Wie Milchbildung erhöhen?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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teresa2013
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Wie Milchbildung erhöhen?

Beitrag von teresa2013 »

Hallo,

ich habe ein ganz ähnliches Problem mit dem Stillen wie es noahsmama2013 einige Threads zuvor geschildert hat: Unsere Kleine ist jetzt dreieinhalb Wochen alt. Sie hatte gleich ab dem 1. Lebenstag eine starke Neugeborenengelbsucht (Bilirubin um die 20) und musste insgesamt 4 x für mehr als 12 Stunden in die Fototherapie. Damit das Bilirubin schneller abgebaut wird, wurde in der Klinik von Anfang an Fläschchen gegeben. Ich konnte die Kleine nur dann anlegen, wenn sie bei mir war, sie war dann aber durch die Gelbsucht sehr schläfrig. Außerdem war ich unerfahren und hatte Probleme mit dem richtigen Anlegen. Wenn die Kleine nicht bei mir war, habe ich zwar gepumpt, aber nicht so regelmäßig, ca. alle 4 - 6 h. Am 3. Tag nach der Geburt hatte ich den Micheinschuss, meine Brüste wurden sehr groß und spannten. Trotzdem kamen beim Pumpen im besten Fall nur ca. 25 ml aus beiden Brüsten zusammen zustande. Die Milchbildung wurde sicher auch dadurch erschwert, dass ich kreuzunglücklich über die Fototherapie war und die kleine Maus mir so unendlich Leid tat, wie sie in dem Inkubator lag, außerdem habe ich durch die Geburt und die nachfolgenden Ereignisse ein ziemliches Schlafdefizit gehabt.

Am 10. Lebenstag der Kleinen wurden wir aus der Klinik entlassen. Mit der Gelbsucht wurde es jetzt stetig besser. Inzwischen hatte ich auch das korrekte Anlagen der Kleinen gelernt. Meine Milchmenge ist jedoch konstant niedrig geblieben. In der Klinik wurde ich von einer Stillberaterin betreut, die meinte, dass genug Milch da wäre. Allerdings zeigten Stillproben kaum eine Gewichtsveränderung unserer Kleinen. Zu Hause versuche ich nun alles, um die Menge, die wir zufüttern, zu reduzieren. Ich habe dazu die Stillberaterin aus der Klinik kontaktiert, die auch bei uns war. Entsprechend ihrem Rat führe ich einen Dreikampf aus: erst stillen, dann Fläschchen, danach an die Pumpe. Eigentlich soll ich das alle 3 h wiederholen, das schaffe ich aber einfach nicht, in der Realität sind es ca. alle 4 h und das ist schon ein ziemlicher Stress. Bislang haben wir der Kleinen 5 x täglich 100 ml Fläschchen zugefüttert, sie liegt dann aber im Tiefschlaf und ist nicht wachzubekommen, nachts schläft sie die ganze Nacht durch. Deshalb haben wir jetzt zwei Tage lang nur ca. 50 - 70 ml zugefüttert, damit sie häufiger kommt und ich sie häufiger anlegen kann. Aus Angst, dass die Kleine nicht genug bekommt, habe ich heute allerdings doch wieder 100 ml zugefüttert. Wir haben uns eine Babywaage aus einer Apotheke geliehen, um Stillproben durchzuführen. Die ist allerdings so ungenau, dass sie wenig aussagekräftig ist. Meist zeigt sie eine Veränderung von 10-30 ml an, einmal auch 50 ml. Eine bessere Waage habe ich jetzt im Internet bestellt.

Inzwischen bin ich schon ziemlich verzweifelt und mein Umfeld rät mir, das Stillen aufzugeben. Das möchte ich aber noch nicht, allerdings würde es mir viel Mut machen, wenn die Milchmenge wenigstens ein bisschen mehr werden würde. Nehme Bockshornkleekapseln und trinke Stilltee und gelegentlich ein Malzbier.

Ich habe gestern auch veranlasst, dass meine Schilddrüsenwerte überprüft werden, um eine medizinische Ursache auszuschließen, das Ergebnis liegt mir noch nicht vor (ich nehme Schilddrüsenhormone wegen meiner vergrößerten Schilddrüse ein, eine Über- oder Unterfunktion lag jedoch bislang nie vor).

