Hallo Ihr Lieben,
ich bin derzeit total verunsichert was das Thema Aufmerksamkeit angeht.
Ich fang mal an mit der Vorgeschichte:
Mein Sohn ist im April 3 geworden. Wir haben viele häusliche Probleme gehabt schon immer eigentlich, was sich jetzt aber gerade verbessert hat.
Ich muss sagen, ich habe einfach versucht durch viel viel Aufmerksamkeit meinem Sohn zu suggerieren, dass er halt keine Schuld an den Streits
hat und dass ich ihn über Alles liebe.
Jetzt wie gesagt haben der Papa und ich die allermeiste Kommunikationsprobleme aus dem Weg geschafft. Wir sind Ende Juni im Urlaub gewesen (Campingplatz in Holland mit Freizeitpark) und haben unseren Mausmann wirklich in Zuwendung und Aufmerksamkeit gebadet. Danach waren alle Muttis mit ihren Kindern im ähnlichen Alter wie unser im Urlaub und gleichzeitig war auch keine Spielgruppe.
Ich habe also viele Tage allein mit meinem Sohn verbracht.Er kam auch auf Spielplätzen nur schlecht mit "fremden" Kindern in Kontakt.
Anfangs hat er noch nach anderen Kindern gefragt, aber dann ebbte das langsam ab.
Gestern ging die Spielgruppe wieder los und er wollte nicht hin. Ich habe ihn noch 1 Tag gelassen, weil er auch erkältet ist. Heute war er da. Es hat ihm gefallen aber seit er wieder zuhause war ist er mir auch nicht mehr von der Seite gewichen.
Wir waren dann zusammen einkaufen, das war auch wieder eine gemeinsame Aktivität in der wie die ganze zeit im Dialog waren. Danach haben wir die Einkäufe hoch getragen und in der Küche verstaut. AUCH zusammen!
Als wir fertig waren habe ich dann gesagt, dass ich mich gern etwas ausruhen will und er doch bitte etwas allein spielen soll, ich würde in einer halben Stunde mit ihm lesen oder Spielen.
Er hat ein Riesentheater gemacht. Hat versucht mich mit "Hunger" & "Durst" hoch zu treiben. (Hatte ihm kurz vorher Melone angeboten... war abgelehnt worden)
Mit meinem Freund kann ich teilweise nicht mal einen Satz zu ende sprechen ohne, dass Mausmann dazwischen plappert oder einfach seinen Geräuschpegel langsam ansteigen lässt.
Ich habe es selbst als Kind gehasst wenn meine Mutter mich immer abgewürgt hat und letztendlich ewig mit einer Bekannten gequatscht hat. Deswegen weiß ich nicht wie ich vorgehen soll.
So läuft eigentlich jeder Tag ab, Mausmann verlangt 100% Aufmerksamkeit und ich weiß langsam nicht mehr wie ich das bewerkstelligen soll.
Außerdem mache ich mir Sorgen, dass er zum Einzelgänger wird. Durch die Umstände wurde er ohnehin schon in eine solche Rolle gedrängt.
Er war bisher in der Spielgruppe eher ein "mittel-altes" Kind, dass sprachlich und motorisch sehr weit war, den 2-3 Jährigen weit voraus den 4-5 Jährigen aber dennoch unterlegen.
Er hat bis jetzt also keinen "Freund" mit dem er auf einer Wellenlänge ist.
Ich mache mir wirklich Sorgen, ich weiß nicht wie ich die Aufmerksamkeit dosieren soll, wie ich auf seine "Aufmerksamkeits-Anfälle" reagieren soll.
Habt ihr Tipps?
Ich würde mich sehr freuen über konstruktive Kritik und Anregungen!
Liebe Grüße
Sarie
Zu viel Aufmerksamkeit?
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Re: Zu viel Aufmerksamkeit?
Ich mag mir Lesezeichen setzen und mich später melden.
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Re: Zu viel Aufmerksamkeit?
Das klingt 1:1 nach meiner Großen vor einem Jahr. Und was soll ich sagen ... irgendwann hat's einen Schnackler getan und sie hat sich nach außen geöffnet. Ist jetzt super mit dem Nachbarsmädel befreundet (vorher undenkbar), redet mit anderen Leuten und spielt mit anderen Kindern.
Wir haben sie nie gedrängt (sie ist noch nicht im KiGa), immer versucht, ihr Zeit zu lassen und gleichzeitig zu suggerieren, dass wir sie nicht aufhalten ...
Klar war das dann manchmal so, dass wir sehr aufeinander geworfen waren und sie mir manchmal auf den Wecker gegangen ist (siehe Gespräche stören), aber ich möchte dich ermutigen, den Weg weiter so zu gehen. Irgendwann ist dein Sohn soweit, dass er loslassen möchte.
