Nächtliches Luftschlucken

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Benutzeravatar
Mogliki
gehört zum Inventar
Beiträge: 484
Registriert: 22.01.2013, 16:06

Nächtliches Luftschlucken

Beitrag von Mogliki »

Hallo zusammen,

wir haben hier ein Bäuerchen-Problem. :roll:
Meine Tochter kann seit ihrer Geburt nur sehr schwer aufstoßen nach dem stillen - sehr oft ist dazu aufwändiges schuckeln und wippen und tragen nötig. Mein Mann ist da sehr viel geschickter als ich... Nötig ist das aufstoßen aber, da sie sich sonst sehr plagt und teilweise schon während des stillens gestört wird und dann verzweifelt die Brust anschreit oder, wahlweise, immer wieder hektisch an- und abdockt (was mir leicht wunde Brustwarzen beschert).

Nachts ging es aber bis vor etwa einem Monat relativ problemlos, irgendwie hat sie da weniger Luft geschluckt. Dann ging es von einem Tag auf den nächsten los, dass sie sich auch nachts wand und zappelte vor geschluckter Luft, einige Male auch bitterlich weinte. Nächtelang bin ich mit ihr rumgelaufen in dem Bemühen, sie von Luft zu befreien...
Nun muss ich zwar nachts meist nicht mehr aufstehen, dafür ist sie morgens so voll von Luft, dass sie sich und mich dann wachzappelt. Sie möchte dann sichtbar eigentlich noch stillen, kann aber nicht mehr - solange, bis sie hellwach ist und ich dann mit ihr aufstehen muss. Dsa Ganze gegen 6 Uhr morgens, mit Glück auch mal erst um 7.

Sie schläft bei mir im Bett (bzw. beim einschlafen im Beistellbett, nach dem ersten stillen lege ich sie aber meist nicht zurück). Wir stillen im liegen, wobei sie links von mir liegen bleibt und ich mich für die beiden Brüste dann nur unterschiedlich drehe. Seit ich so kaputt bin durch diese nächtlichen Bäuerchenprobleme schlafe ich auch meist beim stillen wieder ein (wenn sie nicht zu unruhig ist durch die Luft...), sie bleibt also dann in "Stillposition" neben mir liegen und bedient sich, glaube ich, auch immer wieder an der offenen Milchbar ohne dass ich richtig aufwache.
Wenn ich wach bin, achte ich auf korrektes andocken, aber mit dem zunehmenden Schlafmangel wird meine nächtliche Konzentration nicht gerade besser. Andocken im Schlaf bekomme ich nicht mit, kann also auch nicht sagen wie ruhig sie da trinkt.

Was kann ich noch tun? So wie es jetzt ist, geht es mir echt an die Substanz. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie sich auch nur einigermaßen ausgeschlafen anfühlt... :-(
Stolze Mama von Krümel (09/13), Murkel (08/16) und Minnimaus (1/19)
Benutzeravatar
Mogliki
gehört zum Inventar
Beiträge: 484
Registriert: 22.01.2013, 16:06

Re: Nächtliches Luftschlucken

Beitrag von Mogliki »

Hat niemand einen Tipp?
Heute war die Nacht für uns schon wieder um 5 zu Ende. Und Krümelchen hätte wohl problemlos weitergeschlafen, wenn sie nicht erst durch zappeln und dann durch meine Bemühungen ihr beim Bäuerchen zu helfen einfach wach geworden wäre.

Ich nehme alles: Tipps zum aufstoßen lassen (auch wenn wir da wohl schon das meiste durch haben :( ), noch lieber aber Rat, warum sie so viel Luft schluckt und wie wir das vehindern können.
Tags ist das momentan auch ein Problem - dann schreit sie sich teilweise richtig ein. Manchmal haben wir Tage, wo keine Stillmahzeit unter einer Stunde dauert (effektiv würde sie maximal 10 Minuten je Seite brauchen) und wir keine Mahzeit haben ohne dass ich zwischendurch angeschrieen werde, weil sie nicht trinken kann wegen Luft im Bauch, aber noch Hunger hat.

Ich würde ihr so gerne helfen (und es zehrt auch unglaublich an meinen Nerven und an meinem Körper durch den fehlenden Schlaf). :-(
Stolze Mama von Krümel (09/13), Murkel (08/16) und Minnimaus (1/19)
Nessi
ist gern hier dabei
Beiträge: 96
Registriert: 22.07.2013, 21:08

Re: Nächtliches Luftschlucken

Beitrag von Nessi »

Hej!

