Beikostreife erkennen

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Fulloflove
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Beikostreife erkennen

Beitrag von Fulloflove »

Hallo zusammen,

woher weiß man denn nun wirklich, ob das Kind beikostreif ist?
Ich habe die Grundinfo gelesen, aber so wirklich schlauer bin ich nun nicht.
Mag mal jemand mit mir überlegen? Ach ja, die Maus ist jetzt 6 Monate alt und wir wollen gerne BLW machen.

In der Grundinfo steht zur Beikostreife:
* das Baby kann mit Unterstützung sitzen, auf dem Schoß oder im Hochstühlchen
Ja, kann sie. Also sie hält sich auf dem Schoß recht gut aufrecht (meist mit dem Rücken an uns gelehnt), alleine würde sie noch umfallen.
* das Baby kann selbst Nahrung gezielt greifen (zunächst mit der ganzen Hand, später im Pinzettengriff) und zum Mund führen
So wie Spielzeug, ja, kann sie. Die schönen streifenförmig geschnittenen Möhren zwar quer, aber nunja. :D
* das Baby kann Kaubewegungen machen. Dazu muss der sog. Zungenstoßreflex verschwunden sein, der bei jüngeren Babys kleine Gegenstände reflexhaft direkt wieder aus dem Mund heraus befördert.
Wie stelle ich das fest??

Wenn in der Grundinfo von "fester Nahrung" die Rede ist, meint das dann eigentlich auch Brei oder nur Fingerfood?

Beim ersten Versuch vor ein paar Tagen gab es Möhre und Kartoffel. Möhre schön in Streifen, bei der Kartoffel ging das irgendwie nicht, das waren eher Stücke. Sie hat sich recht konzentriert vor allem mit der Möhre beschäftigt, so wie sie es bei neuem Spielzeug oder dem heißgeliebten Löffel (von unserem normalen Besteck) macht, den sie manchmal bekommt, während wir essen.
Ein Stück Möhre muss wohl auch im Kind angekommen sein, denn sie hat einmal kräftig gewürgt :shock: und in der Pampers war später ein orangefarbenes Stückchen zu entdecken.
Heißt das dann, sie kann es noch nicht verwerten und es ist noch zu früh?

Ich will ihr nichts vorenthalten, sie (und ihren Magen/Darm) aber auch nicht überfordern, falls es noch zu früh ist...

Oder vielleicht doch eher Brei? Oder noch weiter vollstillen? Ach, ich weiß auch nicht...
Wir zwei sind jetzt zu dritt... :-) Kleine Maus (09/2013)
jusl
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Re: Beikostreife erkennen

Beitrag von jusl »

Wenn in der Grundinfo von "fester Nahrung" die Rede ist, meint das dann eigentlich auch Brei oder nur Fingerfood?
Beides. Jede Art von Beikost (viele Publikationen schließen dabei sogar Flüssigkeiten wie Fruchtsaft und normale Kuhmilch ein) wird als feste Nahrung bezeichnet, egal welche Konsistenz sie hat.
Fingerfood wird für gewöhnlich ausdrücklich als "Fingerfood" oder "stückige Kost" oder "feste Stücke" oder "Familienessen" o.ä. bezeichnet.
Ein Stück Möhre muss wohl auch im Kind angekommen sein, denn sie hat einmal kräftig gewürgt :shock: und in der Pampers war später ein orangefarbenes Stückchen zu entdecken.
Heißt das dann, sie kann es noch nicht verwerten und es ist noch zu früh?
Richtig, das ist aber VÖLLIG normal im ersten Lebensjahr. Möhrenstücke, Mais, ganze Weintrauben... die findet man auch im 2. LJ gerne noch im Originalzustand in der Windel. Ganz normal.
Im ersten LJ dient die Beikost bei Stillkindern eigentlich nur zum Kennenlernen, weniger zum Verwertetwerden. ;-)
Ich will ihr nichts vorenthalten, sie (und ihren Magen/Darm) aber auch nicht überfordern, falls es noch zu früh ist...

