Es lässt mich nicht los :'-(...

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Katinka5
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Es lässt mich nicht los :'-(...

Beitrag von Katinka5 »

Liebes Stillforum,
seit Tagen lassen mich ein paar Gedanken nicht los und ich hoffe, ihr könnt mir mit eurer Einschätzung dazu helfen, wieder entspannter zu werden. Je konkreter unsere Planung für eine zweite Schwangerschaft wird, desto mehr werde ich wieder von unserem vermasselten Stillstart eingeholt, ja eigentlich bin ich wohl noch immer traumatisiert, obwohl ich letztendlich nach 6 Wochen vollstillen konnte.

Kurz zu meiner Seite bzgl SWS, Gewicht, Geburt:
Vor der SWS leichtes Untergewicht, relativ ambitionierte Läuferin (ca 35 km pro Woche), in der Schwangerschaft dann 24 kg zugenommen, viele Anzeichen für Diabetes, von meiner miesen Gyn aber ignoriert. Brüste: im ersten SWS-Drittel etwas gewachsen, dann aber kaum Veränderung und auch nie Kolostrum rausgetropft. Geburt: 16 Stunden nach Einleitung mit Cytotec bei 40+5, 4 h davon Presswehen, zwischendrin verrutsche PDA mit Liquorverlust etc....wurde nach wenigen Stunden wieder entfernt; zwischendrin Wehentropf, Wehenhemmer, Schmerzmittel,...schlechte CTG-Werte beim Kind, Blutentnahme am Köpfchen, Nabelschnur um den Hals....aber letztendlich spontan ohne mechanische Hilfsmittel geboren;

Zu meinem Baby:
4400g, 51 cm, 39,5 cm KU, insgesamt sehr schläfrig am Anfang

Zum Stillen/Ausscheidungen:
im Kreißsaal erfolgreich angelegt, aber dann hat sie viel geschlafen, ich hab alle 2 Stunden versucht anzulegen, was immer schlechter funktionierte, da ich durch ein Liquorverlustsyndrom hauptsächlich damit beschäftigt war, vor Schmwerzen zu wimmern und zu schreien, es war die Hölle auf Erden und hielt 10 Tage an. Durch die flache Lagerung konnte ich auch nicht pumpen, irgendwie hab ichs im Liegen nicht hingekriegt...weder Anlegen noch Pumpen lief also...beim Pumpen kamen auch nur so 5 ml...
Meine Maus bekam wegen Unterzuckers direkt Primergen zugefüttert und schlief und schlief und schlief...fast 2 Tage kaum Urin, nur ein bißchen Kieselmehl, durch meine Beschwerden und mangelnde Hilfe gabs schnell ca 5x 60 ml Pre am Tag, leider mit Flasche. Mekonium kam erst, als nach 8 Tagen die Hebamme mit Fieberthermometer pulte, dann aber seeeeehr viel. Am fünften Tag hatte ich Milcheinschuss, direkt mit hohem Fieber und Milchstau, hab manchmal 6 Stunden nicht gestillt....ich hatte einfach vor allem Kopfschmerzen, die das unerträglichste waren, was ich je empfunden habe.Noch heute werde ich bei dem leichtesten Kopfschmerz-Anflug panisch, obwohl ich ja weiß, dass es nichts mit dem damals zu tun hat.
Beim Pumpen kam NIE mehr als 10-20 ml, ich stillte so oft und viel ich konnte, stellte mir nachts zum Pumpen den Wecker etc...allerdings nahm die Kleine SEHR gut zu, sodass ich nach 5-6 Wochen die bis dahin auf 2x90 ml reduzierte Pre (mittlerweile mit BES verfüttert) weggelassen hab. Das Vollstillen hat super geklappt, insgesamt verläuft die Gewichtsentwicklung nun schon seit der U2 seit 14 Monaten konstant entlang bzw leicht oberhalb der 97er-Perzentilen, also ein leicht übergewichtiges Kind..

