9 Tage Stillunterbrechung - was tun?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Weidenkätzchen
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9 Tage Stillunterbrechung - was tun?

Beitrag von Weidenkätzchen »

Hallo liebes Forum,

zunächst: vielen Dank für die Hilfe, in welcher Form auch immer.

Die Situation ist etwas kompliziert und ich versuche es kurz zu machen :(

Kurz die Fakten:

Bube ist 7,5 Monate alt, Gewicht etc. verläuft top, er isst aber kaum Beikost und wir bieten es ihm zwar an, drängen ihn aber nicht. Er stillt etwa 10 -14 mal in 24 Stunden (mal mehr, mal weniger)

Ab nächste Woche Sonntag werde ich 8 Nächte von meinem Buben getrennt sein. So doof, wie es manchmal im Leben läuft, ist es auch gelaufen. Urlaub gebucht und aufgrund von Erkrankungen ist der Bube nicht gegen Diverses grundimmunisiert. Ich kann die Reise nicht absagen, da nicht nur Geld oder Ich daran hängen, sondern weil dies ein Geschenk an meine Schwester war und ich nicht weiß, ob sich noch einmal die Möglichkeit bietet, mit ihr gemeinsam zu fahren (was einen traurigen Hintergrund hat, daher bitte ich an der Stelle Nachfragen zu meiden). Mein Mann war von Anfang an nicht mit in die Reise involviert, er wird auch auf den Buben aufpassen... Die Reise wurde zu Schwangerschaftszeiten gebucht, bevor ich wusste, dass ich in einem derartigen Dilemma stecke. Das ist Problem eins.

Da ich eine heftige Angststörung und Postpartale Depression habe, traue ich mir des Weiteren auch unter diesen Umständen nicht zu, das Ganze ohne Anfall (die immer sehr heftig sind) zu überstehen. Ich bin in solchen Momenten kaum zurechnungsfähig und das will ich weder meiner Schwester, noch dem Buben oder mir antun. Ich kann mich in solchen Momenten fast nicht um meinen Sohn kümmern und bin mehrere Stunden "außer Gefecht". Wenn es schlecht läuft, werde ich mich die ganze Zeit fragen, ob ich sein Leben aufs Spiel gesetzt habe...

Nun weiß ich nicht, wie und ob unsere Stillbeziehung das überstehen kann :( Der Bube wird in der Zeit gefrorene Mumi und Pre bekommen, Beikost regulär. Bisher bekam er alles, was gefüttert wurde aus der Flasche, dies gab keine Probleme. Wasser kann er aber mehr oder weniger aus dem Becher trinken, daher habe ich meinen Mann darum gebeten, während ich weg bin, um eine Saugverwirrung (er bekommt dann ja häufiger als 2x die Woche die Flasche) zu vermeiden.
Auch habe ich Angst, dass ich im Urlaub eine Brustentzündung bekommen könnte.

Ich möchte nicht abstillen, auch wenn ich durch die Neurologen sehr dazu gedrängt werde - daher habe ich auch kein Akutmedikament/Antidepressivum, was eine derartige Reise doch noch ermöglichen würde. Ich habe nun schon fast 3 Monate gegen Windmühlen gekämpft, um das Stillen nicht aufgeben zu müssen und nun sowas. Aber ich bin am Ende meiner Kräfte und weiß gar nicht, wo mir der Kopf steht. Das alles klingt so fadenscheinig. Ich höre von allen Seiten nur, dass das ja gut wäre, dann könnte ich ja "endlich" abstillen und "endlich" Medikamente nehmen. Ich bin derzeit arbeitsunfähig, meine Neurologin ist aber nicht bereit mich medikamentös zu behandeln, es sei denn ich stille ab. Stillverträglichen Medikamenten ist sie nicht zugeneigt und alle meine Argumente zählen für sie nichts. Den "Luxus" Stillen solle ich mir doch bitte aus dem Kopf schlagen. Ich arbeite bereits mit einem Psychologen zusammen und wir versuchen den "Knoten" zu lösen, mittlerweile habe ich wenig Hoffnung, was den Urlaub angeht, zu kurz ist der Zeitraum und zu heftig meine Panik.

