Fructoseintoleranz - ein paar Fragen...

Austausch, Rezepte und Erste Hilfe für die Ernährungsumstellung bei Zöliakie, Milcheiweißunverträglichkeit, Lactoseintoleranz, etc.
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Rosine
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Fructoseintoleranz - ein paar Fragen...

Beitrag von Rosine »

Hallo Ihr,

unser Sohn hat oft Bauchschmerzen und immer mal wieder Durchfall - heute waren wir dann mal zur genaueren Abklärung bei der Kinderärztin.
Die Spurensuche ging zuerst in Richtung Fructose und tatsächlich, nach einem Glas Fructoselösung und anschließener Blutzuckeruntersuchung über 2h war schnell klar, dass der Knirps eine Intoleranz hat.

Mein Mann war mit ihm dort, er hat mir auch alles super erklärt - dennoch schwirrt mir noch die ein oder andere Frage im Kopf rum...
Der Plan ist erst mal folgender: Wir lassen ein paar Wochen lang komplett alle Früchte, Honig, Ahornsirup etc. weg und schauen ob die Beschwerden verschwinden.

Danach können wir ganz langsam probieren eine Obstsorte wieder einzuführen (erstmal eine mit geringerem Fructosegehalt) und schauen, ob das Auswirkungen hat oder ob er sie verträgt.
So geht das dann weiter, bis wir wissen welche Früchte er evtl. toleriert und welche er nicht verträgt.

Hab ich das richtig verstanden: Wenn er jetzt heimlich den Himbeerbusch im Garten plündern würde und danach Bauchweh bekommt, dann wäre das zwar blöd, hat aber für den Körper keine weiteren Folgen?
Das heißt wir könnten da gemeinsam mit ihm schauen welches Obst ihm gut bekommt und das dann auch wieder in seinen Speiseplan einbauen?

Bin ein bissel traurig, weil hier von den Kids riesige Berge Erdbeeren, Äpfel, Nektarinen und Co weggemümmelt werden und muss mich jetzt erstmal sortieren, was ich ihm dann anbiete...

Wenn jemand noch betroffen ist freue ich mich über einen kleinen Austausch :) !
Liebe Grüße von J. mit großem Zwerg (2006) , kleinem Zwerg (2008) und kleiner Zwergendame (2010)

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dunlaith
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Re: Fructoseintoleranz - ein paar Fragen...

Beitrag von dunlaith »

Guten Abend,
mein Neffe hat das auch. Ich selber kenne mich nicht damit aus, aber vielleicht hilft Dir diese Seite ja weiter?
http://www.lecker-ohne.de/ernaehrung-fr ... absorption

Alles Gute
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marykate
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Re: Fructoseintoleranz - ein paar Fragen...

Beitrag von marykate »

Ich will Dir keine zusätzlichen Sorgen machen, aber als Hinweis will ich es trotzdem aufschreiben: Ich habe bei mir auch Fructoseintoleranz vermutet, mittlerweile deutet aber alles darauf hin, dass es eine Glutenunverträglichkeit ist und die Fructoseintoleranz nur als „Nebenwirkung“ auftritt. Die letztendliche Diagnose steht aber noch aus, ich bin da grade dran.

Weil durch das Gluten der Dünndarm so strapaziert wird kommt er dann oft auch mit anderen Stoffen wie Fructose oder Lactose nicht mehr klar. Das verschwindet aber meist wieder wenn kein Gluten mehr gegessen wird. Bei mir konnte ich schon ganz klar feststellen, dass ich deutlich weniger auf Fructose reagiert habe wenn ich eine Weile kein Gluten zu mir genommen hatte.

Wenn er einmal Obst isst und davon Bauchschmerzen bekommt wird das keine schlimmeren Folgen haben, aber grundsätzlich wird auf jeden Fall auch die Leber durch die Gärungsprozesse im Körper in Mitleidenschaft gezogen soweit ich informiert bin. Auf die ganz leichte Schulter sollte man das daher nicht nehmen.
Marykate mit Maienkind *11 und Augustbaby *14

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“
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chennai
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Re: Fructoseintoleranz - ein paar Fragen...

