Stillen zum zweiten mal gescheitert
Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind
-
Bluebell
- Herzlich Willkommen
- Beiträge: 3
- Registriert: 26.06.2015, 16:19
Stillen zum zweiten mal gescheitert
Hallo zusammen,
Ende Mai ist mein 2. Kind zur Welt gekommen.
Wie schon beim ersten, hat es auch diesmal mit dem Stillen nicht geklappt. Ich habe jedes mal zu wenig Milch. Ich habe, bedingt durch einen zwischenzeitlichen Umzug, in zwei verschiedenen Krankenhäusern entbunden, hatte zwei verschiedene Nachsorgehebammen. Immer dieselbe Meinung: Bringt nichts, aber wenn ich möchte, kann ich versuchen, abzupumpen. Das habe ich auch beide male versucht. Leider mit sehr schlechten Ergebnissen. Bei jedem Pumpvorgang war kaum mehr Milch als ein Esslöffel voll zu gewinnen. Habe dann nach ein paar Tagen aufgegeben, weil sich die Mühe für diese schlechten Ergebnisse in meinen Augen nicht lohnt. Eine halbe Stunde pumpen für die paar Tröpfchen? Das war es mir nicht „wert“, lieber investier(t)e ich diese Zeit in mein Kind/meine Kinder. Mit dem Anlegen klappte es dann auch immer schlechter. Mein zweiter Sohn hatte auch eine Trinkschwäche, war von Geburt an sehr klein und leicht, verlor dann nochmal 10% von seinem Geburtsgewicht und entwickelte eine Gelbsucht, so dass im KH dann kein Risiko mehr eingegangen werden konnte und der Kleine noch dort vor Ort auf Fläschchenmilch eingestellt wurde. Wie gesagt, ich pumpte dann noch ein paar Tage ab, aber dann hörte ich auf.
Mein erster Sohn kam groß und kräftig zur Welt, saugte auch fleißig an der Brust. Es kam aber kaum Milch und nachdem auch er am 3. Tag nach Geburt 10% seines Körpergewichts verloren hatte, musste auch hier zugefüttert werden. Ich legte ihn zwar weiterhin an, aber hatte dann irgendwann total wunde Brustwarzen, so dass der Kleine mehr Blut als Milch saugte. Daraufhin sollte ich ein paar Tage mit dem Stillen pausieren und abpumpen. Naja, wie oben geschildert: Es kam kaum Milch, der Zwerg gewöhnte sich sehr schnell ans Fläschchen und damit war das Stillen passé.
Blöd ist halt, dass sowohl mein Mann als auch ich Erkrankungen haben, die das Stillen schon nötig und wichtig gemacht hätten (Atopisches Ekzem, Allergien, Diabetes II). Deshalb wollte ich unseren Kindern eigentlich schon den Schutz durch das Stillen mitgeben, aber nuja…..
So, jetzt komme ich zu meiner eigentlichen Frage: Ich wollte natürlich wissen, warum es mit dem Stillen so gar nicht klappen wollte. Die erste Hebamme damals meinte, es könnte eine Hormonstörung dafür verantwortlich sein. Ich bin dem damals nicht mehr weiter nachgegangen. Die jetzige Hebamme meinte, dass meine Brust evtl. zu wenig Brustdrüsengewebe hat.
Wir planen im Laufe der nächsten Jahre noch 1-2 weitere(s) Kind(er) und u.a. deshalb wäre es mir wichtig zu wissen, ob ich zu wenig milchbildendes Gewebe in der Brust habe. Kann man das irgendwie herausfinden?
Kann man, außerhalb der Stillzeit, herausfinden, ob Hormonstörungen vorliegen, die die Milchbildung hemmen (so wie die erste Hebamme meinte)?
Der Gedanke, dass meine beiden Kinder drei Tage lang völlig umsonst hungern mussten und schlussendlich ohnehin Flaschenkinder wurden, belastet mich sehr. Ich würde das evtl. weiteren Kindern gerne ersparen und dann halt gleich das Fläschchen geben, wenn das Stillen nicht möglich ist. Deshalb möchte ich jetzt gerne Ursachenforschung betreiben.
Viele Grüße,
Bluebell
Ende Mai ist mein 2. Kind zur Welt gekommen.