Ich kann dir nur erzählen, dass es meiner Tochter auch so ging/geht. Allerdings noch ein wenig schlimmer, denn es gibt heute noch Nächte, in denen sie viele Stunden weint und nicht in den Schlaf finden kann, weil ich ihr bei der letzten nächtlichen Stillmahlzeit kein Bäuerchen entlocken konnte. Aber ich kann dir ja mal erzählen, was ich nachts so alles mache :)

Ich nehme sie IMMER hoch nach dem stillen, manchmal habe ich Glück und das Bäuerchen kommt einfach so ganz schnell raus. Wenn nicht, hilft oft Baby einmal kurz hinlegen und wieder hochnehmen. Generell ganz oft Trageposition wechseln, rechte Schulter, linke Schulter, Wiege, Fliegergriff. Alles beim rumjoggen, sonst wird sie zu wach. Oder hinsetzen, Baby aufrecht vor dem Bauch halten, und vor und zurück wiegen, so weit, dass Baby quasi auf deinen Knien liegt und dann wieder bis in die Senkrechte.

Hast du versucht sie aufrecht zu stillen? Bei mir ist ein starker MSR ein grosser Teil des Problems (gewesen), aber aufrecht stillen hat bei uns keinen Unterschied gemacht. Ich kann dich damit trösten, dass meine Kleine mit etwa 6 Monaten gross genug war um mit der Milchmenge klarzukommen und weniger Luft zu schlucken.

Was hier auch Besserung gebracht hat, ist dass sie sich jetzt von alleine umdrehen kann, und nachts hauptsächlich auf dem Bauch schläft. Da kommt ein verpasstes Bäuerchen schon mal leichter raus. Vorher hat sie generell nur auf der Seite schlafen können, auf dem Rücken ging gar nicht.

Tagsüber: meine Kleine hat auch tags vieeeeel geweint. Es ging besser, wenn ich einen bestimmten Stillrhythmus eingehalten hab (natürlich nur, wenn ich sicher war, dass sie keinen Hunger hat) und hab so 2-2,5 Std versucht sie anderweitig zu beruhigen. Denn, je öfter stillen, desto mehr Luft im Bauch, desto mehr schreien, desto mehr Luft schlucken, bis Baby total k.o. ist und vor Erschöpfung kurz schläft.

Vielleicht hat's dir ein bisschen geholfen, du bist auf jeden Fall nicht allein ;) Und wegen dem Schlafmangel; leider kein Tipp, hast du noch andere Kinder? Wenn nicht, dann leg dich doch echt tagsüber mal hin, das klappt hier wegen den anderen beiden leider nicht. Aber, man hält es irgendwie doch aus :)
Liebe Grüsse von
Sarah
mit Prinzessin (12/07), Frechdachs (01/11), kleiner Amsel (07/13) und Goldlöckchen (06/16)
Benutzeravatar
blueberry
Mod a.D.
Beiträge: 11077
Registriert: 03.09.2007, 14:18
Wohnort: Deutschland

Re: Nächtliches Luftschlucken

Beitrag von blueberry »

Hallo Mogliki,

das klingt wirklich sehr anstrengend! :( Ich möchte mich dem Tipp anschließen, Dich möglichst oft mit Deinem Baby mit hinzulegen und z.B. auch tagsüber mal im Liegen zu stillen bzw. zurückgelehnt, mit Kissen gut abgestützt im Halbliegen, Baby bäuchlings auf Deinem Bauch, wenn Du das Gefühl hast, es könnte (mit) an einem heftigen Milchspendereflex liegen, dass Dein Baby so viel Luft schluckt.

Hast Du das Gefühl, es könnte an einem heftigen MSR liegen? Spritzt die Milch, wenn Dein Baby, wie Du schreibst "hektisch an- und abdockt"?

