Weg von MuMi-Fläschchen zurück zum Vollstillen...

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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LeasMom
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Weg von MuMi-Fläschchen zurück zum Vollstillen...

Beitrag von LeasMom »

Liebe Expertinnen und Stillmamis,

zunächst Danke für dieses Forum. Durch das Durchstöbern der Beiträge habe ich schon einige Kraft geschöpft, um weiterhin voll stillen zu wollen. Bevor ich jedoch auf Kosten meiner Kleinen durchhalte, frage ich lieber mal genauer nach.

Leandra ist 9 Wochen und 4 Tage alt und bekommt nur MuMi. Allerdings haben wir seit Beginn Pobleme mit der Gewichttszunahme. Nachdem sie im KH 300g auf 3040g abgenommen hat, haben wir das Geburtsgewicht erst nach 16 Tagen wieder erreicht. Nach der vierten Woche habe ich auf Anraten der Hebamme an zwei Abenden ein Fläschchen mit MuMi (50 ml) gegeben. Am 10.02. dann einmalig drei Fläschchen (50 ml) nach dem Stillen.

Hier einmal die gesammelten (Gewichts)daten:

11.01. geplanter Kaiserschnitt (mein Sohn kam vor 8 Jahren auch per Kaiserschnitt)
(eigentlich errechneter Termin 23.01.)

KH
11.01.-3340 (Geburtsgewicht) (angeblich 52 cm / eher 50)
14.01.-3050

Hebamme
18.01. 3130
19.01. 3170
21.01. 3210
23.01. ??
30.01. 3420
01.02. 3420
03.02. 3450
05.02. 3480
07.02. 3500
10.02. 3540
11.02. 3650
13.02. 3650
25.02. 3680
18.02. 3710

21.02. 3690 stillprobe rechte Seite 40 g Linke Seite 40g (je 15 Min)

22.02. 3750 KiA (U3) 53 cm
28.02. 3890 Hebamme
01.03. 3940 KiA
08.03. 4150 zu Hause
12.03. 4300 Hebamme
15.03. 4350 KiA 56 cm
16.03. 4380 zu Hause

Seit der U3 (6. Woche) pumpe ich ab und füttere - auf Anraten des KiA- nach dem Stillen MuMi mit Fläschchen (Calma) nach. Da trinkt sie im Schnitt nochmal 80ml. Tagsüber hat sie zwei Wochen lang vier Fläschchen bekommen. Direkt im Anschluss habe ich gepumpt (4x pro Tag + 1x nachts). In der Nacht stille ich nur, pumpe jedoch einmal ab (nach dem Stillen). Ich pumpe in 15 Minuten zusammen zwischen 40 und 60 ml (nachts nach dem Stillen immer deutlich mehr Im Schnitt 150 ml). Zwischen dem 08.03. und dem 15.03. habe ich die Anzahl der Fläschchen auf drei reduziert und seit letzten Freitag (15.03) versuchen wir mit zwei Fläschchen auszukommen. Habe bereits einen Vorrat von 14x90ml imTK.

Mittlerweile macht mich das Pumpen und Wiegen völlig fertig. Die Waage ist für mich zu einem roten Tuch geworden (täglich kann ich mir das nicht antun. Mein Mann hat es mir regelrecht "verboten", damit ich mich nicht so verrückt mache) und das Pumpen gibt mir den Rest. Ich komme schon gar nicht mehr vor die Tür, weil ich entweder stille, füttere. pumpe, wickel oder sterilisiere. Mein großer Sohn kommt schon zu kurz...Seit ich die Fläschchen reduziert habe kommt auch wieder die Angst hoch, dass die Kleine zu wenig zunimmt. Sie ist eine so ausgeglichene, interessierte und aufmerksame kleine Maus. Ist gerne und lange an der Brust, schreit nicht wirklich viel (daher bin ich auch immer unsicher, ob sie genug gegessen hat). Schläft nachts nach einer Runde Clusterfeeding (zwischen 19 und 21 Uhr) auch schonmal bis ca. 4 Uhr. Wir kommen auf ca, 8 Stillmahlzeiten pro Tag (kann ich nicht immer nachvollziehen, da ich auch schonmal dauerstille :(

Zur Zeit pumpe ich weniger (ca. 2x tagsüber und 1x nachts) und habe dadurch die Angst, dass ich meine Milchmenge nicht halten kann.

