Brustentzündung vorbeugen?

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Donnerkind
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Brustentzündung vorbeugen?

Beitrag von Donnerkind »

Guten Abend,

ich plage mich gerade mit einer Brustentzündung herum. :? Nehme Amoxicillin und Perenterol (letzteres auf Empfehlung der Apothekerin) und hoffe, dass der Spuk bald vorbei ist.

Ich muss dazu sagen, dass ich vor 3 Wochen wahrscheinlich schon mal eine hatte, die ich aber als fiesen Stau deklarierte (genau an der gleichen Stelle). Quark half super, und am nächsten Tag war auch das Fieber weg. Tja, da hab ich wohl was verschleppt... Ich hätte damals schon zum Arzt gehen müssen.
Hab jetzt großen Respekt vor einer BE... Das ging gestern sooo schnell plötzlich, dass ich ganz fix außer Gefecht gesetzt war. Gruselig.

Meine Frage nun: Gibt es eine Möglichkeit, einer Brustenzündung vorzubeugen? Oder hat man einfach Pech, wenn sie einen überfällt?
Es grüßt das Donnerkind mit den Mädels 2007 und 2008 sowie dem kleinen Bruder 2013.
jusl
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Re: Brustentzündung vorbeugen?

Beitrag von jusl »

Es gibt keine spezifischen Möglichkeiten zur Vorbeugung bzw. Verhinderung einer Mastitis (also in Abgrenzung zu allgemeinen Maßnahmen, die generell das Immunsystem stärken usw.).

Einzige Ausnahme ist die Mastitis als Komplikation von Brusterkrankungen, vorrangig a) Milchstau und b) wunde BW:

a) Das Risiko für Milchstau (und damit auch das Risiko für Mastitis als Folgeerkrankung/Komplikation) lässt sich aktiv verringern durch eine günstige Handhabung des Stillens, also Stillen nach Bedarf, technisch korrektes Anlegen zur regelmäßigen Entleerung aller Teile der Brust, keinen langen Pausen, keine schlecht sitzenden, klemmigen BH's/Taschen/Tragehilfen,...

b) Offene Wunden an den BW sind eine Eintrittsforte für Keime, die auf diesem Wege ins Brustgewebe eindringen können und dort eine Entzündung hervorrufen. Deshalb begünstigen wunde BW eine Mastitis. Entsprechend ist auch hier eine gute Handhabung des Stillens das A und O, weil dadurch wunde BW vermieden bzw. das Risiko für deren Auftreten verringert werden kann.

Entsprechend gilt für a) und b):
Wenn dennoch mal ein Milchstau aufgetreten ist oder die BW wund geworden sind, dann ist eine zügige, sachkundige Behandlung des Staus bzw. der Wunden sinnvoll, um eine Mastitis als Folgeerkrankung zu vermeiden.

Für alles andere gilt leider: Pech. Ich hatte mal eine vergleichsweise schwere Infektion, begann als Erkältung, dann Atemwege, Rippenfell und Mastitis, innerhalb weniger Tage/Stunden. Das hatte überhaupt nix mit der Handhabung des Stillens zu tun. Mit Antibiotika ist das recht schnell problemlos ausgeheilt (soweit ich mich erinnere; ich hab da echt 2 Tage quasi Filmriss...)

LG
Julia
Donnerkind
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Brustentzündung vorbeugen?

Beitrag von Donnerkind »

Danke, Julia!

Alles unter a) genannte trifft nicht zu.
Evtl. könnte das Beißen etwas damit zu tun haben. Aber der Wicht hat bisher nie so sehr zugebissen, dass ich etwas von einer Wunde gemerkt hätte.
Ich werde wohl in Zukunft noch wachsamer sein und jetzt erstmal hoffen, dass die aktuelle BE sich schnell verabschiedet.
Was ich gestern und auch vor drei Wochen sehr interessant fand, war, dass die betroffene Brust ausgelaufen ist, als der kalte Quark gerade frisch drauf war. Da kühlt und kühlt man und die Milch sprudelt nur so... :shock:
Es grüßt das Donnerkind mit den Mädels 2007 und 2008 sowie dem kleinen Bruder 2013.
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fritzchen69
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Re: Brustentzündung vorbeugen?

Beitrag von fritzchen69 »

Mir hat meine Hebamme damals als Vorbeugung (ich hatte total oft Milchstaus am Anfang) Lecitin empfohlen. Die Apothekerin war sehr erstaunt darüber, so was hätte sie noch nie gehört. Keine Ahnung, ob das nun stimmte oder nicht - mit hat das echt geholfen. Ab dann hatte ich keinen Milchstau mehr!
Lieben Gruß
fritzchen69
jusl
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Re: Brustentzündung vorbeugen?

Beitrag von jusl »

Lecithin wird diskutiert im Rahmen der Vorbeugung von MILCHSTAU, immer in Kombination mit einer Nahrungsumstellung, die Nahrungsfette betreffend. Die grobe Idee dahinter ist, dass durch die Einnahme von Lecithin (=Emulgator) sich die Fette in der Milch besser verteilen und deshalb nicht so leicht die Milchgänge verstopfen. Wissenschaftlich fundiert ist dieses Konzept meines Wissens nach nicht, aber es gibt positive Berichte von Frauen dazu.
Mit Brustentzündung an sich hat Lecithineinnahme aber nichts zu tun.

LG
Julia
tabbsy83
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Re: Brustentzündung vorbeugen?

Beitrag von tabbsy83 »

Was für eine Nahrungsumstellung denn? Mir wurde jetzt auch Lecithin empfohlen und ich soll weniger Milchprodukte zu mir nehmen. Reicht das schon?

Handyautokorrektur tippt mit..
Viele Grüße

von mir :-) und meinem Sohnemann (geb. 09/2013)
Trix

Re: Brustentzündung vorbeugen?

Beitrag von Trix »

Ich neige auch zu Milchstaus, die dann schnell mal umschlagen in eine Brustentzündung. Stillen nach Bedarf und ohne lange Pausen, verschiedene Stillpositionen etc. haben wir immer beachtet, trotzdem wurde es mit dem Zweiten noch schlimmer. Manchmal reichte es wenn der Autogurt kurz gedrückt hat oder ein T-Shirt-Rand beim Hochziehen zum Stillen. Mir hat dann Lecithin als Einziges geholfen, dass es garnicht mehr erst soweit kam.
tabbsy83
hat viel zu erzählen
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Re: AW: Brustentzündung vorbeugen?

Beitrag von tabbsy83 »

Trix hat geschrieben:Ich neige auch zu Milchstaus, die dann schnell mal umschlagen in eine Brustentzündung. Stillen nach Bedarf und ohne lange Pausen, verschiedene Stillpositionen etc. haben wir immer beachtet, trotzdem wurde es mit dem Zweiten noch schlimmer. Manchmal reichte es wenn der Autogurt kurz gedrückt hat oder ein T-Shirt-Rand beim Hochziehen zum Stillen. Mir hat dann Lecithin als Einziges geholfen, dass es garnicht mehr erst soweit kam.
Und ansonsten hast du dich ganz normal wie vorher ernährt?

Handyautokorrektur tippt mit..
Viele Grüße

von mir :-) und meinem Sohnemann (geb. 09/2013)
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