Hast Du nachts mal versucht, selbst liegen zu bleiben und Dein Baby bäuchlings auf Dich drauf zu legen für das Bäuerchen? Meine Kinder konnten in Bauchlage recht gut aufstoßen. (Etwas älter ging auch neben mir auf dem Bett "kniend" mit Bauch und Kopf auf meiner Seite/Bauch ruhend).
Nessi hat geschrieben:Tagsüber: meine Kleine hat auch tags vieeeeel geweint. Es ging besser, wenn ich einen bestimmten Stillrhythmus eingehalten hab (natürlich nur, wenn ich sicher war, dass sie keinen Hunger hat) und hab so 2-2,5 Std versucht sie anderweitig zu beruhigen. Denn, je öfter stillen, desto mehr Luft im Bauch, desto mehr schreien, desto mehr Luft schlucken, bis Baby total k.o. ist und vor Erschöpfung kurz schläft.
Wenn das für Euch gut funktioniert hat, ist das natürlich in Ordnung :wink: , allgemein kann ich das aber nicht empfehlen, ganz besonders nicht bei Babys, die so schon Probleme mit Luftschlucken haben. Es gibt keine Vorteile hinausgezögerter Mahlzeiten, im Gegenteil: je länger der Abstand zur letzten Mahlzeit, desto heftiger wird im Allgemeinen der MSR ausfallen (also noch eher zu Verschlucken führen). Dass Weinen zu Luftschlucken führt, stimmt, "je öfter stillen, desto mehr Luft im Bauch" stimmt aber nicht - wohl aber gibt es einen Zusammenhang zwischen hinausgezögerten Mahlzeiten und vermehrtem Weinen.
Mogliki hat geschrieben:Nachts ging es aber bis vor etwa einem Monat relativ problemlos, irgendwie hat sie da weniger Luft geschluckt. Dann ging es von einem Tag auf den nächsten los, dass sie sich auch nachts wand und zappelte vor geschluckter Luft, einige Male auch bitterlich weinte. Nächtelang bin ich mit ihr rumgelaufen in dem Bemühen, sie von Luft zu befreien...
Nun muss ich zwar nachts meist nicht mehr aufstehen, dafür ist sie morgens so voll von Luft, dass sie sich und mich dann wachzappelt. Sie möchte dann sichtbar eigentlich noch stillen, kann aber nicht mehr - solange, bis sie hellwach ist und ich dann mit ihr aufstehen muss. Dsa Ganze gegen 6 Uhr morgens, mit Glück auch mal erst um 7.


Das ließ mich übrigens spontan an meinen Sohn denken: bist Du sicher, dass es verschluckte Luft ist, nachts? Bzw.: hast Du es mal mit Auspacken und Pipimachen lassen versucht? Bei uns hat es einige (sehr schlafarme) Wochen gedauert, bis wir das raushatten *gähn*. Viele Babys machen ja äußerst ungern in Windeln sondern können sich mit Luft zwischen den Beinchen viel besser erleichtern. Bei einer vollen Nachtwindel ist dieser Effekt besonders stark.

Ich wünsche Dir ganz bald mehr Erholung!

LG, blueberry
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
Benutzeravatar
Mogliki
gehört zum Inventar
Beiträge: 484
Registriert: 22.01.2013, 16:06

Re: Nächtliches Luftschlucken

Beitrag von Mogliki »

Danke euch für die Antworten - ich sitze hier mal wieder mit hellwachem Kind und immerhin schon der ersten Tasse Tee intus. Heute hat sie sich neben mir im Bett wenigstens noch eine halbe Stunde selbst (bw. mit meiner Hand) beschäfigt, bis ich mit ihr aufstehen musste. Ist wahrscheinlich für andere Mütter keine Zeit (ich erinnere mich da mit schaudern an Erzählungen von Kindern, die immer um 6 wach sind), aber wir gehen ja erst später ins Bett.
Tagsüber mit hinlegen fällt bei mir momentan noch flach, ich bin gerade am Ende meines Studiums und sitze an der Abschlussarbeit - da muss jede Minute genutzt werden, wenn das Kind schläft. :-(

Nessi, danke für deine Erfahrungen! Es hilft ja auch immer schon sehr zu sehen, dass man nicht allein ist mit solchen Problemen. :-)
Die Bewegungen zum Bäuerchen machen funktionieren hier teilweise auch. Ansonsten rumlaufen und schuckeln, schuckeln, schuckeln, in unterschiedlicher Frequenz und am besten noch mit einer Hand mit leichtem Druck auf ihren Rücken.
Hinauszögern ist bei uns aber eher kontraproduktiv; sie wird dann umso ungeduldiger beim trinken (und meine Brust voller), dann wird es noch eher schlimm.

