Stillen und Rückbildung

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Mutterhenne
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Stillen und Rückbildung

Beitrag von Mutterhenne »

Aaaalso, ich bin nicht völlig sicher, ob meine Frage hier im richtigen Forum steht; bitte ggf. verschieben!
Mein Küken ist mittlerweile 7,5 Monate alt, hat vor knapp 2 Monaten mit dem Essen begonnen (BLW), tut dies auch weiterhin mit wachsender Begeisterung. Gestillt wird trotzdem noch gern und oft (da ich seit Ostern wieder arbeite, sind Papa und Tochter meist für halbe Tage allein - ich komme in der Mittagspause nach Hause oder die beiden besuchen mich). Auf dreimal Stillen tagsüber (morgens, mittags, früher Abend) kommen wir meist, zwischen 20 und 24 Uhr sind es ein- bis zweimal, nachts variiert die Häufigkeit sehr stark (meist sind es ein- bis zweimal zwischen Mitternacht und 7 Uhr früh, zuweilen aber auch vier- bis fünfmal).
So, und nun zu meiner Frage: Nach der Geburt war ich recht schnell wieder fit, Rückbildung der GM lief nach Lehrbuch, BB okay, Ausgangsgewicht war auch sehr bald wieder erreicht - das schiebe ich alles auf's Stillen :mrgreen: ). Was mir jedoch nach wie vor geblieben ist, ist eine nicht katastrophale, aber doch tastbare Rectusdiastase; die üblichen Übungen habe ich mit ziemlicher Regelmäßigkeit gemacht. Nun habe ich schon von verschiedenen Seiten (Gyn, Heilpraktikerin, Physiotherapeutin) gehört, dass die Rückbildung erst nach Ende der Stillzeit wirklich abgeschlossen sein wird. Wie bitte?? Ich sehe mich und uns nicht in den nächsten Monaten abstillen (was mir natürlich geraten wurde). Ich habe mir sogar anhören müssen, der Körper sei in der Stillzeit noch auf 'schwanger' programmiert (und dass das purer Unsinn ist, ist mir als medizinischer Laiin ziemlich klar; dazu weiß ich denn doch genug über den weiblichen Hormonhaushalt).
Habt Ihr evtl. medizinisches Fachwissen zu dieser Frage, oder auch persönliche Erfahrungen? - In meinem Bekanntenkreis ist es absoluter Konsens, dass man mit spätestens einem Jahr abstillen sollte, wirklich fruchtbare Gespräche ergeben sich da nicht. und ich mag es auch nicht dauernd versuchen, auf die schrägen Blicke kann ich verzichten...
Danke für Euer Feedback und
LG
Mutterhenne :5:
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jusl
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Re: Stillen und Rückbildung

Beitrag von jusl »

Hallo Mutterhenne,
Was mir jedoch nach wie vor geblieben ist, ist eine nicht katastrophale, aber doch tastbare Rectusdiastase
Dann leg los mit Sporteln. Wenn Du nicht so viel Gymnastik-Vorwissen hast, dann könntest Du Dich gezielt von einer Physiotherapeutin anleiten lassen, das ist dann ratsam.
Nun habe ich schon von verschiedenen Seiten (Gyn, Heilpraktikerin, Physiotherapeutin) gehört, dass die Rückbildung erst nach Ende der Stillzeit wirklich abgeschlossen sein wird.
In der Tat: Völliger Quatsch. Solche Äußerungen haben eher mit dem zeitlichen (!) Zusammenfallen von Rückbildung und üblichem Abstillzeitpunkt zu tun. So nach dem Motto "Nach ein paar Monaten ist alles rückgebildet, und nach ein paar Monaten stillt man ab". Daraus wird dann "Wenn man rückbilden will, muss man abstillen." :roll: :lol: Klassischer Fall von Verwechslung von Kausalität und Korrelation. ;-)
Ich habe mir sogar anhören müssen, der Körper sei in der Stillzeit noch auf 'schwanger' programmiert (und dass das purer Unsinn ist, ist mir als medizinischer Laiin ziemlich klar; dazu weiß ich denn doch genug über den weiblichen Hormonhaushalt).
Richtig, kompletter Quatsch.

