Aufgestochenes Bläschen heilt nicht richtig

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Armella
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Aufgestochenes Bläschen heilt nicht richtig

Beitrag von Armella »

Mein Kind ist 1,5 Jahre alt und trinkt noch recht häufig am Tag und mehrmals pro Nacht.

Ich hatte vor einiger Zeit ein Häutchen auf der Brustwarze, durch das keine Milch mehr kam. Es blähte sich auf und färbte sich leicht gelblich. Entstanden ist es durch eine ruckartige Kopfbewegung, ohne die Brustwarze loszulassen. Meine Tochter hat sich vor einem lauten Geräusch erschreckt und den Kopf gedreht, ohne die Brustwarze loszulassen. Dann war das Bläschen recht schnell da.
Ich habe den Tipp von Ingeborg Stadelmann angewendet und das Bläschen vorsichtig mit einer desinfizierten Nadel aufgestochen, allerdings war die Öffnung dann wohl nicht direkt über dem Milchkanal. So musste die Milch "um die Ecke" fließen, kam aber heraus. Stillen ging so wieder, ohne Stauung.

Allerdings heilt es seit dem nicht richtig zu. Es war immer wieder fast weg, wenn ich mit Multiman Kompressen behandelt habe, dann lies ich es leider immer wieder schleifen.
Seit heute habe ich wohl wieder Gefäßkrämpfe in beiden Brustwarzen (sie werden weiß und dann wieder rot), das hatte ich zu Beginn der Stillzeit mit Magnesium gut weg bekommen. Der Milchkanal liegt jetzt endlich frei, ich sehe ein kleines Loch in der obersten Haustschicht und darunter einen roten Punkt, aus dem die Milch kommt. Genau da kommt die Milch heraus. Außenherum ist eine kleine, kreisförmige Schwellung, ca 1 Millimeter über dem Niveau der Brustwarze. Ingesamt misst die Wunde samt Schwellung außen herum ca. 5 Millimeter Durchmesser.

Bisher habe ich mit Multi MaM Kompressen behandelt, aber irgendwie immer wenn es fast weg war wieder aufgehört und es ging wieder los. Ist das noch etwas für die Selbstbehandlung? Soll ich meine Kleine an dieser Seite noch in normalen Abständen trinken lassen? Sie brüllt, wenn sie nur die andere Seite bekommt, deshalb halte ich es nicht durch das Stillen einzuschränken.
Die Haut gängt durch das dauernde Nuckeln manchmal richtig in Fetzen, nicht an der Wunde, sondern außen herum und auch an der anderen Seite. Die Haut weicht einfach auf und löst sich ab.

Wie bekomme ich die Wunde weg? Ich bin gerade umgezogen und habe hier weder Arzt noch Hebamme und beim Thema Stillen kassiert man ja leider oft falsche Ratschläge.
Ich hoffe sehr auf Hilfe durch eine Stillberaterin und/oder erfahrene Stillmama.

Ich möchte vor allem noch nicht abtillen.

Ich hoffe auf eure Hilfe, Danke
Armella
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Re: Aufgestochenes Bläschen heilt nicht richtig

Beitrag von Armella »

Das habe ich ganz vergessen: Ich hatte immer wieder Fasern aus der Kleidung in der Wunde, die ich heraus gezogen habe, damit sie nicht einwachsen. Wie kann ich das verhindern? Die Fasern von Stilleinlagen bleiben auch hängen in der Brustwarze, dafür reicht schon Trockenheit, ganz ohne Wunde. Nur wenn ich immer frische Multimam Kompressen drauf habe kommt nichts rein.
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Re: Aufgestochenes Bläschen heilt nicht richtig

Beitrag von deidamaus »

Hallo Armella,

schön, dass du hierher gefunden hast und noch nicht ans Abstillen denkst.

Ich würde dir Folgendes vorschlagen:
Wenn die Stelle entzündet aussieht, dann desinfiziere sie nach dem Stillen und trage dann dick Lanolin auf, so dass keine Fusseln von Stilleinlagen in die Wunde gelangen können. Überschüssige Salbenreste kannst du vor dem nächsten Stillen einfach abwischen.

Außerdem solltest du etwas gegen deinen Vasospasmus tun, denn dieser führt auch dazu, dass die Brustwarzen schlechter heilen.

Schau doch mal in die Linksammlung Stillwissen, da findest du viele interessante Links zum Thema wunde Brustwarzen und auch zum Vasospasmus. Hierzu noch ein guter Link Vasospasmus, englisch.

Hilft dir das erstmal weiter?

