Aufregung bei Anwesenheit mehrerer Bezugspersonen

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Kate
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Aufregung bei Anwesenheit mehrerer Bezugspersonen

Beitrag von Kate »

Hallo ihr Lieben,

schon oft ist uns aufgefallen, dass mein Sohn besonders aufgeregt ist, wenn z. B. der Papa nach Hause kommt oder auch, wenn ich ihn bei der Oma abhole, wenn er da mal gespielt hat, Konstellation in jede Richtung denkbar, wir drei sind seine engsten Bezugspersonen.

Letztens haben meine kleine Tochter und ich samstags ausgeschlafen, er hatte 3 schöne Stunden mit Papa verbracht und war dann völlig aufgedreht, als wir beide ins Wohnzimmer kamen.

Ich vermute, dass es für ihn emotional extrem viel ist, wenn dieser Wechsel stattfindet oder wenn mehrere enge Bezugspersonen auf einmal da sind, so richtig nachvollziehen, was da in ihm passiert, kann ich nicht. Mein Sohn kommt mir in dem Moment so empfindsam, verletzlich vor, äußerlich dreht er total auf, macht Krach und / oder was kaputt.

Ehrlich gesagt, sind sie für uns auch sehr anstrengend, diese Momente.

Kennt jemand selbst so ein Gefühl, wie mein Sohn es haben könnte, oder kann mir das beschreiben, damit ich ihn besser verstehe? Wie können wir ihm am besten helfen?

Würde mich über Gedankenanstöße freuen.
Kate
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Lanali
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Re: Aufregung bei Anwesenheit mehrerer Bezugspersonen

Beitrag von Lanali »

Hallo Kate,
ich kann leider nichts hilfreiches dazu sagen. Aber ich habe hier auch so ein Exemplar. War gerade echt erstaunt beim Lesen, du hast es sehr gut beschrieben.
Mein Mann und ich haben zeitweise schon gescherzt, dass wir unsere Wochenenden wohl auch lieber getrennt verbringen, weil er da so richtig mies drauf war und unter der Woche mit nur einem von uns wesentlich umgänglicher war.
Momentan habe ich den Eindruck, dass es langsam besser wird (er wird bald vier), aber noch ist es meist sehr deutlich zu merken.
Liebe Grüße
Lanali mit B. (01/2010), S. (11/2012) und N. (09/17)
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Muschelsucherin
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Re: Aufregung bei Anwesenheit mehrerer Bezugspersonen

Beitrag von Muschelsucherin »

Mein Sohn war lange auch so.
Es wurde von allein besser. Er ist jetzt 5,5.
Liebe Grüße von B. mit Bär (März 2008), Maus (März 2010) und

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Schnatzmama
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Re: Aufregung bei Anwesenheit mehrerer Bezugspersonen

Beitrag von Schnatzmama »

Bei unserem Großen ist es auch oft so, dass er anfängt Blödsinn zu machen und Gespräche zu unterbrechen, wenn sich der Erwachsene im Zimmer nicht mehr ausschließlich um ihn und seine Schwester kümmert. Das kommt vor allem vor, wenn mein Mann den ganzen Tag weg war - meistens ist er ab ca. 14 Uhr daheim. Und gerade wenn wir uns den ganzen Tag lang nicht gesehen haben, möchten wir uns auch mal ein bisschen unterhalten, was eben oft ziemlich schwierig ist. Wenn er gerade in einer Alleinspielphase drin ist, geht es meistens besser. Wir erklären ihm dann, dass wir Erwachsene uns jetzt ein paar Minuten unterhalten wollen und je nach Stimmung wird an uns rumgenervt oder er kann sich alleine beschäftigen.
Liebe Grüße!

Schnatzmama mit Schnatz (5/09) und Maus (2/12) und Ameisenbärin (8/14) und Schlumpf des Hauses (9/17)
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Re: Aufregung bei Anwesenheit mehrerer Bezugspersonen

Beitrag von Grünfrosch »

Hier ist es ähnlich, unsere Tochter dreht auch auf, sobald Papa heim kommt oder noch schlimmer, wenn Opa und Oma da sind. Ich erkläre mir das so, dass sie sich einfach unheimlich freut. Sie ist immer schon ganz glücklich, wenn sie weiß, dass z.B. nachmittags die Oma kommt. Da freut sie sich schon Stunden vorher und ich schätze, dass sie dann gar nicht weiß, wohin mit ihren ganzen Emotionen.
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Kate
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Re: Aufregung bei Anwesenheit mehrerer Bezugspersonen

Beitrag von Kate »

Danke für Eure Antworten.

Es tut schonmal ungemein gut, zu lesen, dass es nicht nur mir so geht und dass andere Kinder sich auch so verhalten. Und natürlich ist es entspannend zu wissen, dass es sich wohl allein ändert.

