Probleme beim Stillen und Zufüttern

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Punkerlilly

Probleme beim Stillen und Zufüttern

Beitrag von Punkerlilly »

Hallo zusammen,
bei meinem ständigen googeln zum Thema Stillen, Zufüttern, Gewichtszunahme bin ich heute glücklicherweise auf dieses Form gestoßen. Klasse, dass man hier online so eine tolle Beratung bekommt! Die würde ich nun auch gerne in Anspruch nehmen, da ich für mich und meinen Sohn irgendwie keine Besserung sehe und nicht weiß, ob ich weiter am Stillen festhalten sollte…

Mein Kleiner ist am 8.5. um kurz vor Mitternacht auf die Welt gekommen. Schwangerschaft und Geburt waren aus meiner Sicht völlig problemlos; ich empfand die Geburt sogar als sehr schönes Erlebnis und fühlte mich dabei bestens betreut. Leider hörte es danach, wie ich finde, im Krankenhaus mit der guten Betreuung auch schon auf. Mein Sohn ließ sich nach der Geburt nur schwer beruhigen (gut, dafür konnte natürlich das KH nichts) und kam deshalb auf die Kinderstation unter die Wärmelampe, sodass wir nach der Geburt gleich eine Stunde getrennt waren. Danach wurde er mir zwar angelegt, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass das recht schnell gehen musste, weil wir den KS frei machen sollten. Auf der Station wurde mir noch gesagt, ich sollte mein Kind alle 4 Stunden anlegen, nur leider ließ sich der Kleine teilweise auch nach den 4 Stunden nicht überzeugen, an die Brust zu gehen oder er schlief dabei trotz Kitzeln, Krabbeln etc. schnell wieder ein. Fragte ich die Schwestern um Rat, wurde mir immer ein Stillhütchen angedreht – nur wollte ich zum einen keins, weil das Anlegen ja grds. auch ohne klappte, und zum anderen weigerte sich der Kleine auch, das Ding in den Mund zu nehmen.
Trotz allem hatte ich schon am zweiten Tag das Gefühl, dass wir den Dreh zumindest einigermaßen raus hatten und war ganz zuversichtlich. Am 11.5., als wir entlassen werden sollten, wurde mein Sohn morgens nochmal gewogen und die Schwester meinte, dass die Abnahme für den dritten Tag zu hoch wäre. Daher musste ich einmal quasi unter Aufsicht stillen, und wieder sollte ich ein Stillhütchen nehmen. Diesmal trank der Kleine auch daraus. Die Schwester meinte dann noch, beim Stillhütchen müsste ich zweimal am Tag meine Brust manuell entleeren und hat das dann auch bei mir gemacht. Ich fand das extrem schmerzhaft!
An dem Tag kamen wir zuhause an und ich war fix und fertig. Offenbar hatte der Kleine so viel abgenommen, weil ich was falsch gemacht hatte; ich brauchte offenbar ein Stillhütchen, obwohl ich keins wollte und hatte schon Angst vor dem täglichen Ausdrücken der Brust. Ab diesem Tag habe ich ihn dann auch immer öfter angelegt, aber ich hatte ein ganz schlechtes Gefühl und war ständig am Heulen.
Am nächsten Tag kam dann meine Nachsorgehebamme und hat mich erstmal beruhigt – dass ich kein Stillhütchen brauche, dass die Gewichtsabnahme noch okay wäre und dass das Anlegen auch gut aussieht. In den darauf folgenden Tagen hatte er jedoch immer noch nicht zugelegt – am 13.5. kam erst der richtige Milcheinschuss und am 14.5. hatte er dann nochmal abgenommen. Da wars dann auch meiner Hebamme zu viel und daraufhin haben wir nach jedem Stillen 20ml Pre-Nahrung per Fingerfeeder zugefüttert. Das Gewicht stagnierte aber weiterhin. Meine Hebamme vermutete, dass der Kleine ein „Showtrinker“ ist – er lag schon immer gerne und lange an der Brust, trank aber nicht effektiv genug. Wir haben dann die Zufütterungsmenge auf 70ml erhöht, damit an den Kleinen endlich was ran kam. Die Menge geben wir also seit etwas über 2 Wochen und seitdem nimmt er auch richtig gut zu, er wurde auch zunehmend lebhafter.
Laut meiner Hebamme sollte ich zwischen dem Stillen auch noch parallel beide Brüste abpumpen – ich muss leider gestehen, dass ich das kaum schaffe, weil ich tagsüber von morgens bis abends alleine mit dem Baby bin und der Kleine dann auch gerne mal schreit, wenn es Zeit zum Abpumpen wäre. Zu knapp vorm nächsten Stillen möchte ich aber auch nicht mehr Abpumpen, aus Angst, dass das Baby dann nichts mehr abbekommt. Und wenn er mal schläft, möchte er am liebsten auf meiner Brust bleiben, und dann bin ich auch dankbar, wenn ich auch noch ein Stündchen die Augen zumachen kann.