Wie schon beim ersten, hat es auch diesmal mit dem Stillen nicht geklappt. Ich habe jedes mal zu wenig Milch. Ich habe, bedingt durch einen zwischenzeitlichen Umzug, in zwei verschiedenen Krankenhäusern entbunden, hatte zwei verschiedene Nachsorgehebammen. Immer dieselbe Meinung: Bringt nichts, aber wenn ich möchte, kann ich versuchen, abzupumpen. Das habe ich auch beide male versucht. Leider mit sehr schlechten Ergebnissen. Bei jedem Pumpvorgang war kaum mehr Milch als ein Esslöffel voll zu gewinnen. Habe dann nach ein paar Tagen aufgegeben, weil sich die Mühe für diese schlechten Ergebnisse in meinen Augen nicht lohnt. Eine halbe Stunde pumpen für die paar Tröpfchen? Das war es mir nicht „wert“, lieber investier(t)e ich diese Zeit in mein Kind/meine Kinder. Mit dem Anlegen klappte es dann auch immer schlechter. Mein zweiter Sohn hatte auch eine Trinkschwäche, war von Geburt an sehr klein und leicht, verlor dann nochmal 10% von seinem Geburtsgewicht und entwickelte eine Gelbsucht, so dass im KH dann kein Risiko mehr eingegangen werden konnte und der Kleine noch dort vor Ort auf Fläschchenmilch eingestellt wurde. Wie gesagt, ich pumpte dann noch ein paar Tage ab, aber dann hörte ich auf.
Mein erster Sohn kam groß und kräftig zur Welt, saugte auch fleißig an der Brust. Es kam aber kaum Milch und nachdem auch er am 3. Tag nach Geburt 10% seines Körpergewichts verloren hatte, musste auch hier zugefüttert werden. Ich legte ihn zwar weiterhin an, aber hatte dann irgendwann total wunde Brustwarzen, so dass der Kleine mehr Blut als Milch saugte. Daraufhin sollte ich ein paar Tage mit dem Stillen pausieren und abpumpen. Naja, wie oben geschildert: Es kam kaum Milch, der Zwerg gewöhnte sich sehr schnell ans Fläschchen und damit war das Stillen passé.
Blöd ist halt, dass sowohl mein Mann als auch ich Erkrankungen haben, die das Stillen schon nötig und wichtig gemacht hätten (Atopisches Ekzem, Allergien, Diabetes II). Deshalb wollte ich unseren Kindern eigentlich schon den Schutz durch das Stillen mitgeben, aber nuja…..
So, jetzt komme ich zu meiner eigentlichen Frage: Ich wollte natürlich wissen, warum es mit dem Stillen so gar nicht klappen wollte. Die erste Hebamme damals meinte, es könnte eine Hormonstörung dafür verantwortlich sein. Ich bin dem damals nicht mehr weiter nachgegangen. Die jetzige Hebamme meinte, dass meine Brust evtl. zu wenig Brustdrüsengewebe hat.
Wir planen im Laufe der nächsten Jahre noch 1-2 weitere(s) Kind(er) und u.a. deshalb wäre es mir wichtig zu wissen, ob ich zu wenig milchbildendes Gewebe in der Brust habe. Kann man das irgendwie herausfinden?
Kann man, außerhalb der Stillzeit, herausfinden, ob Hormonstörungen vorliegen, die die Milchbildung hemmen (so wie die erste Hebamme meinte)?
Der Gedanke, dass meine beiden Kinder drei Tage lang völlig umsonst hungern mussten und schlussendlich ohnehin Flaschenkinder wurden, belastet mich sehr. Ich würde das evtl. weiteren Kindern gerne ersparen und dann halt gleich das Fläschchen geben, wenn das Stillen nicht möglich ist. Deshalb möchte ich jetzt gerne Ursachenforschung betreiben.
Viele Grüße,
Bluebell
- Tigerchen
- ist nicht mehr wegzudenken
- Beiträge: 1674
- Registriert: 15.06.2014, 17:10
Re: Stillen zum zweiten mal gescheitert
Es wird sich bestimmt gleich eine Stillberaterin zu deiner eigentlichen Thematik äußern.
Mir fällt nur gerade dazu ein, dass deine Kinder bestimmt nicht 1. umsonst und 2. gehungert haben. Meines Wissens ist es in den ersten Tagen bis zum Milcheinschuss normal, dass da halt wenig kommt und die Kinder haben genug Reserven. 10 % sind doch eigentlich auch noch im Rahmen, oder? Und umsonst war es auf keinen Fall! Du hast deinen Kindern das besonders wichtige Kolostrum gegeben, also die erste Milch, die so viele Prozesse im Körper anstupst, die ganz besondere Antikörper enthält u.s.w. Bestimmt kann eine Stillberaterin dazu auch noch mehr sagen, wofür das alles gut ist.