Oder vielleicht doch eher Brei? Oder noch weiter vollstillen? Ach, ich weiß auch nicht...
Still einfach weiter nach Bedarf, und wenn Dein Baby zusätzlich dazu gerne noch was von Deiner Kartoffel oder Deinem Butterbrot abhaben möchte, wird es Dir das schon zeigen, ganz sicher. ;-)

LG
Julia
Fulloflove
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Re: Beikostreife erkennen

Beitrag von Fulloflove »

Liebe Julia,

vielen Dank für die Erklärung zur festen Nahrung, das hatte ich mir schon fast gedacht.
Im ersten LJ dient die Beikost bei Stillkindern eigentlich nur zum Kennenlernen, weniger zum Verwertetwerden. ;-)
Aber wie passt denn das zusammen mit dem ganzen "Das Kind braucht jetzt Eisen, die und die Nährstoffe/Vitamine etc."? Kommt denn davon gar nichts an, selbst wenn ich nach Breifahrplan ginge?
Still einfach weiter nach Bedarf, und wenn Dein Baby zusätzlich dazu gerne noch was von Deiner Kartoffel oder Deinem Butterbrot abhaben möchte, wird es Dir das schon zeigen, ganz sicher.
Du meinst, nicht ab sofort gucken, dass immer was babygeeignetes dabei ist? Wir essen so oft Auflauf oder so, wo ich halt für sie doch was extra machen oder vorher rauslassen müsste... So klassisch Kartoffel, Gemüse, Fleisch gibt es eher selten bei uns.
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jusl
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Re: Beikostreife erkennen

Beitrag von jusl »

Aber wie passt denn das zusammen mit dem ganzen "Das Kind braucht jetzt Eisen, die und die Nährstoffe/Vitamine etc."? Kommt denn davon gar nichts an, selbst wenn ich nach Breifahrplan ginge?
;-)

Bei Babys mit besonderen Bedürfnissen (z.B. Frühgeborene, Babys mit med. Besonderheiten, zugefütterte Babys, untergewichtige Babys usw.) kann es sinnvoll sein, auf spezielle Beikost zu achten.

Bis zum Beikoststart vollgestillte, gut entwickelte, gesunde Babys hingegen dürfen in der Tat die Beikost einfach zum Kennenlernen benutzen; da muss nix Spezielles "ankommen".
Du meinst, nicht ab sofort gucken, dass immer was babygeeignetes dabei ist? Wir essen so oft Auflauf oder so, wo ich halt für sie doch was extra machen oder vorher rauslassen müsste...
Wieso extra machen oder rauslassen??
Wenn man nicht gerade gläserweise Schnaps ans Familienessen kippt, können beikostreife Babys VON ANFANG AN ganz normal am Familientisch mitessen. Da muss nix besonderes beachtet werden.

LG
Julia
Fulloflove
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Re: Beikostreife erkennen

Beitrag von Fulloflove »

Guten Morgen,
Bis zum Beikoststart vollgestillte, gut entwickelte, gesunde Babys hingegen dürfen in der Tat die Beikost einfach zum Kennenlernen benutzen; da muss nix Spezielles "ankommen".
Ok, so eins hab ich. :D Aber nur mal interessehalber, kommen denn die Nährstoffe, Vitamine etc. an? Muss doch eigentlich, oder? Denn wie wäre das denn sonst bei Kindern, die z.B. mit 8 Monaten schon komplett abgestillt sind? Da kommt ja nichts mehr über die Muttermilch...

Wieso extra machen oder rauslassen??
Wenn man nicht gerade gläserweise Schnaps ans Familienessen kippt, können beikostreife Babys VON ANFANG AN ganz normal am Familientisch mitessen.
Naja, ich meine wegen der Saucen im Auflauf, Salz, Gemüsebrühe, Speck, Zwiebeln, was auch immer. :?:
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jusl
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Re: Beikostreife erkennen

Beitrag von jusl »

Naja, ich meine wegen der Saucen im Auflauf, Salz, Gemüsebrühe, Speck, Zwiebeln, was auch immer. :?:
Überhaupt kein Problem, das ist doch ganz normales Essen. :lol:
Wenn Ihr Erwachsenen es gerne sehr salzig mögt, dann salzt doch einfach direkt auf Eurem Teller nach.
Aber nur mal interessehalber, kommen denn die Nährstoffe, Vitamine etc. an? Muss doch eigentlich, oder? Denn wie wäre das denn sonst bei Kindern, die z.B. mit 8 Monaten schon komplett abgestillt sind? Da kommt ja nichts mehr über die Muttermilch...
Ich glaube ich verstehe Deine Frage irgendwie nicht. Babys, die mit 8 Monaten schon abgestillt sind, bekommen für gewöhnlich Ersatz-Milchprodukte.