Liebe Grüße
Deidamaus
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Re: Aufgestochenes Bläschen heilt nicht richtig

Beitrag von Armella »

Danke für deine Antwort, deidamaus

In der Schwangerschaft habe ich mir mindestens 2 Jahre Stillzeit vorgenommen, sofern mein Kind das noch will. Hauptsächlich aus gesundheitlichen Gründen. Es gibt massive Eiweisunverträglichkeiten und andere Allergien in der Familie. Zum Glück verträgt sie bisher jedes Lebensmittel gut und ist kaum krank. Vielleicht hat das Stillen seinen teil dazu beigetragen. Wir hatten einen schweren Start mit dem Stillen (Trennung+ Trinkschwäche+ Vasospasmen, die im KH nicht erkannt wurden). Wir haben das Vollstillen leider erst mit 8 Wochen erreicht. Ein steiniger weg, mit Brusternährungsset, Magnesium+ Calciumeinnahme und vielen kontraproduktiven Stilltipps (Mindestabstände trotz zu wenig Milch).
Milchstaus hatte ich auch schon, bei Stress und Änderungen im Trinkverhalten.

Die jetzige Wunde ist jetzt seit ca. 2 Monaten vorhanden, ist immer wieder fast zu und geht bei Fäden die ich entferne und ähnlichen anlässen wieder auf. Das macht mir langsam etwas Sorgen, obwohl es gar nicht so dramatisch aussieht. Die Dauer des Ganzen finde ich langsam nicht mehr lustig.

Ich muss aber auch sagen, dass ich genau in dieser Zeit auch viel Stress hatte und mich schlecht ernährt habe und die gewohnte Narungsergänzung schleifen lies. Meine Verdaung spinnt, meine Haut schuppt sich ganz stark, egal wie viel ich eincreme, ich habe zucken in den Augenliedern, die Beine zittern auch in und wieder, die Vasospasmen sind wieder da nach langer beschwerdefreier Zeit.
Da kommt gerade alles zusammen.

Ich hoffe mit konsequenter Pflege und besserer Ernährung+ Nahrungsergänzung bekomme ich es endlich weg.
Ist es unverantwortlich damit nicht zum Arzt zu gehen?
Ich erinnere mich noch an den letzten Arztbesuch, bei dem man mir aus juristischen Gründen, wie der Arzt sagte für eine Entzündung lediglich Kamillenbäder empfohlen hat.

Ich fühle mich hier besser aufgehoben mit Fragen rund um Behandlung in der Stillzeit.

Das Forum kenne ich schon länger, in die Links werde ich nocheinmal hinein schauen. Kältereize versuche ich zu vermeiden, da ziehen sich die Gefäße ganz schmerzhaft zusammen an der Brustwarze.
Eine Neugung zu Couperose und Raynaud Syndrom liegt leider in der Familie.

Gibt es noch Rückfragen? Ich hoffe ich habe alles wichtige erwähnt.

Danke für die Hilfe!
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Re: Aufgestochenes Bläschen heilt nicht richtig

Beitrag von Armella »

Heute Nacht setzte ein pulsierender Schmerz ein. Ohne Rötung oder Verhärtung. Jetzt habe ich doch mal den Arzt kontaktiert. Ich soll morgen oder Montag kommen, wenn ich das Gefühl habe es nicht alleine in den Griff zu bekommen.

Ich werde mir jetzt noch Calcium und Lecitin holen. Bisher nehme ich nur Magnesium und creme mit Lanolin. Octenisept habei ch auch mehrmals gesprüht vor dem Auftragen. Nur für den Fall...
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Re: Aufgestochenes Bläschen heilt nicht richtig

Beitrag von deidamaus »

Sorry, das ich mich jetzt erst melde. Ich hatte deinen Beitrag gelesen und dann konnte ich nicht gleich antworten...fatal.

Sinnvoll ist auch noch die Einnahme von Vitamin B6 bei Vasospasmus. Was du beschreibst, klingt so, als ob bei dir entweder irgendein Mangel vorliegt oder du zu viel Stress hast (oder beides). Vielleicht ist die Wunde auch entzündet oder infiziert. Der pochenden Schmerz klingt nach bakterieller Entzündung.

Warst du schon beim Arzt?

Liebe Grüße
Deidamaus
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Re: Aufgestochenes Bläschen heilt nicht richtig

Beitrag von Armella »

Ich wurde von einer anderen Ärztin aus der Gemeinschaftspraxis vertröstet, sie hat sich meine Schilderung aber sehr genau angehört und meinte je nachdem, wie es sich entwickelt soll ich morgen oder am Montag in die Praxis kommen, wenn ich es nicht selbst in den Griff bekomme. Sie meinte ich soll die Brustwarze pflegen und alle Maßnahmen wieder aufnehmen, die das letzte Mal gegen die Gefäßkrämpfe geholfen haben.

