Schmerzhaftes Stillen

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einneuesleben
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Schmerzhaftes Stillen

Beitrag von einneuesleben »

Hallo!
Ich hoffe hier ein bisschen auf Rettung, weil ich das sonst nicht mehr lange durchhalte. :(
Unser Sohn ist am 3. September nach einer langen Geburt mit 4320 gramm bei uns Zuhause auf die Welt gekommen.
Ich habe viel Blut verloren und die Hebamme hat mich mehrfach genäht, sodass ich erst langsam wieder zu Bewegungsfreiheit und Vitalität zurückkomme. Das hat das Stillen Anfangs glaube ich auch etwas erschwert, da ich es mir nicht gemütlich machen konnte.
Es ging nur im Liegen auf der Seite, irgendwann dann aber auch im Halbsitzen in der Wiegehaltung und mittlerweile auch relativ aufrecht sitzend.
Irgendwann ging dann das in Seitenlage Stillen nicht mehr, er hat nicht angedockt und wenn hat es höllisch weh getan, meine Hebamme hat sich das dann mal angeguckt und gemerkt, dass ich ihn beim an den Schultern halten mit dem Unterarm auch seinen Kopf zur Brust drücke woraufhin her mit Wegdrücken reagiert hat. Das geht also jetzt, er hat keine Probleme mehr die Brust zu finden.

Nun tut es seit dem ersten Milcheinschuss aber einfach so oft weh und ich glaube, dass es daran liegt, dass er nicht genug Brustwarze im Mund hat.
Vor allem Nachts im Liegen tut es sehr weh, sodass ich vermute, dass er dann vielleicht nicht gut festhält oder ich irgendwie angespannt bin und ihm nicht richtig "anreiche". Ich muss ihn dann unterbrechen und neu anlegen und das stört ihn und mich und meistens bringt es auch nichts, sodass die Stillmahlzeit einfach hektisch und relatv unausgiebig ausfällt. Manchmal kommt es mir auch so vor, als wenn er am Anfang gut angedockt hat und es tut nicht weh, aber dass er mit der Zeit loslässt und nurnoch vorne drauf rumkaut.

Ich lege ihn mit seiner Nase auf die Höhe meiner Brustwarze, auf meinen Arm oder aufs Bett, schaue, dass er gerade liegt und ich was zur Stütze habe und greife mit der Handfläche unter die Brust und dem Daumen über die Brustwarze und drücke sie Sandwichmäßig zusammen in etwa in dem Winkel wie er seinen Mund hat. Dann schaue ich, dass er den Mund ordentlich aufmacht und lasse ihn ansaugen und halte dabei die Brustwarze noch etwas fest, bis ich dann loslasse.

Es gibt auch Situationen in denen es nicht weh tut und ich versuche schon herauszufinden, was da anders läuft aber etwas anderes, als dass er die Brustwarze nicht richtig im Mund hat oder ich vielleicht zu angespannt bin, fällt mir nicht ein.
Wenn ich ihn trotzdem saugen lasse, obwohl es weh tut fühlen sich meine Brüste danach wie verprügelt an - das geht nicht und das kann ich auch nicht mehr machen! Das macht mich traurig und aggressiv. Ich werde ihn dann immer wieder abnehmen und es neu versuchen müssen.
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Teazer
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Re: Schmerzhaftes Stillen

Beitrag von Teazer »

Hallo,

herzlich willkommen im SuT und herzlichen Glückwunsch zur Geburt Deines Sohnes. :)
einneuesleben hat geschrieben:Nun tut es seit dem ersten Milcheinschuss aber einfach so oft weh und ich glaube, dass es daran liegt, dass er nicht genug Brustwarze im Mund hat.
Das kann ein Grund sein. Macht er den Mund weit auf beim Andocken? Sind die Lippen nach außen geschürzt und seine Zunge über der Kauleiste?