Mein "Plan" war bisher, dass ich in Bubis Stillabständen abpumpe und die Milch dann verwerfe. Bisher klappt Pumpen immer recht gut, nicht immer, aber meist. Mir wurde vorgeschlagen zur Sicherheit Phytolacca (?) mitzunehmen, da dies die Milch verringert. Eigentlich möchte ich die Milchproduktion aber "in Gang halten", ohne einen Stau und somit eine Entzündung zu riskieren.

Ich habe für beide Szenarien vorgesorgt, d.h. ich werde vermutlich erst am Flughafen entscheiden, ob ich ihn mitnehme oder nicht.
Aber ich erhoffe mir Tipps, wie ich eine Brustentzündung vermeiden kann, wie häufig der Pumpabstand sein sollte (da ich die Brust entleert bekomme, aber nicht immer dem MSR auslöse), aber vor allem: wie ich es dem Buben erleichtern kann (während ich weg bin und wenn ich wieder da bin), der unter der Trennung schon genug leiden wird. Ich fühle mich wie eine entsetzliche Rabenmutter, die ich vermutlich auch bin, aber ich sitze zwischen zwei Stühlen. Hier ist er gut versorgt (und zwar immer und nicht "nur" wenn es mir gut geht, was ich alleine leider nicht mehr garantieren kann), er ist in seinem Umfeld und mit seinen Keimen umgeben, auf der anderen Seite werde ich nicht verfügbar sein und das bricht mir das Herz.

Danke für´s Durchlesen und danke für jeden Rat!

Das verzweifelte Weidenkätzchen
Frau vom Herzmann, Mama vom Herzjungen 11/12. Trägt dank Hilfe leidenschaftlich gern, stillt und ist für jeden Spaß zu haben.


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jusl
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Re: 9 Tage Stillunterbrechung - was tun?

Beitrag von jusl »

Liebe Weidenkätzchen,

aus Deinem Posting ist gut herauszulesen, dass sich die Situation für Dich offenbar sehr problematisch darstellt. Das tut mir leid - aber das hier ist das Stillforum... die stillrelevanten Aspekte sind schnell geklärt:
Aber ich erhoffe mir Tipps, wie ich eine Brustentzündung vermeiden kann, wie häufig der Pumpabstand sein sollte
Ganz einfach: ungefähr so oft, wie Du bislang gestillt hast. Eine Brustentzündung ist dann nicht zu erwarten.
aber vor allem: wie ich es dem Buben erleichtern kann (während ich weg bin und wenn ich wieder da bin), der unter der Trennung schon genug leiden wird.
Gar nicht - Du bist ja gar nicht da. ;-) Sich während Deiner Abwesenheit gut ums Kind zu kümmern, ist Aufgabe der Betreuungsperson, nicht Deine.

Als Privat-Userin, nicht als Stillberaterin, möchte ich gerne noch das hier kommentieren:
Ich habe für beide Szenarien vorgesorgt, d.h. ich werde vermutlich erst am Flughafen entscheiden, ob ich ihn mitnehme oder nicht.
Für mich ist das das Gegenteil von "vorgesorgt", ehrlich gesagt. Triff eine Entscheidung, damit sich alle Beteiligten (Du, Partner, Schwester, Kind) darauf EINSTELLEN können!..

Meiner Wahrnehmung nach stehen hier die Folgen Deiner Angststörung und Depressionen im Vordergrund, keine Stillfragen. Ich würde Dein Posting daher gerne in den geschützten Bereich verschieben, in Ordnung?

LG und alles Gute
Julia
neroli

Re: 9 Tage Stillunterbrechung - was tun?

Beitrag von neroli »

puh - nur ganz kurz vom handy aus - ich würde ganz dringend den arzt wechseln und einen suchen, der dich medikamentös einstellt - es gibt einige mittel, die man nehmen kann (auch akutmedikamente).
alles liebe!
Sternenfaengerin
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Re: 9 Tage Stillunterbrechung - was tun?