Wir haben sie nie gedrängt (sie ist noch nicht im KiGa), immer versucht, ihr Zeit zu lassen und gleichzeitig zu suggerieren, dass wir sie nicht aufhalten ...
Klar war das dann manchmal so, dass wir sehr aufeinander geworfen waren und sie mir manchmal auf den Wecker gegangen ist (siehe Gespräche stören), aber ich möchte dich ermutigen, den Weg weiter so zu gehen. Irgendwann ist dein Sohn soweit, dass er loslassen möchte.
mit Sommermädchen 6/09, Frühlingsmädchen 03/13 und Winterbub 01/17
Trageberaterin, zertifiziert von Didymos, 2012
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Re: Zu viel Aufmerksamkeit?
Ich denke, er sucht Sicherheit bei dir. Du hast ja von euren Herausforderungen erzählt, so etwas verunsichert ein Kind, auch wenn das das Letzte ist, was wir wollen (ich spreche da aus Erfahrung
).
Wenn er das durch "ganz viel Mama" kompensiert, finde ich das eigentlich einen guten Weg. Er könnte sich ja auch ganz andere Dinge einfallen lassen...
Nichts desto trotz ist das wahrscheinlich sehr anstrengend für dich. Ich würde versuchen, ihn sehr genau zu beobachten und möglichst alle Kontaktaufnahme von ihm kommen zu lassen. Ich würde ihm also gar nichts anbieten, kein gemeinsames Spiel, kein anderer Vorschlag, kein Fragen, ob er Hunger hat etc. (außer natürlich, es gibt einen triftigen Grund). Wenn ER aber auf DICH zukommt, würde ich ihm seine Bedürfnisse so gut wie möglich befriedigen.
Damit verhinderst du, dass du ihn aus Versehen beim Spielen störst. Nach deinem Bericht kann (oder möchte) er das ja momentan nicht so gut alleine. Gerade deshalb fände ich es wichtig, dass er das in Ruhe üben kann und falls er es eben mal schafft, sich alleine zu beschäftigen, auch ins Spiel abtauchen kann. Das geht nur in Ruhe und ungestört.
Über den Kontakt mir Gleichaltrigen würde ich mir bei einem 3Jährigen nicht so sehr Gedanken machen, das gibt sich mit der Zeit. Ich würde ihm überlassen, ob er zur Zeit mit anderen spielen möchte oder nicht. Vielleicht erholt er sich gerade nach eurer anstrengenden Zeit, wir Erwachsene brauchen dann ja auch oft erst mal nichts außer unserer Familie.
Falls das zu wirr war, bitte nachfragen. Ich hab´s gerade etwas eilig.
LG
Wenn er das durch "ganz viel Mama" kompensiert, finde ich das eigentlich einen guten Weg. Er könnte sich ja auch ganz andere Dinge einfallen lassen...
Nichts desto trotz ist das wahrscheinlich sehr anstrengend für dich. Ich würde versuchen, ihn sehr genau zu beobachten und möglichst alle Kontaktaufnahme von ihm kommen zu lassen. Ich würde ihm also gar nichts anbieten, kein gemeinsames Spiel, kein anderer Vorschlag, kein Fragen, ob er Hunger hat etc. (außer natürlich, es gibt einen triftigen Grund). Wenn ER aber auf DICH zukommt, würde ich ihm seine Bedürfnisse so gut wie möglich befriedigen.
Damit verhinderst du, dass du ihn aus Versehen beim Spielen störst. Nach deinem Bericht kann (oder möchte) er das ja momentan nicht so gut alleine. Gerade deshalb fände ich es wichtig, dass er das in Ruhe üben kann und falls er es eben mal schafft, sich alleine zu beschäftigen, auch ins Spiel abtauchen kann. Das geht nur in Ruhe und ungestört.
Über den Kontakt mir Gleichaltrigen würde ich mir bei einem 3Jährigen nicht so sehr Gedanken machen, das gibt sich mit der Zeit. Ich würde ihm überlassen, ob er zur Zeit mit anderen spielen möchte oder nicht. Vielleicht erholt er sich gerade nach eurer anstrengenden Zeit, wir Erwachsene brauchen dann ja auch oft erst mal nichts außer unserer Familie.
Falls das zu wirr war, bitte nachfragen. Ich hab´s gerade etwas eilig.
LG
Sarah
mit großem Sohn (11/03) und fast genauso großem Sohn (05/05)
von (Haus-)Geburt an Wasserbabys, gestillt, getragen, teilweise windelfrei
mit großem Sohn (11/03) und fast genauso großem Sohn (05/05)
von (Haus-)Geburt an Wasserbabys, gestillt, getragen, teilweise windelfrei
-
Jannik2010
- schreibt ganz schön oft
- Beiträge: 141
- Registriert: 22.05.2010, 22:13
Re: Zu viel Aufmerksamkeit?
