Liebe Stillmods,
meine Freundin braucht spezielle Hilfe. Leider hatten sie und ihr Baby einen ganz schweren Start - und ein Ende der Probleme ist bislang nicht in Sicht. Bereits Tage nach der Entbindung musste die Mama zurück ins Krankenhaus, wurde notoperiert (Streptokokken A Infektion) und fiel ins Koma. Das Baby lebt seitdem bei seiner Tante (der Schwester der erkrankten Mutter), die glücklicherweise drei Tage zuvor erneut Mutter wurde und sich selbst gerade stillend im Wochenbett befindet. Die Tante stillt also ihr eigenes Kind und ihre drei Tage ältere Nichte. Ein Glück für das Baby! Der Mutter des Babys geht es weiterhin nicht so gut. Von der Intensivstation herunter ist sie nun auch noch mit einer Lungenentzündung geplagt, sowie einer desaströsen psychischen Verfassung.
Wie geht es denn perspektivisch weiter? Im Krankenhaus wurde die Laktation der erkrankten Mutter wohl durch Pumpen aufrecht erhalten und die Milch aufgrund der starken Medikation verworfen. Wenn die Mama nach Hause kommt, kann sie dann "einfach so" weiterstillen? Muss zugefüttert werden? Ich denk da ans BES?
Wie finde ich die passende Stillberaterin, die sich mit Relaktation (ist das an dieser Stelle überhaupt die richtige Denke?) auskennt?
Das Baby ist jetzt 3 Wochen alt, wurde 6 Tage durch die Mutter erfolgreich gestillt, danach bei durch die Tante, bis dato ohne Zufütterung.
Ich würde mich über Hilfe sehr freuen,
Biene
Wie finde ich eine geeignete Beraterin?
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- bienenmeister
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Wie finde ich eine geeignete Beraterin?
mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!
.... lost in translation ....
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sterntalerin
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Re: Wie finde ich eine geeignete Beraterin?
puh! heftige geschichte! ich wollte jetzt nicht einfach wieder wegklicken. ich wünsche deiner freundin alles, alles gute und ich hoffe sehr, dass die frischgebackene mama und ihr baby bald wieder zueinanderkommen und alles gut wird. toll, dass sie so viel unterstützung durch ihr schwester und dich als freundin hat.
Sterntalerin mit dem Zuckerstrietz (11/2012), der Herzpüppilotta (08/2015) und der Frühlingsüberraschung (03/19)
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jusl
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Re: Wie finde ich eine geeignete Beraterin?
Zunächst mal: Meine besten Wünsche für alle Beteiligten; ich drücke die Daumen, dass die erkrankte Mutter sich gut erholen kann, physisch und psychisch.
Aus rein stillberatersicher Perspektive würde ich sagen, ist der Fall eigentlich gar nicht so "speziell", also im Sinne von "kompliziert":
1. Momentan stillt die Tante "Zwillinge". Wenn die Mutter heim kommt (UND sich selbst um ihr Kind kümmern möchte und kann), dann muss die Tante ihre Milchproduktion schonend auf die Hälfte herunterfahren. Hier ist möglicherweise stillberaterische Begleitung sinnvoll. Beraterisch sehe ich da insb. zwei Aspekte:
a) Die mögliche psychische Belastung der Tante (das Baby wieder "abzugeben" usw., aber evtl. ist es für sie auch starke ENTlastung, wird man sehen, und wegen des "Abstillens während der Stillzeit", was evtl. Unannehmlichkeiten macht, wegen vorübergehender Übervölle usw.).
b) Die überschüssige Milch könnte dem Baby weiterhin gespendet werden, im Rahmen möglichen Zufütterns, wenn sich die Mutter wieder kümmert. Das ist u.a. eine logistische Frage (wann wo wie lagern, wann und wie transportieren), bei der ein Beraterin unterstützen könnte.
2. Das Baby wird vermutlich "das geringste Problem" sein. Normalerweise ist es jungen Säuglingen herzlich egal, an wessen Brust sie trinken. Das Baby wird also vermutlich problemlos von Tante zu Mutter wechseln.
3. Die Mutter profitiert vermutlich von stillberaterischer Unterstützung, wenn sie ihre Milchproduktion wieder ankurbeln möchte. Dass die Milchproduktion grundsätzlich noch besteht, ist dabei ein riesen Vorteil. Das BES wäre wohl in der Tat Stillhilfsmittel der Wahl, um das Baby möglichst störungsfrei an der Brust zufüttern zu können, mit Tantenmilch oder Pre.
Falls die Milchbildung (fast) auf Vollstillniveau ist, dann ist Zufüttern kaum bis gar nicht nötig.
