Meine Schmerzgrenze ist erreicht ... bin total verzweifelt

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danat
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Meine Schmerzgrenze ist erreicht ... bin total verzweifelt

Beitrag von danat »

Ihr Lieben ... es geht nicht mehr. Ich brauche Hilfe. Ich dachte ich bin reichlich schmerzerprobt, aber die Intensität die die Schmerzen beim Stillen mittlerweile erreicht haben, übersteigen jetzt was ich aushalten kann.

Bei meinem ersten Sohn damals, hatte ich schon folgende Probleme:
blutige BW, Saugbläschen, wiederkehrende Milchstaus, chronisch entzündete Brust mit MRSA Keimen (also innen/per Milchabstrich gefunden; nur links); heftige Vasospasmen, die erst nach Monaten besser wurden; Stillen wurde nie wirklich angenehm, aber war irgendwann sehr gut aushaltbar. Besser wurde es wahrscheinlich als der Babymund größer wurde und der MRSA entdeckt und antibiotisch behandelt wurde. Mit Magnesium und Calcium hatte ich auch experimentiert, aber bzgl. der Krämpfe keine Verbesserung festgestellt. Ich habe versucht asymmetrisch anzulegen (aber wahrscheinlich kann ich das bis heute nicht richtig).

Rückblickend erfülle ich einige Kriterien des Raynaud Syndroms:
- also beim Stillen natürlich ... danach weiße BW; bei "Kälte" (minimalsten Temp.absackern) schmerzhafte Krämpfe des Warzenhofes
- früher (besonders als Teenager/junge Erwachsene) nach dem Duschen: blaue kribblige krampfige Hände und Füße
- die BW mochte ich nach dem Duschen noch nie wirklich "abtrocknen", sondern immer nur vorsichtig Tupfen (also ich habe das Handtuch einmal leicht an mich gedrückt und fertig)

Gestillt habe ich meinen großen Sohn bis in die Schwangerschaft hinein (Nuckeln zum Einschlafen war das dann aber nur noch; wurde auch wieder zunehmend unangenehm, aber aushaltbar), also bis ca. Okt./Nov. 2013. Irgendwann fiel mir auf, dass er ja seit einer ganzen Weile nicht mehr gestillt hat. Eigentlich ein schönes Ende.

