt keinen Nachtisch, wenn er die Blutwurst nicht isst. ( :shock: Ich bin immer noch total baff.) Dann meinte er aber auch im erzählen: "Im Kiga machen sie das so, und hier zu Hause macht ihr das anders." Als er mir das so erzählt hat, wirkte es nicht, als wenn es ein grosses Problem für ihn ist, aber vielleicht ist es das und er isst aus diesem Grunde zu Hause so wenig? Dazu muss ich aber auch sagen, dass er auch schon vor KiGa-Zeiten wenig gegessen hat. Nur vielleicht wäre es mittlerweile besser geworden?
Ich möchte es auf jeden Fall ansprechen. Ich mag diese Druckmachen beim Essen garnicht. Nur wie am besten? Soll ich einen Artikel ausdrucken und mitbringen, damit mein Anliegen irgendwie untermauert wird? Oder ist das altklug? Vielleicht sollte ich einfach nur sagen, ich will das nicht. Kriegt mein Kind dann eine Sonderbehandlung und mit den anderen Kindern machen sie so weiter? Die "traditionelle" Erzieherin ist nur noch bis Weihnachten da. Von einer Bekannten, die gerade die Ausbildung zu Erzieherin beendet hat, weiss ich, dass hier in Schweden eigentlich gelehrt wird, dass beim Essen kein Druck gemacht werden soll.
Theoretisch wäre es übrigens kein Problem, wenn er einfach gar nichts isst, wenn er es nich mag. Um 14 Uhr wird er ja schon abgeholt und kann dann einfach zu Hause was essen. Mit dem Kleinen ist das übrigens alles kein Problem. Er isst sowohl zu Hause als auch im KiGa gerne und viel und mag auch das Allermeiste.
Das ist jetzt superlang geworden, aber ich schick es jetzt trotzdem mal ab. Vielleicht habt ihr ja ein paar Gedanken dazu, wie ich am besten damit umgehe...
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ungali
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Re: Andere (fragwürdige) Methoden beim Essen im KiGa

Beitrag von ungali »

Das klingt ja echt so :shock: , ich wäre da auch erstmal verwirrt.

So wie Du es gesagt hast, würde ich es nochmal mit der anderen Erzieherin und der Leitung besprechen. Wenn Verständnisprobleme sichtbar würden, kannst du immer ncoh Literatur oder den Artikel anbieten oder die schwedischen Ausbildungsstandards zur ERzieherin nachfragen...
Wäre es eine Alternative, ihm ein Knäckebrot mitzugeben und wenn er etwas nciht essen/probieren mag, könnte er das essen?
Ich finde nicht, dass es eine Sonderbehandlung wäre, es gibt ja schließlich auch Kinder mit Allergien, die können auch nciht alles im Kiga mitessen.
Bei uns müssen sie auch alles probieren, aber nciht aufessen, soweit ich weiß, läuft das ganz entspannt.
Hoffe, das kannst Du bald auch wieder sein.
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Linguanne
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Re: Andere (fragwürdige) Methoden beim Essen im KiGa

Beitrag von Linguanne »

Ah, eins meiner Themen gerade. Ich verfasse momentan zu diesem und ähnlichen Themen, die mir in unserem kiga nicht gefallen einen Brief, der erst mal an den elternausschuss geht. Aufessen ist hier so eingehend zb. Die Kinder nehmen sich selbst. Wenn sie nicht aufessen, gibt es keinen Nachtisch. Ich finde es viel von drei- und vierjährigen verlangt, die richtige Menge einzuschätzen. Wer beim essen nicht sitzen bleibt, bekommt auch keinen Nachtisch. Letzte Regel ist neu und funktioniert noch gar nicht. Daher werden jetzt hier täglich fast 20 Portionen Nachtisch weggeschmissen... Geht gar nicht, finde ich. Absolut falsches Signal, wobei ich Nachtisch sowieso überflüssig finde. Wie sie es mit dem probieren handhaben, weiß ich nicht. Sie bekommen hier ein sehr gemischtes saisonales essen.
Gebratene Blutwurst gab es im Kindergarten zwar noch nicht, aber bei meiner Mutter schon auch hin und wieder. Ich mochte das als Kind schon nicht, finde es aber daher nicht ungewöhnlich.
Gibt es bei euch auch einen Elternbeirat? Ich würde zunächst vor dem Gespräch mit der Leitung schauen, ob andere Eltern die Methoden auch nicht gut heißen.


