Zuviel gestillt?

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maria28
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Zuviel gestillt?

Beitrag von maria28 »

Huhu
mich treibt folgendes um. Ich habe Zwillinge (11 Mon) und vor allem meine Tochter hat immer wahnsinnig schlecht geschlafen, sie hat sich gewälzt und gejammert und gepupst und ich habe sie oft nur mit der Brust beruhigt. Hier hatte ich irgendwo gelesen, dass Kinder unterscheiden können, ob sie nur nuckeln oder auch trinken wollen. Bei mir kam aber irgendwann immer Milch.
Dann hatten wir jetzt über 6 Wochen die Situation, dass ich mit meinem Sohn im KH war, meine Tochter wurde nur tagsüber nicht mehr gestillt, nachts hat sie mein Mann gestreichelt, sie wollte weder Wasser noch Milch, weder Becher noch Flasche - und nun?
Schläft sie durch! Ok, sie hat gemerkt, dass es eh keine Brust gibt. Aber jetzt bin ich seit 1 Woche wieder da und sie schläft immer noch durch. Der Verdacht meines Mannes war, dass sie die ganze Milch im Bauch (zt jede Stunde gestillt) sie auch wachgehalten hat.

Mein Sohn schlief vor dem KH 3h lang, dann meldete er sich und ich hab ihn gestillt, das war relativ zuverlässig. Im KH schlief er natürlich schlechter, ich habe ihn zum Einschlafen getragen, aber das Ablegen hat er gemerkt, so dass ich ihn meistens zum Einschlafen gestillt habe . Durch die Antibiotika hat er Durchfall bekommen, hat sich nachts gewälzt, gepupst und war extrem unruhig. Dann waren wir 4 Tage zu Hause, sein Stuhlgang war schon länger wieder normal, nur das nächtliche, zt stundenlange Wälzen und Jammern hatte er noch. Jetzt, einige Tage später funktioniert es wieder, ihn zum Einschlafen zu tragen und ich muss ihn nicht mehr stillen - siehe da: das Wälzen hört auf, zt schläft er jetzt 4-5h. Ich vermute wieder, dass auch ihn der volle Bauch gestört hat.

Habt ihr davon schon gehört? Überall wird einem geraten, die Brust immer zu geben, wenn das Kind es will. Die schlimmen Nächte muss man akzeptieren. Aber wäre es nicht vielleicht doch für das ein-oder andere Kind besser, andere Schlafsignale als die Brust zu etablieren, weil gerade das Stillen vielleicht auch zu schlechterem Schlaf führen kann?

Bin gespannt auf eure Meinungen?
Lg
Maria
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Strahl
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Re: Zuviel gestillt?

Beitrag von Strahl »

maria28 hat geschrieben:Huhu

Habt ihr davon schon gehört? Überall wird einem geraten, die Brust immer zu geben, wenn das Kind es will. Die schlimmen Nächte muss man akzeptieren. Aber wäre es nicht vielleicht doch für das ein-oder andere Kind besser, andere Schlafsignale als die Brust zu etablieren, weil gerade das Stillen vielleicht auch zu schlechterem Schlaf führen kann?

Bin gespannt auf eure Meinungen?
Lg
Maria
Liebe Maria 28 ! Du hast echt viel durch mit ein Kind zu Hause und ein im KH!!! Respekt! Deine Beobachtung ist echt interessant....ich bin keine Expertin ....trotzdem glaube ich nicht das diese Art vom schlafen die gestillte babies haben : immer wieder an der Brust und somit genannte nicht durch Schlaf , nicht unbedingt schlechte Schlaf sein sollte....zu mindestens nicht schlecht für die babies :lol: :wink:und so viel ich weiss ist die Muttermilch innerhalb vom 30 min verdaut, was heissen soll dass sie keine 'schwere Magen ' dadurch haben . Die mamas leiden vielleicht darunter da sie nicht durchschlafen aber nicht die babies....glaube ich jetzt :fettgrins:
Meine sind immer noch keine durchschläfer und wachen unterschiedlich auf in der Nacht scheinen aber ganz glücklich zu sein und untertags auch nicht müde....naja wenn sie müde sind schlafen sie halt...an der Brust :mrgreen:

Was konnte schöner sein für ein neugeborenes oder sogar älteres baby als bei mama an der Brust? Mein großer mit 7 hat das die Tage gesagt: Ach mama wie gerne wäre ich an mein Bruders Stelle :lol: !!!

LG
Strahl
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Strahl
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Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen
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Teazer
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Re: Zuviel gestillt?