Gibt es noch Hoffnung für mich beim Stillen? Wie stelle ich es am besten an, um die Milchmenge zu steigern? Ist das Brusternährungsset ggf. ein geeigneter Weg?

Viele Grüße
Teresa
AnnaKatharina
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 8307
Registriert: 17.05.2012, 21:26

Re: Wie Milchbildung erhöhen?

Beitrag von AnnaKatharina »

Och Mensch, das klingt ja stressig, was ihr hinter euch habt!
Gut dass du dich hier angemeldet hast - eine der Stillberaterinen wird sich sicherlich bald melden.
Bis dahin kannst dus chonmal das hier lesen und die Fragen beantworten (das Meiste hast du ja schon geschrieben)
Wie funktioniert Stillberatung hier im SuT?

Grüße,
Anna-Katharina
Mit K1 (2010) und K2 (2015)
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Nautilus
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1021
Registriert: 10.08.2012, 19:30

Re: AW: Wie Milchbildung erhöhen?

Beitrag von Nautilus »

Auf jeden Fall gibt es Hoffnung, du bist hier an einer sehr kompetenten Stelle gelandet und dir wird hier ganz bestimmt schnell geholfen werden können.

LG Nautilus mit Astronäutchen (7/12)
Liebe Grüße, Nautilus mit Sommersohn (7/12) Frühlingstochter :smilie_und_kind: :slürp* (3/17) und den zwei Herbststernen (09/11+ 11/15)
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Ajailana
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Registriert: 30.04.2013, 17:31

Re: AW: Wie Milchbildung erhöhen?

Beitrag von Ajailana »

Ich bin zwar keine Expertin, aber Hoffnung gibt es bestimmt:grin:
Hier sind schon einige threads gut ausgegangen, obwohl die ausgangsbedingungen nicht so toll waren. Ihr schafft das bestimmt!!!
liebe Grüße von Ajailana mit kleiner Prinzessin (3/13)
gestillt, getragen und familiengebettet

*vom handy mit Tapatalk*
Liebe Grüße und Gottes Segen, Ajailana mit

Großer Schwester (März 2013),
großem Bruder(November 2015),
Sandwich-Schwester(März 2017),
kleiner Schwester (Oktober 2018)
und kleinem Bruder (Oktober 2019)
Lösche Benutzer 15061

Re: Wie Milchbildung erhöhen?

Beitrag von Lösche Benutzer 15061 »

Liebe Teresa,
erstmal herzlichen Glückwunsch zum Baby. Ich bin auch keine Expertin, aber ich möchte Dich ermutigen, die Hoffnung nicht aufzugeben. Es ist gut, dass du hier gelandet bist :)
Ich bin zu Beginn meiner Stillbeziehung auch in die Still-Abpump-Zufütterungsspirale geraten und war so erschöpft, dass ich fast abgestillt hätte - dann habe ich zum Glück dieses Forum gefunden und stille noch immer :)
Und zum Abpumpen: Ich hatte durchschnittlich auch "nur' Abpumpmengen von 20-30 ml und hab es damit zum Vollstillen geschafft. Abpumpmengen sagen nicht unbedingt etwas über die "tatsächliche" Milchmenge aus, also nicht entmutigen lassen
In drücke Dir aufjedenfall die Daumen. Und am Besten erstmal auf Abstand zu Menschen gehen, die zum Abstillen raten. Das frisst nur Energie , die Du für Dich und Dein Baby brauchst :wink:
EhULao

Re: AW: Wie Milchbildung erhöhen?