Jetzt war es so, dass wir (wieder) eine tolle zügige HG hatten. Baby innerhalb der ersten zwei Stunden bestimmt schon drei o. vier Mal angelegt. Die Hebamme erledigte noch den Papierkram, da spuckte Milan schon das erste kleine bisschen Kolostrum hoch (hatte sich verschluckt). Milcheinschuss am zweiten Abend, verlief glimpflich. Ich hatte in den Folgetagen zwar Quark und Kohl drauf, aber keine harten geschwollenen schmarzhaften Brüste wie bei meinem ersten Sohn damals. BW haben erstmal super mitgemacht. Ich habe wieder mein bestes gegeben um ihn asymmetrisch anzulegen und die BW "von oben" in seinen Mund zu "rollen". Ich fand ihn auch eigentlich ganz gut angelegt. Die Brust war aber natürlich ordentlich prall und Milan konnte zunehmend schlechter Ansaugen. Ich glaube da gingen die Schmerzen langsam los. Also so um den dritten Tag vielleicht. Ich war ja auch drauf eingestellt, dass es erstmal wieder schmerzhaft wird (wegen den Vasospasmen; hoffte aber auf einen milderen Verlauf). Erstmal habe ich es als "Ansaugschmerz" empfunden - es war am Anfang und ließ dann beim Stillen nach. Insgesamt nahm es aber an Schmerzintensität zu und die Krämpfe waren mittlerweile auch wieder ordentlich da. Also bis zum "Aua-Vertönen" beim Stillstart. Ich habe angefangen mit Magnesium, Calcium, Vitamin B 6 und Vitamin C. Kurz vor Ostern hatte ich für einen halben Tag das Gefühl, dass es besser werden würde.
Dann nahmen die Schmerzen aber eine neue Höhenlage an und ich entdeckte am Karfreitag einen Soor an der Brust. Ich habe ziemlich schnell Nystaderm Mundgel drauf, auch Kind mit im Mund behandelt und den Windelbereich. Also über Ostern mit Nystaderm und Mykoderm behandelt (hatte nichts anderes da). Es war insgesamt sehr schmerzhaft, aber noch erträglich. Am Dienstag nach Ostern waren wir erstmal beim KiA, denn mittlerweile waren wir auch alle krank. Der Große: Erkältet und Bindehautentzündung. der Kleine: Soor + auch ein bisschen Husten + ein bisschen Bindehaut (zum Glück recht mild im Verlauf beim Baby). Ich habe auch heftigen Husten seit Dienstag Nachmittag. Ich glaube der hat dazu beigetragen, dass die BW nun auch kleine Verletzungen davon getragen haben. Der Soor wurde zumindest nicht schlimmer, aber auch noch nicht besser. Meine FÄ ist im Urlaub. Die Vertretungsärztin hat mir am Mittwoch Flucanozol aufgeschrieben (4 x 150mg alle drei Tage eine Tablette.) Die erste habe ich Mittwoch Mittag auch direkt genommen. Der Soor ist mittlerweile fast weg (links sieht es wieder richtig gut aus; rechts muss es noch komplett verheilen, ist aber auch deutlich besser).
Die letzte Nacht und die Nacht davor auf Donnerstag waren nun die absolute Hölle. Der Schmerz hat nun eine Intensität erlangt die ich kaum mehr aushalte. Es ist zum wegrennen. Davor habe ich geschnauft und getönt und auch mal geheult, aber es ging noch "gut" auszuhalten. Das war ein stechender Schmerz. Jetzt ist es eher "brennend" und noch viel schlimmer. Ich winzel und schreie und heule und krümme mich beim Stillen nachts (die armen Nachbarn). Schmerztabletten nehme ich (Ibu 400, alle 6 h). Diese neue Intensität kann ich mir in dieser Heftigkeit nicht erklären.

Ich habe mittlerweile gelesen, dass Flucanozol den Raynaud-Schmerz/Krämpfe verstärken kann und dass man bei der Pilzbehandlung auch erstmal eine Schmerzverschlimmerung haben kann. Aber sooooo wahnsinnig schlimm?
Die BW brennt einfach nur noch höllisch; sieht aber insges. gut aus bis auf die kleine Miniverletzungen, die gut heilen.

Ich versuche nach wie vor gut anzulegen, aber sooo weit wie ich es mir wünschen würde, bekommt Milan den Mund definitiv nicht auf im Moment. Es sieht aber nicht nach Zungenbändchen aus. Lippenbändchen ist bei uns allen ein bisschen kurz in der Familie. Aber für diese Heftigkeit kann ich es auch nicht verantwortlich machen. Also so ist mein Eindruck. Anlegen müssen wir also def. weiter verbessern ... auch wenn ich nicht weiß, was ich da noch anders machen soll.

Ich nehme jetzt insgesamt:
Ibu als Schmerzmittel
Flucanozon (wäre morgen die 2. Tablette dran)
Magnesium + Calcium (Vit. B 6 hatte ich 5 Tabl., jetzt keine mehr)
Secale cornutum C6 (Hom. Mittel gegen das Raynaud Syndrom)
Borax (gegen den Soor)
Aufbaumittel von Stadelmann (ich fühl mich fix und fertig; die Nächte sind unruhig; und die Schmerzen zermürben einfach nur)
gegen meinen fiesen Husten Tees, Hustenbonbos ... naja "sowas" halt

Habt ihr Ideen was ich gegen diese fiesen Schmerzen noch machen kann? Ich dachte echt nicht, dass es beim 2. Kind wieder so "dicke" kommt und bin regelrecht verzweifelt.

