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Mann will Familienbett "abschaffen"
Verfasst: 01.07.2013, 10:14
von Anneke
Huhu,
folgende Situation:
Tochter ist 2 Jahre alt und schläft seit der Geburt bei uns im Bett. Sie hat in ihrem Zimmer auch ein Bett, wo sie jederzeit rein DARF, legt sich aber immer bei uns hin. Seit kurzem (2 Wochen?) hat sie sich Nachts mehr oder weniger abgestillt, d.h. ich stille noch zum Einschlafen und Aufwachen. Seit dem Abstillen sind die Nächte DEUTLICH entspannter!
Sie wühlt aber Nachts viel rum, belegt gefühlte 80% des Bettes alleine, tritt manchmal Nachts um sich (z.B. wird sie wütend, wenn sie den Schnuller/Kuscheltier etc nicht findet, zugedeckt sein möchte oder von der Decke genervt ist). Mein Mann hat sich schon umgedreht und schläft mit dem Kopf am Fußende, damit er ihre Tritte nicht ins Gesicht bekommt. Klingt aber schlimmer, als es ist

Im Oktober kommt Kind Nr. 2 und nachdem wir gestern wieder einen "Einschlafkampf" hatten hat mein Mann heute morgen mal wieder gesagt, ob es nicht langsam Zeit wäre, dass die Kleine in ihrem Zimmer schläft. Er kann sich gerade nicht vorstellen, zu viert im Bett (1,80m + Beistellbett) zu schlafen.
Ich hab da aber ein total blödes Gefühl bei. Ich möchte gerne, dass sie von sich aus auszieht, wenn sie soweit ist. Wir bieten ihr immer mal an in ihrem Bett zu schlafen, aber sie will dann zu uns. Außerdem weiß ich ganz genau, dass ICH dann jede Nacht aufstehen muss, um sie in unser Bett zu holen oder um sie in ihrem Bett wieder zum Schlafen zu bringen, wenn sie Nachts wach wird. Zudem genieße ich es auch total, neben ihr aufzuwachen, die kleinen Patschehände im Gesicht zu spüren und ihren Atem zu hören. Ich habe auch Angst, sie "abschzuschieben", nach dem Motto jetzt kommt das Baby, du musst ausziehen...
Wie sind eure Erfahrungen mit Familienbett und Nachwuchs? Ging es gut, musstet ihr was ändern, wie haben eure Männer mitgemacht? Freu mich auf eure Berichte

Re: Mann will Familienbett "abschaffen"
Verfasst: 01.07.2013, 10:18
von Wortgewitter
Bei uns ist der Mann ausgezogen aus dem Bett

. Er ist ungenießbar, wenn er schlecht schläft und hat wirklich gelitten, wenn da Kinder im Bett rumgewuselt haben.
Beim Großen habe ich mich noch breitschlagen lassen und habe ihn ausquartiert - bei der Kleinen mache ich das nicht mehr. Ich finde, dass die Bedürfnisse vom Kind da schlicht wichtiger sind. Wobei meine Kleine auch 'erst' 1,5 Jahre ist. Wir wollen demnächst umziehen, dann will ich mal versuchen, sie 'rauszuwerfen'...
Also, bei schlechtem Gefühl würde ich das nicht (mehr) machen.
Re: Mann will Familienbett "abschaffen"
Verfasst: 01.07.2013, 10:28
von Anneke
Hm, Mann ausziehen lassen wäre hier glaub ich keine Alternative. Vereinzelte Nächte kam das mal vor (z.B. wenn er krank war und Ruhe brauchte, wenn sie extrem schlechte Nächte hatte etc.), aber wohl fühlen wir uns dann beide nicht. Fühlt sich an wie ein Stück mehr weg von Paarbeziehung hin zu "nur Eltern". Und ich habe das Gefühl er lässt mich mit der "Arbeit" alleine
Bin dann eher für Bett rausschmeißen, noch eine Matratze dazu kaufen und ein riiiiiiesen Familienbett zu machen