Beitrag von EhULao »

Hallo Teresa!
Drücke euch die Daumen, das wird bestimmt! Wollte nur auch was zu Pumpmengen sagen: als ich ausschließlich (und alleine, also zu Hause oder im Pumpzimmer der Neo) abgepumpt habe, weil Keks noch Sonde hatte, habe ich irgendwann um die 150 ml bds. “geschafft “...und als ich ihn dann immer häufiger anlegte kamen beim Pumpen kaum 30 ml mehr zusammen...letztens wollte ich was abpumpen, das meine Mutter in meiner Abwesenheit verfüttern kann...abgesehen davon, dass Keks das verweigert hatte...es kamen bei 3 pumpsitzungen gerade mal knapp 40 ml ZUSAMMEN heraus...ich habe aber definitiv genug Milch, denn mein Kleiner wurde und wird ausschließlich gestillt, nimmt gut zu, scheidet gut aus und ist satt nach 5 Minuten trinken...ausserdem badet er regelmäßig im Milchstrahl, wenn er mal versehentlich abdockt. Will damit sagen: die Pumpmenge sagt wohl Nicht viel aus, das Baby löst die Milchbildung ganz anders und zumindest bei mir nun wohl effektiver aus als so eine,Pumpe...dabei war es anfangs sogar anders! Also nicht zu sehr vom Pumpergebnis verunsichern lassen! Bei mir kam damals auch kaum was, wenn ich arg in Sorge um den Kleinen war oder im Zimmer dauernd gestört wurde...es hängt sicher auch viel vom Stresslevel ab. Deswegen hoffe ich, dass ihr bald entspannen könnt...nur stillen ohne Pumpen und Fläschchen und Auskochen etc. ist richtig entspannend, auch wenn es 1-2 stündlich ist (das hat bei mir niemand verstanden, dass ich das dann so entspannt fand...aber vorher war der Kreislauf wie von dir beschrieben einfach so STRESSIG)...es lohnt, dafür zu kämpfen! Bestimmt bekommst du, bald Profirat, alles gute euch!

LG lee
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teresa2013
hat viel zu erzählen
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Re: Wie Milchbildung erhöhen?

Beitrag von teresa2013 »

Hallo,

ganz herzlichen Dank für all die Mut machenden Postings. Ich würde so gerne voll stillen oder zumindest die Milchmenge erhöhen. Ist es vielleicht erblich bedingt, wenn man nicht gut stillen kann? Ich weiß, dass weder meine Mutter noch meine Oma gestillt haben, dachte aber bisher immer, das hätte an falscher Beratung gelegen.

Jedenfalls ist das Ganze im Moment ein richtiger Stress - zum Anlegen, Fläschchen und Pumpen kommt ja noch das Sterilisieren und das Vorbereiten der Flaschennahrung hinzu.

So lange unsere Kleine schläft, will ich nachfolgend mal die Fragen beantworten, die jusl für eine Stillberatung zusammengestellt hat:

Zugefüttert wird mit HA Pre, zusätzlich erhält sie die abgepumpte Milch, die zwischen ein paar Tropfen und ca. 20ml pro Pumpsitzung schwankt. Mengen nach unseren Notizen etwa wie folgt:
10.12.: 400 ml Pre, 4 x Anlegen, 3 x Pumpe, 10 ml Mumi
09.12. 370 ml Pre, 5 x Anlegen, 4 x Pumpen, 20 ml Mumi
08.12. keine Notizen
07.12. 430 ml Pre, 5 x Anlegen, 4 x Pumpen, 20 ml Mumi
usw.

Beim Anlegen stille ich abwechselnd rechts und links, meist eine halbe Stunde insgesamt. Wenn ich das Gefühl habe, sie trinkt richtig, dann auch länger. Dann Fläschchen geben und Bäuerchen machen und das Kind wieder hinlegen, dauert ca. 40 min., danach 15 min. an die Pumpe (elektrisch, ich pumpe beidseitig).

Wenn wir der Kleinen ein Fläschchen mit 100 ml zufüttern, hat sie einen 4 h Rhythmus. Ein Anlegen dazwischen ist kaum möglich, weil die Kleine dann schläfrig ist bzw. nicht hungrig genug. Nachts kommt sie sogar noch seltener als alle 4 h. Wir haben schon mal versucht, weniger zu füttern, damit sie häufiger kommt, aber das lief praktisch auch auf einen 4 h Rhythmus hinaus.