Viele liebe Grüße, danat.
Liebe Grüße von danat
mit dem großen Frühlingskind (03/2011) und dem kleinen Frühlingskind (04/2014).
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Carraluma
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Re: Meine Schmerzgrenze ist erreicht ... bin total verzweife

Beitrag von Carraluma »

Ich wünsche dir, dass deine Schmerzen schnell vergehen und du eure Stillbeziehung genießen kannst.
Leider kann ich dir keine Tipps geben, höchstens etwas Mut zusprechen. Es wird bestimmt besser!
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
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danat
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Re: Meine Schmerzgrenze ist erreicht ... bin total verzweife

Beitrag von danat »

Die Hebamme war grad da und hat hin und her überlegt, aber eine wirkliche Idee hatte sie auch nicht. Aber Pulsatilla 200 hat sie mir noch dagelassen. Für die weinerlichen Anteile an der aktuellen Situation. Ich nehm ergänzend ja ganz gern homöopathische Sachen, aber im Moment hab ich das Bedürfnis nach "Chemiekeule". Sie hat noch einen Abstrich von der noch nicht so gut verheilten Brust gemacht (also der Soorfläche) um im Labor noch mal schauen zu lassen, ob es nicht auch noch was anderes ist. Nächste Woche ist meine FÄ wieder da, da will ich nach Nifidren fragen.

Kann dieser fiese Schmerz allein von den kleinen Verletzungen an der BW kommen? Ich kann mich gar nicht so genau erinnern, wie das bei meinem ersten Sohn war (da wahren es ja auch viele verschiedene Sachen gleichzeitig).

Komisch ist auch, dass es immer mal einzelne Stillmahlzeiten gibt, die wesentlich besser sind als die übrigen. Da sind dann auch immer die ersten Minuten richtig richtig schlimm, aber dann lässt es manchmal deutlich nach. Meistens ist aber der Anfang deutlich schlimmer und auch die restliche Stillmahlzeit sehr schmerzhaft. Einfach nur falsch angelegt? Die Warze ist nach dem Stillen jeweils kaum verformt - ganz minimal ist die BWSpitze etwas nach unten abgeflacht, aber nur minimal.

Ach ist weiß auch nicht. Mir graut es auf jeden Fall schon vor dem nächsten Anlegen.
Liebe Grüße von danat
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Enni
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Re: Meine Schmerzgrenze ist erreicht ... bin total verzweife

Beitrag von Enni »

Ich fühle mit dir! Mir fallen zwar auf Anhieb keine Tipps als die Sachen, die du sowieso schon machst mehr ein, aber ich kann gut nachvollziehen, wie du dich fühlst. Diese Angst vor dem nächsten Anlegen, die infernalischen Schmerzen, das Beobachten des Kindes ("bewegt es sich? Schmatzt es? Hunger? Oh, bitte nicht schon wieder!"), die Tränen beim Stillen - all das kommt mir so bekannt vor.
Ich hoffe, bei dem Abstrich kommt etwas heraus, was gut zu behandeln ist, so dass es dir bald besser geht.

Ach mensch, lass dich mal drücken! ((danat))
Enni mit Sohn 1 (12/10), Sohn 2 (04/14) und Sohn 3 (03/19)
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gisasz
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Re: Meine Schmerzgrenze ist erreicht ... bin total verzweife

Beitrag von gisasz »

...und wäre es denn soo schlimm für dich, NICHT zu stillen???

Ich finde stillen toll, wichtig und das beste für unsere Kinder..und ich habe mich auch seeehr schwer getan, beim 1.Kind 8 Wochen bis es überhaupt ging, beim 2.Kind starke Schmerzen mit Blut stillen am Anfang und nach dem 1.Jahr dauernde Entzündungen und (auszuhaltende!) Dauerschmerzen beim Stillen...

ABER: Du musst dich nicht selbst aufgeben.
Vielleicht machst du dir selber zu viel Druck mit unbedingt stillen wollen; wäge doch einfach nochmal genau ab - vielleicht im Gespräch mit deiner Hebamme oder einer vetrauten Person - ob du dich vielleicht auch damit abfinden könntest, NICHT mehr zu stillen.