Es ist toll, dass du die ersten Tage gestillt hast! In jedem Fall!!!
Mir fällt nur gerade dazu ein, dass deine Kinder bestimmt nicht 1. umsonst und 2. gehungert haben. Meines Wissens ist es in den ersten Tagen bis zum Milcheinschuss normal, dass da halt wenig kommt und die Kinder haben genug Reserven. 10 % sind doch eigentlich auch noch im Rahmen, oder? Und umsonst war es auf keinen Fall! Du hast deinen Kindern das besonders wichtige Kolostrum gegeben, also die erste Milch, die so viele Prozesse im Körper anstupst, die ganz besondere Antikörper enthält u.s.w. Bestimmt kann eine Stillberaterin dazu auch noch mehr sagen, wofür das alles gut ist.
Es ist toll, dass du die ersten Tage gestillt hast! In jedem Fall!!!
Tigerchen mit dem *Oktoberherzchen* (2003), der Eisprinzessin (2009), dem *Novembertraum* (2009) und dem Beuteltigerbaby (04/14)
In Gedenken an Friedrich und Clayton
In Gedenken an Friedrich und Clayton
- Teazer
- Mod a.D.
- Beiträge: 18114
- Registriert: 14.09.2009, 10:15
Re: Stillen zum zweiten mal gescheitert
Liebe Bluebell,
wir sind im Moderatorenteam gerade etwas dezimiert. Wir haben Deinen Thread nicht übersehen. So bald wie möglich meldet sich ein StillMod.
Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)
wir sind im Moderatorenteam gerade etwas dezimiert. Wir haben Deinen Thread nicht übersehen. So bald wie möglich meldet sich ein StillMod.
Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)
"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
AP estab. 2009, 2011 & 2014
"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
AP estab. 2009, 2011 & 2014
-
Bluebell
- Herzlich Willkommen
- Beiträge: 3
- Registriert: 26.06.2015, 16:19
Re: Stillen zum zweiten mal gescheitert
Hallo ihr beiden,
vielen Dank für eure Antworten
Tigerchen, in beiden KH´s wollten sie mit dem Zufüttern nicht länger warten, nachdem 10 % des Geburtsgewichts verloren waren. Scheint vielleicht eine interne Richtlinie zu sein, an der sich die KH´s scheinbar orientieren...?
Also bist du der Meinung, dass die wenige Muttermilch, die meine Kinder bekommen haben, ausreicht, um wenigstens einen gewissen Immunschutz aufzubauen? Das war nämlich auch eine der Fragen, die mir keine der beiden Hebammen beantwortet hat: Wie viel Muttermilch ist eigentlich nötig, damit sich der positive, schützende Effekt entfalten kann?
Stimmt schon, wenn die wenige Milch, die meine beiden Söhne bekommen haben, eine positive gesundheitliche Wirkung hatte, dann war es nicht umsonst.
Teazer, auch dir vielen Dank für deine Rückmeldung!
Nur die Ruhe, kein Stress
Wir waren jetzt am WE auch selten daheim, wie du an meiner Onlinezeit sehen kannst
Wenn es euch zeitlich und "personell" wieder besser geht, würde ich mich über eure Antwort freuen. Es eilt ja nicht.
Viele Grüße,
Bluebell
vielen Dank für eure Antworten
Tigerchen, in beiden KH´s wollten sie mit dem Zufüttern nicht länger warten, nachdem 10 % des Geburtsgewichts verloren waren. Scheint vielleicht eine interne Richtlinie zu sein, an der sich die KH´s scheinbar orientieren...?
Also bist du der Meinung, dass die wenige Muttermilch, die meine Kinder bekommen haben, ausreicht, um wenigstens einen gewissen Immunschutz aufzubauen? Das war nämlich auch eine der Fragen, die mir keine der beiden Hebammen beantwortet hat: Wie viel Muttermilch ist eigentlich nötig, damit sich der positive, schützende Effekt entfalten kann?
Stimmt schon, wenn die wenige Milch, die meine beiden Söhne bekommen haben, eine positive gesundheitliche Wirkung hatte, dann war es nicht umsonst.
Teazer, auch dir vielen Dank für deine Rückmeldung!
Nur die Ruhe, kein Stress
Wir waren jetzt am WE auch selten daheim, wie du an meiner Onlinezeit sehen kannst
Wenn es euch zeitlich und "personell" wieder besser geht, würde ich mich über eure Antwort freuen. Es eilt ja nicht.