Darüberhinaus sehe ich eine relativ große Menge weiteres Konfliktpotential (in Richtung familiäres Beziehungsgefüge, Verantwortung, Schuld, Pflicht,...), was allerdings über die Grenzen der Stillberatung eindeutig hinausgeht.
Ich drücke die Daumen, dass alle Beteiligten ihre familiären Rollen gut klären können.

LG und alles Gute!
Julia
Aus rein stillberatersicher Perspektive würde ich sagen, ist der Fall eigentlich gar nicht so "speziell", also im Sinne von "kompliziert":
1. Momentan stillt die Tante "Zwillinge". Wenn die Mutter heim kommt (UND sich selbst um ihr Kind kümmern möchte und kann), dann muss die Tante ihre Milchproduktion schonend auf die Hälfte herunterfahren. Hier ist möglicherweise stillberaterische Begleitung sinnvoll. Beraterisch sehe ich da insb. zwei Aspekte:
a) Die mögliche psychische Belastung der Tante (das Baby wieder "abzugeben" usw., aber evtl. ist es für sie auch starke ENTlastung, wird man sehen, und wegen des "Abstillens während der Stillzeit", was evtl. Unannehmlichkeiten macht, wegen vorübergehender Übervölle usw.).
b) Die überschüssige Milch könnte dem Baby weiterhin gespendet werden, im Rahmen möglichen Zufütterns, wenn sich die Mutter wieder kümmert. Das ist u.a. eine logistische Frage (wann wo wie lagern, wann und wie transportieren), bei der ein Beraterin unterstützen könnte.
2. Das Baby wird vermutlich "das geringste Problem" sein. Normalerweise ist es jungen Säuglingen herzlich egal, an wessen Brust sie trinken. Das Baby wird also vermutlich problemlos von Tante zu Mutter wechseln.
3. Die Mutter profitiert vermutlich von stillberaterischer Unterstützung, wenn sie ihre Milchproduktion wieder ankurbeln möchte. Dass die Milchproduktion grundsätzlich noch besteht, ist dabei ein riesen Vorteil. Das BES wäre wohl in der Tat Stillhilfsmittel der Wahl, um das Baby möglichst störungsfrei an der Brust zufüttern zu können, mit Tantenmilch oder Pre.
Falls die Milchbildung (fast) auf Vollstillniveau ist, dann ist Zufüttern kaum bis gar nicht nötig.
Darüberhinaus sehe ich eine relativ große Menge weiteres Konfliktpotential (in Richtung familiäres Beziehungsgefüge, Verantwortung, Schuld, Pflicht,...), was allerdings über die Grenzen der Stillberatung eindeutig hinausgeht.
Ganz einfach: Stillberaterinnen in der Nähe anrufen und nachfragen.Wie finde ich die passende Stillberaterin, die sich mit Relaktation (ist das an dieser Stelle überhaupt die richtige Denke?) auskennt?
LG und alles Gute!
Julia
- posy
- Mod a.D.
- Beiträge: 17763
- Registriert: 15.10.2007, 20:28
- Wohnort: Berlin
Re: Wie finde ich eine geeignete Beraterin?
Suchst du hier in Berlin?
Liebe Grüße von Nina mit dem großen (05/07), dem mittleren (10/09) und dem kleinen Tragling (2/2013)
- Hexe Verstexe
- ist mit Leidenschaft dabei
- Beiträge: 991
- Registriert: 08.02.2009, 13:35
- Wohnort: Osthessen
Re: Wie finde ich eine geeignete Beraterin?
krasse Geschichte! Ich finds toll von der Tante, dass sie das Baby mitversorgt und hoffe, dass daraus keine Konflikte entstehen.
Alles Gute für alle Beteiligten!
Alles Gute für alle Beteiligten!
- klimaforscherin
- Prof. Dr. SuT
- Beiträge: 7128
- Registriert: 06.05.2010, 19:22
- Wohnort: bei der Pyramide
Re: Wie finde ich eine geeignete Beraterin?
Puh, das ist wirklich ein schwieriger Start. 
Wer ist denn ein geeigneter Ansprechpartner für die psychische Seite? Psychologen im Bereich Wochenbettdepressionen? Licht und Schatten?
Ich wünsche allen Beteiligten alles Gute, ganz besonders der Mutter.
Wer ist denn ein geeigneter Ansprechpartner für die psychische Seite? Psychologen im Bereich Wochenbettdepressionen? Licht und Schatten?
Ich wünsche allen Beteiligten alles Gute, ganz besonders der Mutter.
Grüße
klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012

klimaforscherin
mit Wetterfrosch 2010 und Schwälbchen 2012
