Studien zu (langzeit)stillen?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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MamaSunshine
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Studien zu (langzeit)stillen?

Beitrag von MamaSunshine »

Hallo leute,

Puh, hoffe nicht zu ot, aber habe grad festgestellt, dass selbst im meinem allerengsten umfeld ich teilweise auf unverständnis stoße bzw es aus einer altmodischen, schulmedizinischen richtung gesehen wird.
Es ging zb um nächtliches stillen vs schnuller, schlafstörung vs (nächtliches) grundbedürfnis, sich nach den bedürfnissen des kindes richten für stabile liebevolle basis vs ( ungute) gewohnheiten prägen und womöglich das kind mit einem übermaß an liebe erstickenund behindern...
Weil das stillen hier elementarer bestandteil in allen diesen punkten ist (für mich), und ich lzs zumindest mal anpeile, und mir das auch echt wichtig ist: was kann ich einem konservativen schulmediziner entgegenhalten? Gibt es zb studien zum lzs? Kann man zuviel stillen? Ab wann prägt man sein kind usw?
Ich sehe das wie die meisten hier, nur im gespräch reg ich mich immer so auf, und kann dann kaum vernünftig argumentieren, zumal mir halt die wissenschaftliche basis fehlt...
Also bitte, wenn ihr mir mit fachlich fundierten belegen usw helfen könntet...?
Danke!
Mama Sunshine mit dem kleinen Sonnenschein (09/13) und dem Fröschlein (11/18)
Läuferin
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Re: Studien zu (langzeit)stillen?

Beitrag von Läuferin »

Mir geht es ganz genauso wie dir. Ich reg mich innerlich auch immer so auf, dass mir dann gar nix mehr einfällt! Im Nachhinein fallen mir immer tausend logische Argumente ein, wie ich mich "rechtfertigen" könnte, aber im Endeffekt ist es eigentlich sinnlos, denn ich muss ja weder mich rechtfertigen, noch mein Gegenüber von meiner Meinung überzeugen.
Das beste Beispiel ist für mich mein eigener Sohn, der noch nie (!) krank war und das, obwohl er seit September in den Kindergarten geht. Also ich meine er hatte natürlich schon mal Husten, Schnupfen und Gerotze, aber ich rede jetzt von richtigen Krankheiten.
Und mit dem Ablöseprozess hat er auch keine Probleme - Mama geh weg! Mag noch spielen! Noch nicht Hause gehen! - und das ist doch das wichtigste, dass es für dich und dein Kind passt.

Es gibt natürlich schon viele Studien, ich glaub es gibt ja Untersuchungen dazu dass sich die Laktase eben genau in dem Zeitraum zurückbildet wo auch das Saugbedürfnis geringer wird, also zwischen 2-4 Jahren.
Ich sag immer zu den Leuten dass es schon komisch wäre wenn wir das einzige Säugetier wären bei dem Saugen unnatürlich ist.

Ich weiß aber dass es einen (spanischen?) Kinderarzt gibt der auch Bücher geschrieben hat, heißt der nicht Gonzales oder so?
Für mich bringt das ganze Argumentesammeln irgendwie nichts weil die meisten Leute bei Ihrer Meinung bleiben wollen.

Wo ich wirklich was bewirke ist denke ich bei Freundinnen die noch keine Kinder haben, denn die sehen es bei mir und sehen wie toll es klappt, sind noch unbeeinflusst von anderen und denken so wie ich es mache ist es normal und gut.
Dann stille ich auch gerne in der Öffentlichkeit, gerne auch wo viele Leute vorbeigehen, ich denke das ist auch ein Statement.
Herzebub Oktober 2011
CarpeDiem
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Re: Studien zu (langzeit)stillen?

Beitrag von CarpeDiem »

Wir machen das einfach so habe ich schon öfter gesagt oder wir mögen das so, es passt zu uns. Katharina habe ich nur kurz stillen können, gesamt waren es etwa 4.5 Monate. Ich wünsche mir, diesmal das Annika und ich gemeinsam dann irgendwann das abstillen beschließen, wann auch immer das sein wird. Die Leute haben ihre Meinung und wollen auch meist diese nicht ändern. Katharina hat bis 14 Monat bei uns geschlafen und ist in den Schlaf begleitet worden, da hört man sich auch viel an. Da nützt es auch nichts x Studien zu zitieren. Spaß dir die Energie, wird noch genug Themen geben, wo alle rein quatschen wollen, man gewöhnt sich aber dran.
am 14.02.2012 wurde Katharina H. I. mit 51cm und 3730g geliefert
am 11.12.2013 wurde Annika C. S. mit 52cm und 4270g geliefert
am 16.06.2015 wurde Friederike L. J. mit 52cm und 4105g geliefert


K: unendlich geliebt, stolze große Schwester, wird groß
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EinfachIch
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Re: Studien zu (langzeit)stillen?