Re: Mann will Familienbett "abschaffen"
Verfasst: 01.07.2013, 10:30
von rueckenwind
Unsere Tochter ist mit knapp 2 aus dem 'großen Bett' ausgezogen - und schläft momentan im eigenen Zimmer auf 1,40 m, allerdings auch nur durch eine geöffnete Tür von unserem Zimmer getrennt.
Ich selbst gehöre zu den Menschen, die am allerliebsten allein schlafen, so dass die Initiative wohl doch von mir ausging. Allerdings haben wir das nicht irgendwann einfach so beschlossen, sondern sind quasi gemeinsam mit ihr und nach immer wieder erneut stattfindender Absprache 'umgezogenÄ, haben sie also abwechselnd mit üblichem Abendritual ins Bett gebracht und einer von uns ist nachts zu ihr umgezogen, wenn sie danach verlangt hat. Mittlerweile kommt sie nachts nur noch sehr selten zu uns und möchte sogar die Mittagsstunde (wenn diese denn mal stattfindet), die sie meist noch im 'großen Bett' verbracht hat, in ihrem eigenen Zimmer verbringen. Es war eine wirklich leichte Umstellung für uns, allerdings hat sie sich auch nie dagegen gewehrt sondern empfand es wohl eher als Abenteuer und Inbesitznahme eines eigenen Raumes.
Unsere Nächte sind deutlich ruhiger geworden und ich bin sehr froh, nun nachts auch mal ein paar Zeilen lesen zu können und mir keine Sorgen zu machen, dass unser zweites Kind die Lütte bald wecken könnte.
Ich persönlich finde, dass die Schlafsituation für alle stimmig sein sollte, also auch für denjenigen, der gegebenenfalls ins Wohn- oder Arbeitszimmer ausweicht! Im Bekanntenkreis werden wir oftmals etwas schief angesehen, da Familienbett dort einen sehr hohen Stellenwert hat und mit einem 'gesunden' Aufwachsen der Kinder oftmals gleichgesetzt wird. Meiner Erfahrung nach sind Schlafbedürfnisse und -gewohnheiten aber ungemein vielfältig, da ist es manchmal sinnvoll, ein wenig rumzuexperimentieren (solange das niemandem weh tut).
Re: Mann will Familienbett "abschaffen"
Verfasst: 01.07.2013, 10:34
von annikki
unser großer war jetzt wieder krank. er schlief mit im fb. er ist auch ein großer nachtwühler, der dann gerne mal quer schläft. männe meinte, ob wir nicht ein 2m bett kaufen wollen. da er dann nicht immer geweckt würde.
ich hatte den vorschlag, doch lieber noch ein 90cm bett anzustellen, dass eines der kinder dann als schlafbett bekommen könnte, wenn es nicht mehr bei uns schlafen will. eine möglichkeit wäre noch, das bett auseinanderzubauen und einzulagern und die matratzen auf den boden zu legen. die idee kam von ihm.

wir hatten ein sehr sachliches gespräch und jeder hatte seine vorschläge und ideen. ich war erstaunt, dass er nicht davon sprach, dass die kleine in ihr gitterbettchen sollte.
mein mann hat die vorteile, des fb schnell schätzen gelernt. wenn der große weint oder krank ist, muss er immer durch die ganze wohnung latschen, nachts, unausgeschlafen und halb blind. vielleicht noch über lego stolpernd.

wenn die kleine weint, dann muss er sich nur umdrehen und ihr die hand hingeben. da muss er nicht aufstehen, nicht die augen aufmachen......

das mag er seeeehr gerne.
wenn andere leute uns auf diese schlafweise ansprechen, nennt er immer die vorteile. irgendwie ist es für andere immer beeindruckender, wenn ein mann vom familienbett erzählt und das gut findet. eine mama nimmt man da so nicht für voll.
alle sollen gut schlafen können. wenn das bett zu eng ist geht das nicht. da würde ich dann nach alternativen suchen. ob es nun unbedingt das eigene bett sein muss, das muss jede familie für sich wissen. bei uns ergab sich eben dieses gespräch.
Re: Mann will Familienbett "abschaffen"
Verfasst: 01.07.2013, 10:37
von Anneke
Hehe, vielleicht sollte ich dann einfach mal IHN aufstehen lassen, wenn die Kleine unruhig ist...wieviele Nächte hat er durchgeschlafen und ich bin regelmäßig wach geworden wg stillen, wickeln, trösten etc... dann wird er das FB noch zu schätzen wissen...