Nun zu meinem Problem: ich werde den Gedanken nicht los, dass ich Probleme mit der Milchbildung am Anfang habe (kaum Veränderung in der SWS, viel zu geringe Ausscheidungen beim Kind, schläfriges Neugeborenes...und die neulich hier thematisierten tubulären Brüste hab ich auch!!!). Auch kann ich immer noch so gut wie nichts abpumpen, es klappt einfach nicht. Ich weiß, ich habe letztendlich erfolgreich eine zeitlang voll gestillt und bin so dankbar, immer noch zu stillen. Aber ich habe soooo große Angst, dass es beim nächsten Mal wieder so läuft. Ich wollte schon die erste PDA nicht haben und wurde mit Kaiserschnitt-Androhung dazu überredet, mittlerweile bin ich so traumatisiert, dass ich lieber bei einem Kaiserschnitt eine Vollnarkose möchte. Ist das ratsam bzgl Stillstart? Kann es sein, dass ich ein hormonelles Problem hab? Seid ihr auch der Meinung wie die Hebamme im Kreißsaal und mein neuer Gyn, dass ich evtl einen versteckten Diabetes hatte und sollte ich das nochmal testen lassen? Warum war mein Baby so trinkfaul? Und wo soll ich mein zweites Kind bekommen, damit der Stillstart nicht wieder so vermasselt wird? Ich war immer ganz pragmatisch in solchen Dingen, aber mittlerweile schnürt es mir die Kehle zu, wenn ich daran denke, im Krankenhaus an der Pumpe zu hängen, während mein Baby komatös schlafend daneben liegt, weil es ohne mein Einverständnis zugefüttert wurde.
Ich wünsche mir so sehr ein zweites Kind, aber in mir verselbständigt sich der Gedanke, wieder einen Still-Fehlstart hinzulegen, weil mit mir was nicht stimmt....

Was sagt ihr dazu? Übertreibe ich? Irgendwie haben manche Frauen Traumata vom Geburtserlebnis, ich hab meins von den ersten Wochen mit Baby...sollte ich das versuchen, aufzuarbeiten? Und wo kann ich das tun?

Fragen über Fragen....:'-( danke, wer das alles gelesen hat!!! GLG
Grüße von Katinka mit Madame (*Mai 2014) und Brudi (*November 2017)
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Morgaine47
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Re: Es lässt mich nicht los :'-(...

Beitrag von Morgaine47 »

Ich bin keine Expertin und kann nur eigene Erfahrungen schreiben:
In der 1. Sws sind meine Brüste einmal gewachsen, ca. 20. SSW (+/- 2 Wochen), habe ich daran gemerkt, dass innerhalb von 2 Tagen meine BHs zu klein waren, die dann neu gekauften haben bis zum Ende der Sws gepasst. Vormilch hatte ich nie. KS nach 17 Stunden Wehen mit PDA, Kind nicht gleich angelegt, natürlich wie Du noch keine Stillerfahrung und auf den Mist im KH gehört, die Große hat ein oder zweimal Glukose bekommen, der Diabetologe, wo ich in der 2. Sws wegen Sws-Diabetes war meinte ich hätte wegen dem hohen Geburtsgewicht der Großen da auch ne unentdeckte Diabetes gehabt. Trotzdem hatte ich ab Tag 3 oder 4 Milch, ich hatte aber auch keine unendlichen Kopfschmerzen (was wirklich unglaublich fies kligt, fieser wie KS-Schmerzen, denn mit Kopfschmerzen kann man nicht denken).
Die 2. und 3. Stillzeit fing viel entspannter an. Wieder jeweils KS, einmal nach Einleitung, das letzte mal wegen schon 2 mal KS ohne Geburtswehen vorher. Ich wußte einfach viel mehr, kannte verschiedene Anlegetechnicken, wußte übers Clusterfeeding Bescheid und wußte beim 3. Kind wo ich Hilfe finde wenn ich sie dringend brauche (hier). Du hast es trotz besch... Start nach 6 Wochen relativ problemlos (Du schreibst 180 ml hast Du von heute auf Morgen durch Stillen ersetzt) das Vollstillen erreicht, d.h. Deine Brüste können super stillen. Und wenn Du das nächste Mal ohne diese absolut fiesen Kopfschmerzen im Frühwochenbett bist und Dein Wissen hast und weißt wo Du sofort Hilfe findest (hier) wird es bestimmt viel einfacher.

