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Entlassung trotz fehlendem Milcheinschuss?

Verfasst: 28.03.2014, 10:12
von Pikabi
Hallo zusammen,

vor 2 Tagen habe ich unseren 2. Sohn per KS geboren und versuche seither ihm zu stillen.
Unser 1. Sohn kam ebenfalls per KS, lag aber 3 Wochen aufKommentar:erintensiv und danach war stillen nicht mehr drin :(
Deshalb ist es mir nun umso wichtiger, das ich den Kleinen stillen kann.
Schon während der Schwangerschaft habe ich immer gesagt: egal was passiert, mein Kind bekommt auf keinen Fall auch nur 1x eine Flasche in den Mund gesteckt.

Nach der Geburt habe ich den kleinen Mann gleich versucht anzulegen. Hilfestellung gab es im KH keine.
Er hat auch gesaugt. Ob es was bewirkt hat, weiß ich nicht.
Habe dann gestern auch den ganzen Tag versucht zu stillen, wieder ohne nachweisbaren Erfolg, außer das langsam die BW weh tun. Hab ca alle 3 Stunden angelegt, je rechts und links. Aber er dockt sich stets nach 2-3 Minuten wieder ab, sodass ich davon ausgegangen bin, das er schon weiß wieviel er braucht.

Heute Nacht habe ich ihn dann 3,5 Stunden dauergestillt und konnte ihn nie weglegen. Eine Schwester kam dann um ihn eh zu wiegen und brachte ihn dann wieder mit dem Kommentar: ihr Kind hat einen total trockenen Mund und hat innerhalb von 1,5 Tagen 200gr abgenommen. Sie müssen jetzt zufüttern, damit er genug Flüssigkeit bekommt.
Geburtsgewicht war 3090, heute nacht 2870.
Mir war nur noch zum heulen - ich hab mir doch ao Mühe gegeben.
Von der Flasche hat er dann heute Nacht 15ml getrunken, heute morgen auch 15ml.
Heute morgen haben wir dann wieder 1,5 Stunden gestillt, dieses Mal hat eine Schwester immer mal wieder drauf geguckt und geholfen.
Er dockt sich nach wie vor immer wieder ab und drückt auch die Brust bis auf die BW immer wieder raus, sodass das alles für uns beide eine einzige Qual und Stresa pur ist.

Jetzt soll ich morgen entlassen werden. Ohne Milcheinschuss, ohne Wissen wie ich ihn zum trinken bewege und mit einem Kind, dass ich heute Nacht zufüttern sollte...
Ich habe natürlich eine Hebamme - da warte ich grad auf den Rückruf was die denn sagt.

Meine Frage ist aber, ob es uns hier überhaupt etwas bringt im KH zu bleiben. Sicherlich kann ich jedes Mal klingeln, wenn ich ihn anlegen möchte, aber da er sich ja nach jedem 3 Zug wieder selbst abdockt, können die Schwestern auch nicht jedes Mal kommen.
noch dazu stopfen die ihm dann die Brust schnell wieder rein und gehen dann wieder. Wie ich das machen soll, keine Ahnung. Dafür fehlt mir eine Hand um das so zu machen wie die (denn sie müssen ja das Kind nicht halten).

Ich wünsche mir sooooo sehr stillen zu können, was meinrn die Erfahrenen hier was für uns das Beste wäre? Können wir so überhaupt nach Hause? Löst er den Milcheinschuss irgendwann aus, wenn er gar nicht richtig trinkt?

Ich danke euch schonmal!

Grüße, Katharina und klein-Konrad

Re: Entlassung trotz fehlendem Milcheinschuss?

Verfasst: 28.03.2014, 10:22
von Pikabi
Oh mein Gott, entschuldigt bitte die vielen Fehler. Mein Handy macht was es will...

Grüße, Katharina

Re: AW: Entlassung trotz fehlendem Milcheinschuss?

Verfasst: 28.03.2014, 11:14
von DasKruemel
Hallo Pikabi,
bin kein Stillprofi, aber ich war vor 3 Monaten in der gleichen Situation wie Du. Kaiserschnitt und meine Kleine war zudem 3 Tage auf der Neonatologie wo sie mit Flasche gefüttert wurde. Durch das Zufüttern mit Flasche war es ein langer Weg, wir stillen erst seit wenigen Tagen voll, aber es hat sich gelohnt!
Würde beim nächsten Kind wohl viel mehr drauf bestehen, möglichst oft anlegen zu dürfen, auch auf der Neo. Zuhause hatte ich dafür iwie mehr Ruhe als im KH.

