ich bin ganz neu hier im Forum. Vielleicht kann mir jemand hier raten oder hat Erfahrung. Habe lange mit mir gerungen, ob ich hier schreiben soll oder nicht.
Wir haben einen kleinen Sohn, der nach IVF einige Wochen zu früh geboren wurde, den ich aber glücklicherweise gleich mit aufs Zimmer nehmen und auch von Anfang an stillen konnte. Einmal aus dem Krankenhaus raus haben wir auch gleich die Pre-Milch abgesetzt und er hat prima zugenommen
Jetzt ist er unkorrigiert fast 12 Monate alt. 8 Monate habe ich voll gestillt, dann langsam Beikost eingeführt, dabei aber weiter gestillt, weil er sehr am Stillen hängt. Und ich glaube, ich auch. Seit etwa 5 Wochen habe ich ihn nur noch einmal nachts gestillt, auch einmal einige Tage (nicht in Folge) nicht und / oder nur sehr kurz (er war nicht begeistert, ich auch nicht).
Leider sind wir schon etwas älter, und wenn wir ein Geschwisterchen wollen, müssen wir das jetzt so schnell wie möglich in Angriff nehmen. Wir haben deswegen vor 3 Wochen erneut eine IVF gemacht. Unsere Kinderwunschklinik hat - im Gegensatz zu den wohl meisten anderen Kliniken in Deutschland - kein Problem im Weiterstillen in diesen geringen Umfang gesehen und meinte auch nicht, dass es die Chancen verringere. Mein Basisprolaktinwert lag schon als ich noch 2-3x tgl. gestillt habe, im unteren Normbereich. Die Periode hatte ich vor der Behandlung einmal wieder. Wegen der (zu spritzenden) Medikamente hatten sie sich schon zuvor wegen einer anderen Patientin erkundigt und meinten, sie seien unbedenklich, da zum einen ein Übertritt in die Muttermilch unwahrscheinlich sei bzw. sie zum anderen über den Verdauungstrakt nicht aufgenommen werden können (weswegen man sie ja spritzt). Ich habe dennoch darauf geachtet, dass zwischen Spritzen und Stillen möglichst 23h liegen bzw. habe wie oben beschrieben einige Tage auch versucht, ganz auf das Stillen zu verzichten. Ich glaube, er hat an diesen Tagen auch eher genuckelt als getrunken, denn ich hatte den Eindruck, dass in den Brüsten kaum noch Milch war. Nach der Behandlung, d.h. in der zweiten Zyklushälfte habe ich wieder "regulär" 1x nachts gestillt, einige Tage auch 2-3x, weil unser Sohn einen fiebrigen Infekt hatte. Die Milch scheint jetzt wieder ganz normal da zu sein, nachdem er einige Tage sehr energisch genuckelt hat.
Der IVF-Versuch endete leider in einer kurzen biochemischen Schwangerschaft.
Ich weiß, niemand wird uns verraten können, ob es am Stillen lag oder einfach daran, dass solche biochemischen Schwangerschaften mit höherem Alter eben immer häufiger vorkommen. Trotzdem bin ich nun absolut hin- und hergerissen:
Sollte ich besser abstillen, bevor wir (bevorzugt im natürlichen Zyklus) einen Kryozyklus starten?
Gibt es irgendwelche (belastbaren?) wissenschaftlichen Erkenntnisse, inwieweit Stillen die Empfängnisbereitschaft beeinflusst und was dabei genau? Mal lese ich im Internet, die Eizellreifung sei evtl gestört und dadurch die Eizellqualität vermindert (1), mal lese ich, die Einnistung sei (warum, habe ich nicht entnehmen können) gestört (2). Es interessiert mich einfach, weil bei Variante 1 bei uns das Kind ohnehin schon in den Brunnnen gefallen wäre, während Variante 2 ja auch noch für einen Kryozyklus von Relevanz wäre.
Naja, und letzte Frage, falls Abstillen doch empfehlenswert: Falls man die Brust nach 3-4 Wochen erneut anbietet - wird sie noch genommen (zumal der Kleine keinen Schnuller nimmt und lange Zeit die Brust als Nuckel betrachtet hat)?
Falls jemand mal in einer ähnlichen Lage war oder aus anderen Gründen Rat weiß, wäre ich dankbar.
Viele Grüße
abiellu