jetzt habe ich neun Monate ohne größere Probleme gestillt und auf einmal kommen die Probleme
Da ich mit BLW in meinem Umfeld inklusive Ehemann nicht auf sonderlich große Gegenliebe gestoßen bin, habe ich irgendwann doch angefangen Brei bzw. direkt klein geschnittenes Familienessen (Familientisch war mein persönlicher Kompromiss) zu füttern. Irgendwie war mein Sohn da total unkompliziert. Weil ich am Anfang das Gefühl hatte, dass er Brei nicht wirklich toll findet, habe ich zuerst Fingerfood gegeben und ihm dann relativ schnell unser normales Mittagessen klein geschnitten gefüttert. Er war begeistert und ist seit dem er 7 Monate alt ist ganz normales Familientisch-Mittagessen hier oder bei der TaMu mit. Er hat riesengroßen Hunger und liebt alles essbare, so dass er relativ schnell keine Milch mehr wollte. Auch zum gemeinsamen Frühstück mit uns bzw. bei der TaMu gibts hier Brot mit Butter oder Frischkäse und Obst. Recht schnell haben wir dann auch Abendessen gegeben. Weil er zu der Zeit immer so müde war, haben wir dann von Brot auf Getreidebrei (mittlerweile Milchbrei) mit Obst gewechselt. Zum Schluss gab es dann während der Eingewöhnung nachmittags noch Obst.
Ich habe überhaupt keine klassische Beikosteinführung (da ja kein BLW) gemacht, weil mein Sohn einfach immer gerne essen wollte. Am Anfang waren es lange halbe Portionen und irgendwann wurden es große Portionen. Dazwischen habe ich immer einfach nach seinem Bedarf gestillt. Das hat super funktioniert. Aber je mehr und begeisterter er gegessen hat, desto weniger wollte er noch stillen. Mittlerweile stillen wir nur noch morgens nach dem Aufstehen als erstes Frühstück und abends vor dem Einschlafen (Einschlafstillen wollte er noch nie) und manchmal zu Hause nach dem Abholen. Seit einigen Wochen trinkt er nachts nur noch einmal.
Jetzt zu meinem Problem:
Während der Knirps es abends ohne Probleme schafft einen Milchspendereflex auszulösen und sich ordentlich satt und kuschelig zu trinken, schafft er das nachts nicht mehr. Die Milch kommt ihm nicht schnell genug und er wird fürchterlich unruhig und weint dann. Es kommt einfach kein Milchspendereflex. Manchmal hilft dann nur noch Wasser aus seinem Trinklernbecher (Avent ohne Nuckel) um ihn zu beruhigen. Aber ich würde eigentlich lieber stillen. Morgens trinkt er auch nur wenig. Es ist mehr ein Nuckeln und Kuscheln. Aber einen richtigen Milchspendereflex und gutem Trinken habe ich nicht.
Ich hatte immer richtig viel Milch und nie echte Stillprobleme, aber jetzt mache ich mir zum ersten Mal Gedanken, wie es weiter gehen soll.
Der Bär ist ein sehr unabhängiges, selbstbewusstes und offenes Baby, der mich gar nicht so sehr braucht wie vielleicht manch anderes Baby seine Mama braucht (zumindest ist das mein Gefühl). Wenn er Trost braucht, kommt er schnell auf den Arm, kuschelt kurz und dann muss das Entdecken schon weiter gehen. Stillen wird tagsüber manchmal gar nicht mehr gewollt. Er trinkt dann gar nicht (trotz Angebot) und krabbelt lieber schnell wieder auf Entdeckungsreise. Bei Müdigkeit wird nur das Tragetuch akzeptiert.
Habt ihr Tipps wir wir uns beiden das Stillen noch ein bisschen erhalten können?