Deine Panik vor einer erneuten PDA kann ich verstehen. Wenn man mal ein schiefgehen erlebt hat ist das prägend.

Wegen Entbindungsort: Schau obs in Deiner Gegend ein babyfreundlich zertifiziertes KH gibt. Du kannst auch eine ambulante Geburt in Erwägung ziehen (wollte ich eigentlich bei der Großen machen). Hol Dir Erfahrungen zu KH inDeinere Region von anderen Müttern ein, wenn es welche in Deiner Umgebung gibt auch hier aus dem SuT. Ich habe alle 3 Kinder im selben KH bekommen, beim 2. waren sie gerade am Ende der babyfreundlichen Zertifizierung, beim 3. dann seit fast 4 Jahren zertifiziert. Den Unterschied hat man schon sehr gemerkt. Und die Beratung jetzt scheint ziemlich gut zu sein was ich so bei meiner Zimmernachbarin mitbekommen habe.
LG
Morgaine

Große Tochter *17.09.2007
Kleiner Sohn *14.08.2010
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Katinka5
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Re: Es lässt mich nicht los :'-(...

Beitrag von Katinka5 »

Morgaine47, ganz lieben Dank, dass du deine Erfahrungen beschrieben hast!!! Es gibt ja doch die eine oder andere Parallele zu meinen Erlebnissen und es macht mir schon sehr viel Mut zu hören, dass es dann soviel entspannter war bei den beiden folgenden Geburten...ich werde oft schief angeguckt, was den versteckten Diabetes angeht, aber ich scheine ja keine Ausnahme zu sein. Ich lasse mich nie mehr so leicht abspeisen wie damals, hab ich mir vorgenommen (Kommentar meiner Gyn zu meiner Anmerkung, dass ich nach 6-7 Litern Wasser pro Tag immer noch Durst hab: jaja, in der SWS muß man ja auch viel trinken :evil: )
Das mit den Kopfschmerzen, ja, das kann sich kein Mensch vorstellen, der es nicht selbst mitmachen musste. Meine Hebamme hat mir von vielen Leidensgenossinnen erzählt, die schreiend auf allen Vieren aufs Klo kriechen mussten...so wie ich....beim Duschen hab ich immer geweint. Bei Geburtsschmerzen arbeitet man ja wenigstens auf etwas hin und weiß, dass es endlich ist, aber diese Verzweiflung, wenn es einfach nicht mehr aufhört....ich habe immer noch nicht verarbeitet, dass ich mein Kind lediglich aus dem Augenwinkel im Beistellbettchen anschauen konnte, weder war ich bei ihrem ersten Bad dabei, noch konnte ich sie die ersten zehn Tage wickeln, tragen...wer weiß, was das mit der Milchbildung gemacht hat :cry:
Eine ambulante Geburt schwebt mir momentan auch vor. Ich komme aus dem Köln-Bonner Raum, kenne hier nur Bensberg als babyfreundlich. Mir war immer wichtig, dass es eine Neugeborenenintensiv gibt, damit ich im Notfall nicht von meinem Baby getrennt werde, falls es verlegt werden müsste. Die babyfreundlichen/stillfreundlichen hier haben irgendwie alle keine. Oder weiß jemand eines??? Freue mich jetzt schon über Tipps :wink:
Vielleicht sollte ich das Erlebte doch nochmal richtig aufarbeiten....wird mir beim Schreiben hier immer klarer...Geburt fand ich gar nicht so schlimm, war froh, letztendlich ohne Schmerzmittel alles miterlebt zu haben....aber das Wochenbett...naja, ich wiederhole mich :oops:
Jedenfalls vielen Dank nochmal!!!
Grüße von Katinka mit Madame (*Mai 2014) und Brudi (*November 2017)
Lucccy
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Re: Es lässt mich nicht los :'-(...