Viele Grüße,
Bluebell
- Tigerchen
- ist nicht mehr wegzudenken
- Beiträge: 1674
- Registriert: 15.06.2014, 17:10
Re: Stillen zum zweiten mal gescheitert
Also, soweit ich weiß, hast du deinen Kindern den wichtigsten Teil der Muttermilch gegeben, eine große und unersetzliche Hilfe zum Start ins Leben. Ich glaube, das war nicht nur ein bisschen nützlich, sondern unendlich wichtig und notwendig. Und was du ihnen gegeben hast, hätte sonst nie wieder gutgemacht werden können.
Ja, Babys starten auch ins Leben, wenn sie das nicht bekommen, aber um soviel schwerer. Du hast die Gesundheit, das Gehirn, die Überlebensfähigkeit und was weiß ich nicht alles so stark beeinflusst!
Die erste Milch ist anders als die, die dann kommt. Daher ist der Punkt hier wohl weniger die Menge, sondern dass es diese besondere Milch war.
Soweit mein laienhaftes Halbwissen...
Ja, Babys starten auch ins Leben, wenn sie das nicht bekommen, aber um soviel schwerer. Du hast die Gesundheit, das Gehirn, die Überlebensfähigkeit und was weiß ich nicht alles so stark beeinflusst!
Die erste Milch ist anders als die, die dann kommt. Daher ist der Punkt hier wohl weniger die Menge, sondern dass es diese besondere Milch war.
Soweit mein laienhaftes Halbwissen...
Tigerchen mit dem *Oktoberherzchen* (2003), der Eisprinzessin (2009), dem *Novembertraum* (2009) und dem Beuteltigerbaby (04/14)
In Gedenken an Friedrich und Clayton
In Gedenken an Friedrich und Clayton
- deidamaus
- Mod a.D.
- Beiträge: 16206
- Registriert: 20.06.2013, 06:38
- Wohnort: Landkreis Karlsruhe
Re: Stillen zum zweiten mal gescheitert
Hallo Bluebell,
jetzt habe ich mir ein bisschen Zeit zum Antworten freigeschaufelt.
In beiden Fällen hat sich auf jeden Fall das Zufüttern mit der Flasche sehr negativ auf eure Stillbeziehung ausgewirkt. Wenn eine Mutter stillen möchte, sollte möglichst auf eine stillfreundliche Zufüttermethode (Becher, Löffel, Brusternäherungsset, in Ausnahmefällen auch Fingerfeeding) zurückgegriffen werden. Selbst wenn dauerhaft zugefüttert werden muss, kann so die Stillbeziehung unterstützt werden und das Baby bekommt Muttermilch. Auf jeden Fall haben deine beiden Babys das wertvolle Kolostrum erhalten, dass für den Aufbau der Darmflora und des Immunsystems sehr wichtig ist.
10% Abnahme sind übrigens eine klare Zufütterindikation, da hat das Krankenhaus richtig gehandelt. Ab 7% sollte die Gewichtsentwicklung genauer überwacht und auf korrektes Stillmanagment geachtet werden.
Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung
jetzt habe ich mir ein bisschen Zeit zum Antworten freigeschaufelt.
Die Abpumpmenge sagt leider nichts darüber aus, wieviel Milch ein gut saugendes Baby aus der Brust trinken könnte.Bluebell hat geschrieben: Wie schon beim ersten, hat es auch diesmal mit dem Stillen nicht geklappt. Ich habe jedes mal zu wenig Milch. Ich habe, bedingt durch einen zwischenzeitlichen Umzug, in zwei verschiedenen Krankenhäusern entbunden, hatte zwei verschiedene Nachsorgehebammen. Immer dieselbe Meinung: Bringt nichts, aber wenn ich möchte, kann ich versuchen, abzupumpen. Das habe ich auch beide male versucht. Leider mit sehr schlechten Ergebnissen. Bei jedem Pumpvorgang war kaum mehr Milch als ein Esslöffel voll zu gewinnen. Habe dann nach ein paar Tagen aufgegeben, weil sich die Mühe für diese schlechten Ergebnisse in meinen Augen nicht lohnt. Eine halbe Stunde pumpen für die paar Tröpfchen?
Hast du unter der Geburt deines ersten Sohnes eine Infusion bekommen oder hattest du Schwangerschaftdiabetes?