Beitrag von Sternenfaengerin »

ohje, das liest sich sehr verzwickt :/

ich selber würde in solch einer situation sehr wahrscheinlich dazu tendieren das kind mitzunehmen. aus dem einfachen grund, dass du sowieso wahrscheinlich 24 std. mit schlechtem gewissen bei ihm sein wirst. ich könnte mir auch vorstellen, dass die trennung deine angststörung negativ beeinflussen könnte.
was sagt denn dein psychologe dazu?

ich vermute, dass die trennung schwerwiegender ist, als das nicht-stillen. ich kann mir gut vorstellen, dass durch regelmäßiges pumpen ein stau/entzündung verhinderbar ist. solltest du den kleinen tatsächlich zu hause lassen, würde ich definitiv auf saugerfreies zufüttern bestehen, damit es innerhalb dieser zeit nicht zu einer saugverwirrung und ungewolltem abstillen kommt. sicherlich werdet ihr euch nach der trennung neu aufeinander einspielen können, aber das wird stilltechnisch seine zeit dauern, bis die milchproduktion sich wieder so einpendelt, wie er das benötigt, etc.

ich sehe gerade, das schon einige antworten da sind.

darf ich fragen, wohin es gehen soll? also vom land/kontinent her? wegen der grundimmunisierung?
Weidenkätzchen
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Re: 9 Tage Stillunterbrechung - was tun?

Beitrag von Weidenkätzchen »

Hallo,

danke, danke für die Antworten...

@ Julia: Ihr könnt den Thread gerne verschieben, ich wusste nur nicht so genau, wo er nun hingehört...
Wird es denn auch keinen Milchstau/Entzündung (habe Angst, dass ich dann Medikamente bekommen, die mich zwangsweise abstillen) geben, wenn ich den MSR nicht immer auslöse? Bisher war ich noch nie in so einer Situation.

Es geht "nur" in die Türkei, aber da wird eben auch Diphtherie+Hepatitis empfohlen. Meine Ängste sind da absolut irrational. Das macht es leider nicht leichter. Es gibt auch keine Infos zur Durchimpfungsrate etc. Leider arbeite ich als nicht Medizinerin unter lauter Medizinern (alle Pro impfen), die zusätzliche Schauergeschichten erzählen.

Ich stehe bei mehreren Neurologen auf der Warteliste. Die meisten haben mich von vornherein abgelehnt, weil ich stille, ich habe bei der jetzt erst einen Termin bekommen, als ich das Stillen verschwiegen habe. Über sie und eine Krankenkassen-Vereinbarung nun auch 15 Akutsitzungen bei einem Psychologen (ist privat und nicht in der gleichen Praxis) und Unterstützung beim Finden eines Psychologen, der mich danach weiter behandelt. Das ist das Beste, was ich "auf die Schnelle" bekommen konnte...
Das es stillverträgliche Mittel gibt, weiß ich, aber auch die Liste, die ich von Schatten und Licht bekommen habe, hat sie nicht interessiert. Sie könne das nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren. Da kann man auch schlecht gegen argumentieren... so hoffe ich eben, bald einen Termin bei jemand anderem zu bekommen und nehme, was ich kriegen kann. Ich fühle mich schon fast wie eine Verbrecherin, weil ich mein Kind gerne stille. Ich dachte am Anfang, das wäre nur ein Machtkampf.

Mit vorgesorgt meinte ich eher:Betreuung geregelt, Sachen eingekauft, Pass beantragt, etc. Ich glaube emotional kann man da nicht vorsorgen...
Wie ich es dem Buben leichter machen kann, da dachte ich eher so daran, ihn an den Geschmack der Pre zu gewöhnen o.ä. Vermutlich total blöd...

Mein Psychologe sagt, dass sich erst die Angst löse muss.. er übt mit mir mich in Akutsituationen aus der Angst befreien. Das Thema Urlaub steht heute noch auf dem Programm. Ich war erst 2 mal da, auch hier war eine ewig lange Warteliste der Grund.

Mein Mann wird das auch saugerfrei machen, denn er weiß, wie viel mir das Stillen bedeutet. Mein Krankenschein endet diese Woche und nächste Woche dann schon der Urlaub. Mit meiner Chefin ist es so abgesprochen, dass ich im Zweifelsfall noch Zuhause bleiben kann, damit der Bube und ich viel Zeit füreinander haben. Ich traue mich aber gar nicht, mir irgendwelche Illusionen zu machen.