Ich habe zwar leider keinen Rat für Dich, aber unser Problem mit unserem gleichaltrigen Sohn ist fast dasselbe.
Zu Freundschaften kann ich nichts schreiben, da er noch zu Hause betreut wird. Aber was die Aufmerksamkeit angeht und das nicht alleine machen ist hier zur Zeit auch Thema.
Wir führen ein harmonisches Familienleben, Streits gibt es fast nie, aber grade im Moment bin ich der Meinung irgendwas muss schiefgelaufen sein.
Bis vor ein paar Monaten war alleine Beschäftigen kein Thema doch seit einger Zeit klebet er 12 Stunden permanent an mir.. Im fällt absolut nichts ein was er machen könnte und alle Vorschläg meinerseits werden abgelehnt. Nur Dinge mit mir werden akzeptiert. Gespräche am Tag mit meinem Mann zu führen versuche ich schon gar nicht mehr
.
Ist das alles wieder nur eine Phase?!?!
Ich les also mal gespannt mit!
Zu Freundschaften kann ich nichts schreiben, da er noch zu Hause betreut wird. Aber was die Aufmerksamkeit angeht und das nicht alleine machen ist hier zur Zeit auch Thema.
Wir führen ein harmonisches Familienleben, Streits gibt es fast nie, aber grade im Moment bin ich der Meinung irgendwas muss schiefgelaufen sein.
Bis vor ein paar Monaten war alleine Beschäftigen kein Thema doch seit einger Zeit klebet er 12 Stunden permanent an mir.. Im fällt absolut nichts ein was er machen könnte und alle Vorschläg meinerseits werden abgelehnt. Nur Dinge mit mir werden akzeptiert. Gespräche am Tag mit meinem Mann zu führen versuche ich schon gar nicht mehr
Ist das alles wieder nur eine Phase?!?!
Ich les also mal gespannt mit!
Es grüßen,
C. mit J. (Junge) *März 2010* und J. (Mädchen) *März 2012*
C. mit J. (Junge) *März 2010* und J. (Mädchen) *März 2012*
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Wortgewitter
- alter SuT-Hase
- Beiträge: 2965
- Registriert: 03.07.2011, 21:40
Re: Zu viel Aufmerksamkeit?
Boah, das ist unser Thema! Ich bin momentan schwer genervt von dem Geklebe
... Ich mag es einfach nicht, dass ich IMMER um ihn herum sein soll, ganz viel mit ihm unternehmen, ihn überall einbinden... Ich MAG das nicht
Für mich ist ganz klar - wir wägen die Bedürfnisse ab. Will er vorgelesen haben und ich will nicht, mache ich es nicht, solange sein grundlegendes Bedürfnis (Nähe, Unterhaltung oder so) und meines (Ruhe, Entspannung etc) trotzdem erfüllt sind.
Naja, und manchmal geht das halt nicht zusammen. Dann sage ich ihm, dass ich gerade nicht will und dann muss er damit leben. Mir ist das lieber, da authentisch zu sein. Wobei ich schon übe, meine Grenzen da zu verschieben und ihm zu geben, was er braucht - aber eben nicht immer und nicht um jeden Preis...
Hach, schwierig. Gerade heute bin ich total frustriert damit, weil ich echt ständig NEIN sage. Weil er sich gerade nicht allein anzieht, nicht allein aufs Klo gehen will (
), usw usf. Er ist vier
... Aber ich finde schon, dass es schon besser ist *seufz*
Für mich ist ganz klar - wir wägen die Bedürfnisse ab. Will er vorgelesen haben und ich will nicht, mache ich es nicht, solange sein grundlegendes Bedürfnis (Nähe, Unterhaltung oder so) und meines (Ruhe, Entspannung etc) trotzdem erfüllt sind.
Naja, und manchmal geht das halt nicht zusammen. Dann sage ich ihm, dass ich gerade nicht will und dann muss er damit leben. Mir ist das lieber, da authentisch zu sein. Wobei ich schon übe, meine Grenzen da zu verschieben und ihm zu geben, was er braucht - aber eben nicht immer und nicht um jeden Preis...
Hach, schwierig. Gerade heute bin ich total frustriert damit, weil ich echt ständig NEIN sage. Weil er sich gerade nicht allein anzieht, nicht allein aufs Klo gehen will (
Wortgewitter mit Groß (5/09) und Klein (11/11) und Winzigklein (8/15)
und zwei **
ClauWi Trageberaterin (GK 5/2012, MK 6/2013)
Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte Dich wiegen und kleinsingen,
und Dich begleiten, schlafaus und schlafein... R.M. Rilke
und zwei **
ClauWi Trageberaterin (GK 5/2012, MK 6/2013)
Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte Dich wiegen und kleinsingen,
und Dich begleiten, schlafaus und schlafein... R.M. Rilke