Ich höre mich schon ganz schön "verrückt" an, aber mein Wunsch nach Stillen ist so groß. Bei meinem Großen hat es vor acht Jahren (bis auf sehr kaputte/schmerzhafte Brustwarzen) gut geklappt. Jetzt brauche ich Euren Rat und hoffe auf Unterstützung. Mache ich das gerade richtig? Werde ich je wieder ohne MuMiFläschchen stillen können? Und wie soll ich weiter machen? Ab wann bin ich mit der Kleinen Gewichtsmäßig "über den Berg" und brauche mir keine Sorgen mehr machen? Oder wird das immer so bleiben?

Ich glaube, ich brauche jemanden, der mich an die "Hand" nimmt und Klartext spricht. Denn wenn die Kleine darunter leidet dass ich unbedingt stillen will, muss mich jemand bremsen!
Ich danke schonmal allen, die sich meine Geschichte bis hier durchgelesen haben und bin dankbar für Eure Tipps.

Chris
Sorry, für einen soooo langen "Bericht" :oops:
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Lucccy
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Re: Weg von MuMi-Fläschchen zurück zum Vollstillen...

Beitrag von Lucccy »

Hallo,

"an die Hand nehmen" wird Dich sicher eine der Moderatorinnen.

Bis dahin: Dein Bericht war nicht lang, sondern angemessen detailliert, damit sich die Mods schnell ein Bild machen können.
Kennst Du die Grundinfo Gedeihen, Gewicht und Wiegen aus der Linksammlung Stillwissen? Da sind auch schon Hinweise, die Dich beruhigen können, wie z.B. dass man die Wiegehäufigkeit an das Gefühl der Mutter anpassen kann.

Meine Erfahrung hier ist, dass die Moderatorinnen immer einen Lösungsweg anbieten können, der gut für Mutter und Kind ist.

Gruß Lucccy
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gartenbritta
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Re: Weg von MuMi-Fläschchen zurück zum Vollstillen...

Beitrag von gartenbritta »

Liebe Chris,

herzlich willkommen hier!

Ich wollte Dir nur schonmal viel Kraft und Geduld und Gelassenheit wünschen. An die Hand nehmen werden Dich andere, und dann wirst Du gut betreut!

Dein Bericht war nicht zu lang sondern zeigt, weiviel Sorgen Du Dir machst (und ich habe ihn bis zu Ende gelesen! ;-).

LG gartenbritta
LG gartenbritta

mit drei wunderbar wilden Jungs (der Große 02/06, der Mittlere 09/07 und der Kleine 01/10) und der tollsten Tochter (11/12)
jusl
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Re: Weg von MuMi-Fläschchen zurück zum Vollstillen...

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich willkommen hier,

ich antworte Dir morgen ausführlich. ;-)

LG
Julia
jusl
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Re: Weg von MuMi-Fläschchen zurück zum Vollstillen...

Beitrag von jusl »

Noch mal hallo,

ich geh mal der Reihe nach und fange mit den Gewichtsdaten an, also:

Im ersten Lebensmonaten lag die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme bei rund 130 g. Das ist ein eher niedriger Wert - nicht dramatisch niedrig, aber ein Grund zum genaueren Hinschauen, ob irgendwo ein Problem vorliegen könnte.
21.02. 3690 stillprobe rechte Seite 40 g Linke Seite 40g (je 15 Min)
Dieses Ergebnis ist völlig normal - eine komplett unauffällige, durchschnittliche Mahlzeitengröße.

