Stillen in der Schwangerschaft
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Anja90
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Stillen in der Schwangerschaft
Wie wäre das mit dem stillen, wenn ich bald wieder schwanger wäre?
Kann man etwas dagegen tun, dass die Milch weniger wird oder ganz weg bleibt?
Meine Tochter ist erst 7 einhalb Monate alt...
Kann man etwas dagegen tun, dass die Milch weniger wird oder ganz weg bleibt?
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Mit August-Mädchen 2012 und März-Junge 2014 an der Hand und kleiner Schwester im Bauch


- blueberry
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Re: Stillen in der Schwangerschaft
Hallo Anja90,
Viele ältere Stillkinder (jenseits der anderthalb Jahre) kommen damit wohl ganz gut zurecht - gerade dann, wenn Stillen vom Kind nicht mehr als Hauptnahrungsquelle gesehen wird sondern eher "Zubrot", Kuscheln und Seelennahrung ist. Dann wird es eher akzeptiert, wenn auch mal eine Phase von einigen Monaten mit wenig (oder gar keiner) Milch in der Schwangerschaft vorkommt, das Kind sozusagen "trocken" stillt - und dann das Kolostrum wiederkehrt und vielleicht zum Tandemstillen (des großen und kleinen Stillkindes gleichzeitig) übergegangen wird. Nun ist Dein Kind aber noch sehr jung:
Vielleicht helfen Dir diese Informationen ein bisschen weiter.
LG, blueberry
Das kann man für den Einzelfall nicht vorhersagen. Die Erfahrungen anderer Mütter zeigen aber, dass bei den meisten die Milch deutlich zurückgeht, bei vielen auch (spätestens nach dem ersten Drittel der Schwangerschaft) ganz ausbleibt. Dazu kann (muss aber nicht) eine erhöhte Empfindlichkeit der Brustwarzen kommen. Vielen Müttern wird das Stillen dann sehr unangenehm bis schmerzhaft.Anja90 hat geschrieben:Wie wäre das mit dem stillen, wenn ich bald wieder schwanger wäre?
Nicht dass ich wüsste. So kurze Geschwisterabstände sind ja im menschlichen Bauplan eigentlich nicht vorgesehen (die traditionellen Geschwisterabstände des Menschen bei natürlicher Stilldauer bewegen sich zwischen drei und vier Jahren). Entsprechend ist eigentlich auch das Stillen in der Schwangerschaft nicht wirklich geplant vom Körper. Auch wenn es für die neue Schwangerschaft kein Risiko darstellt (das wurde gerade in diesem Thread hier besprochen), setzt der Körper seine Prioritäten dann eben deutlich zugunsten des neuen Bauchbewohners und drosselt die Milchproduktion.Anja90 hat geschrieben:Kann man etwas dagegen tun, dass die Milch weniger wird oder ganz weg bleibt?
Viele ältere Stillkinder (jenseits der anderthalb Jahre) kommen damit wohl ganz gut zurecht - gerade dann, wenn Stillen vom Kind nicht mehr als Hauptnahrungsquelle gesehen wird sondern eher "Zubrot", Kuscheln und Seelennahrung ist. Dann wird es eher akzeptiert, wenn auch mal eine Phase von einigen Monaten mit wenig (oder gar keiner) Milch in der Schwangerschaft vorkommt, das Kind sozusagen "trocken" stillt - und dann das Kolostrum wiederkehrt und vielleicht zum Tandemstillen (des großen und kleinen Stillkindes gleichzeitig) übergegangen wird. Nun ist Dein Kind aber noch sehr jung:
und damit auf jeden Fall ja noch in dem Alter, in dem sie Milch als Hauptnahrungsmittel für mindestens weitere fünf Monate benötigt (ob nun Muttermilch oder Pre-Nahrung). Wie ein so junges Kind mit dem u.U. monatelangen Ausbleiben oder zumindest der deutlichen Verringerung der Milchmenge umgehen wird, und wie viel Du dann als Prenahrung zufüttern müsstest, kann Dir keiner vorhersagen.Anja90 hat geschrieben:Meine Tochter ist erst 7 einhalb Monate alt...