Am liebsten würde ich meinen Kopf in den Sand stecken und gar nicht fahren, aber das bringt ja auch absolut nichts.
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jusl
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Re: 9 Tage Stillunterbrechung - was tun?

Beitrag von jusl »

Wird es denn auch keinen Milchstau/Entzündung (habe Angst, dass ich dann Medikamente bekommen, die mich zwangsweise abstillen) geben, wenn ich den MSR nicht immer auslöse?
Wie, "Medikamente bekomme"?? Du bist doch ein mündiger Bürger; Du entscheidest selbst, welche Medikamente Du nimmst, oder nicht?!?
Falls Du jedenfalls damit "Abstill-Pillen" meinst - deren Wirksamkeit ist eh nur fürs primäre Abstillen belegt (also direkt nach der Geburt vorm initialen Milcheinschuss).

Und es gibt NICHT automatisch einen Milchstau, nur weil man gelegentlich beim Pumpen mal keinen MSR auslöst. Hast Du denn grundsätzlich Erfahrung mit Abpumpen?

LG
Julia
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Nautilus
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Re: 9 Tage Stillunterbrechung - was tun?

Beitrag von Nautilus »

Ich muss ehrlich sagen, das liest sich von außen, als würdest Du Dir mit der Reise mit all ihren Folgen und möglichen Komplikationen in einer ohnehin schon außergewöhnlich schweren Situation viel zu viel zumuten. Auch wenn es möglicherweise eine letzte Möglichkeit ist, mit Deiner Schwester eine solche Reise zu unternehmen, kann ich mir nicht vorstellen, dass diese unter diesen Bedingungen Euch beiden einen Gewinn bringt. Du stehst bereits seit Monaten eine schwere Depression ohne Medikamente durch (was ich unglaublich hart finde, meinen Respekt dafür, dass Du vor diesem Hintergrund überhaupt die KRaft aufgebracht hast, so um das Stillen zu kämpfen!) und hast eine Angststörung - ich denke, dass allein die Trennung von Deinem Kind zusätzlich zu den Ängsten um ihn Deinen Zustand verschlimmern könnte, da kannst aber natürlich nur Du allein abwägen, was schwerer wiegt.
Es tut mir sehr leid, zu lesen, was für eine harte Zeit Du durch machst, zumal auch noch unnötigerweise ohne MEdikamente. Leider habe ich keine Ahnung, inwiefern Ärzte verpflichtet sein könnten, dringend benötigte Medikamente zu verschreiben, die sie entgegen wissenschaftlicher Daten für schädlich halten :(.
Also wenn ich Dich richtig verstanden habe, ist Dein Dilemma: Angst um Eure Stillbeziehung und das Wohlergehen Deines Kleinen bei Deiner Abwesenheit versus Angst um ihn wegen Nicht-Immunisierung gegen die genannten Krankheiten, wenn er mitkommt? Wie schätzt Du das denn ein? Welche Angst wiegt stärker? Welche Angst könnte Dir eher den Boden unter den Füßen wegreißen? Für die Krankheitsübertragung müsstet Ihr ja auch überhaupt auf Eurer Reise in Kontakt mit Erregern kommen können, was ich jetzt beispielsweise bei einer all inclusive Reise in einen typischen Touristenort (laienhaft) als so unwahrscheinlich wie in Deutschland einschätzen würde. Natürlich sehe ich auf der anderen Seite, dass Du es kaum riskieren kannst, eine Angstattacke auf der Reise zu erleiden. Gibt es noch eine Option, dass Dein Mann sozusagen als "Backup" mitkommt?
Liebe Grüße, Nautilus mit Sommersohn (7/12) Frühlingstochter :smilie_und_kind: :slürp* (3/17) und den zwei Herbststernen (09/11+ 11/15)
Weidenkätzchen
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Re: 9 Tage Stillunterbrechung - was tun?

Beitrag von Weidenkätzchen »

Guten Morgen,

ja, ich pumpe regelmäßig ab (mindestens 2x die Woche), bin aber in der luxuriösen Lage, dass ich einfach nur genug für ein paar Stunden pumpen muss und wenn ich keinen MSR auslöse oder eben zu wenig pumpe, dann kommt der Bube zu mir. Meine Arbeit ist sehr, sehr stillfreundlich. Daher bin ich eben unsicher, zum entleeren reicht es meist, aber MSR eben seltener. Das ist auch immer tagesformabhängig.