Beitrag von EinfachIch »

Huhu :)

Oft redet man gegen eine Wand aus Vorurteilen und die Leute wollen gar nicht von ihrem Standpunkt weg. Man tut sowas einfach nicht, das kind kann ja essen oder Kunstmilch trinken, und niemand in D muss so lange stillen, gibt ja überall was ordentliches zu kaufen... Das einzige Argument, das bei so ziemlich allen diesen Leuten wirkt ist: Der Kinderarzt hat gesagt... Dazu sucht man sich dann entweder einen entsprechenden KiA damit es auch stimmt oder behilft sich mit Kinderärzten die ja die eigenen sein könnten ;) und liest bei Renz-Polster oder dem schon genannten Gonzales oder auch bei Sears nach. Wenn dann ab und zu von anderen Müttern kommt "aber mein KiA hat gesagt blablabla" kontere ich immer: wenn sich in der Fachwelt beide Ansichten finden lassen dann kann ich mir ja aussuchen, was mir besser gefällt, scheint ja beides gelehrte Fürsprecher zu haben. Darauf kam dann nix mehr nach. Wer echt an anderen Standpunkten und Informationen dazu interessiert ist fragt dann nach oder liest selber, alle anderen denken sich dann ihren Teil, nerven aber dann nicht mehr.
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Re: AW: Studien zu (langzeit)stillen?

Beitrag von mey11 »

Kennst du die Arbeiten von Katherine Dettwyler? Ich finde die anthropologische Sichtweise sehr interessant. Ich glaube ihre Arbeit war u.a. ausschlaggebend für die gegenwärtige WHO-Empfehlung zum Stillen. Ich hoffe die Verlinkung funktioniert (bin grad unterwegs):

http://www.kathydettwyler.org
Mey mit quirliger Maus (06/2013)
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Re: Studien zu (langzeit)stillen?

Beitrag von MamaSunshine »

Danke euch, nur kurz, stille :-)

Muss mich anlesen, das ist sicher hilfreich. Ansonsten mach ich es meist so, dass ich nicht diskutiere, ist ja nicht deren "problem", aber da kann ich nicht schweigen, geht um bedenken meines mannes...
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Re: Studien zu (langzeit)stillen?

Beitrag von CarpeDiem »

Welche "bedenken" hat dein Mann den? Vielleicht würde ihm helfen hier mit zu lesen.
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soda
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Re: Studien zu (langzeit)stillen?

Beitrag von soda »

Oh. Das ist tatsächlich was andres. Mit dem Partner muss man sprechen und sich auch einig werden können.
Sonst hätte ich auch gesagt: "spar' dir den Atem". Nachbarn und Bekannte oder Kollegen geht sowas echt nicht so wirklich was an. Bei Familie und Freunden gibt's bestimmt schon eher Gesprächsbedarf. Aber da würde ich die Masche mit dem Kinderarzt anwenden, wenn ich nicht diskutieren mag.

Mit dem eigenen Mann muss man ehrlich sein. Ganz klar. ABER: ich merke hier auch Widerstand zum Thema LZS. Schon beim leisen Vorfühlen. Ich hab das seitdem einfach überhaupt nicht mehr erwähnt und lasse die Zeit für mich arbeiten. Vielleicht tut sich bei ihm da noch etwas?
Er wollte auch zuerst Mal unbedingt den Schnulli einführen (um mir zu helfen, bis er verstanden hat, daß es nicht nötig ist und es mir ohne Schnuller besser geht). Jetzt verteidigt er unser schnullerfreies Kind unter Angabe von stillberaterischen Argumenten (hihi!) gegen den Rest der Welt.
Dasselbe mit der Beikost. Erst fand er, dass es möglichst schnell soweit sein sollte, damit das Baby weniger stillt und länger satt bleibt. Jetzt ist das Mindestalter unserer Tochter erreicht und er fragt überhaupt nicht danach. Stattdessen hat er abgespeichert und sagt das auch so weiter, dass es ausreichend ist, auf ihre Zeichen zu warten (bis sie zeigt, dass sie essen will).

Ansonsten: wie möchte dein Mann auf die Grundbedürfnisse eures Babys eingehen? Wären das Ideen, die seinem Alter/seiner Entwicklung bzw dem situativ bestehendem Bedürfnis angemessen wären? (Also ganz klar nicht Schnulli geben, wenn das Minibaby eher Hunger hat, ist doch logisch. ) Möchte er vielleicht in manchen Bereichen mehr in die Versorgung des Kindes einbezogen werden? Meiner hatte schon Angst, dass ich ihn dann für gar nix brauchen würde. Aber jetzt ist es so, dass ich außer Stillen fast nix mit dem Baby zu tun habe, sobald der Papa daheim ist...

Denkst du, dass es hilfreich wäre, deinem Mann Studien etc auf den Tisch zu legen? Gerade in einer emotionalen Diskussion mit einer nahestehenden Person macht so was mMn die Sache eher schlimmer, weil man leicht so 'oberschlau' wirkt und der andere sich doof vorkommt.

Ach. Bin gespannt was die andren sagen wie es bei ihnen war und wie ihr an die Sache weiter rangeht.
mit T (2013) und T (2017)
vivi
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Re: Studien zu (langzeit)stillen?

Beitrag von vivi »

Hallo Mamasunshine, also ich hab hier auch so einen Schulmediziner zu Hause und ich kann nur sagen, wir sind bei der großen Tochter alle in das Langzeitstillen reingewachsen. Ich selbst hatte auch erst nach und nach diese Möglichkeit für mich entdeckt und hab meinen Mann immer von meinen Erkenntnissen erzählt. Auch diese Artikel von Dettwyler waren für mich sehr aufschlussreich und logisch. Warum artfremde Milch geben, wenn das Stillen klappt? Als Schulmediziner kann sich dein Mann dieserLogik gar nicht entziehen. Welche Argumente sollten denn FÜR Kuhmilch sprechen, wenn DU stillen kannst und willst?
Die Fakten sprechen für sich.
vivi mit der großen Zuckermaus Jan '07 und der kleinen Strahlemaus März ' 14
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