Im zweiten Lebensmonat lag die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme bei rund 160 g. Dies ist ein Wert nahe am Durchschnitt, der für die ersten beiden Lebensmonate mit 170-330 g angegeben wird (Quelle). Solche Werte weisen keineswegs eindeutig auf ein Problem hin, sondern es sollte geschaut werden, WIESO das Baby etwas weniger zunimmt als der Durchschnitt: Die häufigsten Ursachen sind - neben kindlichen und mütterlichen Erkrankungen - eine verbesserungswürdige Handhabung des Stillens (also "wann/wie/wie oft/wie lange") und purer Zufall (also ein zartes Baby bei bester Gesundheit und bester Ernährung, das muss natürlich nicht irgendwie "behandelt" werden).
Da die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme vom ersten zum zweiten Lebensmonat deutlich gestiegen ist, sind medizinische Probleme bei Mutter und/oder Kind eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlich ist eher: "holpriger Start, aber danach lief es besser", solche Verläufe findet man bei recht vielen Kindern.
Seit der U3 (6. Woche) pumpe ich ab und füttere - auf Anraten des KiA- nach dem Stillen MuMi mit Fläschchen (Calma) nach. Da trinkt sie im Schnitt nochmal 80ml. Tagsüber hat sie zwei Wochen lang vier Fläschchen bekommen.
4x 80 ml pro Tag - das ist wahrscheinlich knapp die Hälfte des Gesamttagesbedarfs. Hier muss definitiv hinterfragt werden, WARUM Mumi per Flasche nachgefüttert werden sollte. Sinnvoller als Flaschefüttern wäre gewesen, sich auf die Verbesserung der Handhabung des Stillens mütterlicherseits und der Verbesserung der Stilltechnik kindlicherseits zu konzentrieren. Da Du mit der Milchproduktion offensichtlich keinerlei Probleme hast (dies belegen auch Deine reichlichen Pumpmengen), wäre das Zufüttern sehr wahrscheinlich vermeidbar gewesen. Falls Zufüttern während der Lernphase tatsächlich notwendig war, hätte dies besser mit einer stillfreundlichen Methode passieren sollen, um den Lernprozess beim Baby nicht zu stören.
Mittlerweile macht mich das Pumpen und Wiegen völlig fertig. Die Waage ist für mich zu einem roten Tuch geworden (täglich kann ich mir das nicht antun. Mein Mann hat es mir regelrecht "verboten", damit ich mich nicht so verrückt mache) und das Pumpen gibt mir den Rest.
Verstehe ich sehr gut! Du bist ja praktisch ans Haus gefesselt zur Zeit.
Zur Zeit pumpe ich weniger (ca. 2x tagsüber und 1x nachts) und habe dadurch die Angst, dass ich meine Milchmenge nicht halten kann.
Kann ich ebenfalls gut verstehen. Viele Mütter, die schon früh in so einer Wiege-Pump-Zufütter-Abmess-Mühle drin sind, fühlen sich auf häufiges Wiegen, Messen, Zählen praktisch angewiesen. Die Zuversicht, dass das Baby auch ohne zusätzliche Maßnahmen an der Brust satt werden kann, schwindet.
Ich glaube, ich brauche jemanden, der mich an die "Hand" nimmt und Klartext spricht. Denn wenn die Kleine darunter leidet dass ich unbedingt stillen will, muss mich jemand bremsen!
Na, dann will ich Dich gerne an die Hand nehmen und Klartext sprechen (schreiben ;-)). Vielleicht vorab noch: Stillen ist die von der Natur vorgesehene Ernährung für ein Baby. Dein Wunsch, stillen zu wollen, ist also nicht verrückt, sondern biologisches Programm und ganz eindeutig im Interesse Deines Babys. Momentan braucht Dein Baby dabei Hilfe. Und darum bemühst Du Dich jetzt. Dabei wird Dich hier sicherlich niemand bremsen, im Gegenteil: Wir wollen Dich dabei unterstützen, Stillprobleme und damit verbundene Sorgen möglichst schnell und möglichst stressarm für alle Beteiligten zu überwinden. Lass uns also schauen, welche Möglichkeiten Ihr habt:
Schläft nachts nach einer Runde Clusterfeeding (zwischen 19 und 21 Uhr) auch schonmal bis ca. 4 Uhr. Wir kommen auf ca, 8 Stillmahlzeiten pro Tag (kann ich nicht immer nachvollziehen, da ich auch schonmal dauerstille :(
8 Mahlzeiten ist schonmal nicht schlecht, Babys trinken normalerweise 8-12 mal in 24 Stunden. Babys mit vergleichsweise geringer Gewichtszunahme sollten also mindestens 10-12 mal in 24 Stunden gestillt werden. Eine lange Nachtpause ist dabei ungünstig, denn Muttermilch hat den Magen im wesentlichen nach 60-90 Minuten bereits wieder verlassen. Clusterfeeding ist in Ordnung - viele Babys fühlen sich damit abends am wohlsten. Aber es wäre gut, wenn Du z.B. nochmal stillst, wenn Du ins Bett gehst. Wenn Ihr beide zusammenschlaft, ist das am erholsamsten.
Zwischen dem 08.03. und dem 15.03. habe ich die Anzahl der Fläschchen auf drei reduziert und seit letzten Freitag (15.03) versuchen wir mit zwei Fläschchen auszukommen.
Die Zufüttermengen zunehmend zu begrenzen halte ich ebenfalls für vernünftig. Ganz wesentlich fürs weitere Vorgehen ist, wie das Stillen *an sich* denn aktuelle klappt. Wenn das Stillen reibungslos läuft, kann versucht werden, SOFORT KOMPLETT auf die Mumi-Fläschchen zu verzichten. Begründung: Die Milch ist ja da - bei guter Stilltechnik (darauf unbedingt achten!) und häufigem Stillen (wichtig!) kommt Dein Baby an diese ja heran.
Falls Dein Baby technische Schwierigkeiten beim Stillen hat, sollte das Zufüttern noch beibehalten werden, allerdings unbedingt mit einer stillfreundlichen Methode. Die Saugtechnik ist an Brust und Flasche verschieden. Dies betrifft insb. Zungen- und Kieferstellung, den Saug-Schluck-Rhythmus und allgemein das andere Mundgefühl, an das ein Baby sich leider auch gewöhnen kann. Dein Baby bräuchte dann Hilfe beim Lernen und Festigen einer effektiven und kräftigen Saugtechnik. Künstliche Sauger können diesen Lernprozess dauerhaft stören.