Wollte Dir nur mal etwas Mut zusprechen und wünsche Dir ganz viel Durchhaltevermögen für Dich und Deinen kleinen Sonnenschein!

LG

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Re: Entlassung trotz fehlendem Milcheinschuss?

Verfasst: 28.03.2014, 11:17
von jusl
Hallo und herzlich willkommen hier. Und herzlichen Glückwunsch zur Ankunft Deines Babys! :D

Also, da offenbar keine besonders gute Stillunterstützung durch das KH-Personal vorhanden ist, kannst Du ruhig heimgehen - die Erfahrung zeigt, dass es zuhause dann meist eh besser klappt, weil eigene vier Wände, keinen widersprüchlichen Anweisungen und Ratschläge von zig unterschiedlichen Leuten mehr, und geschützte Privat- und Intimsphäre. Von daher: geh ruhig heim. Wichtig ist, dass Euer Problem dann aber auch angegangen wird - das ist ja offenbar der Fall, da Du Dich hier gemeldet hast und Deine Nachsorgehebamme ebenfalls schon Bescheid weiß, prima.

Also, zunächst: Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Milcheinschuss bis zum 3. bis 5. Tag auf sich warten lässt, insb. nach Kaiserschnitt. In der Zeit bis dahin kommt ja nun nicht NICHTS, sondern die gelbe Neugeborenenmilch, und normalerweise reicht die auch!..
Wichtig ist, dass von Anfang an HÄUFIG gestillt wird, mind. 8-12 mal in 24 Stunden.
Geburtsgewicht war 3090, heute nacht 2870.
Das sind rund 7 % - absolut im Rahmen und KEINE Zufütterindikation! Bis das Gewicht wieder hochgeht, sollte einfach gut aufgepasst werden, d.h. TÄGLICH gewogen werden unter methodisch guten Bedingungen. Ausführliche Info dazu findest Du in unserer Grundinfo Wiegen, Gedeihen und Gewichtszunahme.
Sie müssen jetzt zufüttern, damit er genug Flüssigkeit bekommt.
Auch WENN eine Zufütterindikation besteht, muss ja KEINEFALLS unbedingt per Flasche zugefüttert werden!.. Erheblich sinnvoller ist, ggf. notwendige Zufüttermilch mit einer STILLFREUNDLICHEN Methode zuzufüttern, die die künftige Stillbeziehung möglichst wenig stört oder gefährdet.
In der Neugeborenenzeit ist die naheliegendste Variante einfach ein kleiner Löffel oder Becher.
Dafür fehlt mir eine Hand um das so zu machen wie die (denn sie müssen ja das Kind nicht halten).
Du auch nicht. ;-) In der Tat klappt das Stillenlernen oft am besten, wenn Mama beide Hände frei hat. Dazu kannst Du Dein Baby so auf ein festes, dickes, hohes (Still-)Kissen legen, dass sein Näschen direkt vor der BW zu liegen kommt und es bloß noch den Mund aufzumachen braucht. Zieh Dein Baby ganz nah an Dich ran, und stütze mit einer Hand Deine Brust, so dass Dein Baby gut andocken kann, sobald es den Mund auf macht.
Gib Euch Zeit dafür! Ihr beide müsst das Stillen erst lernen, das wird schon. Super ist, wenn Dir Deine Hebamme vor Ort unterschiedliche Stillpositionen zeigen kann (immer mit "beide Hände frei" für Dich).
Löst er den Milcheinschuss irgendwann aus, wenn er gar nicht richtig trinkt?
In der Tat hängt die Milchproduktion von der Nachfrage ab (Stillgrundsatz Nr. 1 sozusagen ;-)). Nachfrage heißt in diesem Zusammenhang: Je häufiger, je kräftiger und je technisch effektiver ein Baby saugt, umso mehr Milch wird gebildet. Genau deshalb ist es so wichtig, von Anfang an häufig zu stillen und dabei auf eine gute Technik zu achten. Gute Technik bedeutet dabei:

* Baby hat den Mund sehr weit auf, Lippen nach außen gestülpt
* Baby hat deutlich mehr Gewebe als bloß die BW im Mund
* Babys Zunge liegt sichtbar unten-vorne auf der Unterlippe.
* Baby dreht seinen Kopf nicht, sondern Ohr, Schulter und Hüfte bilden eine Linie
* das Stillen tut nicht weh.