Mit dem Medikamenten meinte ich, dass ich ja nicht in D sein werde, sondern in der Türkei. Ich weiß, dass es dort qualifizierte Ärzte gibt, aber eben nicht, wie die im schlimmsten Fall mit einer Brustentzündung umgehen. Ich muss mich dann ja darauf verlassen, was die mir dort sagen und möglicherweise hat das Medikament ja die Nebenwirkung. Ich nehme privat keine Medikamente, teils aus Prinzip, teils weil ich sie nicht verschrieben bekomme, so dass ich wenig Erfahrung diesbezüglich habe.

@Nautilus: Danke für den Respekt, es tut gut, einmal das Gegenteil zu hören. Die meisten halten mich für ziemlich "dumm". weil Pre Milch ja mittlerweile so gut sei, ich auch mal an mich denken müsste, er mich ja so oder so "aussaugen" würde, weil ich ja so dünn geworden sei (wo auch immer das her kommt).....Ich bin es auch leid dagegen zu argumentieren manche Menschen möchten gerne ignorant meinen Wünschen gegenüber bleiben. Manchmal weiß ich gar nicht, wie ich die Kraft aufbringen soll, aber dann kommt Gott sei Dank wieder ein wenig kindlicher Trotz. Außerdem ist der Bube an der Brust so glücklich. Das mag ich ihm nicht wegnehmen. Ich stehe also weiter in Wartestellung - egal wie sehr im mit Embryotox oder anderen Fakten "trumpfe" sie bleibt eben hart und ich möchte auch nicht als Junkie darstehen oder mir wieder Vorwürfe anhören. Und so lange ich keine andere habe, ist sie einfach meine beste Chance. Traurigerweise.

Witzigerweise hat mir mein Psychologe gestern genau die gleiche Frage gestellt. Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich mich entscheide, aber ich will mich auch nicht drängen. Ich werde jetzt ein paar Tage Ruhe einkehren lassen und mir meine 3 Optionen (nicht fahren, alleine fahren, zusammen fahren) noch einmal Angstmäßig anschauen. Und dann entscheiden. Er hat mir zumindest die Angst genommen, dass ich mein Kind nachhaltig traumatisiere und das schlechte Gewissen, das mir irgendwie verbietet mir vorzustellen, dass ich ohne ihn einen schönen Urlaub hätte. Für die Lösung des Angstknotens hat es nicht gereicht, aber das war ja klar und das habe ich auch nicht erwartet. Ich sehe ihn vor dem Urlaub noch einmal, vielleicht kann er mir noch den ein oder anderen neuen Denkansatz geben.

Und für den Fall der Fälle eben beides vorbereiten. Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, mein Dilemma auch fernab der eigentlichen Stillfragen durchzulesen.
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Re: 9 Tage Stillunterbrechung - was tun?

Beitrag von Binelein »

Es tut mir leid, dass Du in so einer schwierigen Lage bist.
Aber vielleicht wäre es für Dich dennoch einfacher, den Zwerg mitzunehmen?
Er ist so klein, da geht das ganz unkompliziert.
Das würde bei Dir eine Menge Stress rausnehmen bzgl pre, Pumpen, schlechtes gewissen dem Zwerg gegenüber.
Könnte kurzfristig Dein Mann, jemand aus der Familie als Unterstützung mitkommen?


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Re: AW: 9 Tage Stillunterbrechung - was tun?

Beitrag von MaareMum »

Mal ein anderer Gesichtspunkt: was genau macht ihr in der Türkei?
Fahrt ihr in ein 5-Sterne Hotel mit all inclusive oder seid ihr Individual- Touristen und reist im Land rum?
In einem festen Hotel mit vielen Sternen und kaum Kontakt zu Einheimischen (v.a. dörfliche Regionen) wird dein Kind keinem größeren Risiko ausgesetzt sein als hier in Deutschland. Vor allem nicht Hepatitis B.

***kurz und knapp vom Handy***
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
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