Ab wann bin ich mit der Kleinen Gewichtsmäßig "über den Berg" und brauche mir keine Sorgen mehr machen?
In manchen Situationen ist häufiges Wiegen sinnvoll und richtig. Niedrige Gewichtsverläufe und Zufütter-Reduktionsversuche gehören dazu. Wichtig ist, dass Du die Waage nicht als Stressfaktor wahrnimmst, sondern - methodisch korrelkt und vernünftig eingesetzt - als HILFSMITTEL, dass Dir die n-tige Freiheit und die Sicherheit gibt, dass Dein Kind GUT GEDEIHT, während Ihr an Eurem Stillproblem arbeitet.

Ich schlage also vor, während der nächsten Zeit weiterhin 2x pro Woche (oder alle 3 Tage) zu wiegen, damit sichergestellt und v.a. dokumentiert ist, dass Dein Baby sich gut entwickelt. Das Wiegen sollte so lange beibehalten werden, bis klar ist, dass das Baby gut gedeiht UND die Stillprobleme überwunden sind. Bei Euch schätze ich die Erfolgschancen dafür ausgesprochen hoch ein (v.a. weil Du keine Probleme mit der Milchbildung hast, weil Dein Baby noch relativ jung ist und weil Dein Baby überhaupt noch an die Brust geht. Da hatten wir hier schon ganz andere Fälle, trotzdem mit Happy End. ;-)).

Bitte schreib mir noch mal, wie das Stillen zur Zeit GENAU abläuft. Dann kann ich eine Empfehlung für das weitere Vorgehen zusammenfassen.

Was hältst Du von diesem Vorschlag?

Ich hoffe, diese Hinweise sind hilfreich für Dich,
Rückfragen immer gerne und
LG

Julia
LeasMom
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Re: Weg von MuMi-Fläschchen zurück zum Vollstillen...

Beitrag von LeasMom »

Hallo Julia,

lieben Dank für deine Antwort. Es tut gut, zu lesen dass es eine Chance von der Flasche wegzukommen gibt und du mich an die Hand nimmst...:knutsch

Zum Stillen:
Das Stillen hat von Anfang an gut geklappt. So war zumindest mein Gefühl. Nach dem Kaiserschnitt habe ich die Kleine schnell anlegen können und sie hat gut gesaugt. Leider hat mich im KH niemand richtig beraten, so dass ich die ersten Tage nur angelegt habe, wenn sie sich gemeldet hat. Da waren die Abstände auch schon mal länger als 3 Stunden.

Die Hebamme zu Hause findet unsere Technik in Odnung. Leandra schlief die erste Zeit allerdings leider häufiger ein und das Wecken war sehr mühsam. Die Kleine ist in ihren Wachphasen immer sehr interessiert und aufmerksam. Hat rosige Haut und nasse Windeln. Die Hebamme weiß auch nicht so recht weiter, weil -bis auf das Gewicht- alles prima scheint. Letztendlich fing ich an, an meiner Milchmenge zu zweifeln und startete das Abpumpen. Über uns schwebte schon die Pre-Nahrung...Als Lea einmalig "abnahm" hat die Hebamme Alarm geschlagen und ich fütterte Mumi zu. Ich wollte auf keinen Fall künstliche Nahrung. So begann alles.