Vielleicht helfen Dir diese Informationen ein bisschen weiter.
LG, blueberry
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
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Anja90
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Re: Stillen in der Schwangerschaft
Danke für die ausführliche Antwort. Dann bin ich wohl ein Fehler der Natur... ich habe trotz vollstillen (und das in kurzen Abständen und sehr viel) nach 5 Monaten die Mens wieder bekommen. Es ist allerdings alles noch sehr durcheinander. Vielleicht ist trotzdem noch keine Schwangerschaft möglich. Wir hätten schon gerne bald noch ein Kind... Das ist echt schwierig.
Wie realistisch ist es, dass sie sich zur Beruhigung etc. mit Trockennuckeln zufriedengibt und dazu noch pre bekommt, sodass wir danach wieder normal weiterstillen können?
Wie realistisch ist es, dass sie sich zur Beruhigung etc. mit Trockennuckeln zufriedengibt und dazu noch pre bekommt, sodass wir danach wieder normal weiterstillen können?
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Lösche Benutzer 9567
Re: Stillen in der Schwangerschaft
Blueberry hat ja schon geschrieben,dass das kaum vorherzusagen ist.
Da musst du dann wohl für dich selbst schauen,wie gut bzw.schlecht du damit umgehen könntest deine kleine Große nicht mehr so lange zu stillen oder weniger zu stillen.
Ich finde es gut,dass du dich im Vorfeld damit beschäftigst,denn wenn man sich hier mal so umhört ist es klar,dass die erneute Schwangerschaft eure Stillbeziehung verändern wird.Wie auch immer.
Ich wünsche dir alles Gute beim Abwägen.
Da musst du dann wohl für dich selbst schauen,wie gut bzw.schlecht du damit umgehen könntest deine kleine Große nicht mehr so lange zu stillen oder weniger zu stillen.
Ich finde es gut,dass du dich im Vorfeld damit beschäftigst,denn wenn man sich hier mal so umhört ist es klar,dass die erneute Schwangerschaft eure Stillbeziehung verändern wird.Wie auch immer.
Ich wünsche dir alles Gute beim Abwägen.
- blueberry
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Re: Stillen in der Schwangerschaft
Dass heutzutage in westlichen Gesellschaften trotz Vollstillens (und danach weitergehenden Stillens) nach Bedarf Schwangerschaften auch mal weit vor dem zweiten Geburtstag des Stillkindes möglich sind, liegt vor allem auch am guten Ernährungs- und Gesundheitszustand der Mütter. Man darf nicht vergessen, dass wir im Vergleich zur Hygiene-, Ernährungs- und Vitaminversorgungslage von vor z.B. zweihundert Jahren heutzutage in westlichen Gesellschaften wahrlich in einem Schlaraffenland leben. Das schlägt sich nicht nur in der rasant steigenden Lebenserwartung nieder sondern eben auch darin, dass Frauen trotz Stillens nach Bedarf wieder schnell schwanger werden können. Nicht alle und nicht alle schnell wieder, aber es ist lange nicht so unwahrscheinlich wie noch vor nicht allzu langer Zeit.
.Anja90 hat geschrieben:ich habe trotz vollstillen (und das in kurzen Abständen und sehr viel) nach 5 Monaten die Mens wieder bekommen. Es ist allerdings alles noch sehr durcheinander.
Gerade bei noch sehr unregelmäßigen Zyklen kann nfp helfen, einzuschätzen, wann die fruchtbaren Tage sind bzw. ob es sich vielleicht noch (oder hin und wieder) um anovulatorische Zyklen, verkürzte Hochlagen etc. handelt.
Das ist in der Tat keine leichte Entscheidung und es ist gut, dass Ihr Euch darüber detailliert vorher Gedanken macht.Anja90 hat geschrieben:Wir hätten schon gerne bald noch ein Kind... Das ist echt schwierig.
