ich bräuchte mal wieder euren Rat. Ihr habt mir ja vor ca. 2,5 Jahren gut durch die harte Kolik-Zeit meiner ersten Tochter geholfen. Nun wurde vor 2 Wochen unsere zweite Tochter geboren und wir dachten wir hätten es nun mal verdient ein beschwerdefreies Babylein zu bekommen
Bei meiner ersten Tochter lag vieles wohl an der zu stressigen Schwangerschaft, an dem traumatischen Kaiserschnitt ohne vorheriger Wehen, schwierigen Stillstart und fehlendem ersten Bonding. Diesmal wollten wir alles anders machen. Die Schwangerschaft war größtenteils entspannt, die Geburt - für mich - zwar lang und anstrengend, aber zu Hause und Madame kam topfit raus. Der Stillstart klappte wunderbar und die Dame ist ein kleiner Vielfraß.
Nun war sie anfänglich auch viel am schlafen und trinken - ein absolutes Traumbaby. Dass sie nach jeder Stillmahlzeit etwas spuckte war zwar nervig, aber tangierte uns nicht sonderlich.
Ich weiß nicht mehr genau, wie es anfing. Ich kann mich noch erinnern, dass sie nach ein paar Tagen anfing hörbar an der Brust Luft zu schlucken. Ich habe einen sehr starken MSR und meine Kinder sind auch innerhalb von noch nichtmal 5 Minuten immer fertig mit dem Trinken. Oft passiert es, dass sie mit dem Schlucken nicht nachkommt und links und rechts alles rausläuft bzw. sie sich verschluckt und dann husten muss. Manchmal schafft sie es die volle Brust zu handeln, manchmal schafft sies nichtmal die bereits "leer"gesaugte Brust zu meistern.
Es ging dann auf alle Fälle los, dass wenn sie wach war, sie ständig am Knäckeln und vergeblich am Drücken war. Soweit empfanden wir das als nicht sonderlich schlimm. Die dünne Senfcreme schaffte sie aber immer ohne Probleme herauszudrücken. Anscheinend war nur die Vorarbeit so anstrengend (?).
Aus dem Knäckeln und Drücken wurde dann irgendwann richtiges Weinen. Die heftigen Bauchgeräusche während des Weinens lassen eigentlich keinen Zweifel daran, dass sie massiv Luft im Bauch hat, die ihr ziemliche Schmerzen bereitet. Nun sind wir schon soweit, dass sie zu ca. 90% der Male, an denen sie an die Brust geht, heftige Bauchschmerzen hat, d.h. ich höre diese fiese Luft in ihrem Bauch arbeiten, während sie versucht an die Brust zu kommen und zu trinken. Was nicht so gut funktioniert, weil sie ja die Schmerzen hat und sie deshalb die Brust wieder loslässt um zu weinen und aber doch eigentlich Hunger hat. Es ist ein ziemliches Trauerspiel. Und so siehts eigentlich gerade aus. Wenn sie mal wach ist, kämpft sie mit der Luft im Bauch - was sich bei der Milchmahlzeit dann auf einen Höhepunkt steigert. Und da sie ein Vielfraß ist, hat sie immer hunger, wenn sie wach ist... dadurch muss ich sie ganz oft an die Brust nehmen.
Pupsen und käckern kann sie ohne Probleme - die kommen mit leichten Drückern und Knäckeleien, aber ohne Schmerzbekundung raus.
Ich kann Parallelen zu meiner ersten Tochter erkennen. Sie hatte auch Probleme mit meinem MSR und der ganzen Luft im Bauch - lediglich wurde dies ja alles von den Koliken überschattet. Was meine erste Tochter aber nicht machte, war spucken und nachts war sie die Ruhe selbst - da war mit allem Schicht im Schacht. Nachts hat sie also getrunken und ist danach wieder selig eingeschlafen. Zudem hat sie nie so oft und so viel getrunken, wie meine zweite Tochter.
Was mir nun auch auffällt, ist dass meine zweite Tochter unglaublich empfindlich ist. Die kleinste Lageänderung weckt sie auf und sei es nur, dass ich meine Brust ein paar Millimeter von ihrem Mund wegschiebe, weil sie sie losgelassen hat. Im Tragetuch, wenn ich nur in die Nähe ihres Gesichtes mit meiner Hand komme, fängt sie an zu knäckeln. Somit kann sie im schlafenden Zustand kaum bewegt werden, da sie dann sofort wieder wach ist. Beide meiner Kinder sind sehr temperamentvoll - ich fürchte mich etwas davor, dass meine Tochter nun daneben auch noch hochsensibel ist
Vielleicht liegts aber auch nur daran, dss sie nicht sehr tief schlafen kann? Sie drückt und arbeitet immer während der des Schlafens...
So nun wollte ich euch noch berichten, was wir bisher versucht haben bzw. machen:
- damit sie weniger Luft schluckt, lasse ich sie - so gut wie es geht - in der aufrechten Position trinken
- wir nehmen uns viel Zeit, was das Aufstoßen nach den Mahlzeiten anbelangt
- wenn sie an meiner Brust schreit und erfolglos immer wieder an- und abdockt, nehme ich sie zwischenzeitlich hoch und versuche sie zu beruhigen und Aufstoßen zu lassen
- sie wird viel im Tragetuch getragen - dort ist der einzige Ort, an dem sie eingermaßen ruhig schläft
- sie schläft viel auf unserer Brust
- ich lege oft ein warmes Kirschkernkissen auf ihren Bauch
Was mir sonst noch aufgefallen ist:
- sie mag partout die Rückenlage nicht
- sie schläft sehr unruhig und knäckelt dabei oft bis ständig und drückt
- sie käckert eigentlich immer, wenn sie gerade eingeschlafen ist, was bedeutet, dass sie durchs Wickeln wieder geweckt wird und somit dann wach ist und alles von vorn beginnt
- wenn viel los ist, d.h. wir Gäste haben oder wir unterwegs sind, schläft sie eigentlich die ganze Zeit und das beschwerdefrei! (war bei meiner großen Tochter auch schon so) nur danach gehts dann richtig los - als müsste sie alles nachholen
So das sind jetzt die Dinge, die mir gerade alle eingefallen sind. Falls mir noch was einfällt, ergänze ich dann.
Mein Mann und ich sind eigentlich sehr entspannt, da wir ja bereits bei unserer Tochter durch die Hölle sind und wir dadurch - glaub ich - für so einen weiteren Fall vorbereitet sind. Zumal das jetzt hier im Vergleich zu damals ein Mäusepups ist. Dennoch machen uns vor allem die Nächte ganz schön zu schaffen, da wir da ganz schön empfindlich reagieren
Ich bin eigentlich nur traurig, dass wir wohl nie ein "Anfänger"baby bekommen werden, da ich mir sicher bin, dass es an meiner Brust bzw. meiner Milch liegt.
Und nun erhoffe ich mir einfach nur, dass ihr vielleicht noch ein paar Tipps oder einfach nur Zuspruch für uns habt. Ansonsten stelle ich mich eigentlich wieder drauf ein, dass wir einfach warten müssen und das Leiden unserer Tochter so gut wie möglich begleiten und lindern.
Vielen Dank schonmal!


