Stillen im Pflegeberuf

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Louka
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Stillen im Pflegeberuf

Beitrag von Louka »

Hallo zusammen!
Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen.
Ich arbeite in der Pflege im Krankenhaus und werde bald in Teilzeit wieder anfangen. Meine Tochter wird noch gestillt. Mittags und abends zum Einschlafen, bei Bedarf nachts (von 0x-Dauerstillen alles dabei) und morgens zum Kuscheln vor dem Aufstehen. Sie ist jetzt gut 20 Monate alt. Jetzt kam mir gerade in den Sinn, ob es da auch gesetzlich bestimmte Einschränkungen gibt bzgl. was ich tun darf und was eben nicht. So wie eben in der Schwangerschaft auch. Ich denke da vor allem an Spritzen etc. Angenommen ich verletze mich an einer bereits benutzten Nadel. Letztlich weiß ich ja nicht, ob die Patientin auch wirklich keine gefährliche Infektionskrankheit hat. Schließlich wird nicht jeder auf alles getestet. Das finde ich ganz schön riskant. Natürlich kann man im Nachhinein testen, aber es ist ja auch nicht alles sofort nachweisbar.
Sprich: Um kein Risiko einzugehen wäre dann ja die Konsequenz, sofort und abrupt abzustillen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich weiß, dass es gesetzliche Vorschriften (auf die ich mich dann beim AG eben beziehen könnte) für Schwangere und Stillende gibt, aber gibt es da eine Altersgrenze des Kindes?
mit den beiden Lieblingskindern (2013+2016)
Louka
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Re: Stillen im Pflegeberuf

Beitrag von Louka »

Entschuldigt, mein Handy hat ein Eigenleben.
Jedenfalls frage ich mich, ob es einfach mein persönliches Risiko ist, mit dem ich leben muss oder ob ich mich von gewissen Dingen eben "freistellen" lassen kann.
Hat da jemand Erfahrung?
Danke schonmal und ich hoffe, ich habe nicht zu viel drumherum erzählt. :wink:

Viele Grüße
Louka
mit den beiden Lieblingskindern (2013+2016)
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Kirschquark
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Re: Stillen im Pflegeberuf

Beitrag von Kirschquark »

Du kannst dich auf das MutterSchutzGesetz berufen.
Allerdings könnte es sein dass deine Kollegen wenig Verständnis dafür haben.
Eine soeben durchgeführte Umfrage unter meinen Kolleginnen ergab dass sie es verstehen dass ich die Finger von Zytostatika lasse, hätten aber (Kind ist gerade zwei geworden) wenig Verständnis wenn ich mich aufs MuSchG beriefe (mal abgesehen davon dass ich dann jetzt nicht im Nachtdienst wäre).
Im Endeffekt kannst du vielleicht eine entsprechende Absprache mit deiner Stationsleitung treffen.
Ich arbeite auf ITS, evtl. lässt sich das auf deiner Station einfacher durchführen als bei uns...
Ich bin halt so vorsichtig wie möglich (ist ja normal) und bisher ist es gutgegangen *auf Holz klopf*
LG
Hannah
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Mamajohanna
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Re: Stillen im Pflegeberuf

Beitrag von Mamajohanna »

Ich arbeite jetzt seit 3 Jahren in OP und auf ITS, auch Dienste, und stille noch...bin auch so vorsichtig, wie möglich...ist Gott sei Dank noch nichts passiert. Meine Tochter war 2 als ich angefangen habe zu arbeiten. Lg Mamajohanna
kerstin10
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Re: Stillen im Pflegeberuf

Beitrag von kerstin10 »

Mir fallen dazu ein paar Überlegungen ein:
Meines Wissens ist die einzige Infektionskrankheit, bei der Mutter definitiv nicht stillen soll (wenigstens in westlichen Ländern), die HIV-Infektion.
Und Du hast ja alles Interesse daran, Dich nicht selbst anzustecken und krank zu werden. das wäre ja auch über das stillen hinaus auf jeden fall ein Problem.

Mir scheint, das Problem einer eventuellen Ansteckung würde doch vor allem Dich selbst betreffen.
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Re: Stillen im Pflegeberuf

Beitrag von SiLu2623 »

Theoretisch kannst du dich aufs MuSchG berufen, wie die anderen aber schon sagten, wirst du da mit einem 2-jährigen Kind wohl auf wenig Verständnis stoßen und musst auch abwägen, wie hoch wirklich das Risiko ist. Ich arbeite, seit der Zwerg 13 Monate ist wieder (fast) normal auf Station mit. Nachtdienste musste ich bisher keine machen, aber auch nur, weil ich viele Kollegen habe, die scharf auf Nächte sind und mir meine abgenommen haben. Ab März fange ich damit aber auch testweise wieder an.

