Stillen & Job

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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fanvonnora

Stillen & Job

Beitrag von fanvonnora »

Hallo zusammen :) - mein erster Beitrag in diesem Forum, über das ich am Wochenende glücklicherweise gestolpert bin ...
Schön, dass es das gibt :!:

Ich starte hier auch gleich mal mit einer Frage oder der Bitte um Erfahrungsberichte ...

Folgendes:
Ich werd wieder arbeiten, wenn mein Sohn gute 7 Mon alt ist; mein Mann geht dann in Elternzeit.
Ich hoffe aber, dass das nicht das Ende unseres Stillens wird :| und würd gern wissen, was für Erfahrungen ihr mit der Kombi aus Job & Stillen gemacht habt?
Gibts Tipps? Tricks? Gute Ideen?
Ich bin kein Abpump-Fan; idealerweise schaffen wir es, dass mein Sohn bis dahin schon so große "Stillpausen" hat oder so viel nebenher mümmelt, dass wir so klar kommen. Hab meinen Job zum Glück auch "direkt um die Ecke", so dass ich i.d.R. auch alle 3,4 Std. zum Stillen kommen könnte.
Mit strikter Beikosteinführung möchte ich ihn auch nicht quälen; wir steuern eher die Variante "Mitessen am Familientisch was & wann er will" an.
Meine Tochter hat sich - gefühlt jedenfalls - selbst abgestillt, als ich damals wieder in Lohn & Brot gegangen bin. Im Rückblick frage ich mich aber, ob - bei anderen Taktiken meinerseits - das hätte sein müssen??

Wie seht ihr das???

Danke für eure Einschätzungen ... :)


Ich würd mich über eure Einschätzungen freuen.
Angora

Re: Stillen & Job

Beitrag von Angora »

Hallo hier!
nur kurz, da ich weg muss...
ich hab nach 6 Monaten wieder mit arbeiten angefangen, anfangs nur 4h (plus insg.1h Fahrt) dann 6h. Mein Sohn verweigerte allerdings konsequent abgepumpte Milch (egal ob aus Flasche, Becher, Löffel, er wollte nur Brust!) u Essen ging auch nicht in ihn rein (bis er anderthalb Jahre war). Es ging problemfrei, ich hab halt nach der Arbeit dauergestillt....
dir stehen übrigens auch still/abpumppausen zu auf der Arbeit! Ach u abstillen war hier durch die Arbeit kein Thema, wir haben 2 Jahre gestillt :-)
(denk aber an gute stilleinlagen auf der Arbeit. Ich hab bei jedem schreienden Kind nen MSR bekommen ;-) ebenso natürlich beim Gedanken an mein Kind...)
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Katha
Dipl.-SuT
Beiträge: 4488
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Re: Stillen & Job

Beitrag von Katha »

bei mir ging die Situation später los, also vor 2 Monaten.
Ich biete immer aktiv an, bevor ich losmache und wenn ich wiederkomme.
Obwohl kl. Hase tw. schon gute Mengen Beikost isst, stillt er total viel, wenn wir zusammen sind. wir kommen untertags mind. noch auf 5 Stillmahlzeiten (ich glaube, sooo wenig hatten wir nie, aber ich zähle auch nicht). Die Nacht gar nicht mitgerechnet.
Ich richte mich da wirklich weiter nach seinem Bedarf und biete auch noch aktiv an, wenn ich das Gefühl habe, er will trinken.

Was ein verfrühtes Abstillen sicherlich fördert, wären künstliche Sauger (also Fläschchen etc., evtl. auch Trinklernflaschen)
Kennst Du schon die Linksammlung Stillwissen, da findet sich auch was zu stillfreundlichen Zufüttermethoden.
Das Bechern ist zwar ein wenig Übung (ich empfehle gummierte Ärmellätzchen), kann aber auch Mann lernen ;)

Evtl. kann Dein Mann Deine Kleine wirklich auf Arbeit zum Stillen bringen. Die Stillpausen stehen Dir nach Mutterschutzgesetz zu - und ein Raum, um zu Stillen bzw. abzupumpen. Kennst Du die Rechtslage? (sonst suche ich es noch raus).
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
fanvonnora

Re: Stillen & Job

Beitrag von fanvonnora »

Danke euch beiden,

die "Stillinfo-Ecke" ist ein guter Tipp; zwar hab ich schon relativ viel auf dieser Seite gestöbert :wink: , aber bis dahin war ich noch nicht vorgedrungen ...
Ich schau gern mal rein, weil ich mir gut vorstellen kann, dass das "Sauger-Zusatz-Angebot" bei meiner Tochter damals, als ich bei ihr wieder arbeiten ging,für die Umstellung von Brust auf Flasche gesorgt hat - sie aß noch sooo wenig, dass wir uns nicht getraut haben, auf Milchpulver-Krams zu verzichten. Und dann stellte sie sich mit knapp einem Jahr langsam von Brust auf die Flasche um.
Sind also motiviert, ruhig auch etwas "übungserfordernde" Techniken zu probieren - sollte das nötig sein ...

Die Rechtslage kenn ich, danke! Ich denke, die "offiziellen" Absprachen werden auch kein Problem sein, da renne ich offene Türen ein. Die verdrehten Augen wird es eher von anderer Seite und etwas subtiler geben - aber das soll uns nicht schrecken 8) .