Danke auch blueberry!
Starker MSR kann hier auf jeden Fall zum Problem beitragen. Wie du schreibst, gerade wenn wir ungewohnt lange Stillpausen hatten spritzt es richtig aus der Brust wenn sie loslässt, links noch stärker als rechts. Das ist aber immer nur eine kurze Phase, wenn sie dann weitertrinkt spritzt es nicht mehr. Und bei "normalen" Abständen (von immer noch teilweise alle 1-2 Stunden tagsüber bzw. vor allem nachmittags/abends) spritzt es auch nicht mehr soweit ich sehe. Meinst du, das reicht schon dass es am vielen verschlucken beteiligt ist?
Ich hatte immer mal wieder mit aufrecht stillen rumprobiert und stille abends zum einschlafen auch so wie du beschreibst gegen die Schwerkraft. Ob das wirklich hilft war ich mir aber nie sicher.
blueberry hat geschrieben:Hast Du nachts mal versucht, selbst liegen zu bleiben und Dein Baby bäuchlings auf Dich drauf zu legen für das Bäuerchen?
Leider funktioniert das nur für Luft, die sozusagen grade erst verschluckt wurde. Wenn wir nachts schon ein paarmal gestillt haben und sie da jeweils Luft geschluckt hat (und ich dabei eingeschlafen bin, es also kein Bäuerchen gab) sitzt die Luft scheinbar so tief in ihr, dass sie nur ganz schwer wieder rauskommt. Allerdings will sie auch immer stillen, wenn sie auf meinem Bauch liegt; fördert das aufstoßen wahrscheinlich auch nicht.
blueberry hat geschrieben:Das ließ mich übrigens spontan an meinen Sohn denken: bist Du sicher, dass es verschluckte Luft ist, nachts?
Hm, nein, wirklich sicher bin ich nicht. Es war nur die einzige Erklärung, die ich gefunden hatte...
Bisher hatte ich auch immer den Eindruck, meine Tochter stört sich nicht an vollen Windeln. Zumindest habe ich beim Pipimachen nie etwas beobachten können, sie meldet sich auch nicht bei voller Windel. Meinst du, es könnte trotzdem daran liegen?
Ich fand ja das Konzept (Teilzeit-)Windelfrei schon lange spannend, aber wir hatten in den ersten Lebenswochen und Monaten unserer Tochter so derartig viel anderes was uns beschäftigt hat, dass mir das zu viel war da auch mit anzufangen. Daher habe ich mich damit nur sehr rudimentär beschäftigt.

Wie machst du das bei deinem Sohn? Schüssel neben dem Bett, auspacken und drüberhalten?
Und hast du nachts dann damit angefangen oder habt ihr das tagsüber auch schon gemacht?
Es wäre ja auf jeden Fall einen Versuch wert, ich muss mir nur überlegen, welche Windeln ich nachher möglichst problemlos im dunkeln wieder ankriege (wir wickeln mit Stoff und ich glaube, auf Mullwindelorigami habe ich dann z.B. keine Lust). Waren bei dir die Windeln dann vorher noch trocken oder hast du in jedem Fll nach dem abhalten eine frische Windel angezogen?
Vielleicht sollte ich mich bei etwas Zeit doch mal im Windelfrei-Forum umtun. :D
Stolze Mama von Krümel (09/13), Murkel (08/16) und Minnimaus (1/19)
Benutzeravatar
blueberry
Mod a.D.
Beiträge: 11077
Registriert: 03.09.2007, 14:18
Wohnort: Deutschland

Re: Nächtliches Luftschlucken

Beitrag von blueberry »

Nur ganz kurz zwischendurch:
Mogliki hat geschrieben:Nachts ging es aber bis vor etwa einem Monat relativ problemlos, irgendwie hat sie da weniger Luft geschluckt. Dann ging es von einem Tag auf den nächsten los, dass sie sich auch nachts wand und zappelte vor geschluckter Luft, einige Male auch bitterlich weinte. Nächtelang bin ich mit ihr rumgelaufen in dem Bemühen, sie von Luft zu befreien...
Nun muss ich zwar nachts meist nicht mehr aufstehen, dafür ist sie morgens so voll von Luft, dass sie sich und mich dann wachzappelt. Sie möchte dann sichtbar eigentlich noch stillen, kann aber nicht mehr - solange, bis sie hellwach ist und ich dann mit ihr aufstehen muss. Dsa Ganze gegen 6 Uhr morgens, mit Glück auch mal erst um 7.