lustigerweise sagte er dann heute morgen aber, bevor er zur Arbeit ist: das sieht sooo süß aus wie ihr da zusammen liegt...
Re: Mann will Familienbett "abschaffen"
Verfasst: 01.07.2013, 10:38
von miss_undercover
Ich möchte bei rueckenwind unterschreiben.
Familienbett ist toll - wenn es für alle passt. Ansonsten kann man rumprobieren. Wir haben unsere Tochter auch mit zweieinhalb sanft aus dem Familienbett ausquartiert, das ging total undramatisch. Zunächst haben wir ihr gezeigt, dass man in dem Gitterbett, das bislang als Stofftierzoo herhielt, tatsächlich ein Schlafplatz ist, wenn man alle Tiere an den Rand schiebt.

Dann sind wir mit ihr zusammen losgezogen und haben ihr eine eigene Bettwäsche extra für große Kinder, die probieren wollen im eigenen Bett zu schlafen, gekauft. Sie suchte sich dann eine knallpinke Prinzessinnen-Bettwäsche aus und wollte die dann natürlich auch ausprobieren. Einschlafbegleitung blieb natürlich teil des Abendrituals, ich saß neben dem Bett auf dem Fußboden und reckte beide Hände durch die Gitterstäbe, sie hielt sie fest, ich sang für sie ... und so schlief sie irgendwann ein. Etwa ein halbes Jahr später zog sie dann in ein "großes Bett" ohne Gitterstäbe um, das immer noch bei uns im Schlafzimmer stand. Und noch etwas später zog sie dann auf unseren Vorschlag hin ins Kinderzimmer und da gewöhnten wir sie dann gaaaaanz langsam daran, auch alleine einzuschlafen, das war so etwa mit vier Jahren.
Was ich damit sagen will: Ich finde, bedürfnisorientierter Umgang mit Kindern heißt nicht, dass jede Initiative für Veränderung vom Kind ausgehen muss. Wir haben unseren Töchtern sehr oft den Vorschlag gemacht, etwas zu ändern - weniger zu stillen, woanders zu schlafen, alleine einschlafen zu lernen - und dann geguckt, wie sie reagieren, und sie sanft dabei begleitet.
Insofern: Ich würde die Möglichkeit eines Ausgzugs aus dem FB nicht von vornherein verwerfen, aber eben überlegen, wie man es sanft probieren kann und was der Plan B ist, wenn Euer Kind zeigt, dass es noch nicht so weit ist.
Re: Mann will Familienbett "abschaffen"
Verfasst: 01.07.2013, 10:41
von annikki
um über das fb zu sprechen, ist ein gestresster morgen kein guter zeitpunkt. und wenn dein mann solche sätze losläßt, ist ja noch nicht alles verloren. am besten einen solchen zeitpunkt abpassen und veränderungen vorschlagen, die in euren räumlichkeiten möglich sind. dann kann man auch mit sachlichen dingen aus der männlichen ecke rechnen und nicht mit blockade und absolutismus.

Re: Mann will Familienbett "abschaffen"
Verfasst: 01.07.2013, 10:45
von suri
Wir haben uns nie soviel gestritten, wie zu der Zeit, in der wir in irgendeiner Form Kinder mit im Bett hatten. Egal wieviel Platz wir hatten: sie sind immer irgendwie zu uns gerollt, wir hatten immer irgendwie Füße im Gesicht oder jemand mit Mini-Maßen hat maximale Breite im Bett beansprucht. Von daher haben wir - als uns das klar war - konsequent Familienbett verweigert. Geht bei uns nicht. Alternativ haben wir eine Matratze unterm Bett, die wir rausziehen, wenn eins der Kinder nachts kommt, krank ist oder sich mehr als einmal meldet. Da kann sich das Kind - oder in Einzelfällen auch mal beide - dann drauflegen. Das finde ich einen besseren Kompromiss, als wenn einer oder beide Eltern unter der Schlafsituation leiden und das aufs Gemüt schlägt.
Nein, wir sind definitiv keine Familienbett-Freunde und das ist auch völlig ok so.
Re: Mann will Familienbett "abschaffen"
Verfasst: 01.07.2013, 10:46
von suri
wir lieben es übrigens im Gegenzug, wenn die Mäuse morgens nach dem Aufwachen zu uns rüberkommen zum Kuscheln. Aber zu der Zeit müssen wir auch nicht mehr effektiv schlafen...