zunächst: vielen Dank für die Hilfe, in welcher Form auch immer.
Die Situation ist etwas kompliziert und ich versuche es kurz zu machen
Kurz die Fakten:
Bube ist 7,5 Monate alt, Gewicht etc. verläuft top, er isst aber kaum Beikost und wir bieten es ihm zwar an, drängen ihn aber nicht. Er stillt etwa 10 -14 mal in 24 Stunden (mal mehr, mal weniger)
Ab nächste Woche Sonntag werde ich 8 Nächte von meinem Buben getrennt sein. So doof, wie es manchmal im Leben läuft, ist es auch gelaufen. Urlaub gebucht und aufgrund von Erkrankungen ist der Bube nicht gegen Diverses grundimmunisiert. Ich kann die Reise nicht absagen, da nicht nur Geld oder Ich daran hängen, sondern weil dies ein Geschenk an meine Schwester war und ich nicht weiß, ob sich noch einmal die Möglichkeit bietet, mit ihr gemeinsam zu fahren (was einen traurigen Hintergrund hat, daher bitte ich an der Stelle Nachfragen zu meiden). Mein Mann war von Anfang an nicht mit in die Reise involviert, er wird auch auf den Buben aufpassen... Die Reise wurde zu Schwangerschaftszeiten gebucht, bevor ich wusste, dass ich in einem derartigen Dilemma stecke. Das ist Problem eins.
Da ich eine heftige Angststörung und Postpartale Depression habe, traue ich mir des Weiteren auch unter diesen Umständen nicht zu, das Ganze ohne Anfall (die immer sehr heftig sind) zu überstehen. Ich bin in solchen Momenten kaum zurechnungsfähig und das will ich weder meiner Schwester, noch dem Buben oder mir antun. Ich kann mich in solchen Momenten fast nicht um meinen Sohn kümmern und bin mehrere Stunden "außer Gefecht". Wenn es schlecht läuft, werde ich mich die ganze Zeit fragen, ob ich sein Leben aufs Spiel gesetzt habe...
Nun weiß ich nicht, wie und ob unsere Stillbeziehung das überstehen kann
Auch habe ich Angst, dass ich im Urlaub eine Brustentzündung bekommen könnte.
Ich möchte nicht abstillen, auch wenn ich durch die Neurologen sehr dazu gedrängt werde - daher habe ich auch kein Akutmedikament/Antidepressivum, was eine derartige Reise doch noch ermöglichen würde. Ich habe nun schon fast 3 Monate gegen Windmühlen gekämpft, um das Stillen nicht aufgeben zu müssen und nun sowas. Aber ich bin am Ende meiner Kräfte und weiß gar nicht, wo mir der Kopf steht. Das alles klingt so fadenscheinig. Ich höre von allen Seiten nur, dass das ja gut wäre, dann könnte ich ja "endlich" abstillen und "endlich" Medikamente nehmen. Ich bin derzeit arbeitsunfähig, meine Neurologin ist aber nicht bereit mich medikamentös zu behandeln, es sei denn ich stille ab. Stillverträglichen Medikamenten ist sie nicht zugeneigt und alle meine Argumente zählen für sie nichts. Den "Luxus" Stillen solle ich mir doch bitte aus dem Kopf schlagen. Ich arbeite bereits mit einem Psychologen zusammen und wir versuchen den "Knoten" zu lösen, mittlerweile habe ich wenig Hoffnung, was den Urlaub angeht, zu kurz ist der Zeitraum und zu heftig meine Panik.
Mein "Plan" war bisher, dass ich in Bubis Stillabständen abpumpe und die Milch dann verwerfe. Bisher klappt Pumpen immer recht gut, nicht immer, aber meist. Mir wurde vorgeschlagen zur Sicherheit Phytolacca (?) mitzunehmen, da dies die Milch verringert. Eigentlich möchte ich die Milchproduktion aber "in Gang halten", ohne einen Stau und somit eine Entzündung zu riskieren.
Ich habe für beide Szenarien vorgesorgt, d.h. ich werde vermutlich erst am Flughafen entscheiden, ob ich ihn mitnehme oder nicht.
Aber ich erhoffe mir Tipps, wie ich eine Brustentzündung vermeiden kann, wie häufig der Pumpabstand sein sollte (da ich die Brust entleert bekomme, aber nicht immer dem MSR auslöse), aber vor allem: wie ich es dem Buben erleichtern kann (während ich weg bin und wenn ich wieder da bin), der unter der Trennung schon genug leiden wird. Ich fühle mich wie eine entsetzliche Rabenmutter, die ich vermutlich auch bin, aber ich sitze zwischen zwei Stühlen. Hier ist er gut versorgt (und zwar immer und nicht "nur" wenn es mir gut geht, was ich alleine leider nicht mehr garantieren kann), er ist in seinem Umfeld und mit seinen Keimen umgeben, auf der anderen Seite werde ich nicht verfügbar sein und das bricht mir das Herz.
Danke für´s Durchlesen und danke für jeden Rat!
Das verzweifelte Weidenkätzchen
