nächtliches Dauerstillen seit der Beikosteinführung

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Kate27
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nächtliches Dauerstillen seit der Beikosteinführung

Beitrag von Kate27 »

Hallo,

ich suche Anregungen zum Thema Stillen und Beikosteinführung.

Mein Sohn ist nun fast 7 Monate alt. Nachdem wir einen schwierigen Stillstart hatten (und ich hier super beraten wurde!), lief das Stillen nach Bedarf dann wirklich super. Trotz meiner hohen Arbeitsbelastung hat dank Abpumpen und Verfüttern durch Papa/Oma alles gut hingehauen. Mein Sohn ist "normgerecht" entwickelt, gesund und sieht prima aus. Baby war happy, geschlafen hat er dann auch prima (Nachtschlaf zweimal vier Stunden mit einmal Stillen dazwischen - traumhaft!)

Mit viereinhalb Monaten haben wir mit der Beikost begonnen und auch das macht ihm "Spaß" - ein guter Esser. Lief stressarm ab, und hat sich super eingependelt auf nen wirklich praktikablen Rhythmus tagsüber. WENN da nur die Nächte nicht wären! Mittlerweile sind die Nächte nämlich für mich absolut überhaupt nicht mehr erholsam. Mein Kind bekommt alles, was es braucht, aber ich (selbständig berufstätig) halte das nicht durch.

Und zwar läuft das seit einigen Wochen wie folgt:

ca. 8:30 Uhr stillen
ca. 11 Uhr "Mittagessen" (Gemüsebrei mit Öl und Acerolasaft, teilweise mit Fleisch, letzteres mag er aber nicht so sehr und isst dann nur wenige Löffelchen), danach Mittagschläfchen
13 bis 14 Uhr Stillen
15 Uhr Nachmittagsbrei (Obst, Getreide, Öl), danach manchmal nochmal ein Schläfchen
ca. 17 Uhr stillen
ca. 19 Uhr "Abendessen" (Obstbrei wie Nachmittags)
20 Uhr Stillen und ins Bett
(Tee trinkt er aus der Schnabeltasse zwischendurch mal mehr, mal weniger)

...dann schläft er bis ca. 23 Uhr und dann geht's los: Er möchte alle zwei Stunden gestillt werden und dabei auch gerne bis zu einer halben Stunde trinken (normal war früher 10 Minuten!). Gegen Morgen, so ab 4 Uhr, werden die Intervalle noch kleiner - er trinkt stündlich.
Ich komme nicht zum Schlafen und bin entsprechend am Ende. (Er schläft übrigens ca. 30cm von mir entfernt, im Liegen stillen mögen wir aber nicht, bzw. wenn ich die Brust loslasse, weil ich einnicke, verliert er sie)

Jetzt ist meine Frage: Was kann ich anders machen, dass er nachts wieder längere Etappen schläft?

Wir haben schon versucht, dass mein Mann ihm nachts abgepumpte Milch aus der Flasche gibt (was die beiden eigentlich gewohnt sind, anfangs wurde das tagsüber einmal täglich so gemacht, damit ich in der Zeit arbeiten konnte). Aber nachts nimmt mein Sohn die Flasche nicht - nachts muss es Stillen sein *seufz*.

Danke!
jusl
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Re: nächtliches Dauerstillen seit der Beikosteinführung

Beitrag von jusl »

Hallo Kate27,

schön, dass Dir die Beratung in Sachen Stillen nach Bedarf geholfen hat.
Ich komme nicht zum Schlafen und bin entsprechend am Ende. (Er schläft übrigens ca. 30cm von mir entfernt, im Liegen stillen mögen wir aber nicht, bzw. wenn ich die Brust loslasse, weil ich einnicke, verliert er sie)

Jetzt ist meine Frage: Was kann ich anders machen, dass er nachts wieder längere Etappen schläft?
Für mich liegt eindeutig HIER ein sinnvoller Ansatzpunkt: Lernt das Stillen im Liegen. ;-) So ist es von der Natur gedacht - keine Mutter kann monate- und jahrelang nachts ständig AUFRECHT und WACH irgendwelche Sachen machen und tags EBENFALLS WACH ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen. Du brauchst Schlaf, und Dein Baby zeigt völlig normales Schlafverhalten... von daher scheint "im Liegen stillen üben" doch eine gute Idee zu sein, damit Du beim Stillen weiterschlafen kannst.