Falls das Baby aus irgendwelchen Gründen noch nicht kräftig und effektiv genug saugt, ist eine zusätzliche Stimulation mit einer Pumpe ratsam, um auf diese Weise zusätzliche Nachfrage zu schaffen. Die auf diese Weise gewonnene Milch kann auch direkt per Löffel oder Becher gefüttert werden.

Meine konkreten Vorschläge für die nächsten Tage daheim sind:

* Ganz in Ruhe stillen lernen, am besten mit fachkundiger Hebammenunterstützung
* Mindestens 8-12 mal in 24 Stunden stillen.
* Täglich das Gewicht des Babys messen und - ganz wichtig!! - dokumentieren.
* Künstliche Sauger (Flaschen, Hütchen, Schnuller...) weiterhin konsequent meiden und falls nötig (das zeigen die Gewichtsdaten unmittelbar - deshalb die Doku!) stillfreundliche zufüttern (am besten abgepumpte Muttermilch, ansonsten Pre).

Helfen Dir diese ersten Hinweise weiter?

Rückfragen jederzeit gerne und
LG
Julia

Re: Entlassung trotz fehlendem Milcheinschuss?

Verfasst: 28.03.2014, 11:58
von Schnuddelbuddel
Hallo,

du hast ja schon fachkundige Hilfe bekommen aber ich wollte dir auch Mut machen.

Bei uns war es ganz genauso wie bei euch. Mein zweiter Kaiserschnitt und diesmal wollte ich unbedingt stillen. Im Krankenhaus dann wenig Unterstützung und ich wusste nicht wie ich ihn an die Brust kriege. Zugefüttert haben wir dann auch mit der Flasche als die Schwestern Panik gemacht haben.
Mir wurde dann gesagt das ich ihn immer erstmal anlegen soll und erst danach kam die Flasche, ich denke das war schonmal kein ganz so schlechter Ratschlag.

Der Milcheinschuss kam dann plötzlich am 4. Lebenstag am Abend glaub ich. Ab da hab ich dann auf Anraten der Stillberaterin im Krankenhaus auch nicht mehr zugefüttert.

Anfangs fand ich es viel leichter in der Footballhaltung zu stillen. Vielleicht schaust du da mal nach Bildern. So bekam ich die Brust viel besser in den Mund und die Nase war gut frei vom Baby. In der Wiegenhaltung hatte ich immer das Gefühl der kleine Babykopf verschwindet in der Brust.

Ansonsten hat es sowieso zu Hause viel besser geklappt und ich hab mir dann auch nochmal Hilfe von einer Stillberaterin geholt weil meine Hebamme nicht die erhoffte Unterstützung brachte.

Im Endeffekt haben wir uns durchgebissen und nach den ersten Wochen der Gewöhnung haben wir dann völlig problemlos gestillt. Ich habe nie Probleme mehr gehabt und nun stillen wir immernoch seit inzwischen 2,5 Jahren.

Es lohnt sich wirklich durchzuhalten! Ich hatte anfangs auch einen Hänger und wollte schon die Flasche rausholen aber dann ging es doch weiter und man muss nur den Anfang meistern, dann läuft das Stillen bald wie von selbst und es ist so toll und unschlagbar praktisch.

Lieben Gruß und alles Gute.

Re: Entlassung trotz fehlendem Milcheinschuss?

Verfasst: 28.03.2014, 13:00
von Carraluma
Ich wünsche dir, dass es bald mit dem Stillen gut klappt! Der Anfang ist leider meist am schwierigsten! Aber mit der Unterstützung hier wirds bestimmt bald.

Falls du noch im Krankenhaus bist und mit Pumpen die Milchbildung steigern willst, dann lass dir vielleicht gleich noch ein Rezept für eine Pumpe ausstellen. Damit kannst du eine bei der Apotheke leihen. Vielleicht kann dir auch schon eine Schwester im Krankenhaus das Abpumpen erklären, falls du doch noch etwas dort. Ansonsten kann das bestimmt auch deine Hebamme.
Nochmal alles Gute und Glückwunsch zur Geburt deines Sohnes!

Re: Entlassung trotz fehlendem Milcheinschuss?