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blauelagune
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Re: Andere (fragwürdige) Methoden beim Essen im KiGa

Beitrag von blauelagune »

Wie jetzt, wer Blutwurst nicht isst, kriegt keinen Nachtisch? Erinnert mich an meine Kindheit. Ich gab ewig vor irgendwelchen Tellern sitzen müssen und sollte irgendwas aufessen und Nachtisch gab es nie. Aber von den Schweden hätte ich das echt nicht erwartet, aber das ist vielleicht ein Klischee.

Ich habe mal zufällig eine ähnliche Situation mit meinem Großen im Kindergarten erlebt. Am nächsten Tag hatte ich sowieso ein Elterngespräch und da habe ich sehr deutlich gesagt, dass ich so etwas auf keinen Fall bei meinem Kind möchte. Das wurde akzeptiert, im Team besprochen und kam nicht wieder vor.

Was ich ziemlich gut finde, Dein Kind unterscheidet sehr klar zwischen Kindergarten und Zuhause und dass es da anders ist.

Ich würde wohl den Kindergarten darauf ansprechen, auf Deine Beobachtung und das Gespräch mit der Erzieherin. Und klar sagen, dass Du das nicht willst. Wenn er nichts essen will, muss er nichts essen. Wenn Du ihn eh gleich abholst, verhungert er auch nicht. Wobei es auch sein kann, dass er aus so einer Art Herdentrieb heraus, im Kindergarten freiwillig Sachen probiert, die er Zuhause nie isst, also, dass er nicht nur gezwungen wird.
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Inkling
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Re: Andere (fragwürdige) Methoden beim Essen im KiGa

Beitrag von Inkling »

Ich mache mir seit der entsprechenden Threads auch Gedanken, wie es bei uns im Kiga so läuft. Mein Kind hat mir erzählt, dass probiert werden muss - das will ich auf jeden Fall mit dem hier verlinkten Artikel ansprechen. Ich rätsel nur, wie das aussehen soll wenn ein Kind nicht probieren muss, alle anderen aber schon...das kann doch gar nicht funktionieren. Ich muss da noch gut überlegen, wie ich das Thema anspreche, und lese gerne bei dir mit. :wink:

Allerdings unterscheidet mein Kind auch zwischen "Kiga" und "zu Hause", und ich glaube ihm das auch. Gerade fiel auch der Satz "Ich kann ja mal ein bisschen Spinat probieren, vielleicht schmeckt er mir ja doch." Und zwar ohne, dass ich den Spinat irgendwie aufgezwängt habe. Das beruhigt mich dann immer, weil der Leidensdruck nicht so hoch scheint.
Elena
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Re: Andere (fragwürdige) Methoden beim Essen im KiGa

Beitrag von Elena »

Bei uns im KiGa ist es so, dass die Kinder alles auf den Teller bekommen und zum Probieren angehalten werden - wobei als Probieren in etwa auch gilt, die Gabel reinzutauchen und damit die Lippen zu berühren. :roll:

Zuhause herrscht bei uns keinerlei Probiergebot, schon gar keine Bedingungen für Nachtisch o.ä. Es werden auch mal Extrawürste gebraten. Aber im KiGa finde ich das schwieriger. Da sind über 20 Kinder in der Gruppe, d.h. es sind immer mehrere dabei, denen ein Großteil des Essens nicht schmeckt. Wenn dann jedes Mal für sie alle Brote geschmiert werden, ist das nicht nur ein großer Zusatzaufwand für die Erzieherinnen, die beim Essen ohnehin alle Hände voll zu tun haben, sondern animiert wahrscheinlich auch ein paar weitere Kinder dazu, beim Essen zu streiken. Ich habe Essenssituationen im KiGa oft mitbekommen, weil meine große früher in einer Elternini war, in der die Eltern einmal im Monat mit Kochen dran waren und auch beim Essen dabei waren. Da herrscht schon eine besondere Gruppendynamik. Z.B. haben die immer Massen an Obst und Rohkost gegessen, weil das Schneiden und Essen am Tisch so lustig war. :lol:

Ich denke schon, dass Sonderbehandlungen einige Kinder mitziehen können, und kann deshalb nachvollziehen, dass solche Sonderbehandlungen nur in Sonderfällen erwünscht sind. Bei uns kam es mal vor, dass ein Junge wochenlang das KiGa-Essen verweigerte und die Mutter ihm dann etwas Eigenes mitgab. Das wurde akzeptiert und nach einer Weile aß er wieder mit. Meine Kinder essen im KiGa freiwillig Dinge, die sie zuhause verweigern. Wenn sie von etwas fragwürdigen Methoden erzählen (in einem ähnlich unbefangenen Ton wie dein Sohn!), lasse ich zwar durchblicken, dass ich nicht viel davon halte mache aber kein Aufhebens darum. Meine Kinder kommen mit solchen Widrigkeiten anscheinend gut klar. Sie dürfen sich gerne bei mir drüber beschweren und ich pflichte ihnen bei, aber so lange es keine negativen Folgen für sie hat, lasse ich es dabei. Ich kann mir also durchaus vorstellen, dass sich dein Sohn ärgert, aber damit umgehen kann. Und vor allem - dass es nicht sein grundsätzliches Verhältnis zum Thema Essen nachhaltig belastet.
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Rumpelstilzchen
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Re: Andere (fragwürdige) Methoden beim Essen im KiGa