Was meinst Du mit "seit dem ersten Milcheinschuss"?
Es gibt auch Situationen in denen es nicht weh tut und ich versuche schon herauszufinden, was da anders läuft aber etwas anderes, als dass er die Brustwarze nicht richtig im Mund hat oder ich vielleicht zu angespannt bin, fällt mir nicht ein.
Es gibt noch andere mögliche Gründe. Verändern sich Deine Brustwarzen, wenn es weh tut?
Wenn ich ihn trotzdem saugen lasse, obwohl es weh tut fühlen sich meine Brüste danach wie verprügelt an - das geht nicht und das kann ich auch nicht mehr machen!
Das sollst Du auch nicht. Schmerz ist ein Warnsignal und wir versuchen den Grund zu finden. Wenn wir wissen, warum es weh tut, dann finden wir auch eine Lösung.

Viele Grüße,
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einneuesleben
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Re: Schmerzhaftes Stillen

Beitrag von einneuesleben »

Hallo Teazer,
danke für deine schnelle Antwort.
Er macht den Mund schon weit auf, wenn er denn trinken möchte, auf die Zunge werde ich mal achten - über der Kauleiste sagst du?
Das mit dem ersten Milcheinschuss meine ich bei meiner Hebamme gehört zu haben aber vielleicht gibt es sowas wie einen zweiten Milcheinschuss garnicht?
Wenn es weh tut ist die Brustwarze, wenn ich ihn abnehme, etwas zusammengedrückt, eingedellt vor allem nach vorne hin.
Ich bin schon sehr froh, dass es oft am Tag ohne Schmerzen klappt, aber halt vor allem weil ich alles ganz genau sehen kann.
Nachts im Dunkeln fällt es mir schwer die Brust richtig zusammenzudrücken und ihn dann im richtigen Moment an die richtige Stelle zu führen bzw die Brust an die richtige Stelle zu halten. Ich möchte aber auch kein Licht anschalten, das habe ich am Anfang gemacht und er war dann immer sehr wach, auch wenn es nicht sehr hell war.
Sowohl Nachts als auch Tags fällt es mir schwer eine Position zu finden, in der ich mich nicht verkrampfe und er die Brust gut findet.
Ich muss wahrscheinlich einfach ein bisschen mehr Geduld haben.
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Teazer
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Re: Schmerzhaftes Stillen

Beitrag von Teazer »

Hallo!
einneuesleben hat geschrieben:Er macht den Mund schon weit auf, wenn er denn trinken möchte, auf die Zunge werde ich mal achten - über der Kauleiste sagst du?
Genau. Das sieht man in den Mundwinkeln. Die Zunge bewegt sich ja.
Das mit dem ersten Milcheinschuss meine ich bei meiner Hebamme gehört zu haben aber vielleicht gibt es sowas wie einen zweiten Milcheinschuss garnicht?
Die Milch schießt nur einmal ein. Danach hat man reife Frauenmilch bis zum Stillende (außer man stillt während einer neuen Schwangerschaft).
Wenn es weh tut ist die Brustwarze, wenn ich ihn abnehme, etwas zusammengedrückt, eingedellt vor allem nach vorne hin.
Verändert sich ihre Farbe?
Ich bin schon sehr froh, dass es oft am Tag ohne Schmerzen klappt, aber halt vor allem weil ich alles ganz genau sehen kann.
Nachts im Dunkeln fällt es mir schwer die Brust richtig zusammenzudrücken und ihn dann im richtigen Moment an die richtige Stelle zu führen bzw die Brust an die richtige Stelle zu halten. Ich möchte aber auch kein Licht anschalten, das habe ich am Anfang gemacht und er war dann immer sehr wach, auch wenn es nicht sehr hell war.
Hast Du es mal mit einem Handy auf niedrigster Helligkeit probiert?
Sowohl Nachts als auch Tags fällt es mir schwer eine Position zu finden, in der ich mich nicht verkrampfe und er die Brust gut findet.
In welchen Positionen stillt Ihr denn? Nutzt Du ein Stillkissen? Es ist wichtig, dass Du gut gestützt bist und Dein Baby hoch genug liegt. Da lässt sich sicher noch etwas verbessern. Ich wusste bei meiner Großen auch nicht wie das funktionieren soll. :D