Beitrag von chennai »

Die Tochter meiner Freundin hat Fructoseintoleranz. Es kommt wohl drauf an, ob er eine Malabsorption hat, dann muss die Diät etwas weniger streng eingehalten werden und ich meine, dass dann auch die Folgen von Obstgenuss 'nur' die Bauchschmerzen sind, aber eben keine Spätfolgen, das weiß ich aber nicht sicher.

Bei der hereditären Fructoseintoleranz kann die Leber Fructose überhaupt nicht verarbeiten und wird nachhaltig geschädigt. Bis die Tochter meiner Freundin mit ca. 3 Jahren diagnostiziert wurde, hatte sie schon für ihr Alter recht schlechte Leberwerte, die in etwa einer Fettleber entsprachen. Die Leber war so überfordert, dass sie viel zu wenig Wachstumshormone produzierte. Das war auch der Auslöser für die Diagnose, man wollte herausfinden, warum das Mädchen so wenig wuchs...

Übrigens betrifft die Diät bei weitem nicht nur Obst, das Mädel darf auch Gemüse nur eingeschränkt essen, Vollkornprodukte sind auch nicht so prima, selbst Kartoffeln mussten neulich noch vom Plan genommen werden, weil die Werte sich nicht genügend gebessert hatten. Um genügend Vitamine etc. zu bekommen, ist sie auf Nahrungsergänzungsmittel angewiesen. Gefährlich sind auch Sachen vom Bäcker oder Metzger. Man kann sich zwar Zutatenlisten geben lassen, aber die Rezeptur ändert sich auch ab und an. Meine Freundin backt daher alles für die Tochter selbst (süßt ggf. mit Dextrose) und kauft mittlerweile nur noch abgepackte Wurstwaren für sie.

Wichtig ist bei dieser Diagnose auch, im Krankenhaus extrem aufzupassen. Sowohl, was Medikamente angeht, die wohl nicht selten Fructose enthalten, als auch bei den Mahlzeiten. Patientenverwechslungen passieren nicht so selten, gerade beim Essenausteilen. Bei Kindern können da nur die Eltern aufpassen...

Mit diesem Hintergrundwissen würde ich versuchen, erst mal rauszufinden, ob es diese hereditäre Fructosintoleranz oder die Malabsorption ist.

Es gibt einen Verein und auch ein Forum für Fructoseintoleranz. Vielleicht magst du dich ja da noch mehr austauschen.

Alles Gute euch!!
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)


Meine Blogs: http://mamafecit.blogspot.com/ und http://minikin-pin.blogspot.com/

Rosine
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Re: Fructoseintoleranz - ein paar Fragen...

Beitrag von Rosine »

Also gut - das klingt ja doch recht komplex :? ...
Danke euch für eure Erfahrungsberichte, ich werd mich nochmal persönlich bei der Ärztin informieren und ggf. mal eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen.
Der Zwerg trägt es mit Fassung und hat heute ganz tapfer Gurke gegessen, während die anderen über süße Erdbeeren hergefallen sind :cry: .
Liebe Grüße von J. mit großem Zwerg (2006) , kleinem Zwerg (2008) und kleiner Zwergendame (2010)

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marykate
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Re: Fructoseintoleranz - ein paar Fragen...

Beitrag von marykate »

Ja, das Thema ist echt nicht ohne. Vor allem, weil ja wirklich in allem pflanzlichen Fructose drin ist, nur eben in unterschiedlichen Mengen. Und nicht alles von jedem nach Schema F vertragen wird.

