langsam verliere ich den Mut weiter zu stillen und am Ball zu bleiben.
Die Geburt von unserem Schneckchen stand scheinbar schon unter keinem guten Stern. Nachdem er endlich auf der Welt war(bei 38+0), hat er vergessen zu atmen und bekam einen Keislaufstillstand, so dass er medizinisch intensiv betreut werden musste und dann auch die folgenden drei Tage auf den Intensivstation verblieb.
Wir hatten also kein Bonding, kein erstes Anlegen im Kreissaal, rein gar nichts.
Nach 3 (!!) Stunden habe ich ihn dann zum ersten mal gesehen und nach weiteren 3 Stunden das erste mal angelegt. Parallel habe ich auf Station gezeigt bekommen, wie man Milch ausstreicht und anregt.
Trotz meines Wunsches zu stillen, wurde unser Kleiner zugefüttert, alle 4 Stunden. Also verlief unser Tag so, dass er erst geweckt, gewickelt und gestillt wurde, dann bekam er das ausgestrichene/Abgepumpte und dann noch die Flasche hinterher.
Die Krankenschwestern haben mich wahnsinnig gemacht mit der Pumperei und eigentlich hatte ich keine Ruhe sondern war nur am rotieren: Essen, stillen (wickeln,etc.), pumpen, essen, stillen, pumpen...mein Zimmer habe ich fast gar nicht gesehen. Nach drei Tagen wollte ich nur noch nach Hause.
Zu Hause hat mich meine Hebamme sehr motiviert, da ich immer noch keinen Milcheinschuss hatte und schon dachte es würde nichts mit dem Stillen. Mit viel Arbeit, viel anlegen und ab sofortigem nicht-mehr-zufüttern haben wir uns an stillen gemacht. Und nach 5 Tagen war alles gut. Der kleine kam alle 3 Stunden, nahm ca. 30 am Tag zu, alles prima.
Zwischendurch hatte ich immer mal wieder Angst, dass meine Milch nicht reichen könnte, weil er viel öfter kam oder auch viel geschrien hat.
Dann kam eine Phase, wo er anfing meine Brust anzuschreien, aber auch das haben wir in den Griff bekommen.
Zu Hause hatte ich emotional viel Stress und war oft angespannt und habe gar nichts mehr geschafft und aus Angst, meine Milch bleibt aus, habe ich zusätzlich immer noch abgepumpt und die Milch entweder eingefroren oder meinen Mann am Wochenende morgens füttern lassen, damit ich mal ein bisschen schlafen konnte. Auch das Fläschchen zwischendurch hat, so schien es, keinen schaden angerichtet.
Jetzt kam es so, dass wir ab der 12. Woche nicht mehr genug nasse Windeln hatten, so habe ich mich mit meiner Hebamme in Verbindung gesetzt. Da der kleine eher zu den zarten Kindern gehört, aktuell mit 16 Wochen 60 cm, 5120 Gramm, hat sie gemeint, dass wir besser ein bisschen zufüttern, bis die Windeln wieder nass sind und es dann wieder reduzieren.
Das war auch eigentlich keine große Sache, dachte ich, denn er kannte ja schon die Flasche und es war immer gut gegangen. Aber jetzt haben wir den Salat.
Seit 4 Wochen füttern wir zu. Am 4. Zufütterungstag fing er an, meine Brust anzuschreien und hat nicht mehr angedockt. Es legte sich nach 4 Tagen wieder, aber seit 2 wochen ist es ein permanenter Zustand, abends wesentlich schlimmer als morgens, an manchen Tagen fast unerträglich und an anderen läuft es so gut, dass wir nur wenig zufüttern müssen.
Auch da habe ich meine Hebamme wieder alamiert und sie kam. Wir haben dann radikal auf Zufütterung verzichtet, für 2 volle Tage, aber er ging dennoch nicht an die Brust. Und ich habe viel versucht: Stillen im sitzen, im liegen, im Laufen, in der wiege als Football, mit Nucki das Saugen ausgelöst und "umgestöpselt", mit Bachblüten, aber nichts half.
Sobald es in die Stillposition geht, fängt er an zu schreien, macht sich steif und überstreckt sich, lässt sich nicht beruhigen und von meiner Brustwarze will er dann mal gar nichts wissen. Manchmal dockt er sofort an, nimmt ein paar Schluck und fängt dann an zu schreien, überstrecken, etc.
Und auch manchmal trinkt er länger, so 10 Minuten und fängt dann an mit andocken, abdocken, andocken, abdocken, schreien.
Dazu muss ich sagen, dass wir immer mit Bauchweh hatten und es auch jetzt noch Thema ist. Er hat viel Blähungen. Mein Eindruck ist, sobald er die Milch in den Bauch bekommt kriegt er Schmerzen und windet sich, allerdings macht er das bei der Flasche nicht. Meine Hebamme schließt Saugverwirrung aus, meint er ist faul, ich bin mir bei gar nichts mehr sicher.
Also wieder zugefüttert, das Kind braucht ja schließlich seine Nahrung. Und seitdem geht es auf und ab. Gute und schlechte Tage. Mal mehr und mal weniger zufüttern. Aber die Tendenz ist eher schlechter.
Ich möchte wirklich und sehr gerne weiter stillen und ich möchte auch voll stillen, aber so wie es ist, ist es für mich kein Zustand mehr. Mein Baby schreit sich in den Schlaf und hat immer noch Hunger.
Daten habe ich leider gar nicht so viele, zum Gewicht:
Geburtsgewicht: 3060
Mit 3 Tagen: 2880
Mit 5 Wochen:3480
Mit 11 Wochen: 4680
Mit 13 Wochen: 4890 ( da haben wir schon eine Woche zugefüttert)
Mit 15 wochen: 5120
Daten zum Zufüttern habe ich nirgendwo verschriftlicht, aber die ersten 2 Wochen waren es 50-70 ml pro Mahlzeit/ 5 mal am Tag. Seit dem sind es zwischen 35ml und den ganzen 180 ml je nach dem wie ich ihn an die Brust bekomme, jetzt haben wir aber wieder 6 Mahlzeiten.
Ich habe mir eine Medela Swing bestellt, in der Hoffnung, die Produktion weiter am laufen zu halten, bis es wieder klappt, allerdings warte ich da auch schon 8 Tage drauf. Er bekommt PRE Nahrung von Bebivita und gefüttert wird mit NUK first choice+, Schnuller hat er von MAM.
Ich hoffe hier hat jemand Rat, ich denke bald ist die Brust verdrängt und NUK nimmt ihren Platz ein