Hast mal verschiedene Liege-Stillpositionen ausprobiert? Z.B. seitlich liegend "die obere" Brust anbieten anstatt die "untere"? Oder Baby so hinlegen, dass die Füßchen Richtung Kopfende zeigen? Wie liegst Du selbst?

LG
Julia
Kate27
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Re: nächtliches Dauerstillen seit der Beikosteinführung

Beitrag von Kate27 »

Hallo,

ja, gute Frage...wir haben ein recht kleines Bett (1,40m breit), das Babybett steht - direkt an das Elternbett herangerückt - quer über unseren Köpfen (anders kriegen wir das nicht ins Schlafzimmer rein). Wenn, dann müsste ich ihn definitiv über Kopf legen, denn andernfalls tritt er mich beim Stillen mit den Füßen gegen den Bauch (besonders schmerzhaft dank Kaiserschnitt). Aber danach muss ich ja eh aufstehen, denn er muss ja aufstoßen und zurück in sein Bettchen gelegt werden. Oder wie muss ich mir das vorstellen? Stillen und weiterschlafen ginge ja nur, wenn ich ihn kein "Bäuerchen" machen lasse und dann auch nur, wenn das Bett groß genug für drei wäre...

Das Schlafverhalten soll normal sein? Ein sieben Monate altes Kind, das nachts stündlich (!) trinkt? Nee, also, vor der Beikosteinführung war das nicht der Fall, da hat er wie gesagt regelmäßig vierstündige Etappen gemacht (womit ich auch langfristig super zurecht käme).
Die "Flaschenkinder" in meinem Umfeld schlafen sogar 6 Stunden durch...

Wie gesagt, natürlich ist es das beste für mein Kind, weiter gestillt zu werden und nach Bedarf zu trinken - und wenn sein Bedarf eben so ist. Aber ICH schaffe das definitiv so nicht.

Hatte halt schon solche Überlegungen, vielleicht tags/abends mehr zu stillen (auch wenn er nicht danach verlangt...also ihm das Stillen quasi aufzudrängen, in der Hoffnung, er wird dadurch "satt")? Oder irgendwie die Essenszeiten zu verlagern? Wenn ja, wie? Oder ihm halt doch das Fläschchen nachts schmackhaft zu machen, um wenigstens tageweise mal abgepumpte Milch vom Papa (ironischerweise ist der nämlich nicht berufstätig...) geben zu lassen - nur wie??

Das geht mit meiner Arbeit so einfach nicht, und aus finanziellen Gründen sollte ich eigentlich in den nächsten Monaten mehr arbeiten, nicht noch weniger...
Vor allem lief es doch so gut - ich versteh einfach das Problem nicht, warum es jetzt so chaotisch ist? Irgendwas muss ich falsch gemacht haben.
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emm
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Re: nächtliches Dauerstillen seit der Beikosteinführung

Beitrag von emm »

_muss_ er denn Baeuerchen machen? Also, ist er ohne unruhig oder weint?
Wenn Loewenkind beim Stille einschlaeft, kann ich ihn auch einfach weiterschlafen lassen - aber der macht seine seltenen Baeuerchen auch in jeder moeglichen und unmoeglichen Haltung (;
Evtl koenntest Du ja da ansetzen und euch das Stillen im Liegen ermoeglichen?

...tap-a-talking...
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emm
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Re: nächtliches Dauerstillen seit der Beikosteinführung

Beitrag von emm »

Uuuund zu schnell abgeschickt:
Du musst gar nix falsch gemacht haben. Das Schlafverhalten eines Menschen aendert sich immer wieder mal, und in der Babyzeit besonders haeufig. Das ist zwar innerhalb einer miesen Phase (wir hatten so um den 9. Lebensmonat rum eine ganz gemeine, ich dachte, meine Augenringe reichen bis zu den Knien) nur ein schwacher Trost, aber vielleicht besser als gar keiner?