Auch unabhängig vom Stillen ist der Geschwisterabstand ja immer ein Abwägen zwischen dem eigenen Lebensentwurf, elterlichen Ressourcen (mobile Kleinkinder können um ein Vielfaches anstrengender sein als ein Baby im ersten Lebensjahr
Das wird zu einem großen Teil darauf ankommen, wie Du die Pre zufütterst: Stillfreundlich oder mit Flasche? Bei stillfreundlichem Zufüttern und ohne Schnullereinsatz ist die Chance zumindest theoretisch erstmal relativ hoch, dass Dein Baby sein Saugbedürfnis auch weiterhin an der Brust stillen wird.Anja90 hat geschrieben:Wie realistisch ist es, dass sie sich zur Beruhigung etc. mit Trockennuckeln zufriedengibt und dazu noch pre bekommt, sodass wir danach wieder normal weiterstillen können?
Ob sich Saugen und Nahrung wird dauerhaft entkoppeln lassen (wie etwa bei Becherfütterung) und ob Dein Baby z.B. von Dir Pre aus Becher oder Softcup annehmen würde (oder ob das z.B. nur beim Papa ginge), würde man ausprobieren müssen.
Evtl. wäre das BES dann günstiger - allerdings wird die "Angewöhnung" eines BES mit zunehmenden Alter des Babys nicht gerade einfacher und Dein Baby ist ja jetzt schon nicht mehr ganz klein (und Du noch nicht schwanger)...
Und ebenfalls vorher nicht klärbar ist, wie Du das Stillen in der Schwangerschaft empfinden würdest. Man ist ja gerade am Anfang erfahrungsgemäß recht emotional (und somit auch schneller mal gereizt), viele Schwangere sind phasenweise sehr müde, evtl. leidet man unter Übelkeit - und dazu vielleicht sehr empfindliche BW. Das Gesamtpaket kann unter Umständen die besten Weiterstillvorsätze ins Wanken bringen...
Es ist schön, wenn Du Dir das Stillen zweier so kleiner Mäuse gut vorstellen kannst
Alles Gute bei der Entscheidungsfindung
LG, blueberry
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
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Anja90
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Re: Stillen in der Schwangerschaft
Vielen Dank für die Antworten. Ich kann dazu gerade garnicht mehr schreiben. Ich muss das jetzt erst mal alles sacken lassen und in Ruhe darüber nachdenken...
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Anja90
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Re: Stillen in der Schwangerschaft
Ich habe noch eine Frage: Bis wann brauchen Babys Milch als Nahrung, also bis wann bekommen Flaschenkinder normalerweise Pulvermilch?
Und wie lange hat ein Kind das Saugbedürfnis? Die orale Phase soll ja nur im ersten Lebensjahr sein, aber das natürliche Abstillalter ist doch viel später. Das ist ja eigentlich ein Widerspruch...
Und wie lange hat ein Kind das Saugbedürfnis? Die orale Phase soll ja nur im ersten Lebensjahr sein, aber das natürliche Abstillalter ist doch viel später. Das ist ja eigentlich ein Widerspruch...
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- Violet
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Re: AW: Stillen in der Schwangerschaft
Es ist von Kind zu Kind unterschiedlich wie lange ein Saugbedürfnis da ist.
Bitte korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber die orale Phase ist was anderes wie das Saugbedürfnis meiner Meinung nach.
Die orale Phase dient ja zum erkunden von Dingen, da wird mit der Zunge geschmeckt und vor allem gefühlt. Die Kinder saugen ja nicht an allem was sie in den Mund nehmen. Deshalb endet die orale Phase früher als das natürliche Abstillalter ist.
Bitte korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber die orale Phase ist was anderes wie das Saugbedürfnis meiner Meinung nach.
Die orale Phase dient ja zum erkunden von Dingen, da wird mit der Zunge geschmeckt und vor allem gefühlt. Die Kinder saugen ja nicht an allem was sie in den Mund nehmen. Deshalb endet die orale Phase früher als das natürliche Abstillalter ist.
J. (11/2012)
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Anja90
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Re: Stillen in der Schwangerschaft
Ja ok, das macht Sinn...