Nochmal zu dem was ich geschrieben habe: Als ich es heute durchgelesen habe, dachte ich, dass man es so verstehen kann, dass bei einer Fructoseintolteranz immer eine Glutenunverträglichkeit vorliegt. Das wollte ich natürlich nicht sagen. Ich wollte nur sagen, dass es durchaus sein kann, dass es nicht immer (nur) so ist wie es auf den ersten Blick aussieht und dass vielleicht auch was anderes dahinterstecken kann. Und dass es sinnvoll sein kann im Auge zu behalten, ob wirklich alles andere gut vertragen wird. Weil eine Unverträglichkeit leider oft nicht alleine kommt.

Trotzdem ist es wichtig die Ruhe zu bewahren. Ihr kriegt das schon hin. Viel ausprobieren gehört natürlich dazu und das ist anstrengend, aber lasst Euch nicht aus der Ruhe bringen. Ihr macht Euren Weg ganz bestimmt. Dieses erste „Oh je, das ist alles zuviel“-Gefühl gehört leider dazu wenn man mit Unveträglichkeiten zu tun hat... Aber irgendwann kommt auch das schöne Gefühl, einen Meilenstein geschafft zu haben, wenn es gesundheitlich auswärts geht. Ganz bestimmt.
Marykate mit Maienkind *11 und Augustbaby *14

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Re: Fructoseintoleranz - ein paar Fragen...

Beitrag von Rosine »

Marykate - ich hab das gestern so verstanden, wie du es meintest, Danke :wink: !
Komischerweise bin ich die Ruhe selbst - ich bin so pragmatisch, dass ich mir denk: Wenn´s so ist, dann können wir das jetzt eh nicht ändern und werden das schon wuppen.

Eher ist es so, dass es für mich soooo schlimm wäre auf all die leckeren Früchte zu verzichten. Und auf ein Stück Erdbeerboden mit Sahne. Ich denke für mich würde damit ein Stück Lebensqualität verloren gehen.
Aber der Knirps gewinnt wahrscheinlich an Lebensqualität dazu, wenn er nicht ständig Bauchweh hat. So werd ich es mal versuchen zu sehen...
Liebe Grüße von J. mit großem Zwerg (2006) , kleinem Zwerg (2008) und kleiner Zwergendame (2010)

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chennai
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Re: Fructoseintoleranz - ein paar Fragen...

Beitrag von chennai »

Ja, ich kann dich da gut verstehen, Rosine, mir würde es auch so gehen... Ich bewundere meine Freundin da, die es versucht andersherum zu sehen und ihrer Tochter sagt, was sie doch alles essen darf / kann und was ein Segen das ist. Naja, vermutlich gelingt ihr das aber auch nicht immer.
Lieben Gruß,
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saiidi
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Re: Fructoseintoleranz - ein paar Fragen...

Beitrag von saiidi »

Ich möchte den Tread hier mal hochholen. Ich hoffe es sind hier noch ein paar aktiv die das betrifft.
Bei meinem Sohn ist jetzt Fructoseintoleranz festgestellt worden. Hat uns doch sehr überrascht. Andererseits sind wir froh eine Ursache für seine ständigen Bauchschmerzen zu haben.
Langsam werd ich noch tolal irre. In jeder Liste seht ja teilweise was anderes drin bzw. widersprüchliches. Langsam weiß ich so gar nicht was ich ihn essenlassen soll und was nicht.
Nächste Woche werd ich nochmal zum Kia mit ihm gehn. Meint ihr ich soll noch weiter schauen lassen ? Gluten oder so? Hab gelesen daß das Kopfschmerzen verursacht. Hat er schon viel. :(
Soll ich seinen Nährstoffstatus prüfen lassen? Liest man ja auch im Netz :roll: Irgendwie häng ich so in der Luft gerade. Über die Feiertage kann man ja auch nichts ausrichten.
Wäre froh wenn jemand kluge Gedanken für mich hat. :wink:
Liebe Grüße
Saiidi

Sohn 10/04 Tochter 7/11
KK-Bewertung

2016/1566/450 - 2017/1315/702 - 2018/892/1112 - 2019/910/1109

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Re: Fructoseintoleranz - ein paar Fragen...