Der KiA gab mir dann während der U3 folgenden "Auftrag": 12 min links, 12 min rechts stillen und im Anschluss Fläschchen so viel Lea wolle. Ich habe mich daran zum Teil gehalten, wobei ich ausschließlich MuMi gegeben habe. Der Arzt wusste, dass ich abpumpe. Ich denke aber, dass er mir die Mengen nicht ganz abnahm. Er sagte nämlich solange bis die MuMi Reserven aufgebraucht sind solle ich diese verwenden und im Anschluss PRE-HA.Die 12 Minuten habe ich nicht ganz verstanden und so weichten diese immer mehr auf, bis ich wieder beim "normalen" Stillen angekommen bin. Der KiA ist nach drei Wochen (zwei Kontrollen) mit der Entwicklung zufrieden und will uns erst zur U4 wiedersehen. So weitermachen will ich aber nicht mehr. Schließlich ist mein Ziel: Vollstillen! :5:

Aktuell habe ich das Gefühl, dass Lea kräftiger geworden ist und viel aktiver trinkt. Sie schläft auch nicht mehr sooo häufig an der Brust ein. Mein Problem ist jetzt, dass ich nicht weiß, wann ich ihr noch ein Fläschchen geben soll, denn in der Regel scheint sie nach der Brust zufrieden. Schläft entweder danach oder ist sehr wach und interessiert. Regelmäßig trage ich sie im Tuch, wobei sie hier dann immer einschläft (soll ich sie dann zum Essen wecken?).

Bis gerade eben habe ich ihr für heute kein Fläschchen angeboten. Sie war glücklich und zufrieden. Jetzt hat mich das schlechte Gewissen eingeholt und ich habe ihr einfach mal eines nach dem Stillen fertig gemacht. Sie hat die 85ml auch getrunken. Nicht gierig und immer mit Pausen. War das jetzt richtig oder nicht? Habe jetzt ein schlechtes Gewissen, dass ich sie vielleicht heute morgen habe "hungern" lassen.

Morgenfrüh fange ich mit dem regelmäßigen Wiegen an. Die Waage habe ich ja bereits aus der Apo. Würde dann gerne alles hier dokumentieren und von Dir interpretieren lassen. Mir und meinem Gefühl kann ich ja scheinbar derzeit nicht trauen.

Ich hoffe, die Angaben helfen dir für eine weitere "Diagnose". Falls Du noch etwas brauchst, reiche ich das gerne nach.
Ich danke dir schonmal für dein Ohr.. Ähm...Auge

Grüße von der hoffnungsvollen
Chris
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LeasMom
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Re: Weg von MuMi-Fläschchen zurück zum Vollstillen...

Beitrag von LeasMom »

Ach, noch etwas:
Wir haben schon Wechselstillen und Brustkompression ausprobiert. Seitdem scheint sie nicht mehr so schnell müde zu werden.
Na, gut: jetzt ist sie mir gerade wieder entschlummert :oops:
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LeasMom
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Re: Weg von MuMi-Fläschchen zurück zum Vollstillen...

Beitrag von LeasMom »

@ Luccy und gartenbritta

Lieben Dank für die schnellen Antworten. Allein dass mir jemand aufmunternde Worte schreibt, ist Balsam für die Seele (klingt zwar kitschig, ist aber so). Ich fühle mich von euch verstanden. Denn auch wenn mich mein Mann stützt, wird er nie ganz nachvollziehen können, wie es mir geht. Ich hoffe nur, dass seine Geduld nicht endlich ist...

Also, nochmals danke. Ihr habt mich aufgemuntert.
Chris
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jusl
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Re: Weg von MuMi-Fläschchen zurück zum Vollstillen...