Das war es mir nicht „wert“, lieber investier(t)e ich diese Zeit in mein Kind/meine Kinder. Mit dem Anlegen klappte es dann auch immer schlechter. Mein zweiter Sohn hatte auch eine Trinkschwäche, war von Geburt an sehr klein und leicht, verlor dann nochmal 10% von seinem Geburtsgewicht und entwickelte eine Gelbsucht, so dass im KH dann kein Risiko mehr eingegangen werden konnte und der Kleine noch dort vor Ort auf Fläschchenmilch eingestellt wurde. Wie gesagt, ich pumpte dann noch ein paar Tage ab, aber dann hörte ich auf.
Mein erster Sohn kam groß und kräftig zur Welt, saugte auch fleißig an der Brust. Es kam aber kaum Milch und nachdem auch er am 3. Tag nach Geburt 10% seines Körpergewichts verloren hatte, musste auch hier zugefüttert werden. Ich legte ihn zwar weiterhin an, aber hatte dann irgendwann total wunde Brustwarzen, so dass der Kleine mehr Blut als Milch saugte. Daraufhin sollte ich ein paar Tage mit dem Stillen pausieren und abpumpen. Naja, wie oben geschildert: Es kam kaum Milch, der Zwerg gewöhnte sich sehr schnell ans Fläschchen und damit war das Stillen passé.
In beiden Fällen hat sich auf jeden Fall das Zufüttern mit der Flasche sehr negativ auf eure Stillbeziehung ausgewirkt. Wenn eine Mutter stillen möchte, sollte möglichst auf eine stillfreundliche Zufüttermethode (Becher, Löffel, Brusternäherungsset, in Ausnahmefällen auch Fingerfeeding) zurückgegriffen werden. Selbst wenn dauerhaft zugefüttert werden muss, kann so die Stillbeziehung unterstützt werden und das Baby bekommt Muttermilch. Auf jeden Fall haben deine beiden Babys das wertvolle Kolostrum erhalten, dass für den Aufbau der Darmflora und des Immunsystems sehr wichtig ist.
Kannst du die Form deiner Brust beschreiben? Hat sich deine Brust im Laufe der Schwangerschaft verändert (Größe, Spannungsgefühle)? Hattest du einen Milcheinschuss?So, jetzt komme ich zu meiner eigentlichen Frage: Ich wollte natürlich wissen, warum es mit dem Stillen so gar nicht klappen wollte. Die erste Hebamme damals meinte, es könnte eine Hormonstörung dafür verantwortlich sein. Ich bin dem damals nicht mehr weiter nachgegangen. Die jetzige Hebamme meinte, dass meine Brust evtl. zu wenig Brustdrüsengewebe hat.
Ob du zu wenig Drüsengewebe hast, kann ein Frauenarzt per Ultraschall feststellen.Wir planen im Laufe der nächsten Jahre noch 1-2 weitere(s) Kind(er) und u.a. deshalb wäre es mir wichtig zu wissen, ob ich zu wenig milchbildendes Gewebe in der Brust habe. Kann man das irgendwie herausfinden?
Hast du Probleme mit deiner Schilddrüse, PCO oder Übergewicht?Kann man, außerhalb der Stillzeit, herausfinden, ob Hormonstörungen vorliegen, die die Milchbildung hemmen (so wie die erste Hebamme meinte)?
Deine Kinder haben auf jeden Fall Kolostrum bekommen, was sehr sehr gut ist. Jeder Tropfen Muttermilch ist wertvoll. 1ml Muttermilch enthält 4000 lebende Zellen.Der Gedanke, dass meine beiden Kinder drei Tage lang völlig umsonst hungern mussten und schlussendlich ohnehin Flaschenkinder wurden, belastet mich sehr. Ich würde das evtl. weiteren Kindern gerne ersparen und dann halt gleich das Fläschchen geben, wenn das Stillen nicht möglich ist. Deshalb möchte ich jetzt gerne Ursachenforschung betreiben.
10% Abnahme sind übrigens eine klare Zufütterindikation, da hat das Krankenhaus richtig gehandelt. Ab 7% sollte die Gewichtsentwicklung genauer überwacht und auf korrektes Stillmanagment geachtet werden.
Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung
Liebe Grüße von deidamaus, ModTeam-Stillberatung
mit den drei Mäusen (Grosse 12/06, Mittlerer 5/10 und Kleiner 4/13)
Kruschelkiste Bewertungen
mit den drei Mäusen (Grosse 12/06, Mittlerer 5/10 und Kleiner 4/13)
Kruschelkiste Bewertungen
- Tigerchen
- ist nicht mehr wegzudenken
- Beiträge: 1674
- Registriert: 15.06.2014, 17:10
Re: Stillen zum zweiten mal gescheitert
Oh, tut mir Leid, dass ich da was Falsches erzählt hab.deidamaus hat geschrieben:10% Abnahme sind übrigens eine klare Zufütterindikation, da hat das Krankenhaus richtig gehandelt. Ab 7% sollte die Gewichtsentwicklung genauer überwacht und auf korrektes Stillmanagment geachtet werden.