Ich habe schon das Gefühl, dass meine Milchmenge sich erhöht hat, manchmal läuft auch eine Brust etwas aus. Und weil die Gewichtszunahme jetzt so gut war, versuchen wir seit vorgestern, das Zufüttern zu reduzieren. Meines Erachtens ist er seitdem aber wesentlich unzufriedener, er quengelt viel öfter und steigert sich dann auch schonmal in ein richtiges Kreischen rein. Nach etwa jeder zweiten Stillmahlzeit bekommt er wieder ein Fläschchen, angelegt wird er alle 2-3 Stunden. Ich habe irgendwie ein schlechtes Gefühl dabei, und Angst, dass er wieder abnimmt, und ständig Hunger haben muss, weil ich nicht genug Milch habe.

Ich muss sagen, ich empfinde das ganze schon als große Belastung. Gestern waren wir zum allerersten Mal überhaupt eine halbe Stunde mit dem Kinderwagen unterwegs, und Besuche empfinde ich auch eher als notwendiges Übel. Ständig schaue ich nur auf die Uhr, um nicht aus meinem Stillen/Zufüttern/Abpump-Rhythmus heraus zu kommen. 80% des Tages verbringen wir auf der Couch und da mein Mann von morgens 7 bis abends 8, 9 Uhr außer Haus ist, fällt mir ganz schön die Decke auf den Kopf.
Ich frage mich, wie lange der Zustand noch anhalten soll und ob wir wirklich eine Chance haben, voll zu stillen. Ich würde es so gerne, aber ich weiß auch nicht, wie lange ich das noch aushalte. Ich bewundere wirklich die Mütter, die sich fast ein Bein ausreißen, damit das mit dem Stillen klappt!

Tut mir leid für den langen Text. Aber es tat gut, sich das mal von der Seele zu schreiben. Hier nochmal alle Daten:

8.5.: 3.365g Geburt, KH
9.5.: 3335g, KH
10.5.: 3210g, KH
11.5.: 3120g, KH (Entlassung)
12.5.: 3040g, Hebamme
14.5.: 2980g, Hebamme
Ab ca. 17.5. stetige Zunahme, letztes Wiegen am 31.5. mit 3700g (Hebamme)

* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
- 5-6 tägl. 50-70ml Pre-Nahrung; zuerst mit Fingerfeeder, dann mit Lansinoh-Fläschchen. BES wurde vehement abgelehnt. Seit 2 Tagen wird versucht, die Menge zu halbieren

* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
- ca. 6-9 mal ca. eine halbe Stunde bis 40 Min. lang. Tagsüber etwa 2-3x 1 Stunde Schlaf. Vor Reduzierung der Zufüttermenge abends eine lange Schlafpause von 5 Std.; jetzt nachts alle 3 Std.

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
- 6-8 sehr nasse Windeln; Stuhlgang alle 1-2 Tage 1-2 tägl.

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
- s. o .; jetzt zum Teil problemlos, dann wieder völliges „Ausflippen“ an der Brust: Schreien, mit der Faust fuchteln sodass die Brust wieder aus dem Mund rutscht… dann dauert es wieder lange, um ihn zu beruhigen. Weiß nicht, woran das liegt. Evtl. auch schonmal Blähungen?

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
- Flaschensauger von Lansinoh, kein Schnuller

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
- Nachsorgehebamme (mit der ich sehr zufrieden bin!), nächste Woche U3 beim KA und Termin beim Osteopathen

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
- ich bin übergewichtig. Nehme z. Z. Bockshornklee-Kapseln.

Ich danke Euch schon vielmals für Eure Hilfe!!!

Liebe Grüße!
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deidamaus
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Re: Probleme beim Stillen und Zufüttern

Beitrag von deidamaus »

Hallo Punkerlilly,

herzlich Willkommen hier im SuT :D

Ich denke wir können eine ganze Menge an deiner Situation verbessern. Die Zunahme deines Babys in den letzten beiden Wochen ist sehr hoch mit 360 g die Woche (der Normalbereich laut WHO liegt bei durchschnittlich 170-330g pro Woche), was darauf hindeutet, dass wir die Zufüttermenge auf jeden Fall reduzieren sollten.

Hast du eine Babywaage zu Hause? Wenn nicht, besorge dir bitte eine geeichte Babywaage aus der Apotheke, damit bei der Reduktion immer sichergestellt ist, dass dein Baby gut versorgt ist. Nähere Infos dazu findest du in der Grundinfo Gewichtsentwicklung - Gedeihen - Gewichtskontrolle. Dann wiegst du dein Baby einmal am Tag unter gleichen Bedingungen.

Zusätzlich zu dem Gewichtswert notierst du hier bitte täglich Stillhäufigkeit, Zufüttermenge, Pipi- und Stuhlwindeln.

Dann können wir deine Milchmenge steigern und im Gegenzug die Premenge reduzieren.

Die wichtigsten Punkte dabei sind:
- Häufig stillen, d.h. möglichst 10-12 mal in 24h.
- Stillfreundlich Zufüttern

Wie wir gemeinsam die Reduktion angehen können, erkläre ich dir dann, sobald ich Rückmeldung von dir habe. Melde dich am Besten dazu hier an, dann sehe ich deine Antwort schneller, da sie nicht erst freigeschaltet werden muss.

Wollen wir es versuchen?

Liebe Grüße von deidamaus, ModTeam-Stillberatung
Liebe Grüße von deidamaus, ModTeam-Stillberatung
mit den drei Mäusen (Grosse 12/06, Mittlerer 5/10 und Kleiner 4/13)

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