Viele Grüße,
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ixcacienfuegos
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Re: Schmerzhaftes Stillen

Beitrag von ixcacienfuegos »

Ich hab eine Taschenlampe am Bett. Das ist total hilfreich.
LG, ixca mit Minikind (*10/14) und Maikäferchen (* 05/18)
einneuesleben
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Re: Schmerzhaftes Stillen

Beitrag von einneuesleben »

Ich kann seine Mundwinkel garnicht sehen, es sei denn er zieht den Kopf mitsamt Brustwarze weg.
Verändert sich ihre Farbe?
Sie ist soweit ich das sehe ziemlich blass, so abgequetscht..
Hast Du es mal mit einem Handy auf niedrigster Helligkeit probiert?
Mein Handy macht neuerdings immer sehr schnell schlapp, ist also Nachts öfter aus. Aber das werde ich mal versuchen.
Ich hätte gerne, dass es auch so klappt aber da brauchen wir beide wohl noch etwas Übung und ich erwarte zuviel von mir, oder?
Leuchten auch erfahrene Stillmamas Nachts nach der Brustwarze?
In welchen Positionen stillt Ihr denn? Nutzt Du ein Stillkissen? Es ist wichtig, dass Du gut gestützt bist und Dein Baby hoch genug liegt. Da lässt sich sicher noch etwas verbessern. Ich wusste bei meiner Großen auch nicht wie das funktionieren soll. :D
Nachts versuche ich im Liegen auf der Seite zu stillen. Dabei liegt mein Kopf erhöt und der Arm auf dem ich liege, liegt über seinem Kopf, mit der anderen halte ich seine Schultern. Dabei komm ich aber auch regelmäßig in so eine Krampfhaltung weil ich versuche die Brustwarze gut anzureichen, er dabei mit seinen Händen rumfuchtelt und zwischendurch anfängt zu meckern, weil es nicht klappt. (Das ist jetzt der worst case..)

Tagsüber sitze ich im Bett angelehnt an Kissen und hebe ihn auf Brusthöhe in Wiegenhaltung, versuche schon vorher das Stillkissen oder andere Kissen so zu positionieren, dass sie uns stützen aber dann wurschteln wir so lange rum, bis ich ihn einfach nur irgendwie gut an die Brust bekommen habe, ohne das es schmerzt, versuche dann also nachträglich irgendwie meine Arme zu entlasten.

Wie benutzt man denn am besten das Stillkissen?
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Teazer
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Re: Schmerzhaftes Stillen

Beitrag von Teazer »

einneuesleben hat geschrieben:
Verändert sich ihre Farbe?
Sie ist soweit ich das sehe ziemlich blass, so abgequetscht..
Das könnte evtl. ein Vasospasmus sein. Hast Du auch Probleme/Schmerzen bei Kälte?
Ich hätte gerne, dass es auch so klappt aber da brauchen wir beide wohl noch etwas Übung und ich erwarte zuviel von mir, oder?
Leuchten auch erfahrene Stillmamas Nachts nach der Brustwarze?
Bei allen meinen Kindern musste ich anfangs leuchten. Stillen muss man üben. Das ist ganz normal. U d bald könnt Ihr das im Schlaf. :)
Nachts versuche ich im Liegen auf der Seite zu stillen. Dabei liegt mein Kopf erhöt und der Arm auf dem ich liege, liegt über seinem Kopf, mit der anderen halte ich seine Schultern. Dabei komm ich aber auch regelmäßig in so eine Krampfhaltung weil ich versuche die Brustwarze gut anzureichen, er dabei mit seinen Händen rumfuchtelt und zwischendurch anfängt zu meckern, weil es nicht klappt. (Das ist jetzt der worst case..)
Versuch mal das Stillkissen in seinen Rücken zu legen, so dass er nicht von Dir wegrollt.
Tagsüber sitze ich im Bett angelehnt an Kissen und hebe ihn auf Brusthöhe in Wiegenhaltung, versuche schon vorher das Stillkissen oder andere Kissen so zu positionieren, dass sie uns stützen aber dann wurschteln wir so lange rum, bis ich ihn einfach nur irgendwie gut an die Brust bekommen habe, ohne das es schmerzt, versuche dann also nachträglich irgendwie meine Arme zu entlasten.
Dann fang damit an, ihn auf das Stillkissen o.ä. zu legen und dann anzudocken. ODER Du stillst zurück gelehnt mit ihm auf Dir liegend, Bauch an Bauch, ggf. mit angezogenen Knien. Dann hilft Dir die Schwerkraft.