Beitrag von jusl »

Die Hebamme zu Hause findet unsere Technik in Odnung. Leandra schlief die erste Zeit allerdings leider häufiger ein und das Wecken war sehr mühsam. Die Kleine ist in ihren Wachphasen immer sehr interessiert und aufmerksam. Hat rosige Haut und nasse Windeln. Die Hebamme weiß auch nicht so recht weiter, weil -bis auf das Gewicht- alles prima scheint. Letztendlich fing ich an, an meiner Milchmenge zu zweifeln und startete das Abpumpen. Über uns schwebte schon die Pre-Nahrung...Als Lea einmalig "abnahm" hat die Hebamme Alarm geschlagen und ich fütterte Mumi zu. Ich wollte auf keinen Fall künstliche Nahrung. So begann alles.
Uff, OK. Verständlich, wie es zum Zufüttern kam, aber methodisch leider völlig unsinnig. Du hast selbst Anführungsstriche benutzt - selbstverständlich bedeuten "20 g weniger innerhalb 3 Tagen" in echt KEINE Abnahme!.. Man kann mit zwei Messungen an Montag und Donnerstag NICHT herausfinden, wie viel das Kind von Montag bis Donnerstag zugenommen hat, das ist methodisch so NICHT MÖGLICH. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass die natürliche Streuung der Messwerte, bedingt durch Füllstand von Magen, Darm und Blase, GRÖSSER ist als die Zu- oder Abnahme, die man da überhaupt erwarten kann. Wenn ein Kind um 13 Uhr 100 g trinkt und um 13:30 150 g Stuhlgang hat, dann hat es ja auch nicht innerhalb einer halben Stunde 50 g abgenommen, auch wenn die Waage natürlich (wenn's eine gute Waage ist) 50 g weniger anzeigt. Bitte lies diese Zusammenhänge unbedingt noch mal in unserer Grundinfo Gedeihen, Gewicht und korrektes Wiegen nach.

Das zweite Problem ist: FALLS Dein Baby tatsächlich Zufütterbedarf hatte, dann deswegen, weil seine Saugtechnik und/oder die Handhabung des Stillens nicht ideal war. FLASCHENfütterung löst dieses Problem niemals. Saugstörungen beim Baby werden NIE besser durch Flaschefüttern (weil damit ja gerade eine ANDERE Saugtechnik trainiert wird als die, die beim Stillen gebraucht wird), und die Handhabung des Stillens wird durch Flaschefüttern logischerweise auch nicht besser.
Der KiA gab mir dann während der U3 folgenden "Auftrag": 12 min links, 12 min rechts stillen und im Anschluss Fläschchen so viel Lea wolle. Ich habe mich daran zum Teil gehalten, wobei ich ausschließlich MuMi gegeben habe. Der Arzt wusste, dass ich abpumpe. Ich denke aber, dass er mir die Mengen nicht ganz abnahm. Er sagte nämlich solange bis die MuMi Reserven aufgebraucht sind solle ich diese verwenden und im Anschluss PRE-HA.Die 12 Minuten habe ich nicht ganz verstanden und so weichten diese immer mehr auf, bis ich wieder beim "normalen" Stillen angekommen bin. Der KiA ist nach drei Wochen (zwei Kontrollen) mit der Entwicklung zufrieden und will uns erst zur U4 wiedersehen.
Hm, beide Maßnahmen (die Angabe irgendwelcher minutengenauen Zeitspannen und die lange Pause bis zur U4) sind aus stillberaterischer Sicht unsinnig. Ich kenne kein einziges Stillfachbuch, das für die 12-Minuten-Anweisung eine fachliche Grundlage bieten würde. Und falls WIRKLICH ein Stillproblem vorliegt, bei dem ohne Zufüttern eine Gedeihstörung befürchtet werden muss, ergibt es überhaupt keinen Sinn, so lange zu warten, bis die frühen Anzeichen vorbei sind und das Problem handfest geworden ist.
Mein Problem ist jetzt, dass ich nicht weiß, wann ich ihr noch ein Fläschchen geben soll, denn in der Regel scheint sie nach der Brust zufrieden.
Das ist einfach. ;-) Ich zitiere mal aus dem oben verlinkten Thread:
jusl hat geschrieben:Ob Dein Baby genug Milch erhält, kannst Du anhand folgender Kriterien SICHER beurteilen:

Dein Baby...
* trinkt durchschnittlich mindestens 8-12 Mal in 24 Stunden (Muttermilch oder Flaschenmilch, aber keinerlei sonstige Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee),
* hat mindestens 4 gut nasse Windeln in 24 Stunden,
* hat in den ersten Lebenswochen mehrmals täglich Stuhlgang. Nach ca 6 Wochen ist von mehrmals täglich bis einmal in 10 Tagen (dann reichlich) alles normal.
* zeigt eine zufriedenstellende Gewichtszunahme.
Um eine Zufütterindikation abzuleiten, müssen diese Kriterien erstmal beobachtet und ausgewertet werden. Diesen Schritt kann man nicht überspringen. Am sinnvollsten wäre, jetzt erstmal zu schauen, wie es DERZEIT eigentlich aussieht. Gewicht, Stillverhalten, Ausscheidungen - lass uns das jetzt erstmal genauer anschauen (mind 1 Woche lang), UND DANACH kann man ableiten, ob und wenn ja wieviel zugefüttert werden sollte.
Regelmäßig trage ich sie im Tuch, wobei sie hier dann immer einschläft (soll ich sie dann zum Essen wecken?).
Häufiges Tragen ist ideal, prima. Wecken ist dann nötig, wenn sie ohne Wecken zu selten trinkt. Sie sollte mindestens 10-12 mal in 24 Stunden etwas trinken, d.h.: tagsüber nach spätestens 2 Stunden die nächste Mahlzeit! Würde sie ohne Wecken 3 oder 4 Stunden am Stück schlafen, sollte sie in der Tat geweckt werden.
Bis gerade eben habe ich ihr für heute kein Fläschchen angeboten. Sie war glücklich und zufrieden.
Schön! :D
etzt hat mich das schlechte Gewissen eingeholt und ich habe ihr einfach mal eines nach dem Stillen fertig gemacht. Sie hat die 85ml auch getrunken. Nicht gierig und immer mit Pausen. War das jetzt richtig oder nicht? Habe jetzt ein schlechtes Gewissen, dass ich sie vielleicht heute morgen habe "hungern" lassen.
ähm, also wie gesagt: Derzeit steht die Zufütterindikation überhaupt nicht fest. Im besten Falle fütterst Du mit den Fläschchen UNNÖTIG zu. Diese Maßnahme gefährdet ihre gute Stilltechnik und lässt Dein Vertrauen in Deine Milchbildung schwinden. Im anderen Falle hat Dein Baby tatsächlich Zufütterbedarf - als Ursache dafür ist eine schlechte Stilltechnik mit Abstand am wahrscheinlichsten. Die Flasche verstärkt die schlechte Technik und trägt damit definitiv nicht zur Lösung des Problems bei.
Du siehst also: Egal welcher Fall vorliegt, die Flasche ist in beiden Fällen keine gute Idee. Ein schlechtes Gewissen, ihr zu wenig Flaschen gemacht zu haben, ist also auf jeden Fall überflüssig. ;-)
Morgenfrüh fange ich mit dem regelmäßigen Wiegen an. Die Waage habe ich ja bereits aus der Apo. Würde dann gerne alles hier dokumentieren
Prima, sehr gern. Wir bleiben hier in Kontakt, Du kannst jederzeit alle Fragen loswerden, die auftauchen, und wir schauen dann gemeinsam, wie die Daten zu interpretieren sind.

Am besten gibst Du die Daten folgendermaßen an und führst die Liste dann täglich weiter:
Datum - Gewicht - Anzahl Stillmahlzeiten - ggf. Zufüttermenge - Anzahl Pipiwindeln - Anzahl Stuhlwindeln - Besonderheiten. Beispiel:

25.06. 3500 g, 12 x gestillt, 0 ml zugefüttert, 4x Pipi, 1x Stuhl, Stillen problemlos
26.06. 3520 g, 11 x gestillt, 50 ml per Softcup, 4x Pipi, 0x Stuhl, Baby etwas quengelig
....


- ungefähr so in der Art. Wiege ruhig jetzt in der ersten Woche täglich (mit guter Methodik, siehe Link!), einfach damit wir schnellstmöglich Daten analysieren können, danach wird das aber keinesfalls mehr nötig sein.

Was meinst Du dazu?

LG
Julia
LeasMom
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Re: Weg von MuMi-Fläschchen zurück zum Vollstillen...

Beitrag von LeasMom »

Hallo Julia,

alles klar. Starten wir also die Aktion "zurück an die Brust". :D
Einige Kleinigkeiten sind mir allerdings noch nicht ganz klar. Soll ich in der Zeit jetzt gar keine Flasche mehr anbieten? Soll ich weiterhin pumpen oder greife ich in die Milchproduktion ein? Übrigens habe ich beim Pumpen immer große Unterschiede zwischen li(z.B. nachts 140 ml) und re(40ml).Heißt das, dass meine rechte Brust nicht "funktioniert" und sie deswegen nicht satt wird?

LG
Chris
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