Mogliki hat geschrieben: blueberry hat geschrieben:
Hast Du nachts mal versucht, selbst liegen zu bleiben und Dein Baby bäuchlings auf Dich drauf zu legen für das Bäuerchen?
Leider funktioniert das nur für Luft, die sozusagen grade erst verschluckt wurde. Wenn wir nachts schon ein paarmal gestillt haben und sie da jeweils Luft geschluckt hat (und ich dabei eingeschlafen bin, es also kein Bäuerchen gab) sitzt die Luft scheinbar so tief in ihr, dass sie nur ganz schwer wieder rauskommt.
Wenn ein stoffgewickeltes Baby im Laufe der Nacht immer unruhiger wird, bis es sich morgens nur noch hin- und herwälzt, und weint, bis ich mit ihm aufstehe - Bäuerchen aber kaum aus ihm rauszulocken sind, würde ich persönlich es nachts mal eine Woche lang mit gut saugenden Wegwerfwindeln probieren und schauen, ob damit die Nächte ruhiger werden. Mit so einem Test hat man nicht viel zu verlieren :wink: . Ich kenne viele stoffwickelnde Familien, die mit nächtlichen Einwegwindeln ausgesprochen gute Erfahrungen gemacht haben und denen diese sieben Windeln pro Woche den Zugewinn an Nachtruhe durchaus wert waren 8) (uns selbst eingeschlossen :lol: ).


Und die zweite entscheidende Frage: Wann schläft Dein Baby denn abends ein und wann legst Du Dich dazu? (Und: wieviel schläft es denn tagsüber?)

Später (heute oder morgen) mehr.
LG, blueberry
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
Benutzeravatar
Mogliki
gehört zum Inventar
Beiträge: 484
Registriert: 22.01.2013, 16:06

Re: Nächtliches Luftschlucken

Beitrag von Mogliki »

Liebe blueberry,

danke für den Tipp mit den Wegwerfwindeln - das werden wir auf jeden Fall mal ausprobieren!
blueberry hat geschrieben:Und die zweite entscheidende Frage: Wann schläft Dein Baby denn abends ein und wann legst Du Dich dazu? (Und: wieviel schläft es denn tagsüber?)
Abends schläft sie zwischen 22 und 23 Uhr ein (so spät deswegen, weil sich das Einschlafstillen oft so hinzieht mit Bäuerchen etc. :roll: Eigentlich fange ich gegen 21 Uhr damit an, sie für's Bett fertigzumachen - also wickeln, massieren wenn sie nicht zu müde ist, umziehen, dann stillen). Dazu lege ich mich dann momentan zwischen 0 und 1 Uhr, um wenigstens etwas noch zu arbeiten vorher.
Im Optimalfall kommt sie dann auf etwa 8 Stunden Schlaf - was mir für so einen kleinen Krümel ziemlich wenig vorkommt, zumal es eben oft auch weniger ist.

Tagsüber achte ich nicht immer drauf, schwankt aber auch ziemlich. Heute hat sie z.B. dann nochmal gegen 10 für etwa 20 Minuten geschlafen, dann beim einkaufen im Tuch etwa eine halbe Stunde und jetzt ist sie auch wieder eingeschlafen. Ich schätze mal, sie wird jetzt so ca. eine bis anderthalb Stunden schlafen (im Tuch auf meinem Rücken, hätte ich sie abgelegt würde sie schneller aufwachen). Vielleicht schläft sie dann gegen 19 Uhr nochmal kürzer, vielleicht auch nicht - aber wenn nicht, ist sie dann zum Abend hin auch arg knörig.

Durchschnittlich versuche ich gerade abzuschätzen - vielleicht 3-4 Stunden über den Tag verteilt? Auf jeden Fall wird sie an Tagen, an denen ich wegen ihrer Unruhe so früh mit ihr aufstehe(n muss) dann sehr schnell wieder knörig und müde und schläft dann einmal mehr am Tag.
Stolze Mama von Krümel (09/13), Murkel (08/16) und Minnimaus (1/19)
Benutzeravatar
blueberry
Mod a.D.
Beiträge: 11077
Registriert: 03.09.2007, 14:18
Wohnort: Deutschland

Re: Nächtliches Luftschlucken

Beitrag von blueberry »

Hallo Mogliki (so von Mitternachtsschreibtisch zu Mitternachtsschreibtisch :wink: ),

ich weiß nicht, ob es Dich nun beruhigt oder eher zum Haareraufen bringen wird :lol: , aber: die Schlafmenge und -verteilung Deines Babys ist völlig normal - es gibt da einfach eine enorme Streubreite, wieviel Schlaf Babys brauchen. Deins gehört jetzt eben nicht zu den Murmeltieren - ändern wirst Du an der Gesamtzeit an Schlaf pro Tag grundsätzlich kaum was können.