Verfasst: 28.03.2014, 13:32
von mattisma
Ich möchte dir auch Mut machen! Bei mir und meinen Freundinnen kam der Milcheinschuss erst Zuhause! Bei mir erst am 5. Tag!


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Re: AW: Entlassung trotz fehlendem Milcheinschuss?

Verfasst: 28.03.2014, 14:50
von feniliro
Auch ich möchte dir gerne Mut machen! Ich habe mich selbst mit 6 Tage altem Baby hier angemeldet da ich so verunsichert war ob die Kleine genug bekommt.
Und einen Milcheinschuss über Nacht, wie man es immer wieder liest, hatte ich NIE. Ein bisschen Spannen vielleicht, mehr nicht. Bei mir wurde die Milch wirklich kontinuierlich mehr, nicht auf einmal.
Ich stille nun seit fast 5 Monaten voll :)
Meine Zwillinge lagen damals auch 3 bzw. 4 Monate auf der Intensivstation. .ich konnte damals leider aufgrund von Unkenntnis und mangelnder Unterstützung auch nicht mehr Stillen. Umso wichtiger war mir das es diesmal klappt.
Ich lese hier im Forum schon eine Weile mit und kann dir sagen, dass du bei den Stillberaterinnen hier in den allerbesten Händen bist. Die sind toll und haben mehr Fachwissen als jeder den ich im "echten" Leben kenne.

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Re: Entlassung trotz fehlendem Milcheinschuss?

Verfasst: 28.03.2014, 17:28
von Pikabi
Hallo ihr alle,

ich danke euch erstmal von Herzen!! Es tut gut zu wissen, dass es Menschen gibt denen es genau so geht/ ging.
Ich habe mit meiner Nachsorgehebamme gesprochen und die sagte, ich soll lieber noch bleiben und die Stillberaterin verlangen und Stillproben machen.
Gesagt getan. Leider keine Stillberaterin bekommen sondern nur ne burschikose, nahezu 'gewalttätige' Kinderkrankenschwester.
Die hat ihn immer so brutal an meine Brust gedrückt und gleichzeitig meine Brust so zusammen gekniffen, dass mir als sie weg war (unverrichteter dinge) erstmal die Tränen kamen. Sie meinte: naja, sie haben es ja jetzt schon fast 1 Stunde probiert, jetzt brauchen sie es auch nicht mehr weiter versuchen. Dann müssen sie eben zufüttern...
Als ich mich wieder beruhigt hatte hab ich sie wieder gerufen und wir haben finger-feeding gemacht. Da hat er jetzt immerhin 15ml getrunken.
Ich bat sie dann um Stillproben - hat sie auch als unnötig betitelt, da die vormilch ja eh nicht auf der waage zu sehen ist. Und der milcheinschuss ja auch noch nicht war.
Also diese schwester ist ganz furchtbar. :(
Hatte sie grad wieder gerufen um ihr kurz zu sagen das er bis 16h das finger-feeding gemacht hat und das ich dann um 18h klingel zum anlegen.
NEIN!! Frühestens nach 3 Stunden legen wir wieder an.

Tja, dann machen wir das wohl so...

Gruß, Katharina

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Re: Entlassung trotz fehlendem Milcheinschuss?

Verfasst: 28.03.2014, 17:43
von Hasepup
willst du nicht nochmal deine hebamme anrufen?

mein kleiner kam auch per ks, lag 10 tage auf der neo. stillen konnte ich erst am 5. oder 6. tag versuchen. wir hatten anfangs erhebliche schwierigkeiten!
ich muss sagen, der druck im kh (am letzten tag wurde mir gesagt, er muss eigentlich zunehmen damit wir nach hause können!) hat mir so einen innerlichen stress gemacht, dass es eirklich nicht gut geklappt hat. zum entlassungstag hat er dann nur sein gewicht vom vortag gehalten. und soll ich dir was sagen?
in nichtmal 24 std zu hause hat er 50g zugenommen!

also möchte ich dich ermutigen nach hause zu gehen!
dort hast du sicher viel mehr ruhe, fühlst dich besser, und das überträgt sich auf dein kind. ich bin mir sicher, dass es dann besser klappen wird. und wenn dann deine hebamme auch schnell zu dir kommt um dich fachkundig und mental zu unterstützen, dann wird es sicher bald klappen :)

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