Tigerchen mit dem *Oktoberherzchen* (2003), der Eisprinzessin (2009), dem *Novembertraum* (2009) und dem Beuteltigerbaby (04/14)
In Gedenken an Friedrich und Clayton
In Gedenken an Friedrich und Clayton
-
Bluebell
- Herzlich Willkommen
- Beiträge: 3
- Registriert: 26.06.2015, 16:19
Re: Stillen zum zweiten mal gescheitert
Hallo ihr zwei
,
ich bin wirklich sehr froh, von euch beiden übereinstimmend zu lesen, dass meine beiden Jungs aus der leider nur sehr kurzen Stillzeit dennoch gesundheitlichen Nutzen haben ziehen können. Ich hoffe, dass ihre Gesundheit stabiler sein wird als die meines Mannes und meine.
Deidamaus, Schwangerschaftsdiabetes hatte ich nicht. Unter der Geburt meines ersten Sohnes habe ich Infusionen bekommen. Leider weiß ich gar nicht, was mir alles gegeben wurde.
Zum stillfreundlichen Zufüttern wurde mir gesagt, dass das lediglich Sinn macht, wenn die Mutter eine nennenswerte Menge an Muttermilch hat. Ich jedoch hätte quasi pro Mahlzeit 40 - 60 ml in mein Baby löffeln/bechern müssen und da sagten mir die Schwestern im Krankenhaus, dass das zeitlich kaum möglich sei und sowohl für meinen Sohn als auch für mich zur Plackerei werden würde. Zu-Füttern sei auf diese Art möglich, aber nicht (fast) Nur-so-Füttern.
Ich habe recht große Brüste. Von der Form her würde ich sie als „tropfenförmig“ beschreiben. Die Brustwarzen sind lt. Krankenschwestern und Hebammen normal geformt. Im Laufe der Schwangerschaft wurde die Brust etwas größer und oft war sie gereizt. Sie juckte und/oder brannte. Zweimal habe ich mir die Haut aufgekratzt, so gereizt waren die Brüste.
Was genau meinst du mit Milcheinschuss? Wie gesagt, ein paar Tropfen kamen beim Pumpen aus jeder Brust, aber eben leider zusammen nie mehr als ein Esslöffel voll. Im Krankenhaus machten sie beim ersten Sohn am 3. Lebenstag eine Stillprobe. Sie wogen ihn vor und nach dem Stillen. Er hatte nach ca. halbstündigem Stillen nicht ein einziges Gramm zugenommen.
In der zweiten Schwangerschaft wurde bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Daraufhin wurde ich mit L-Thyrox 50 einmal täglich behandelt. Die Werte waren unter dieser Medikation dann stets im Normalbereich. In der ersten Schwangerschaft wurde, soweit ich weiß, die Schilddrüse gar nicht untersucht.
Ich habe leichtes PCO und ja, ich bin übergewichtig.
Vielen Dank für den Tipp mit dem Ultraschall. Ich werde das auf jeden Fall vor einer nächsten Schwangerschaft machen lassen.
Wäre es eigentlich sinnvoll, meinem Baby ab Geburt Zwiemilch zu geben?
Also gleich das Fläschchen und ich würde parallel dann das bisschen Muttermilch abpumpen und auch noch geben.
Das würde dem Kind die Hungerperiode ersparen…
Viele Grüße und nochmals vielen Dank!
Bluebell
ich bin wirklich sehr froh, von euch beiden übereinstimmend zu lesen, dass meine beiden Jungs aus der leider nur sehr kurzen Stillzeit dennoch gesundheitlichen Nutzen haben ziehen können. Ich hoffe, dass ihre Gesundheit stabiler sein wird als die meines Mannes und meine.
Deidamaus, Schwangerschaftsdiabetes hatte ich nicht. Unter der Geburt meines ersten Sohnes habe ich Infusionen bekommen. Leider weiß ich gar nicht, was mir alles gegeben wurde.