Schau mal in den ersten Absatz dieses Artikels (der übrigens auch im ganzen lesenswert ist) von Herbert Renz-Polster:
Schlafprobleme im Säuglingsalter aus evolutionsbiologischer Sicht

Kannst Du mit wachem Baby im Schoß oder auf dem Boden neben Dir (während Du die Tastatur auf den Beinen balancierst) schreiben? Bei uns funktionierte in dem Alter auch noch recht gut die Kombination aus Pezziball und Tragetuch/Tragehilfe, um am Rechner zu arbeiten (älteren Babys wird das schnell zu langweilig, wenn sie derweil nicht schlafen).

Ein Baby zu betreuen (und "nebenbei" noch den Haushalt zu schmeißen) ist einfach ein Vollzeitjob. Wenn Du zeitgleich noch einen weiteren Job hast (Abschlussarbeit ist bestimmt auch nicht nur ein Teilzeitjob, oder?) wirst Du Hilfe brauchen: jemanden, der Dir das wache Baby tagsüber mal über mehrere Stunden zwischen den Stillmahlzeiten abnimmt (und in der Zeit nur zum Stillen zu Dir bringt), damit Du in der Zeit schreiben kannst.


Sonst bleibt für die Abschlussarbeit UND Deinen eigenen Schlaf nur die Zeit, in der Dein Baby schläft - und die wird in den nächsten Wochen vermutlich eher kürzer als länger werden... (gut möglich, dass Dein Kind mit 6 Monaten eher 10 als die derzeitigen 12 Stunden am Tag schläft). :|

Was ich sagen will: Dein Baby schläft ganz normal lang - Du könntest nur versuchen, die Zeit, in der es schläft, für Euch beide erholsamer zu machen. Vielleicht bringt da ja ein zusätztlicher nächtlicher Windelwechsel oder die Wegwerfwindeln was. Meine Daumen sind gedrückt.

----------------
Die andere Baustelle ist das ständige Verschlucken und Luftschlucken bei den Tagmahlzeiten.
Mogliki hat geschrieben:Starker MSR kann hier auf jeden Fall zum Problem beitragen. Wie du schreibst, gerade wenn wir ungewohnt lange Stillpausen hatten spritzt es richtig aus der Brust wenn sie loslässt, links noch stärker als rechts. Das ist aber immer nur eine kurze Phase, wenn sie dann weitertrinkt spritzt es nicht mehr. Und bei "normalen" Abständen (von immer noch teilweise alle 1-2 Stunden tagsüber bzw. vor allem nachmittags/abends) spritzt es auch nicht mehr soweit ich sehe. Meinst du, das reicht schon dass es am vielen verschlucken beteiligt ist?
Ja, auf jeden Fall. Dass Du es spritzen siehst, obwohl Dein Baby losgelassen hat, ist zwar vielleicht nur am Anfang, aber Dein Baby hält ja nicht nur den Mund bewegungslos an die Brust - sobald es melkende Bewegungen macht, spritzt es dann durchaus auch heftig weiter :wink:

Schau mal in den Thread zu "Unruhe an der Brust" in unserer LINKSAMMLUNG STILLWISSEN. Da findest Du Tipps zum Umgang mit heftigem MSR und viel Milch.

Hättest Du nachts die Möglichkeit, Dein Baby auch mal auf Deine andere Seite zu legen und jeweils nur die untere Brust zu geben?

LG, blueberry
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
Benutzeravatar
Mogliki
gehört zum Inventar
Beiträge: 484
Registriert: 22.01.2013, 16:06

Re: Nächtliches Luftschlucken

Beitrag von Mogliki »