Wenn deine Schmerzgrenze einfach wirklich erreicht ist und du verzweifelt bist, finde ich nichts Schlimmes daran, dann eben jetzt nicht zu stillen ...
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Yashira
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Re: Meine Schmerzgrenze ist erreicht ... bin total verzweife

Beitrag von Yashira »

Ich wollte hier nicht raus, ohne dir alles Gute zu wünschen. Ich hoffe das eine Stillberaterin hier eine Lösung für dich hat.
(())



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kjoi
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Re: Meine Schmerzgrenze ist erreicht ... bin total verzweife

Beitrag von kjoi »

Ich habe keinen guten Rat aber ich wollte Dir auf jeden Fall Kraft und gute Nerven da lassen. Es hört sich wirklich schlimm an was Du gerade durchmachst. Hoffentlich hat noch ein Experte einen guten Rat. Es tut mir sehr leid, dass das Stillen für Dich so schlimm und schmerzhaft ist.
Ich bin Mama eines Mädchens (03/09) und zwei Jungen (06/11 und 08/15).
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danat
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Re: Meine Schmerzgrenze ist erreicht ... bin total verzweife

Beitrag von danat »

Habt vielen lieben Dank für eure virtuellen Drücker - das tut gut!

@gisasz: Ja, es wäre total schlimm für mich nicht zu Stillen. Ich würde es bereuen, jetzt hinzuschmeißen und das hätte Potential daraus eine PPD zu entwickeln. Ich finde die Vorteile des Stillens so toll und die Nachteile nicht zu Stillen so massiv - das kommt nicht in Frage. Ich weiß ja auch, dass irgendwann alles besser wird (war beim Großen ja irgendwann auch so). Es geht nicht daraum, alles "gut" oder "richtig" zu machen. Also ich setze mich nicht von dieser Seite her unter Druck. Sondern Menschenkinder bekommen Menschenmilch - fertig. Ich bin eigentlich auch ein sehr lösungsorientierter Mensch. Und jetzt bin ich an der Grenze an der ich mit den Schmerzen nicht mehr alleine klar komme und Hilfe brauche diese abzuarbeiten. Vielleicht ist es so besser ausgedrückt. Aber ich verstehe, was du meinst und danke dir sehr, dass du mir an dieser Stelle eine Entlastung und Neubewertung der Situation aufzeigen wolltest!
Liebe Grüße von danat
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soda
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Re: Meine Schmerzgrenze ist erreicht ... bin total verzweife

Beitrag von soda »

Wäre es eine Überlegung wert, mit der Milchpumpe mal auszutesten, ob der Schmerz leichter auszuhalten ist? Dann hättest du vielleicht eine Option, die abgepumpte Milch zu geben und der Brust und deinem Schmerzempfinden mal ein paar Stunden Pause zu gönnen.
PS: wenn du "ansonsten gesund" bist, kannst du das Ibuprofen auch höher dosieren. Frag deine Frauenärztin oder Hausärztin evtl doch noch mal, ob bei dir etwas dagegen spricht. 400mg helfen mir persönlich gegen starke Schmerzen nicht so gut.

Alles Gute!
mit T (2013) und T (2017)
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Beate mit family
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Re: Meine Schmerzgrenze ist erreicht ... bin total verzweife

Beitrag von Beate mit family »

Ich möchte dir auch ganz viel Kraft dalassen!
Ich kenne solche Schmerzen/Angst ja fast Panik vorm stillen nur aus den ersten Tagen, aber das reicht mir schon. Von daher zieh ich absolut den Hut vor dir!
Du bist so stark und ihr werdet es schaffen!
Beate mit sechs (sieben/acht) Mädels, zwei Buben und unserem zwei Sternchen fest im Herzen
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20.12.2014 - 31.12.2016 bereits 13.475 Teile entsorgt
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