Das hat mir schonmal viel gebracht!

Ich frage mich gerade, um was es mir geht. Einerseits ist MIR das Aufgedrehte - teilweise mit Hauen (und er hat mittlerweile echt Kraft) uws. - zu viel, andererseits, wenn ER nicht weiß, wohin mit seinen Gefühlen - ja, wohin denn? Ins Kissen hauen? Aus der Situation rausgehen? Gefühle verbalisieren? Sollte sich einer von uns möglichst schnell zurückziehen, damit wieder erstmal nur einer da ist und mein Sohn dann auf den anderen zugehen kann oder einfach nochmal ein paar Minuten Pause hat, um damit "klarzukommen", dass jetzt Mama und Papa da sind? Ich muss ihm doch irgendwie helfen können?!

Vielleicht hilft es auch, wenn ich das wirklich mal so hinnehme, dass es so ist und nicht gedanklich halb gegenan arbeite.
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Re: Aufregung bei Anwesenheit mehrerer Bezugspersonen

Beitrag von kiezkind »

Dreht er auch so auf wenn die Aufmerksamkeit weiter nur bei ihm bleibt?
Oder einfach auch durch den Drubel und die Gespräche?
Ist es, dass es zu "unübersichtlich" für ihn wird wenn jetzt mehrer Bezugspersonen um ihn rum sind?

PS ich finde es so schön wie liebevoll du von ihm schreibst. (Komme gerad vom Elternabend und da haben manche Eltern wieder davon gesprochen wie bewusst Kinder doch ihre Grenzen und Strafen suchen... die brauchen und wollen das bei "Fehlverhalten" in ihr Zimmer gespert zu werden :cry:)
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Kate
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Re: Aufregung bei Anwesenheit mehrerer Bezugspersonen

Beitrag von Kate »

kiezkind hat geschrieben: Dreht er auch so auf wenn die Aufmerksamkeit weiter nur bei ihm bleibt?
Oder einfach auch durch den Drubel und die Gespräche?
Ist es, dass es zu "unübersichtlich" für ihn wird wenn jetzt mehrer Bezugspersonen um ihn rum sind?
Aufmerksamkeit bleibt eh bei ihm bzw. es kommt noch welche dazu. Das mit dem "unübersichtlich" trifft es ganz gut.

[quote="kiezkind"]PS ich finde es so schön wie liebevoll du von ihm schreibst. (Komme gerad vom Elternabend und da haben manche Eltern wieder davon gesprochen wie bewusst Kinder doch ihre Grenzen und Strafen suchen... die brauchen und wollen das bei "Fehlverhalten" in ihr Zimmer gespert zu werden :cry:) [/quote]
:( Danach tut eine Runde Sut-Lesen sicher besonders gut.
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Re: Aufregung bei Anwesenheit mehrerer Bezugspersonen

Beitrag von BabyElf »

Bei uns ist es ähnlich. Unser Sohn ist aber noch viel kleiner.
Wir haben uns bei Veränderung der Situation angewöhnt - wenn zum Beispiel mein Mann nach Hause kommt - , ein paar Minuten in getrennten Zimmern zu verbringen. Das ging irgendwie ganz automatisch und hat sich bewährt.
Also, mein Mann bleibt erstbmal in der Küche und macht Abendbrot, ich bin mit der Kleinen im Wohnzimmer zum Beispiel.
Unser Sohn wechselt von einem zum anderen und gewöhnt sich in aller Ruhe daran, dass nun Mama UND Papa da sind, die sich beide um ihn kümmern, die aber auch mal miteinander reden wollen.
Bei den Gosseltern mach ich es genau so. Ich ziehe mich kurz nach deren Ankunft meist unauffällig ins Bad zurück, lasse die Tür offen, mein Sohn kommt meistens erst mal mit, atmet in Ruhe durch und spaziert dann alleine los um die Grosseltern zu beschnuppern.
Denen ist noch gar nicht aufgefallen, dass ich das immer so mache, hihi!
Es beruhigt die Situation total.
Dreieckskonstellationen sind mit das schwierigste, was Kinder lernen müssen-aber aucch das wichtigste!
Ich finds super und total angemessen, dass du dir so viele Gedanken deswegen machst!
Sensible Kinder können nicht genug Hilfestellung bekommen, find ich!
Lieben Gruss!
Liebe Grüsse von
Niki mit dem Elfenjungen 11/11 und Mandarinchen 8/13

*ein zarter Wind wiegt mein verzaubertes Herz*
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Kate
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Re: Aufregung bei Anwesenheit mehrerer Bezugspersonen

Beitrag von Kate »

Liebe Niki,

danke für deinen ausführlichen Post! Ich schreib später noch was. Habt ihr auch eine Strategie für Besuch bei Euch, sowohl Erwachsenen als auch Spielbesuch?

LG
Kate
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