Liebe blueberry,

danke dir für die ausführliche Antwort! Irgendwie habe ich es befürchtet, dass an der Gesamtschlafmenge nichts zu machen ist. :lol: Aber gerade die nächtliche Portion kommt mir so kurz vor, gerade wenn ich im Freundeskreis dann von 10 bis sogar 12 Stunden nächtlichem Schlaf (natürlich mit Stillpausen) höre. Nun ja, ich bin (eigentlich) die erste, die dir zustimmt dass Menschen nunmal nicht im Einheitsformat kommen - das muss ich dann wohl auch bei meiner Tochter akzeptieren. :roll: :lol:
Danke dir auch für den interessanten Artikel!
blueberry hat geschrieben:Kannst Du mit wachem Baby im Schoß oder auf dem Boden neben Dir (während Du die Tastatur auf den Beinen balancierst) schreiben? Bei uns funktionierte in dem Alter auch noch recht gut die Kombination aus Pezziball und Tragetuch/Tragehilfe, um am Rechner zu arbeiten (älteren Babys wird das schnell zu langweilig, wenn sie derweil nicht schlafen).
Das hängt von ihrer (und meiner) Tagesform ab. Auf dem Boden wird ihr schon schnell langweilig bzw. sie fängt - auch jetzt gerade, während sie sich bis eben mit ihrem Trapez beschäftigt hat - ganz herzerwärmende Stimmübungen in hoher Frequenz und Lautstärke an, die für mich nicht so konzentrationsfördernd sind. :lol: Den Pezziball habe ich bisher nur ausprobiert, wenn klar war dass sie schlafen will - vielleicht sollte ich es nochmal so versuchen. Auf meinem Schoß sitzend will sie nämlich mittlerweile gerne mittippen.

Im Übrigen nimmt mir mein Mann tagsüber immer wieder die Kleine ab. Wahrscheinlich muss ich ich ihn auch morgens stärker einbinden - irgendwie habe ich das bisher nie gemacht, weil "die Nacht" eben mit stillen in meine Verantwortung fiel und ich den Morgen dann automatisch dazugezählt habe. Ich muss mir (und vielleicht auch ihm) wohl noch mehr bewusst machen, wo wir uns die Aufgaben noch mehr teilen müssen (denn eigentlich ist er in Elternzeit, ich nicht).

Zum Wegwerfwindelexperiment Nacht 1: Die Nacht war die schlimmste seit langem. :lol: Daran war aber wohl nicht die Windel schuld. Ab 4 Uhr war die Kleine unruhig; Bauch auf Bauch bei mir (und dauerstillend) konnten wir dann immerhin bis 6 noch dösen. Dann kam der gesammelte Stuhlgang seit drei Tagen (war das wohl der Grund der Unruhe?) und dann war sie wach. Ich war leider zu müde um zu schalten, sonst hätte ich sie womöglich gewickelt - nach zu wenig Schlaf scheint mein Denkzentrum nachts einfach auszusetzen.
blueberry hat geschrieben:Ja, auf jeden Fall. Dass Du es spritzen siehst, obwohl Dein Baby losgelassen hat, ist zwar vielleicht nur am Anfang, aber Dein Baby hält ja nicht nur den Mund bewegungslos an die Brust - sobald es melkende Bewegungen macht, spritzt es dann durchaus auch heftig weiter :wink:
OK, eigentlich logisch - zumal ich gerade an meine zwei bisherigen Pumpversuche denken muss, da habe ich auch gestaunt wie heftig die Milch aus der Brust schießt.
blueberry hat geschrieben:Hättest Du nachts die Möglichkeit, Dein Baby auch mal auf Deine andere Seite zu legen und jeweils nur die untere Brust zu geben?
Die Möglichkeit habe ich, meinst du das hilft? Ich habe irgendwann damit aufgehört, anfangs weil ich (nach Umzug und zu vielem Kisten schleppend) auf der anderen Seite Rückenschmerzen bekommen habe, dann aus Gewohnheit und weil es komfortabel war, sie nicht mehr nachts von einer auf die andere Seite zu legen (und das Stillkissen, an dem ich mich mit dem Rücken anlehne beim stillen, entsprechend auf die andere Seite).

Die Tipps zu heftigem MSR habe ich mir nochmal angesehen, danke! Einiges davon machen wir schon (möglichst häufig stillen, viel aufstoßen lassen, viel tragen und aufrecht halten), aber auf die Stillpositionen kann ich nochmal stärker achten. Gestern nachmittag/abend war sie dann irgendwann so weit, dass sie meine Brust im sitzen nur noch angebrüllt hat, ohne überhaupt zu versuchen zu trinken. Liegend im Bett ging es dann einigermaßen, jedenfalls nachdem wir die viele beim schreien geschluckte Luft abgelassen hatten...