Gewicht: Zunahme OK, jetzt (3 1/2 Wochen alt) um die 4 kg, jeden Tag mindestens einmal Stuhl und mehrere Pipi-Windeln. Die Waage, die wir in einer Apotheke ausgeliehen haben, ist jedoch ziemlich ungenau, zeigt manchmal nach dem Stillen weniger Gewicht an als vorher, obwohl eindeutig zu sehen war, dass die Kleine trinkt. Ich habe nun eine bessere Waage im Internet bestellt, die heute kommen müsste.

Stillstart: siehe mein erstes Posting --> Gelbsucht, am Anfang hatte ich zusätzlich Andock-Probleme, weil ich relativ große Brüste mit sehr flachen Brustwarzen habe. Die Stillberaterin in der Klinik hat mir dann gezeigt, wie ich das Kind trotzdem gut andocken kann, das klappt jetzt gut, die Kleine nimmt die Brust, inzwischen hat sie einen ordentlichen Zug drauf, das Andocken ist ziemlich schmerzhaft.
Beim Fläschchen nehmen wir den Mutternmilch-Sauger von Medela, Schnuller o.ä. kennt unsere Kleine nicht.

Schilddrüse: Ich habe eine Normalfunktion der Schilddrüse, nehme aber wegen einer Vergrößerung der Schilddrüse L-Thyroxin ein, in der SSW 75 mg, jetzt nur noch 50 mg. Habe mir am Montag Blut abnehmen lassen, um zu kontrollieren, ob alles OK ist, die Werte liegen mir aber noch nicht vor.

Weil meine Nachsorgehebamme leider von Anfang an meinte, ich soll mir nicht so viel Stress mit dem Stillen machen, die Kleine würde sicherlich ein Flaschenkind bleiben, habe ich anderweitig nach Unterstützung gesucht und die Stillberaterin aus der Klinik kontaktiert. Sie war bei uns und hat mir den 3 h Rhythmus Stillen, Fläschchen und Pumpen empfohlen, nachts alle 4 h. Das war aber praktisch kaum durchzuhalten, außerdem schlief die Kleine nach dem Fläschchen immer so tief, dass ich sie nicht nach 3 h wieder anlegen konnte...

Hoffentlich geht bei uns noch irgend etwas?

Viele Grüße
Teresa
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Morgaine47
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Re: Wie Milchbildung erhöhen?

Beitrag von Morgaine47 »

Ich bin keine Expertin, aber alle 4 Stunden ist definitv zu selten. Stündlich oder alle 2 Stunden tagsüber wäre für die Milchproduktion deutlich vorteilhaft. Dafür müsstest Du natürlich aus diesem Teufelskreis mit Abpumpen und Flasche rauskommen, denn das ist bestimmt super stressig. Hast Du in den Grundinformationen schon den Thread zum Stillfreundlich Zufüttern durchgelesen?
Die Profis melden sich sicher bald mit einem Plan. Du bist hier wirklich in den besten Händen.
LG
Morgaine

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teresa2013
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Re: Wie Milchbildung erhöhen?

Beitrag von teresa2013 »

Hallo,

wo finde ich denn die "Grundinformationen zum stillfreundlichen Zufüttern"? Unter "Grundinfo Gewichtsentwicklung - Gedeihen - Gewichtskontrolle"?

Dass der 4 h Rhythmus nicht gut ist zur Steigerung der Milchmenge, habe ich mir schon gedacht. Wie soll ich es anstellen, davon wegzukommen? Soll ich in kürzeren Abständen den ganzen "Dreikampf" Stillen, Fläschchen, Pumpen durchziehen? Das ist sehr schwer zu schaffen. Oder z.B. Fläschchen alle 4 h und dazwischen einmal zusätzlich stillen? Und was ist mit der Pumpe? Dachte immer, dass einmal pumpen so viel zählt, wie einmal anlegen. Das ist wohl falsch?

Viele Grüße
Teresa
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Re: Wie Milchbildung erhöhen?

Beitrag von Morgaine47 »

Schau mal hier:
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=124858
Der Thread nennt sich Linksammlung Stillwissen, ich habe den Namen verwechselt.

Wie Du am besten vorgehst werden die Stillmods Dir vorschlagen. Sie melden sich sicher im Laufe des Tages.
LG
Morgaine

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