Viel Spaß beim Bodyshaping und LG
Julia
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Mutterhenne
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Re: Stillen und Rückbildung

Beitrag von Mutterhenne »

Liebe Julia,
vielen Dank, das erleichtert und bestätigt mich jetzt sehr; die Verwechslung von Koinzidenz und Kausalität scheint ja irgendwie zur conditio humana gehören, auch unter Menschen, die durchaus eine wissenschaftliche Vorbildung haben ;-). Dann mach ich mal fleißig weiter mit dem Sporteln und freu mich auf Stillen im Freibad :lol:
Ganz liebe Grüße, und Danke nochmal für Deine immer kompetenten und pointierten Antworten :-)
Mutterhenne
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Re: Stillen und Rückbildung

Beitrag von jusl »

Gern geschehen, und danke. ;-)

LG
Julia
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Re: Stillen und Rückbildung

Beitrag von ChocolateChipCookie »

Von Sport geht eine Rectusdiastase allerdings nicht weg. Dazu braucht man spezifische Übungen. Wenn das deine Physiotherapeutin nicht hinkriegt, würde ich dir dringend empfehlen, dir eine andere zu suchen :wink: Am besten eine mit Fortbildungen im Bereich Rückbildung.
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Mutterhenne
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Re: Stillen und Rückbildung

Beitrag von Mutterhenne »

...ja, das ist schon klar; habe derzeit gar keine 'reguläre' Physiotherapeutin, die mir nicht ganz plausibel scheinende Info hatte ich aus dem Rückbildungs-Yoga... Aber Du hast recht, sollte mich mal auf die Suche machen. Mache schon auch die speziellen Übungen, die man mir gezeigt hat, aber...Kind ruft ;-)
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Re: Stillen und Rückbildung

Beitrag von ChocolateChipCookie »

Ja, ich würde auf jeden Fall eine suchen. Eine Rectusdiastase kann mit der richtigen Anleitung sehr, sehr schnell zurückgehen :)
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Mutterhenne
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Re: Stillen und Rückbildung

Beitrag von Mutterhenne »

Das wäre wirklich toll - Du wohnst nicht zufällig in München oder Mainz und hast nen guten Tipp 8) ?
Die üblichen RB-Übungen hab ich so langsam alle durch; eigtl war ich immer recht sportlich und bilde mir auch ein, ein halbwegs gutes Körpergefühl zu haben, aber vllt. mach ich irgendwas falsch...? Meinen RüBi-Kurs fand ich eher lasch (dafür einiges an Hintergrundinfo, aber v.a. zum BB), hab dann noch eine ganze Weile RüBi-Yoga gemacht, aber irgendwie fühle ich mich dort so langsam eher unterfordert, und ich habe auch den Eindruck, dass die Diastase dadurch nicht wirklich zurückgeht (obwohl entsprechende Übungen dabei sein sollen)...
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Re: Stillen und Rückbildung

Beitrag von ChocolateChipCookie »

Ich bin leider ein bisschen weiter weg - in Österreich ;) Aber hier gibt es einen Berufsverband der Physiotherapeuten, auf dessen Webseite man nach Physios suchen kann, mit Einschränkung nach Ort, Fachgebiet usw. Vielleicht gibt es sowas in D auch?
Das Prinzip der funktionellen Bauchmuskelübungen lautet, den Oberbauch schmal und den Unterbauch kurz zu machen, während man z.B. auf fffffff ausatmet. Aber ohne Anleitung ist das wirklich schwer umzusetzen. Der häufigste Fehler ist, dass man zu sehr den oberflächlichen, geraden Bauchmuskel benutzt ("Sixpack"). Wenn der bei den Übungen rauskommt, ist es falsch. Das verstärkt dann eher die Diastase. Die meisten neigen dazu, eher den geraden Muskel anzuspannen, weil das leichter ist. Das ist einem einfach "geläufiger".
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Mutterhenne
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Re: Stillen und Rückbildung

Beitrag von Mutterhenne »

Danke, da werde ich mich mal umgooglen :-)
Das Prinzip, das Du beschreibst kenne ich - und die oberflächliche gerade Muskulatur habe ich bisher auch nicht trainiert (natürlich benutzt man sie im Alltag mit Kind zwangsläufig hin und wieder, auch wenn man versucht, sich die 'Alternativbewegungen' - aus der Liegeposition über die Seite aufstehen etc. - anzugewöhnen. Und wenn ich den Bauch entsprechend anspanne, kann man die Diastase auch nicht tasten, eben nur, wenn ich bewusst ohne Anspannung der Tiefenmuskulatur den Kopf hebe. Ich hoffe, ich habe diesbezüglich nicht irgendwelche 'schlechten Gene' (sagt man mir auch immer wieder)...
Bist Du eigtl selbst Physiothetapeutin ;-)?
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