Liebe Grüße,
Mogliki
Stolze Mama von Krümel (09/13), Murkel (08/16) und Minnimaus (1/19)
Benutzeravatar
blueberry
Mod a.D.
Beiträge: 11077
Registriert: 03.09.2007, 14:18
Wohnort: Deutschland

Re: Nächtliches Luftschlucken

Beitrag von blueberry »

Hallo Mogliki,
Mogliki hat geschrieben:Im Übrigen nimmt mir mein Mann tagsüber immer wieder die Kleine ab. Wahrscheinlich muss ich ich ihn auch morgens stärker einbinden - irgendwie habe ich das bisher nie gemacht, weil "die Nacht" eben mit stillen in meine Verantwortung fiel und ich den Morgen dann automatisch dazugezählt habe. Ich muss mir (und vielleicht auch ihm) wohl noch mehr bewusst machen, wo wir uns die Aufgaben noch mehr teilen müssen (denn eigentlich ist er in Elternzeit, ich nicht).
Na, dann hat Eure Situation doch wirklich viel Potential: Abends mit dem Baby ins Bett, damit Du zu ausreichend Schlaf kommst (meist schlafen Babys in der erste Nachthälfte deutlich ruhiger als in den Morgenstunden), tagsüber an der Arbeit schreiben, während Papa das Baby betreut und Du zwischendurch stillst; und je nach Unruhe nachts machst Du halt mal nen Baby-Tagschlaf mit oder arbeitest in der Zeit und der Papa hat frei. 8)
Mogliki hat geschrieben:Ab 4 Uhr war die Kleine unruhig; Bauch auf Bauch bei mir (und dauerstillend) konnten wir dann immerhin bis 6 noch dösen. Dann kam der gesammelte Stuhlgang seit drei Tagen (war das wohl der Grund der Unruhe?)
Das vermute ich mal ganz stark! :lol:

Und genau DAS sind die Situationen, in denen bei uns Abhalten (oder auch schlicht ausziehen und ne Weile "unten ohne" strampeln lassen - z.B. auf dem Wickeltisch) Wunder wirkte. Zum Abhalten hab ich im Bad ein Asiatöpfchen - im Schlafzimmer ist es bei uns viel zu kalt.
Mogliki hat geschrieben:Bisher hatte ich auch immer den Eindruck, meine Tochter stört sich nicht an vollen Windeln. Zumindest habe ich beim Pipimachen nie etwas beobachten können, sie meldet sich auch nicht bei voller Windel. Meinst du, es könnte trotzdem daran liegen?
Wir machen ja kein windelfrei in dem Sinne, deshalb bist Du mit Detailfragen da im entsprechendne UF hier besser aufgehoben. Aber ich kann sagen, dass bei uns Abhalten manchmal wirklich gut hilft (sowohl Pipi als auch Kaka) obwohl sich mein Baby in anderen Situationen überhaupt nicht an der Windel zu stören scheint. Woran das liegt? Keine Ahnung :lol:

Ich weiß nur, dass hinter vielen "mein Baby quält sich so mit der Verdauung/hat solche Blähungen/macht immer genau in die frische Windel, sobald ich die dran hab"-Erzählungen eben Baby-Instinkte stecken, denen man mit Abhalten (oder gleich windelfrei) entgegen kommt. Auch hinter ständigem An- und Abdocken beim Stillen kann übrigens ein "ich muss mal" stecken. Ausprobieren schadet ja nicht :wink:
Mogliki hat geschrieben: blueberry hat geschrieben:
Hättest Du nachts die Möglichkeit, Dein Baby auch mal auf Deine andere Seite zu legen und jeweils nur die untere Brust zu geben?
Die Möglichkeit habe ich, meinst du das hilft?
Bei heftigem MSR/schnellem Milchfluss haben Babys meist ein Problem mit Stillpositionen, bei denen sie (tendenziell) auf dem Rücken liegen. Nun tendieren die meisten Mütter beim Stillen mit der oberen Brust im Liegen (je nach Brustgröße mal mehr, mal weniger) dazu, sich nach vorn zu beugen, so dass das Baby dann entsprechend weniger seitlich und mehr auf dem Rücken liegt als beim Stillen mit der unteren Brust.

Du musst Dich nachts ja nicht aufsetzen - Du kannst das Baby auch in Seitenlage an Dich drücken und so über Dich drüber "rollen".

Ob es hilft, und das Baby sich dann weniger verschluckt, kann man wiederum nur ausprobieren.

Du siehst, hat alles viel mit Trial & Error zu tun :lol: 8)

LG, blueberry
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“