Beitrag von Rumpelstilzchen »

Also, ich würde es auch definitv ansprechen! Und ich persönlich finde es ja immer besser, wenn man seine Probleme direkt mit den Leuten klärt und nicht erst über Elternbeirat oder Leitung oder so. Ich würde es direkt bei den Erzieherinnen ansprechen und dann hast du ein Bild davon, wie sie denken und du kannst ihnen deine Meinung mitteilen!
Ich denke schon, dass es möglich ist, Extrawürste zu vergeben. Dann bekommt das Kind halt ein Knäcke mit Butter und 5 andere auch, das wird sich doch nach ein paar Tagen wieder legen. Die Kinder, die nur mitziehen, weil sie auch ein Knäcke haben wollen, werden vielleicht dann doch wieder mehr Lust auf Blutwurst haben ( :shock: unvorstellbar für mich, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden!) und wenn nicht, dann gibt es halt Knäcke für alle. Ich finde immer wichtiger, dass überhaupt was im Bäuchlein ist. Und wenn du sagst, dass du ihn gegen 14 Uhr abholst, dann reicht das ja auch erstmal aus.
Ich finde es wirklich ganz furchtbar, was für "Sitten" in manchen Kigas herrschen, denke aber nicht, dass es mit Aublidungsstandard zu tun hat, sondern ganz persönlich mit den Erzieherinnen, die dort arbeiten! Leider habe ich solche Dinge auch schon bei einigen Kolleginnen erlebt und schon das ein oder andere Streitgespräch in diese Richtung geführt. Ich hoffe, dass es sich für dich gut klären lässt, ihr eine gute Lösung finden könnt!
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Elena
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Re: Andere (fragwürdige) Methoden beim Essen im KiGa

Beitrag von Elena »

anja0806 hat geschrieben:Ich finde immer wichtiger, dass überhaupt was im Bäuchlein ist.
Naja, sie schreibt ja, dass es nicht unbedingt nötig wäre, er käme bis zum Abholen auch ohne was aus. Ich denke, da hängt viel vom Kind und der Situation ab. Meine Mittlere bekommt unglaublich schlechte Laune, wenn sie Hunger hat. Die bGroße steckt einen Tag mit wenig Essen problemlos weg.

Ich habe aber gerade gedacht - in Ruhe ansprechen ist wahrscheinlich schon eine gute Idee, allein, damit die wissen, wie ihr dazu steht. Eine Erzieherin "vom alten Schlag" geht vielleicht sogar davon aus, dass sie mit der Art der Erziehung den Eltern einen Gefallen tut. Oder es ist für sie total selbstverständlich. Wenn das Team dagegen weiß, dass ihr Eltern gar nichts davon haltet, werden sie vielleicht beim nächsten Mal etwas anders reagieren. Was ich aber nicht machen würde, ist mit dem Anspruch auftreten, dass mein Kind dort nicht so behandelt werden DARF. Damit macht man nur Fronten auf. Wenn man mit der Frage kommt, ob und wie man es anders lösen könnte, sieht das vielleicht ganz anders aus (Brot mitgeben wäre ja nach der Antwort der Erzieherin möglicherweise eine Lösung). Ich bin der Meinung, wer sein Kind "aus der Hand" gibt, muss bis zu einer gewissen Grenze in Kauf nehmen, dass andere Betreuungspersonen es anders behandeln als die Eltern. Und altmodische Essensregeln wären für mich und meine Kinder (bei denen ich weiß, dass sie das wegstecken) noch diesseits der Grenze.

Ich habe hier schon mitbekommen, dass es zu echten Feindseligkeiten kam, weil eine Mutter darauf bestehen wollte, dass sie ihrer Tochter Apfelsaft in der Trinkflasche mitgibt. "Erlaubt" ist aber nur Wasser - und diese Regel kann ich voll nachvollziehen. Das Apfelsaftproblem wurde großes Thema, auch unter den Kindern. Und vor allem deshalb, weil die Mutter total konfrontativ vorgegangen ist.
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Linguanne
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Re: Andere (fragwürdige) Methoden beim Essen im KiGa

Beitrag von Linguanne »

Linguanne hat geschrieben:Ah, eins meiner Themen gerade. Ich verfasse momentan zu diesem und ähnlichen Themen, die mir in unserem kiga nicht gefallen einen Brief, der erst mal an den elternausschuss geht.