LG
Julia
stimme
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Re: Beikostreife erkennen

Beitrag von stimme »

Echt, Gemüsebrühe ist auch ok? Die habe ich bisher gemieden wg. zuviel Salz. Aber dann kann der Kleine ja noch die Reste von unserem leckeren Essen von gestern Abend futtern.


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Fulloflove
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Re: Beikostreife erkennen

Beitrag von Fulloflove »

Wenn Ihr Erwachsenen es gerne sehr salzig mögt, dann salzt doch einfach direkt auf Eurem Teller nach.
Klar, das macht bei uns der Papa eh schon. Wenn ich Dich richtig verstehe, ist somit normal gesalzenes Essen bzw. eh schon salzhaltiges (z.B. Speckwürfel oder Saucen) ok? Ich dachte, ich hätte in der Grundinfo was von höchstens 1g Salz pro Tag gelesen, aber so würde es ja sicher mehr...
Ich glaube ich verstehe Deine Frage irgendwie nicht. Babys, die mit 8 Monaten schon abgestillt sind, bekommen für gewöhnlich Ersatz-Milchprodukte.
Du meinst Fertigmilch, also Pre oder so?
Die Frage ist, wenn ich zum Beispiel Möhre in der Pampers finde, ist dann gar keine Möhre im Kind, also auch die Vitamine etc. nicht oder kann halt nur das Stückige nicht richtig verdaut werden. Oder andersrum gefragt, wenn ein Kind Gemüsebrei kriegt, hat es da überhaupt was von, nährstofftechnisch, oder ist das echt nur zum Kennenlernen?
Ist blöd zu erklären... Konkret denke ich gerade an eine Freundin, der Kleine ist jetzt 8 Monate und wird halt nicht mehr gestillt. Ich glaube fast nicht, dass der jetzt Pre bekommt, sondern wahrscheinlich alles in Breiform. Also denke ich mir, dann muss er doch darüber alles aufnehmen, was er braucht. Oder?
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stimme
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Re: Beikostreife erkennen

Beitrag von stimme »

Ich hoffe, es ist ok, wenn ich mich hier mit noch einer Frage dranhänge: Wie ist es denn mit Wurst auf dem Brot? Fleischwurst z. B. ist ja schon recht salzig. Habe ich ihm daher bisher nicht gegeben. Oder ist das in kleinen Mengen auch schon ok?


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jusl
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Re: Beikostreife erkennen

Beitrag von jusl »

Klar, das macht bei uns der Papa eh schon. Wenn ich Dich richtig verstehe, ist somit normal gesalzenes Essen bzw. eh schon salzhaltiges (z.B. Speckwürfel oder Saucen) ok? Ich dachte, ich hätte in der Grundinfo was von höchstens 1g Salz pro Tag gelesen, aber so würde es ja sicher mehr...
Ganz normales Essen am Familientisch ist definitiv OK, auch wenn da mal Speck oder Brühe dran ist. Wie viel isst Dein Baby denn?? Sicher nicht esslöffelweise Speck pur, oder literweise Gemüsebrühe. :lol:

Du meinst Fertigmilch, also Pre oder so?
Anfangsmilch, Folgemilch (jeweils flüssig oder im Brei), Supermarkt-Trinkmilch, Milchprodukte wie Käse, Quark und Joghurt... in Deutschland bekommen die meisten vorzeitig abgestillten Babys IRGENDWELCHE anderen Milchprodukte.
Ich glaube fast nicht, dass der jetzt Pre bekommt, sondern wahrscheinlich alles in Breiform.
Das ist dem Milchpulver aber egal, ob es allein in Wasser eingerührt wird, oder als Brei gemeinsam mit Getreideflocken in Wasser eingerührt wird. ;-) Es ist immernoch Pre-Pulver.

LG
Julia
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