Zum stillfreundlichen Zufüttern wurde mir gesagt, dass das lediglich Sinn macht, wenn die Mutter eine nennenswerte Menge an Muttermilch hat. Ich jedoch hätte quasi pro Mahlzeit 40 - 60 ml in mein Baby löffeln/bechern müssen und da sagten mir die Schwestern im Krankenhaus, dass das zeitlich kaum möglich sei und sowohl für meinen Sohn als auch für mich zur Plackerei werden würde. Zu-Füttern sei auf diese Art möglich, aber nicht (fast) Nur-so-Füttern.
Ich habe recht große Brüste. Von der Form her würde ich sie als „tropfenförmig“ beschreiben. Die Brustwarzen sind lt. Krankenschwestern und Hebammen normal geformt. Im Laufe der Schwangerschaft wurde die Brust etwas größer und oft war sie gereizt. Sie juckte und/oder brannte. Zweimal habe ich mir die Haut aufgekratzt, so gereizt waren die Brüste.
Was genau meinst du mit Milcheinschuss? Wie gesagt, ein paar Tropfen kamen beim Pumpen aus jeder Brust, aber eben leider zusammen nie mehr als ein Esslöffel voll. Im Krankenhaus machten sie beim ersten Sohn am 3. Lebenstag eine Stillprobe. Sie wogen ihn vor und nach dem Stillen. Er hatte nach ca. halbstündigem Stillen nicht ein einziges Gramm zugenommen.
In der zweiten Schwangerschaft wurde bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Daraufhin wurde ich mit L-Thyrox 50 einmal täglich behandelt. Die Werte waren unter dieser Medikation dann stets im Normalbereich. In der ersten Schwangerschaft wurde, soweit ich weiß, die Schilddrüse gar nicht untersucht.
Ich habe leichtes PCO und ja, ich bin übergewichtig.
Vielen Dank für den Tipp mit dem Ultraschall. Ich werde das auf jeden Fall vor einer nächsten Schwangerschaft machen lassen.
Wäre es eigentlich sinnvoll, meinem Baby ab Geburt Zwiemilch zu geben?
Also gleich das Fläschchen und ich würde parallel dann das bisschen Muttermilch abpumpen und auch noch geben.
Das würde dem Kind die Hungerperiode ersparen…
Viele Grüße und nochmals vielen Dank!
Bluebell
- deidamaus
- Mod a.D.
- Beiträge: 16206
- Registriert: 20.06.2013, 06:38
- Wohnort: Landkreis Karlsruhe
Re: Stillen zum zweiten mal gescheitert
Infusionen (egal welche) führen zu Wassereinlagerungen beim Säugling und da das überflüssige Gewebewasser nach der Geburt ausgeschieden wird, nehmen diese dann stärker ab. Da dies aber bei deinem zweiten Kind nicht so war, wird das nicht die Ursache für die starke Abnahme gewesen sein.Bluebell hat geschrieben:
Deidamaus, Schwangerschaftsdiabetes hatte ich nicht. Unter der Geburt meines ersten Sohnes habe ich Infusionen bekommen. Leider weiß ich gar nicht, was mir alles gegeben wurde.
Stillfreundlich zufüttern ist keine "Plackerei". Das Bechern muss natürlich geübt werden (am Anfang geht gerne mal was daneben), aber z.B. funktioniert es mit einem Softcup (die Luxusversion eines Bechers) oft sehr gut. Alternativ ist das Brusternäherungsset eine hervorragend Zufüttermethode auch für größere Mengen Muttermilch.Zum stillfreundlichen Zufüttern wurde mir gesagt, dass das lediglich Sinn macht, wenn die Mutter eine nennenswerte Menge an Muttermilch hat. Ich jedoch hätte quasi pro Mahlzeit 40 - 60 ml in mein Baby löffeln/bechern müssen und da sagten mir die Schwestern im Krankenhaus, dass das zeitlich kaum möglich sei und sowohl für meinen Sohn als auch für mich zur Plackerei werden würde. Zu-Füttern sei auf diese Art möglich, aber nicht (fast) Nur-so-Füttern.
Selbst wenn das Baby nur non-nutritiv an der Brust saugt, befriedigt das viele Bedürfnisse des Babys. Ich zitiere mal jusl:
jusl hat geschrieben: Wenn ein junges Baby unruhig wird oder weint, dann liegt man mit Stillen beinahe immer richtig, denn Stillen ist eben nicht nur Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, sondern dient auch...