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Re: nächtliches Dauerstillen seit der Beikosteinführung

Beitrag von Kräuterhexe1983 »

Hallo Kate27

Meiner wird nächste Woche 9 Monate und macht BLW seit er 6 Monate ist. Wir haben seit einigen Wochen das gleiche Theater. Allerdings hab ich den Vorteil, dass ich eben nicht arbeiten muss zur Zeit. Aber ich kann mich dem bisher gesagten nur anschliessen. Still im Liegen und lass ihn einfach bei dir. Meiner wechselt in manchen Nächten 6 bis 8 Mal die Seite und macht nie ein Bäuerchen. Und bis vor 6 Wochen haben wir auch auf
1.40m geschlafen. Als der Sommer kam war es mein Mann zu warm und er hat angebaut. Unser Beistellbett diente lediglich als Rausfallschutz, geschlafen hat der Kleine da drin nur die ersten 4 Wochen. Entspann dich mal und versuch es zwei, drei Nächte so, du darfst nur nicht aus Angst selber krampfhaft wach bleiben wollen. Seit ich im Liegen stille und einfach weiterschlafe, fühle ich mich morgens viel ausgeruhter. ( und nur weil ich nicht arbeiten muss, kann ich ja nicht einfach liegen bleiben wenn das Kind ab 7.00 Uhr wach ist ;-). )
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Re: nächtliches Dauerstillen seit der Beikosteinführung

Beitrag von Binelein »

Du hast gar nix falsch gemacht. Alle zwei Stunden ab 23 Uhr klingt für mich absolut normal, vor allem, weil er tagsüber nur sehr selten stillt. Da holt er sich seine Milch und Deine Nähe eben nachts.

Lass ihn neben Dir schlafen mit einem rausfall-Schutz und übe wirklich liegend zu stillen. Bäuerchen muss nicht sein, also generell nicht zwingend und nachts schon gar nicht.
Dann kannst Du liegen bleiben, er stillt, ihr schlaft weiter. Mit ein bisschen Übung weißt du am nächsten morgen gar nicht, wie oft ihr gestillt habt.
Und-nicht auf die Uhr sehen, das macht nur noch müder. :)

Gib nicht so viel auf Erzählungen anderer Mütter, ich habe oft gemerkt, dass gerade beim Thema schlafen schön geredet wird, was das Zeug hält.
;)


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mami81214
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Re: nächtliches Dauerstillen seit der Beikosteinführung

Beitrag von mami81214 »

mein kleiner mann will seit der beikosteinführung (mit 6 1/2 monaten) nachts auch fast stündlich an die brust. ich denke aber eher, das er mehr die nähe sucht und kuscheln will. er schläft nun abends auch nich ohne an die brust zu dürfen ein und wenn er satt ist kuschelt er sich an meine brust. vielleicht ist es einfach eine phase, wo sie viel nähe brauchen. er ist gestern 8 monate geworden. also geht das nun auch schon 1 1/2 monate so. ich stille im liegen und schlafe dabei meist ein. vielleicht solltet ihr das auch üben. manchmal geben ich ihm auch die obere brust im liegen, das klappt ab und an besser und er verliert sie nicht so schnell.
ich drücke dir die daumen, dass du bald mehr schlaf findest :)
Benny 25.05.08
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mami81214
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Re: nächtliches Dauerstillen seit der Beikosteinführung

Beitrag von mami81214 »

mir ist noch eingefallen, wenn er fleisch nicht so sehr mag, ist hirse ein super eisenlieferant. das koche ich ab und an in den gemüse oder obstbrei mit rein, da es bei uns momentan nur veganen brei gibt, da unsere bauern mit artgerechter haltung grad nicht schlachten. liam isst das sehr gern. es muss nur vitamin c mit zugeführt werden, damit der körper das eisen aufnehmen kann.
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Nautilus
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Re: nächtliches Dauerstillen seit der Beikosteinführung

Beitrag von Nautilus »