Gibt es bei euch auch einen Elternbeirat? Ich würde zunächst vor dem Gespräch mit der Leitung schauen, ob andere Eltern die Methoden auch nicht gut heißen.
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anja0806 hat geschrieben:Also, ich würde es auch definitv ansprechen! Und ich persönlich finde es ja immer besser, wenn man seine Probleme direkt mit den Leuten klärt und nicht erst über Elternbeirat oder Leitung oder so. Ich würde es direkt bei den Erzieherinnen ansprechen und dann hast du ein Bild davon, wie sie denken und du kannst ihnen deine Meinung mitteilen!
Sehe ich im Prinzip auch so, aber hier kam beim direkten Gespräch sowohl mit Erziehern als auch mit der Leitung einfach nur ein Achselzucken und das nicht nur bei mir. Sie sind ansonsten sehr freundlich und engagiert. Aber auf manche Dinge gehen sie gar nicht ein, wenn man sie direkt anspricht.
Elena hat geschrieben:
anja0806 hat geschrieben:Ich finde immer wichtiger, dass überhaupt was im Bäuchlein ist.
Ich bin der Meinung, wer sein Kind "aus der Hand" gibt, muss bis zu einer gewissen Grenze in Kauf nehmen, dass andere Betreuungspersonen es anders behandeln als die Eltern. Und altmodische Essensregeln wären für mich und meine Kinder (bei denen ich weiß, dass sie das wegstecken) noch diesseits der Grenze.
Klar, bin ich auhc der Meinung, aber es gibt Dinge, wie Aufessen müssen oder den stillen Stuhl, die ich schon auf gewisse Art und Weise schädlich finde.
Riesenzwerg (10/2012) und Frühlingszwerg (04/2015)
Elena
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Re: Andere (fragwürdige) Methoden beim Essen im KiGa

Beitrag von Elena »

Linguanne hat geschrieben:
Klar, bin ich auhc der Meinung, aber es gibt Dinge, wie Aufessen müssen oder den stillen Stuhl, die ich schon auf gewisse Art und Weise schädlich finde.
Da stimme ich dir zu. Für mich klang die Schilderung noch so, dass ich zwar die Augen verdrehen würde, aber es akzeptieren würde - in dem Vertrauen darauf, dass MEIN Kind damit klarkommt. Wäre das Kind durch das Vorkommnis verstört, wäre das natürlich etwas anderes. Die TE hat ja einen Verdacht, dass die Regeln im KiGa das Essverhalten zuhause negativ beeinflussen. Ich persönlich halte das zwar für unwahrscheinlich, aber durchaus nicht für unmöglich. Es lohnt sich sicher, darüber nachzudenken und das evtl. auch anzusprechen. Und danach zu entscheiden, wo man die Grenze dessen zieht, was man noch akzeptieren kann.

Ich denke, dieselben Regeln (z.B. alles muss probiert werden, sonst kein Nachtisch) kann man so oder so präsentieren und umsetzen. Die Erzieherinnen können dem Kind helfen, die Regeln umzusetzen. Z.B. gibts bei uns im KiGa die Regel, dass Kinder, die etwas aus dem Flur holen oder zur Toilette gehen, Bescheid sagen müssen. Finde ich persönlich aus mehreren Gründen blödsinnig, aber ich habe eine nicht unplausibel klingende Begründung für diese Regel bekommen und kann das akzeptieren als etwas, das den Alltag dort erleichtert. Meine Tochter hatte aber in der Eingewöhnung erstmal große Probleme damit, die noch fremden Erzieherinnen anzusprechen. Wir haben es dann zuerst zusammen gemacht (wir sind zusammen hingegangen, ich habe Bescheid gesagt), dann haben die Erzieherinnen gemerkt, dass es ihr schwerfällt, und haben ihr Brücken gebaut. Sie z.B. von sich aus angesprochen.

Wenn das Kind sich gut aufgehoben fühlt und Rückhalt aus dem Elternhaus hat, wird es vielleicht mit sinnfreien Regeln oder Ungerechtigkeiten umgehen können und sie vor allem als solche erkennen. Das Wissen darum, dass "man" es eben nicht immer so macht, sondern dass es eine Regel ist, die nur dort gilt, kann vielleicht davor schützen, sich die Sache zu sehr zu Herzen zu nehmen.
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