Mein Kleiner wurde in der 37+5 Ssw geboren. Ich hatte plötzlich eine Präeklamspie und die Wehen mussten eingeleitet werden. Er war dann auch noch leichter als ursprünglich geschätzt - nur 2,373kg (Länge 48cm) statt schon leichte 2,7kg. Eine leichte Neugeborenengelbsucht hatte er auch. Die Ärzte meinten aber, die sei unproblematisch.
Wir mussten dann 1 Woche im Krankenhaus bleiben, da ich noch beobachtet werden musste. Das war eine schlimme Zeit. Ich war in einem 4er Zimmer mit alles schwierigen Fällen, konnte kaum schlafen. Hinzu kommt, dass ich bzgl. Stillen kaum Unterstützung erhielt. Ich denk, für die Krankenschwestern war's einfach praktischer alle 3 Stunden vorbei zu schauen und dem Kleinen eine Ladung Pre-Milch zu geben. Durch den ganzen Stress hatte ich erst nach 4 oder 5 Tagen einen Milcheinschuss.
Zu Hause angekommen ging's gleich weiter mit Stress. Da ich noch nicht genug Milch hatte, wurde mir geraten, ich solle den Kleinen weiter zufüttern. Gesagt, getan. Doch das war ein riesen Stress: 3h-Rhytmus, Baby wecken, Stillen, Pre Milch zubereiten und füttern, abpumpen bzw stimulieren und das 24/7. Und trotz Pre-Nahrung - was rund 60-80% ausmachte die ersten 3-4 Wochen - nahm er nur langsam zu. 20-25 gr pro Tag statt der von der WHO als normal definierten 30 gr pro Tag. Die Mütterberaterin war nicht zufrieden und stresste mich deswegen nur noch mehr. Dabei war ich schon ziemlich am Ende mit meinem Latein und den Kräften! In Bezug aufs Stillen war sie auch keine gute Beraterin (im Nachhinein gesehen)! Sie hat mir die ganze Zeit zu Methoden geraten, die sich im Nachhinein als milchbildungshemmend herausstellten.
Natürlich machte ich mir Sorgen und bin dann zum Arzt. Der konnte die geringe Gewichtszunahme auch nicht erklären, da sonst alles in Ordnung war (er wächst normal). Er konnte aber meine Sorgen verstehen und schickte mich ins Krankenhaus. Dort angekommen war ich dann negativ überrascht. Der behandelnde Arzt meinte einfach lapidar, dass der Kleine nicht genug Milch kriegt und deshalb per Sonde mit Pre-Milch "zwangsgefüttert" werden sollte. Auf das, was ich zu sagen hatte zB dass der Kleine schon von Anfang an und über Wochen Pre erhalten hatte und das nicht zu einer Steigerung führte, ging er überhaupt nicht ein. Ich wurde im Anschluss so behandelt als hätte ich mein Baby all die Zeit hungern lassen. Ich war verzweifelt. Auf meinen Einwand hin durfte ich dann immerhin erst "beweisen", dass ich genug Milch hatte bevor mit der Sonde weitergefahren wird. Während 4 Tagen (!) blieb ich im Krankenhaus. Der Kleine wurde ständig gewogen. Wir wurden beim Stillen beobachtet. Ergebnis: ich hatte genügend Milch und auch die Stilltechnik war in Ordnung. Und trotzdem geringe Gewichtszunahme. Nachdem ich sozusagen bewiesen hatte, dass ich genug Milch hab und er diese auch trinkt, kam der Arzt doch wieder mit der Empfehlung Sonde. Da ist bei mir das Fass übergelaufen! Wutentbrannt verlangte ich mit der Oberärztin sprechen zu dürfen. Die ist dann auch gekommen und es wurde alles wieder besprochen. Sie hat dann Bluttests veranlasst und gemeint, ich solle weiterhin stillen wenn nicht sogar vollstillen. Und siehe da, der Kleine hatte noch für diesen Zeitraum zu hohe konjugierte Bilirubinwerte (Gelbsucht). Der Kleine erhielt erst dann - 6 Wochen nach der Geburt - ein Medikament, dass ihm helfen soll das Bilirubin auszuschütten. Bei einer Ultraschalluntersuchung stellte sich zudem heraus, dass er einen Infekt in der Leber hatte und das schon über einen längeren Zeitraum. Weitere Tests wurden gemacht, aber sie fanden nicht heraus, was es genau war.
Seit 2 1/2 Monaten kriegt er nun dieses Medikament. Er nimmt weiterhin zu, aber immer noch nicht viel mehr als zuvor. Weder ich noch die Ärzte konnten erklären warum das so war. Gestern erhielten wir das Ergebnis eines weiteren Bluttests. Der Kleine hatte immer noch einen konjugierten Bilirubinwert von 8mg. Da waren sogar die Ärzte überrascht. Ein weiterer Ultraschall wurde gemacht. Dieses Mal sah die Leber gut aus. Jetzt raten sie mir mit Brei zufüttern anzufangen, da die Muttermilch angeblich jetzt kalorienarmer werde. Ist das nicht zu früh?
Der Kleine ist jetzt 4 Monate alt, 60.5cm, mit einem Kopfumfang von 40.5cm und leichten 4.78kg. Und ich bin mit meinem Latein am Ende
Herzlichen Dank im Voraus für jeden Ratschlag oder Hinweis.