Viele Grüße,
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Re: Schmerzhaftes Stillen

Beitrag von Toeffi143 »

*reinschleich* hallo einneuesleben! Habe gerade durch Zufall deinen Thread entdeckt! Wir kennen uns aus dem Hausgeburtsforum :wink: ich wünsche dir, dass das Stillem schnell schmerzlos klappt. Ich hatte beim Stillbeginn meines Sohnes auch mit Schmerzen zu tun und musste Zähne zusammen beißen und die Hand meines Freundes zerquetschen und hätte teilweise heulen können. Aber es wurde nach und nach besser. Ich kannte das SuT da leider noch nicht.
Du bist hier in den besten Händen :D Es wird bestimmt bald besser!
Liebe Grüße
Toeffi mit dem heißgeliebten Frechdachs (08/2013) und dem kleinen Kämpfer (02/2016)
einneuesleben
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Re: Schmerzhaftes Stillen

Beitrag von einneuesleben »

Hallo,
Die letzte Woche haben wir eine Soor Infektion im Keim erstickt. Das Anlegen fing gerade an ganz gut zu funktionieren, da tauchen die weißen Stellen in seinem Mund auf. Daraufhin immer wieder dieses superklebrige Zeug in seinen Mund und auf meine Brust geschmiert. Das hat erstmal wieder ganz schön viel Stress reingebracht. Jetzt kann es weitergehen.
Ich vermute seit gestern auch einen Vasospasmus. Ich glaube wir legen immer noch nicht perfekt an, aber selbst wenn es sich mal ziemlich richtig anfühlt, ist die Warze danach hell verfärbt. Ich trage im Moment auch keinen BH bzw Bustier mehr, da der Druck es schlimmer macht. Allerdings tut mir so die gesamte Brust viel mehr weh, weil sie so schwer ist. ? Oder kann das auch von dem Vasospasmus kommen, sofern es denn einer ist?

Ich habe jetzt mal testweise ein Glas Magnesium Verla mir 300mg getrunken. Wie schnell stellt sich Besserung ein, sollte es ein Spasmus sein?

Und hier nochmal kurz eine Beschreibung wie ich anlege: Ich halte die Brust parallel zu seinem Mund zum Sandwich und mit dem Daumen näher am Hof als mit den unteren Fingern, dan versuche ich seinen Mund zum Kinn hin mit der Brustwarze etwas weiter aufzuschieben und mit dem Daumen evtl seine Oberlippe aufzuschürzen. Gelingt mir aber nicht immer, vor allem wenn die Brust voll ist. Wenn ich ihn abdocke und wieder andocke, geht es auch einfacher da die Brustwarze schon aufgestellt ist.
Generell tut im Moment das andocken immer etwas weh, selbst wenn ich das Anlegen für gut gelungen halte. Dann warte ich meist kurz ob der Schmerz geht - allerdings fällt dir Beurteilung dessen mir schwer, da die ganze Brust so zieht. Wir behandeln immer noch ein bis zweimal täglich mit dem Soor Zeug. Meine Brust hatte allerdings nie Symptome und seine waren auch nach einer Nacht bereits fast verschwunden. Ich glaube also eigentlich nicht, dass es der Soor ist.
einneuesleben
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Re: Schmerzhaftes Stillen

Beitrag von einneuesleben »

Und Hi Toeffi! Danke für's Mut machen.
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