Ich sehe da persönlich auch keine großen Schwierigkeiten, zur Not nutzt man bei entsprechenden Tätigkeiten mit Blut, Ausscheidungen und Co mehr Schutzausrüstung als eigentlich notwendig und Sicherheitskanülen sollten ja eigentlich auch Standard mittlerweile sein.
SiLu mit Zwergi (04/13)
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Minja
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Re: Stillen im Pflegeberuf

Beitrag von Minja »

Soweit ich weiß gibt es keine "gesetzliche" altersgrenze. Aber aus anderen Diskussionen zu dem Thema habe ich rausgehört das meist bis erste Lebensjahr ausnahmen gut toleriert werden vom Arbeitgeber.

Ich bin Krankenschwester und arbeite im Altenheim. Ich verstehe was du meinst.

Ich frage mich wo fängt es an- und wo hört es auf
Umgang mit Medikamenten (könnten ja mal "verschüttet" werden auf die Haut)
Umgang mit Ausscheidungen (plötzliches erbrechen etc.)
MRSA etc.

Um mal ein paar Beispiele zu nennen. Ich habe mich für stillen und arbeiten entschieden. Ich arbeite so wie vor den Kindern auch. Habe immer Handschuhe griffbereit. Zwischendurch habe ich mich mal auf MRSA testen lassen. (Rachenabstrich)

In welchen Bereich arbeitest du?
Wie seit ihr da organisiert- Bereichspflege?
Können Kollegen diese Tätigkeiten übernehmen?

Bei der großen war ich ein Jahr stillend neben der Arbeit und jetzt habe ich gerade wieder angefangen zu arbeiten.

LG Minja
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Louka
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Re: Stillen im Pflegeberuf

Beitrag von Louka »

Vielen Dank für eure Antworten! Bzgl. Mutterschutzgesetz war mein Gedanke eben auch, dass ich mich dann ja komplett darauf beziehen müsste und nicht nur auf Auszüge. Das würde aber ja, wie schon gesagt wurde, auch Dinge wie Nachtarbeit etc. betreffen und gerade Nächte und Wochenenden sind die
Dienste, die wegen der Betreuung unserer Tochter am günstigsten für uns wären.

@Kerstin: Stimmt, HIV ist da mit meine größte Sorge. Natürlich schütze ich mich, wie vorher auch. Aber man kann es eben nicht direkt nachweisen.
Gut, dass ich mir da jetzt schon Gedanken drüber mache... :shock:

@Minja: Ich arbeite auf einer Wochenstation. ;) Die Zimmer werden in jedem Dienst neu verteilt, jeder hat "seine eigenen". Was natürlich nicht heißt, dass man nicht auch einmal einspringt, wenn an anderer Stelle gerade mehr zu tun ist.
In der Schwangerschaft wurden die Tätigkeiten, die ich nicht durchführen durfte, von meinen Kolleginnen übernommen. Ich sehe hier auch das Problem, dass ich bei meinen Kolleginnen wahrscheinlich auf wenig Verständnis stoßen würde, wenn ich beispielsweise darum bitten würde, nicht spritzen zu müssen.
Beim Richten von Infusionen (v.a. Antibiotika) würde ich sowieso Handschuhe anziehen.

Ach mensch, irgendwie habe ich da bevor ich beschlossen habe, dass ich wieder arbeiten möchte gar nicht so drüber nachgedacht. Und das obwohl ich eher dazu neige, zu viel nachzudenken. ;)
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JaneRizzoli
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Re: Stillen im Pflegeberuf

Beitrag von JaneRizzoli »

Ich arbeite im op, als ich damals wieder angefangen habe nach der elternzeit habe ich niemandem erzählt, dass ich noch stille. Denn sonst hätte ich dort gar nicht arbeiten dürfen! Denn nach MuschuG werde ich dann behandelt wie eine schwangere und der arbeitgeber MUSS sich daran halten, das hat dann nichts mit Toleranz zu tun. Im nachhinein weiß ich auch von anderen kolleginnen, die nach der elternzeit noch gestillt haben ohne etwas zu sagen. Man muss halt wissen, was man will. Und schützen muss man sich sowieso in jeder Situation.

Und wegen hiv...das blut des patienten wird ja bei einer stichverletzung immer mitgetestet (wobei ja bei wochnerinnen eh schon der überwiegende teil in der Schwangerschaft getestet wurde) und wenn das tatsächlich positiv ist, kommst du eh in die postexpisitionsprophylaxe...und da ist das abstillen dann das geringste Problem, ums mal ganz plump auszudrücken.
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JaneRizzoli
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Re: Stillen im Pflegeberuf

Beitrag von JaneRizzoli »

Ach, und eine bekannte, die nach der elternzeit auf einer internistischen station wieder angefangen hat, erwähnte beim Frühstück mal "beiläufig" dass sie noch stillt, weil sie auch gar nicht ans MuschuG dachte. Die stationsleitung bekam riesige augen, setzte sich sofort an den Dienstplan und tauschte alle ihre spätdienste und nachtdienste weg. (Meiner bekannten war das sehr unangenehm, sie wollte das gar nicht)
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