Beitrag von Wichtelmama2012 »

Ich hab' seit drei-vier Jahren eine diagnostizierte erworbene (im Gegensatz zur angeborenen) FI plus div. Allergien auf Nahrungsmittel, was es nicht unbedingt einfacher macht ;-)
Im großen und ganzen kann ich nur sagen: ausprobieren. Bei der erworbenen FI schädigst Du Dich bzw. Dein Kind mit Ausrutschern nicht dauerhaft.
Ich geb' einfach mal ein paar Tipps meiner Ärztin, die selbst FI und LI hat, wieder:

- ausprobieren, ob ein ausgewogenes Verhältnis zw. Fructose und Traubenzucker zu Beschwerdefreiheit führt. Sieht bei mir (nach Tipp der Ärztin) so aus, dass ich im Sündenfall sogar einfach Traubenzucker einwerfe. Das hilft auch dann noch, wenn der Bauch schon weh tut. Bzw. bei mir äußert sich die FI auch und vor allem durch Schlafstörungen und Unruhe. Ich schleiche also oft nachts zum Schrank und knabber noch etwas Traubenzucker :? Ist keine Lösung STATT einer angepaßten Ernährung, hilft aber bei Familienfesten, Essen gehen, Heißhunger auf Möhren etc. Bei manchen Rezepten, wo Haushaltszucker ran kommt, mache ich statt dessen halt Traubenzucker ran.

- Lactose meiden: durch die FI ist der Darm geschädigt/gereizt und das KANN unbehandelt dazu führen das weitere Intoleranzen (Lactose, Histamin, Gluten) nach kommmen

- Ausprobieren macht schlau: manchmal verträgt man auch Obst/Gemüse, obwohl der Fructoseanteil hoch ist

- Beeren werden in der Regel gut vertragen (ich kann aus dem Stand 1kg Erdbeeren futtern ohne Probleme zu haben und freue mich entsprechend, dass bald wieder Erdbeerzeit ist :-D)

- keine Vollkornprodukte, da die Fructose in den Schalen etc. sitzt

- was Dein Kind wahrscheinlich freuen wird: Pommes sind verträglicher als Salzkartoffeln ;-)

- keine Rohkost, da gekochtes/gedünstetes Gemüse für den Darm leichter zu verarbeiten ist. Die konkrete Empfehlung meiner Ärztin damals war: Wiener Schnitzel mit Pommes statt Salatteller :D

Tipps aus schlauen Büchern:
- Kohlensäure meiden, bläht zusätzlich (halt ich mich allerdings auch nicht dran, nur wenn's mir ganz schlecht geht)
- blähende Gemüse wie z. B. Kohl meiden. Halte ich mich auch nicht immer dran, denn z. B. Blumenkohl vertrage ich sehr gut und das bisschen Kohlgeblähe nehme ich für Abwechslung auf dem Speiseplan in Kauf, solange ich sonst gerade keine akuten Probleme mit der FI habe.

Wenn ich mir mal wieder mit der FI ordentlich alles verdorben habe hilft es in der Regel 2-3 Tage Diät zu halten: stilles Wasser, Roggenmischbrot ohne alles. Doof, aber danach sind die Beschwerden erstmal wieder weg.

Und was bei mir sehr auffällig war: ich hab' in einem Jahr trotz exzessivem Sport sehr zugenommen. Dann wurde die FI festgestellt, ich habe die Ernährung ein bisschen angepaßt (ich bin, solange ich keine Beschwerden habe nicht so arg diszipliniert *schäm*) und schon ging das Gewicht wieder auf normalen Level runter, ups.

Ich denke mit ein bisschen ausprobieren werdet ihr schon leckeres Essen finden :-D
Der denkende Mensch ändert seine Meinung - Friedrich Nietzsche

Wichtel 5/2012

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