Stillen nach Bedarf, Hungerzeichen

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fh1211
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Stillen nach Bedarf, Hungerzeichen

Beitrag von fh1211 »

Hallo,

ich habe meine Tochter bis vor zwei Wochen voll gestillt. Die Brust habe ich ihr aufgrund eines Pylorospasmus und daraus resultierenden vielen Spuckelns zunächst alle 2 Stunden angeboten. Die Ärzte hatten gesagt, dass sie kleine und dafür mehrere Mahlzeiten zu sich nehmen soll. Ich habe dann wieder versucht die Stillabstände zu verlängern. Das hat schon auch geklappt, allerdings zeigt sie kaum Hungerzeichen. Daher biete ich die Brust nach 3 Stunden an und dann trinkt sie auch. Sollte ich länger warten, damit die Anzeichen deutlicher bzw. überhaupt ersichtlich werden? Stillen nach Bedarf heißt ja eigentlich, dass das Kind dann etwas bekommt wenn es will und das kann ja mal nach 1 mal nach 4 Stunden sein und nicht genau alle 3 oder 4 Stunden.

Mittlerweile bekommt sie mittags Brei und danach noch die Brust. Sie signalisiert, dass sie keinen Brei mehr will indem sie leicht zornig wird und sich dann an der Brust beruhigt. Meist nimmt sie nur 2-3 Züge. Eigentlich heißt es ja in den Büchern immer die Kinder sollen nur zu Beginng der Breieinführung nach dem Brei noch gestillt werden und dann ersetzt die Mahlzeit das Stillen. Wasser aus der Tasse/Flasche nimmt sie aber nicht und ich befürchte manchmal, dass sie zu wenig Flüssigkeit bekommt und daher gebe ich ihr gern die Brust.

Mittlerweile frage ich mich aber auch, ob ich überhaupt genug stille. Sie bekommt morgens, vormittags, nachmittags und zum Einschlafen die Brust und mittags den Brei. Oft stille ich nachts noch 1-3 mal.

Ich würde sie ja auch gern mal einige Stunden abgeben, aber da ich nie weiß wann und wie schnell nach einer Mahlzeit sie wieder Hunger bekommt ist das sehr schwierig, da sie auch die Flasche nicht nimmt. Hat jemand einen TIpp?

Danke.

Viele Grüße!
spacerabbit
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Re: Stillen nach Bedarf, Hungerzeichen

Beitrag von spacerabbit »

Deine Tochter scheint, wie Du es beschreibst, zufrieden zu sein und auch nicht mehr oft zu erbrechen. Bei der Kleinen ist es jetzt mit ihren über zwei Jahren noch so, dass sie oft nach der Mahlzeit noch mal an die Brust möchte und dann ein paar Schlücke trinkt. So, wie Du es mit dem Mittagsbrei machst, scheint es gut zu funktionieren, und wenn Deine Tochter zufrieden ist und sich normal entwickelt, ist alles okay.
Mit ca. sieben Monaten hat die Kleine so langsam Flüssigkeiten aus einem Kleinkinderbecher mit "Gummischnüddel" (wie nennt man die Dinger?) trinken gelernt, aber auch das Trinken aus dem Becher klappte dann immer besser.
Wie wär´s denn, wenn Du Deine Tochter erst mal für ca. zwei Stunden allein lässt und die Zeiten dann langsam steigerst? Mich hat es immer beruhigt, wenn ich was gemacht habe, was relativ in der Nähe der Kinder war, so dass ich dann schnell wieder da sein konnte, wenn irgendetwas war.
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jusl
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Re: Stillen nach Bedarf, Hungerzeichen

Beitrag von jusl »

Hallo fh1211,
Stillen nach Bedarf heißt ja eigentlich, dass das Kind dann etwas bekommt wenn es will
ja, unter der Voraussetzung, dass sich das Baby oft genug meldet. ;-) Nicht alle Kinder signalisieren das so deutlich, dass die Mutter es problemlos erkennt, warum auch immer. In diesem Fall muss man von außen ein bisschen steuern.
Eigentlich heißt es ja in den Büchern immer die Kinder sollen nur zu Beginng der Breieinführung nach dem Brei noch gestillt werden und dann ersetzt die Mahlzeit das Stillen.
In altmodischen Büchern. ;-) Wenn man auf eine natürlich-lange Stillzeit Wert legt, ist es besser, NICHT zu versuchen, eine Stillmahlzeit durch eine Beikostmahlzeit zu ersetzen. Besser ist, Stillen und Essen einfach als unabhängig voneinander zu handhaben.
Mittlerweile frage ich mich aber auch, ob ich überhaupt genug stille. Sie bekommt morgens, vormittags, nachmittags und zum Einschlafen die Brust und mittags den Brei. Oft stille ich nachts noch 1-3 mal.
Wie viele Mahlzeiten sind das denn in 24 Stunden? Ich zähle 4-7 plus "zum Einschlafen". Vollgestillte Babys trinken normalerweise 8-12 mal in 24 Stunden. Im gesamten 1. Lebensjahr ist Muttermilch als Hauptnahrungsmittel vorgesehen, das nach dem Beikoststart mit fester Nahrung ERGÄNZT wird, nicht ERSETZT, d.h. bei den meisten Kindern ändert sich mit dem Beikoststart an der Stillhäufigkeit erstmal überhaupt nichts.
Ausführliche Info findest Du dazu in unserer Grundinfo Beikosteinführung.
Ich würde sie ja auch gern mal einige Stunden abgeben, aber da ich nie weiß wann und wie schnell nach einer Mahlzeit sie wieder Hunger bekommt ist das sehr schwierig, da sie auch die Flasche nicht nimmt. Hat jemand einen TIpp?
Wieso lässt Du den Babysitter nicht einfach feste Nahrung füttern in der Zeit, in der Du nicht da bist? Flaschen sind dafür doch nicht nötig.

LG
Julia
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