Mit August-Mädchen 2012 und März-Junge 2014 an der Hand und kleiner Schwester im Bauch


- blueberry
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Re: Stillen in der Schwangerschaft
Liebe Anja90,
zu Deinen Fragen:
Ein Saugbedürfnis wird normalerweise etwa 1-4 Jahre lang beobachtet, bei vielen Kindern etwa 2-3 Jahre. Dies passt bestens zu den Erkenntnissen zum natürlichen Abstillalter, das ebenfalls in diesem Bereich liegt.
Wie lange Babys normalerweise (in einem bestimmten Land) Pulvermilch bekommen, hängt sehr von gesellschaftlichen Konventionen ab - und davon, wie fleißig Babynahrungshersteller die Werbetrommel rühren und immer neue Altersgruppen erschließen (etwa mit Kindermilch für Kleinkinder etc.)
Bis wann Babys Milch als Nahrung benötigen, lässt sich einfacher beantworten: Beim Stillkind sähe die Nahrungszusammensetzung (mit individuellen Abweichungen) idealerweise so aus wie hier auf der zweiten Seite des Faltblattes "Stillen, Beikost, Familientisch" der AFS gezeigt. Du siehst dort, dass im gesamten ersten Lebensjahr Muttermilch als Hauptnahrungsmittel gedacht ist.
Welche praktischen Empfehlungen sich daraus nun für die Ernährung eines abgestillten oder zumindest überwiegend ohne Muttermilch ernährten Babys ergeben, kannst Du in unserer GRUNDINFO BEIKOSTEINFÜHRUNG nachlesen: im vierten Unterpunkt "Rund um die Milch" findest Du neben den gesuchten Infos auch noch einen Link zu ausführlichen Erläuterungen zu Formula-Nahrung, die für Dich sicherlich interessant werden, wenn Du bald schwanger werden solltest.
Ich hoffe, diese Informationen und Links helfen Dir weiter
LG, blueberry
zu Deinen Fragen:
Der Begriff "orale Phase" nach der Triebtheorie bzw. kindlichen Sexualtheorie Freuds spielt bei modernen entwicklungspsychologischen Ansätzen meines Wissens keine Rolle mehr.Anja90 hat geschrieben: Und wie lange hat ein Kind das Saugbedürfnis? Die orale Phase soll ja nur im ersten Lebensjahr sein, aber das natürliche Abstillalter ist doch viel später. Das ist ja eigentlich ein Widerspruch...
Ein Saugbedürfnis wird normalerweise etwa 1-4 Jahre lang beobachtet, bei vielen Kindern etwa 2-3 Jahre. Dies passt bestens zu den Erkenntnissen zum natürlichen Abstillalter, das ebenfalls in diesem Bereich liegt.
Das sind eigentlich zwei verschiedene FragenAnja90 hat geschrieben:Ich habe noch eine Frage: Bis wann brauchen Babys Milch als Nahrung, also bis wann bekommen Flaschenkinder normalerweise Pulvermilch?
Bis wann Babys Milch als Nahrung benötigen, lässt sich einfacher beantworten: Beim Stillkind sähe die Nahrungszusammensetzung (mit individuellen Abweichungen) idealerweise so aus wie hier auf der zweiten Seite des Faltblattes "Stillen, Beikost, Familientisch" der AFS gezeigt. Du siehst dort, dass im gesamten ersten Lebensjahr Muttermilch als Hauptnahrungsmittel gedacht ist.
Welche praktischen Empfehlungen sich daraus nun für die Ernährung eines abgestillten oder zumindest überwiegend ohne Muttermilch ernährten Babys ergeben, kannst Du in unserer GRUNDINFO BEIKOSTEINFÜHRUNG nachlesen: im vierten Unterpunkt "Rund um die Milch" findest Du neben den gesuchten Infos auch noch einen Link zu ausführlichen Erläuterungen zu Formula-Nahrung, die für Dich sicherlich interessant werden, wenn Du bald schwanger werden solltest.
Ich hoffe, diese Informationen und Links helfen Dir weiter
LG, blueberry
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)