Beitrag von Teazer »

Hallo Maria!
maria28 hat geschrieben:Überall wird einem geraten, die Brust immer zu geben, wenn das Kind es will.
Stillen nach Bedarf wird deshalb empfohlen, weil nur so eine passende Milchproduktion und ein gutes Gedeihen des Babys gesichert werden kann. Immer dann, wenn die Mutter das Stillen reduziert, verkürzt oder Pausen verlängert, riskiert sie bei einem Vollstillbaby eine schlechtere Zunahme und einen Rückgang ihrer Milchproduktion.
Aber wäre es nicht vielleicht doch für das ein-oder andere Kind besser, andere Schlafsignale als die Brust zu etablieren, weil gerade das Stillen vielleicht auch zu schlechterem Schlaf führen kann?
Stillkinder wachen tatsächlich häufiger auf als ihre nicht gestillten Altersgenossen. Da das Stillen jedoch die natürliche Ernährungsform ist, kann man davon ausgehen, dass auch das Schlafverhalten gestillter Babys die Norm darstellt.

Durchschlafen ist eine Norm, die uns Erwachsenen gefällt, weil wir vermeintlich durchschlafen (tun wir nicht, wir erinnern uns bloß nicht ans Aufwachen). Babys wachsen da erst hinein. Ihr Aufwachen und nächtliches Stillen ist wichtig. Ihr rasant wachsendes Gehirn braucht auch nachts Nährstoffe, die schnell verdaute Muttermilch lässt sie früher Hunger spüren als Erwachsene oder Formula ernährte Babys (Muttermilch ist schon nach 30 min durch den Magen durch). Außerdem muss sich ein Baby, dessen Gene noch in der Steinzeit sind, regelmäßig rückversichern, dass es sich nicht alleine und hilflos im Wald befinden.

Häufiges Aufwachen und Stillen ist die Norm. Es gibt kein zu oft stillen. Eure Babys haben sich Eurer Situation angepasst. Das ist eine großartige Eigenschaft. Davon lässt sich jedoch nicht ableiten, dass ihr Schlafverhalten davor nicht gut gewesen wäre. Jedes Kind wächst aus der Phase, die Brust zum Einschlafen zu brauchen, von alleine heraus.

Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)
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Re: Zuviel gestillt?

Beitrag von EhMibima »

maria28 hat geschrieben: Habt ihr davon schon gehört? Überall wird einem geraten, die Brust immer zu geben, wenn das Kind es will. Die schlimmen Nächte muss man akzeptieren. Aber wäre es nicht vielleicht doch für das ein-oder andere Kind besser, andere Schlafsignale als die Brust zu etablieren, weil gerade das Stillen vielleicht auch zu schlechterem Schlaf führen kann?
die babys haben ja einen grund wenn sie sich 10x in der nacht melden. beispiel zahnen. stillen wirkt schmerzlindernd. perfekt...naja, fast. mama bekommt zu wenig schlaf. so geht es wohl den meisten müttern heute.
ich denke aber "die natur" hat eine andere vorstellung was familie heißt als das was heute oft gelebt wird. in einem größeren familienverbund kann jeder die mutter unterstützen und ihr das baby mal hier und mal da abnehmen. oder die arbeit wird mitgemacht oder oder ...
heute lebt man "allein" und muss sich als einzelperson die meiste zeit des tages um das baby kümmern. niemand der für einen mitkocht. niemand der mal eben das baby nimmt...
von daher denk ich, daß häufiges nächtliches stillen einfach von uns als stressig empfunden wird weil wir mütter wenig hilfe haben. es braucht ein ganzes dorf um ein kind groß zu ziehen, heißt es ja.

darum stille ich nachts und beantworte unzufriedenheit meist mit stillen.
die alternativen, also das kind an unsere quasi unnatürliche lebensweise anzupassen anstatt anders herum, finde ich für mich(!) nicht vertretbar.
Strahl
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Re: Zuviel gestillt?

Beitrag von Strahl »

Teazer hat geschrieben:Hallo Maria!
Stillen nach Bedarf..... das Stillen jedoch die natürliche Ernährungsform ist...Durchschlafen ist eine Norm, die uns Erwachsenen gefällt.... Babys wachsen da erst hinein. ..... Ihr rasant wachsendes Gehirn braucht auch nachts Nährstoffe,.... Außerdem muss sich ein Baby...., regelmäßig rückversichern, dass es sich nicht alleine und hilflos im Wald befinden.
Liebe Teazer,

irgendwie tut es mir gut wenn ich deine Erklärung lese.... :knutsch Ich wünschte mir ich konnte das auch alles so erklären zu den Leuten die immer ein Kommentar haben wenn man nach Bedarf stillt, wenn man kaum deswegen schläft und quast 'sich das alles freiwillig antut'.

Danke
LG
Strahl
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soda
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Re: Zuviel gestillt?

Beitrag von soda »

Wie es in deinem individuellen Fall begründet sein mag, kann ich dir nicht beantworten. Aber mein Gegenbeispiel liegt hier zuhause in seinem Bett und schläft völlig überraschend einfach schon seit Wochen bis morgens 5/halb 6 Uhr durch, obwohl sie vorher so oft wie nötig und von ihr gewünscht gestillt wurde. Ich hab nix reglementiert, wenngleich ich es in Betracht gezogen hatte (müüüüüüüde!) - sie hat von allein damit angefangen.

Grübeln hilft ja auch nicht.
mit T (2013) und T (2017)
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