Beitrag von Lucccy »

Hallo,

fühl Dich erstmal gedrückt. Deine Schilderung vom Frühwochenbett klingt furchtbar, es wundert mich da nicht, dass Du unter den Schmerzen einen schlechten Stillstart hattest.
Ich würde mal das Urteil der Stillmods abwarten, aber Deine Schilderung des erreichten Vollstillens und des Gewichtsverlaufs klingt für mich eher nach den Folgen des Liquor-Verlustes und weniger nach hormonell bedingten Stillproblemen.
Katinka5 hat geschrieben:Auch kann ich immer noch so gut wie nichts abpumpen, es klappt einfach nicht.
Da kann ich jetzt aus meinem Erleben schöpfen: ich kann heute auch nur noch unter großer Anstrengung Milch gewinnen. Nach der Geburt hatte ich eine Voll-Pump-Phase, da habe ich den doppelten Tagesbedarf gepumpt - aber da hatte ich auch den Rücken frei, d.h. ich war fit und musste mich um nichts anderes kümmern.
Ich würde aus den heutigen Abpump-Ergebnissen überhaupt nichts ableiten, weder zu Deiner damaligen noch zu Deiner heutigen Stillfähigkeit.

Und wegen Hilfe: würde es Dir helfen, die Ereignisse nochmal mit z.B. der Kreissaal-Hebamme aufzuarbeiten? Bei Dir ist es ja ein großes Paket: die Geburt mit der PDA mit Komplikationen und den daraus resultierenden Stillproblemen.
Ansonsten gibt es Schatten-und-Licht.de da würde ich nach kompetenter Hilfe in meiner Nähe suchen, aber das ist vermutlich wenig still-spezifisch.

Meinen bzw unseren Stillstart hat mir übrigens das Wissen hier aus dem Forum hier "erklärt", so dass ich langsam meinen Frieden damit schließen kann. Bei einigen Punkten wäre ich durch mein Wissen und meine Erfahrungen allerdings auch selbstsicherer und würde den Aussagen des Personals nicht mehr einfach glauben, sondern würde versuchen, ob man mich nach meinen Überzeugungen handeln lassen würde (SoftCup statt Flasche).

Gruß Lucccy
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Katinka5
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Re: Es lässt mich nicht los :'-(...

Beitrag von Katinka5 »

Danke, Luccy, das mit der Kreißsaal-Hebamme klingt nach einer guten Idee...allerdings bin ich nicht so sicher, ob die mir da weiterhelfen, zumal ich sagen muß, dass der Kreißsaal super war, die Station war die Hölle...diese Schwestern...ich hab mich so dumm und bevormundet gefühlt. Ich hoffe, mir geht es so wie euch, dass das Wissen, das man sich in diesem wirklich einfühlsamen und informativen Forum aneignen kann, einen selbstbewusster macht. Eigentlich bin ich sehr selbstbewusst, aber diese besondere Situation nach einer Geburt macht einen doch sehr dünnhäutig..

Ich muß das jetzt einfach mal sagen: bei der Klinik handelte es sich um die Kölner Uniklinik, die bzgl medizinischer Ausstattung wirklich top ist, Ärzte und Hebammen sind es auch, ABER ich kann nur davon abraten, dort stationär zu bleiben!!! Es wird sehr babygerecht getan (pro Vaginalgeburt bei BEL, Zwillingen etc., pro stillen), aber was die Stillfreundlichkeit betrifft: die ist nur gegeben, so lange es keine echten Probleme gibt, die den Ablauf stören, ansonsten sind Pumpe, Pre und Schnuller (wenigstens den hatte meine Maus glücklicherweise noch nie im Mund!!) an der Tagesordnung.

Als mich mein Gyn bei einem verstopften Milchgang einige Wochen später an einem Mittwoch Nachmittag einmal dort hin verwiesen hatte (weil ich dort entbunden hatte), meinte eine Ärztin beim Brust- US, es sei alles okay, sie würde aber eine Zweitmeinung dazu holen. Der Priv.Doz., der hinzukam, meinte dann: "Ansonsten, wenn Sie Schmerzen beim Stillen haben, stillen Sie halt ab! Ich wurde auch nicht gestillt, und aus mir ist was geworden". Da war mein Baby 3 Monate alt...ich hab mich zum Stillen in den Vorraum gesetzt und musste weinen...Soviel zur Stillfreundlichkeit...