Du hast definitiv nichts falsch gemacht. Meiner Erfahrung nach trinken ALLE Kinder, gestillt oder ungestillt, im Alter Deines Kindes mehr bzw. sind nachts unruhiger. Nur wird es manchmal erst regelrecht verschämt "zugegeben", weil leider immer noch eine Menge Mythen zum Durchschlafen von Babies im Umlauf sind.
In der Regel ist die Zeit zwischen dem 5. und dem 9. Monat eine Zeit großer Umstellung für die Kinder, die ersten Zähne kommen, sie werden selbständiger, fähiger, registrieren mehr undundund. Mein tiefenentspanntes Kind hat mit 6 Monaten auch "schlechter" geschlafen als mit wenigen Wochen bis dahin und sich teilweise stündlich gemeldet. Dank der BErichte in diesem Forum war ich darauf schon vorbereitet und es hat sich auch wieder gegeben. Jetzt ist er 13 Monate alt und schläft bereits seit Monaten nachts wieder durch (kann Dir leider nicht sagen, seit wann, ist ja ohnehin individuell) - bis auf die letzte Woche. Plötzlich will er häufiger auf meinen ARm, stillt nachts wieder mehr - und ich seh plötzlich vier neue Beisserchen in seinem Mund. Also Babyschlaf ist eines ganz sicher: nicht konstant gleich bleibend.
Einen Unterschied gibt es übrigens zu den nicht gestillten Kindern: die gestillten Kinder in meinem Umfeld wesentlich schneller mit der Brust beruhigen lassen, v. allem, wenn Mutter und Kind im Liegen stillend weiterschlafen können. Ich war gerade bei meinem Patenkind in Frankreich zu Besuch, sein Brüderchen ist nun 8 Monate alt. Seine Mutter und natürlich auch sein Vater arbeiten bereits wieder seit Monaten voll, sie haben eine Nanny, die bei ihnen wohnt und bis aufs Wochenende 24 h für die Kinder da ist. Der Kleine ist natürlich Flaschenkind und wir haben (während mein Sohn schlafend zwischen uns lag und ab und an stillte) jede Nacht alle ein bis zwei Stunden das Babygeschrei und die Beruhigungsversuche (meist Schnuller und Herumtragen im Garten) mitbekommen, und zwar von allen dreien, Mama, Nanny, Papa, weils sonst nicht ginge.
Ich wäre sehr skeptisch, um nicht zu sagen ungläubig, dass angeblich wirklich ALLE mit der Flasche ernährten Kinder durchschlafen, ein, zwei sicher, kein Kind ist schließlich gleich, aber alle - glaub ich im Leben nicht. Oft wird das auch gesagt, damit kein Druck oder Schuldzuweisungen aufkommen können, meinen doch viele ältere Generationen immer noch, dass bei nicht durchschlafenden Kindern Erziehungsfehler vorlägen.
Daher: auch ich kann Dir nur wärmstens empfehlen, im Liegen zu stillen und dabei weiterzuschlafen, ggf. auch etwas früher ins Bett zu gehen. Hab ich häufig so gemacht und dann eben neun Stunden mit gelegentlichem Aufwachen, anlegen, weiterschlafen statt 7 - 8 h durch wie sonst geschlafen.
Den Papa würde ich ggf. ausquartieren, wenn das Bett sonst zu eng wird. Es ist ja sicher nicht für immer, aber dann hättet ihr 1, 40 m für Euch, das wäre vermutlich für alle Beteiligten stressfreier.
Ich schiebe mir und auch meinem BAby häufig jeweils ein Kissen in den Rücken, so schläft es sich entspannter weiter. Also er liegt auf der Seite, ich ebenfalls, so dass wir uns ansehen, bzw. er schaut natürlich meine Brust an ;). In meinem Rücken liegt in der Regel das Stillkissen, in seinem ein kleines Kissen, dass er, sobald er sich umdrehen möchte, wegschieben kann. Wenn ich Seite und Brust wechseln will, turne ich über ihn drüber und bin so maximal für 2 - 3 Minuten wach. Mein Sohn wacht nachts eigentlich nie auf, er dockt an und schläft dann direkt weiter.
Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, welche stressfreie oder gar - freiere Lösung noch in Betracht kommen sollte.
Liebe Grüße, Nautilus mit Sommersohn (7/12) Frühlingstochter :smilie_und_kind: :slürp* (3/17) und den zwei Herbststernen (09/11+ 11/15)
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