Das ich Mangelerscheinungen habe, habe ich schon vor auftreten der Vasospasmen befürchtet. Die letzten 2 Monate waren von sehr viel Stress und unausgewogener Ernährung + Weglassen der gewohnten Nahrungsergänzung geprägt.
Muskelzittern und schuppige haut haben sich entwickelt, seit gestern sind die Vasospasmen da. Heute blieb mir auch eine Tablette fast im Hals stecken, was ein Zeichen von Calciummangel sein kann. Und Schokolade gab es viel zu viel in der letzten Zeit. Täglich eine kleine Menge.

Das Pochen ist nicht mehr aufgetreten seit heute morgen. Die Brust ist weich und nicht gerötet, die Ärztin meinte nach Brustentzündung klingt es nicht.

Mein Plan wäre jetzt sehr konsequent zu sein mit meinem Behandlungsplan. Mit Lanolin cremen, mit Kompressen abdecken (die fusseln nicht), auf ausgewogene Ernährung achten und meine Nahrungsergänzung nach Plan nehmen.

Das sieht so aus
600mg Calium
Magnesium ( suche noch die richtige Dosis, ich hatte jetzt schon Durchfall davon)
Femibion 2 wieder nehmen
Sojalecitin einnehmen


Je nachdem wie es mir geht fahre ich morgen oder Montag zum Arzt. Wenn es sich völlig zurückbildet sehe ich es als Warnung achtsamer mit mir umzugehen.

Was hälst du von diesem Plan? Mein Mann meint es sieht schon besser aus, seit ich gestern auf Lanolin zur Pflege umgestiegen bin.

LG, Armella
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Re: Aufgestochenes Bläschen heilt nicht richtig

Beitrag von Armella »

Kann es sein, dass bei Streit plötzlich die Brust weh tut? Das ist mir heute schon mehrfach passiert: :-(
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deidamaus
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Re: Aufgestochenes Bläschen heilt nicht richtig

Beitrag von deidamaus »

Armella hat geschrieben:Kann es sein, dass bei Streit plötzlich die Brust weh tut? Das ist mir heute schon mehrfach passiert: :-(
Klar, das kann schon sein. Stress behindert u.a. das Einsetzen des MSRes und ist ein häufiger Auslöser für Brustentzündungen.

Wenn es jetzt nicht mehr pocht, ist das gut. Behandelt deine Brust konsequent mit Lanolin und nimm Magnesium und Calcium und schau mal, ob es hilft. Wieviel Magnesium hast du denn genommen? Hast du ansonsten an der Brustwarze und am Vorhof noch Hauptprobleme (also nicht nur an der einen Stelle)?

Liebe Grüße
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Re: Aufgestochenes Bläschen heilt nicht richtig

Beitrag von Armella »

An der Burstwarze ist es die offene Stelle und die Gegend direkt drum herum. Die Haut ist aber allgemein extrem sehr trocken, schuppt trotz Cremen, Kopfhautschuppen sind auch vorhanden (kein Pilz, ich war gerade bei der Hautkrebsvorsorge und wurde darauf angesprochen).

Pochende Schmerzen waren nicht mehr da. Aber sofort bei Aufregung fängt es an zu schmerzen in der Brust. Ich glaube die rechte Seite fühlt sich auch etwas schwerer an, da meine Kleine dort etwas seltener trinkt als sonst.

Die Vasospasmen zeigen sich sehr deutlich, meine eigene Atemluft reicht, damit die Brustwarzen weiß werden.

Der Flüssigkeitsverlust durch den Durchfall hat mich heute ganz schön geschlaucht, ich habe mich jetzt am abend sehr schwach gefühlt und Elektrolytlösung genommen. Jetzt ist es wieder besser.

Ich habe insgesamt 320 Milligramm Magnesium genommen über den Tag verteilt. Eigentlich eine gut verträgliche Menge. Da habe ich nicht mit wässrigem Durchfall gerechnet. Seit heute morgen war da auch nichts mehr. Ich habe die Dosis etwas heruntergefahren auf 240 mg heute.

Ich überlege ob ich morgen zum Arzt soll. Da weiß ich noch gar nicht ob meine Behandlungsweise richtig anschlägt. Ersatzweise soll ich am Montag hin.

Ich bin unschlüssig, morgen kann mich mein Mann begleiten, Montag wüsste ich eher ob die Behandlung anschlägt oder nicht. Die Ärztin hat es meiner Einschätzung überlassen.

Wir stellen uns den Wecker und entscheiden morgen früh.

Was meinst du dazu?
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