Hat gut getan, das hier mal zu verbalisieren...ein erster Schritt zur Verarbeitung :) Danke, dass es euch hier gibt!!!!
Grüße von Katinka mit Madame (*Mai 2014) und Brudi (*November 2017)
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Missy
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Re: Es lässt mich nicht los :'-(...

Beitrag von Missy »

Katinka5 hat geschrieben: Ich muß das jetzt einfach mal sagen: bei der Klinik handelte es sich um die Kölner Uniklinik, die bzgl medizinischer Ausstattung wirklich top ist, Ärzte und Hebammen sind es auch, ABER ich kann nur davon abraten, dort stationär zu bleiben!!! Es wird sehr babygerecht getan (pro Vaginalgeburt bei BEL, Zwillingen etc., pro stillen), aber was die Stillfreundlichkeit betrifft: die ist nur gegeben, so lange es keine echten Probleme gibt, die den Ablauf stören, ansonsten sind Pumpe, Pre und Schnuller (wenigstens den hatte meine Maus glücklicherweise noch nie im Mund!!) an der Tagesordnung.
Wow, ich war auch in der Uni und habe genau das Gegenteil erlebt. Mein Wusel hatte nach KS Anpassungsstörungen und leichte Gelbsucht, das stillen klappte überhaupt nicht. Ich habe ständig geklingelt und die Schwestern und Hebammen haben mir immer und immer wieder sehr geduldig beim Anlegen geholfen. Ich habe dann auch gepumpt und spätzer mit meiner Hebamme das wieder ausgeschlichen, aber der Klinik mache ich da überhaupt keinen Vorwurf. Dabei war da echt die Hölle los zu der Zeit und die böse überbelegt.
Nur die eine Nachtschwester war echt sch*** :evil: , da krieg ich heute noch einen Hals, wenn ich an die denke. Die klingt seeeehr nach deiner Beschreibung.

Ich wünsche dir jedenfalls, dass du dein Trauma überwinden und die Erlebnisse aufarbeiten kannst, damit du das Thema für dich gut abschliessen kannst.
Missy mit dem kleinen Wuselchen (6/13) und *(10/15)
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Teazer
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Re: Es lässt mich nicht los :'-(...

Beitrag von Teazer »

Guten Abend Katinka!

Mensch, da hattest Du wirklich einen heftigen Start ins Mama Sein. (((())))
Katinka5 hat geschrieben:Je konkreter unsere Planung für eine zweite Schwangerschaft wird, desto mehr werde ich wieder von unserem vermasselten Stillstart eingeholt, ja eigentlich bin ich wohl noch immer traumatisiert, obwohl ich letztendlich nach 6 Wochen vollstillen konnte.
Das ist schon einmal eine tolle Sache. Deine Brust "erinnert" sich nämlich daran wie das Stillen geht. Allein schon deshalb wird es das nächste Mal besser laufen.
Brüste: im ersten SWS-Drittel etwas gewachsen, dann aber kaum Veränderung und auch nie Kolostrum rausgetropft.
Das ist normal. Ich habe bei meinen drei Schwangerschaften keinen Tropfen Kolostrum gesehen.
ich hab alle 2 Stunden versucht anzulegen, was immer schlechter funktionierte, da ich durch ein Liquorverlustsyndrom hauptsächlich damit beschäftigt war, vor Schmwerzen zu wimmern und zu schreien, es war die Hölle auf Erden und hielt 10 Tage an.
Es tut mir sehr leid, dass Du das erleben musstest.
Durch die flache Lagerung konnte ich auch nicht pumpen, irgendwie hab ichs im Liegen nicht hingekriegt...weder Anlegen noch Pumpen lief also...beim Pumpen kamen auch nur so 5 ml...
Meine Maus bekam wegen Unterzuckers direkt Primergen zugefüttert und schlief und schlief und schlief...fast 2 Tage kaum Urin, nur ein bißchen Kieselmehl, durch meine Beschwerden und mangelnde Hilfe gabs schnell ca 5x 60 ml Pre am Tag, leider mit Flasche. Mekonium kam erst, als nach 8 Tagen die Hebamme mit Fieberthermometer pulte, dann aber seeeeehr viel. Am fünften Tag hatte ich Milcheinschuss, direkt mit hohem Fieber und Milchstau, hab manchmal 6 Stunden nicht gestillt....ich hatte einfach vor allem Kopfschmerzen, die das unerträglichste waren, was ich je empfunden habe.
Diese Schmerzen machen normales Stillen ganz oft unmöglich. Wie soll man für den MSR auch entspannt sein, wenn man kaum das Augen öffnen erträgt?