... der Befriedigung des Nähebedürfnisses zur Hauptbezugsperson,
... der Befriedigung des Saugbedürfnisses,
... der sensorischen Stimulation ALLER Sinne (Tast-, Geruchs-, Sehsinn usw.),
... der Regulierung der kindlichen vegetativen Systeme (Wärmehaushalt, Nervensystem, Puls, Verdauung, Atmung usw.),
... der Kommunikation zwischen Kind und Hauptbezugsperson,
... der Festigung von Beziehungsqualität und Urvertrauen,
... der Beruhigung,
... dem Abbau von (An-)Spannung,
... dem stressarmen Einschlafen,
... der Linderung von Schmerzen.
Das jucken und brennen kommt einfach von trockener Haut. Diese "tropfenartige" Form deutet eher auf eine tubuläre Brust hin (hat dazu dein Gynäkologe mal etwas gesagt?), die oft mit wenig Brustdrüsengewebe einhergeht.Ich habe recht große Brüste. Von der Form her würde ich sie als „tropfenförmig“ beschreiben. Die Brustwarzen sind lt. Krankenschwestern und Hebammen normal geformt. Im Laufe der Schwangerschaft wurde die Brust etwas größer und oft war sie gereizt. Sie juckte und/oder brannte. Zweimal habe ich mir die Haut aufgekratzt, so gereizt waren die Brüste.![]()
Ich kenne auch Stillproben, die negativ ausgefallen sind. Hattest du einen klassischen Milcheinschuss, bei dem nach ein paar Tagen die Brüste deutlich größer und fester werden und die Milch reichlicher fliesst?Was genau meinst du mit Milcheinschuss? Wie gesagt, ein paar Tropfen kamen beim Pumpen aus jeder Brust, aber eben leider zusammen nie mehr als ein Esslöffel voll. Im Krankenhaus machten sie beim ersten Sohn am 3. Lebenstag eine Stillprobe. Sie wogen ihn vor und nach dem Stillen. Er hatte nach ca. halbstündigem Stillen nicht ein einziges Gramm zugenommen.![]()
Eine gut eingestellte Schilddrüsenunterfunktion hat keinen Einfluss auf deine Milchbildung.In der zweiten Schwangerschaft wurde bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Daraufhin wurde ich mit L-Thyrox 50 einmal täglich behandelt. Die Werte waren unter dieser Medikation dann stets im Normalbereich. In der ersten Schwangerschaft wurde, soweit ich weiß, die Schilddrüse gar nicht untersucht.
PCO und Übergewicht kann beides zu einer zu geringen Milchbildung führen.Ich habe leichtes PCO und ja, ich bin übergewichtig.
Gerade im Bezug auf deine Brustform wäre das sinnvoll.Vielen Dank für den Tipp mit dem Ultraschall. Ich werde das auf jeden Fall vor einer nächsten Schwangerschaft machen lassen.
Du könntest dein Baby per BES zufüttern, so dass es keine Probleme mit einer Saugverwirrung bekommt, deine Brust maximal stimuliert wird und dein Baby alle anderen Vorteile des Stillens genießen kann.Wäre es eigentlich sinnvoll, meinem Baby ab Geburt Zwiemilch zu geben?
Also gleich das Fläschchen und ich würde parallel dann das bisschen Muttermilch abpumpen und auch noch geben.
Das würde dem Kind die Hungerperiode ersparen…
Außerdem könntest du dir überlegen, ob du es mal mit Domperidon zur Milchbildungssteigerung probieren möchtest. Da kannst du deinen Gynäkologen darauf ansprechen. Eine Reduktion des Übergewichts kann sich auch positiv auf die Milchmenge auswirken. Wichtig ist, wenn du stillen willst, dasss du dich engmaschig von einer Stillberaterin begleiten lässt, so dass du nur soviel Formula zufüttern musst, wie unbedingt nötig.
Lies dir mal den Thread von Hopehely durch: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... y#p3619132
Der könnte dir Mut machen.
Hilft dir das erstmal weiter?
Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung
Liebe Grüße von deidamaus, ModTeam-Stillberatung
mit den drei Mäusen (Grosse 12/06, Mittlerer 5/10 und Kleiner 4/13)
Kruschelkiste Bewertungen
mit den drei Mäusen (Grosse 12/06, Mittlerer 5/10 und Kleiner 4/13)
Kruschelkiste Bewertungen
-
Lösche Benutzer 18954
Re: Stillen zum zweiten mal gescheitert
LIebe deidamaus, ich hätte hierzu mal eine Frage. Wenn sich die Brüste in der SWS nicht relevant vergrößern, man aber einen Milcheinschuss spürt, kann man dann davon ausgehen, dass Milch gebildet wird?