Aus meiner Sicht sind die Schmerzen der Grund für Euren schweren Stillstart.
Beim Pumpen kam NIE mehr als 10-20 ml
Manche Frauen können einfach nicht pumpen, auch wenn sie problemlos stillen können. Eine Pumpe ist einfach nicht so effektiv und auch nicht so weich, warm, kuschlig und gut riechend wie ein Baby.
ich stillte so oft und viel ich konnte, stellte mir nachts zum Pumpen den Wecker etc...allerdings nahm die Kleine SEHR gut zu, sodass ich nach 5-6 Wochen die bis dahin auf 2x90 ml reduzierte Pre (mittlerweile mit BES verfüttert) weggelassen hab.
Toll! Da kannst Du wirklich stolz auf Dich und Dein Baby sein.
Das Vollstillen hat super geklappt, insgesamt verläuft die Gewichtsentwicklung nun schon seit der U2 seit 14 Monaten konstant entlang bzw leicht oberhalb der 97er-Perzentilen, also ein leicht übergewichtiges Kind..
Nein, Dein Baby ist nicht übergewichtig. Es ist oberhalb der 97. Perzentile. Das ist völlig okay, so lange es seinem inneren Bauplan entspricht. Dass es konstant dort lang sich entwickelt spricht dafür. Die Zahl bedeutet bloß, dass die meisten anderen Kinder leichter sind. Das ist aber nichts Negatives. Dein Kind ist einfach so.
Nun zu meinem Problem: ich werde den Gedanken nicht los, dass ich Probleme mit der Milchbildung am Anfang habe (kaum Veränderung in der SWS, viel zu geringe Ausscheidungen beim Kind, schläfriges Neugeborenes...und die neulich hier thematisierten tubulären Brüste hab ich auch!!!).
Da Du voll stillen konntest, gibt es definitiv keine hormonellen oder körperlichen Probleme. Du hattest wahnsinnige Schmerzen nach der Geburt. Das hat es Euch erschwert. Die Zufütterportionen waren für ein Neugeborenes riesig. Kein Wunder, dass Dein Baby sich danach nicht mehr meldete. Ohne Schmerzen wäre Zufütterung vermutlich nicht nötig gewesen und das Stillen wäre gut angelaufen.
mittlerweile bin ich so traumatisiert, dass ich lieber bei einem Kaiserschnitt eine Vollnarkose möchte. Ist das ratsam bzgl Stillstart?
Vollnarkosen sind kein unüberwindbares Hindernis. Ich weiß jedoch aus eigener Erfahrung, dass man da recht lange ausgeknockt ist und das den Stillbeginn auch negativ beeinflussen kann. Auch das Bonding kann darunter leiden.

Ich möchte Dir ans Herz legen, Dein Trauma therapeutisch anzugehen. Du hast Schlimmes erlebt, das bis heute nachbebt. Es gibt Therapeut(inn)en, die sich auf Traumatherapie spezialisiert haben.
Kann es sein, dass ich ein hormonelles Problem hab?
Das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Dann wäre späteres Vollstillen nicht möglich gewesen.
Seid ihr auch der Meinung wie die Hebamme im Kreißsaal und mein neuer Gyn, dass ich evtl einen versteckten Diabetes hatte und sollte ich das nochmal testen lassen?
Du solltest es auf jeden Fall in der nächsten Sws testen lassen.
Warum war mein Baby so trinkfaul?
Das war wahrscheinlich Resultat einer Kette von ungünstigen Umständen. Du hattest starke Schmerzen, was das Stillen erschwerte. Als dann zugefüttert werden musste, wurde für ein Mini-Baby große Portionen gefüttert, noch dazu per Flasche. Dein Baby war pappsatt, vielleicht sogar saugverwirrt. Das alles hat einen normalen Stillstart unmöglich gemacht. Du kannst wirklich Stolz auf Dich sein, dass Du Dich zum Vollstillen durchgekämpft hast.
Und wo soll ich mein zweites Kind bekommen, damit der Stillstart nicht wieder so vermasselt wird? Ich war immer ganz pragmatisch in solchen Dingen, aber mittlerweile schnürt es mir die Kehle zu, wenn ich daran denke, im Krankenhaus an der Pumpe zu hängen, während mein Baby komatös schlafend daneben liegt, weil es ohne mein Einverständnis zugefüttert wurde.
Ich wünsche mir so sehr ein zweites Kind, aber in mir verselbständigt sich der Gedanke, wieder einen Still-Fehlstart hinzulegen, weil mit mir was nicht stimmt....
Das alles wären Fragen, die Du in der Therapie bearbeiten könntest. Du könntest vor der Geburt einen Stillplan schreiben (ähnlich wie ein Geburtsplan). Kannst Du englisch? Dann kann ich Dir eine Vorlage schicken.
sollte ich das versuchen, aufzuarbeiten?
Ja, definitiv.

Ich hoffe, ich konnte Dir schon etwas weiter helfen. Ich bin gerne weiter für Dich da.

Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
AP estab. 2009, 2011 & 2014
dowa

Re: Es lässt mich nicht los :'-(...

Beitrag von dowa »

Ich habe nur den Anfang gelesen. Hoffentlich passt mein Gedanke trotzdem: Es gibt manchmal Hebammen mit der Zusatzausbildung für Traumaverarbeitung. Da würde ich mal fragen.

07/13 und 03/15
Francisam
ist nicht mehr wegzudenken
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Registriert: 01.12.2011, 20:20

Re: Es lässt mich nicht los :'-(...

Beitrag von Francisam »

Katinka, ich kann zu dem meisten nichts (hilfreiches) sagen, möchte Dir aber - falls das überhaupt für Dich in Frage kommt - das Geburtshaus in Bonn ans Herz legen!
Nicht nur für eine zweite Geburt sondern auch zur Aufarbeitung der ersten. Im Geburtshaus arbeitet eine Therapeutin, die sich auf (Geburts-)Trauma-Aufarbeitung spezialisiert hat.
Ich habe zwar selber keine Erfahrung damit, ich war und bin aber ansonsten so glücklich mit dem Geburtshaus und den Hebammen dort, dass ich das als Anregung da lassen wollte :wink:

(Wenn Du magst, suche ich Dir die Kontaktdaten von der Therapeutin raus. Nur als Angebot.)
... mit Groß (2015), Mittel (2016) und Klein (2022)
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Katinka5
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Re: Es lässt mich nicht los :'-(...

Beitrag von Katinka5 »

Danke euch für die tollen Vorschläge, ich werde das mit der Aufarbeitung jetzt wirklich angehen!!

Missy, das freut mich, dass es bei dir besser gelaufen ist, wahrscheinlich waren die auch einfach oft nur mit mir überfordert, weil die Schmerzen so schlimm waren...und voll war es bei mir auch, auf allen Stationen waren Babies verteilt :shock:

Teazer, ganz lieben Dank, deine Einschätzungen machen mir ganz viel Mut, da wächst direkt das Selbstwertgefühl :) Über die Vorlage zum Stillplan würde ich mich sehr freuen, englisch ist kein Problem. Vielen Dank schonmal

Francisam, ich kenne das Bonner Geburtshaus vom LLL-Stilltreff, macht einen sehr sympathischen Eindruck. Ich hatte auch mal in nem Programmflyer was gelesen zu nem Kurs, um traumatische Geburten aufzuarbeiten und dachte mir aber, dass es dafür vielleicht schon zu spät ist. Wenn du die Kontaktdaten der Hebamme zur Hand hast, würde ich mich sehr drüber freuen!

Also, ganz lieben Dank nochmal, fühlt sich gut an, endlich aktiv zu werden in der Sache :D
Grüße von Katinka mit Madame (*Mai 2014) und Brudi (*November 2017)
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