Schönen Tag euch! Hier ist die Heizung ausgefallen und es ist kalt .... :roll:
Gastleser

Re: Stillen & Job

Beitrag von Gastleser »

Ich habe wieder angefangen (Vollzeit) zu arbeiten, da war mein Sohn 8 Monate alt. Zu diesem Zeitpunkt hat er minimale Beikostmengen gegessen und konnte Wasser aus dem Becher trinken. Ansonsten haben wir noch viel gestillt. Ursprünglich hatte ich vor, bei der Arbeit abzupumpen. Da er aber die abgepumpte Milch aus dem Fläschchen oder Becher nicht wollte, habe ich schnell damit aufgehört. Er hat sich dann mit Beikost/Wasser über den Tag gerettet und abends dann gierig auf mich gestürzt. Was er am Tag verpasst hatte, hat er sich dann abends und nachts geholt.

Mit etwa 10 Monaten gab es eine Phase, in der die Brust für ihn uninteressanter wurde. Ihm war es nicht mehr so wichtig gestillt zu werden, und ich hätte zu der Zeit vielleicht auch abstillen können, wenn ich es forciert hätte. Aber ich habe ihm nach wie vor die Brust angeboten. Und heute ist er fast 14 Monate alt, und wir stillen noch immer. :D Zum Auftanken, wenn ich nach Hause komme, und zum Ein- und Weiterschlafen abends und in der Nacht. Am Wochenende nimmt er die Brust auch gerne tagsüber zum Runterkommen und Einschlafen, aber er war eh schon immer ein kleiner Brust-Junkie. :mrgreen:

Das Stillen hat sich verändert. Es ist jetzt weniger Nahrungsaufnahme, sondern eher das Mittel seiner Wahl, um abzuschalten und runterzukommen. Wenn ich allerdings seine Essensportionen mit denen ungestillter Kinder vergleiche, muss ich sagen: Ich glaube, dass er sich nachts doch noch eine Riesenportion Milch holt, denn nach wie ist es nicht sonderlich viel, was er tagsüber isst.

Die Angst, dass er nicht genügend Milch bekommen würde, hatte ich in der Anfangszeit übrigens auch und hatte auch überlegt, ihm Pre-Nahrung anzubieten. Wenn Kinder in dem Alter schon durchschlafen, kommen sie aber schließlich auch ein paar Stunden ohne Milch aus. Das hatte ich mir gesagt und darauf vertraut, dass er schon genug bekommen würde, sofern ich auch abends/nachts nach Bedarf stille.
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elanor
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Re: Stillen & Job

Beitrag von elanor »

Hallo,

ich habe vor einem Monat wieder angefangen, pro Tag 3-4 Stunden außerhalb zu arbeiten (was bei mir bedeutet, dass ich in der Bibliothek sitze und nach alten Zeitschriften suche), und es klappt so naja. Die Kleine ist ja jetzt erst 4,5 Monate alt. Sie bekommt in der Zeit, in der ich weg bin ein Fläschchen mit abgepumpter MuMi, und ich pumpe einmal in der Bibliothek ab. Sie trinkt aus der Flasche, hat sie vom ersten Versuch an gemacht, aber ich merke selbst, dass es jetzt mehr Probleme macht, als bei der gelegentlichen Flasche, wenn ich mal beim Arzt war.
Wir werden das jetzt noch durchziehen, ich muss nur noch eine Woche raus und kann dann wieder zuhause arbeiten. Aber als Dauerlösung würde ich nach dieser Erfahrung auch zu alternativen Füttermethoden raten.
Meine Tochter freut sich jetzt immer, wenn ich früher wiederkomme und doch noch stillen kann und ist dann auch den Tag über viel ausgeglichener beim Stillen.

Dir alles Gute und viel Erfolg!
Elanor
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* 07/15
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Re: Stillen & Job

Beitrag von EleanorRigby »

Hallo!

Bei uns war es ganz aehnlich wie bei Euch -- mit 8 Monaten habe ich wieder mit meiner Arbeit begonnen und mein Freund hat Elternzeit genommen. Das war eine total gute Entscheidung!

Abpumpen mag ich auch nicht taeglich, und haette bei unserer Tochter vermutlich auch nicht funktioniert. Wir haben mit ihr frueh das Bechern geuebt, aber bis heute funktioniert das eigentlich nicht so richtig. Sie isst tagsueber Brei und zwischendurch immer, was sich so anbietet. Und dann wird abends, nachts und morgens gestillt. Sie hat vom Brei und Fingerfood nie sonderlich viel gegessen, jetzt am Familientisch erwischen wir manchmal etwas, was sie einigermassen ok findet.

An Deiner Stelle wuerde ich es tatsaechlich entspannt angehen und schauen, was Dein Sohn bis dahin essen mag. Und wenn er eben tagsueber weiter stillen will, bringt Dein Mann ihn Dir und Du nimmst Dir Deine Stillpause(n).

Wie schoen, dass Dein Mann auch Elternzeit nimmt und Zeit alleine mit Eurem Sohn hat! Das wird bestimmt fuer Euch alle eine tolle Zeit.

Liebe Gruesse
Eleanor
Liebe Grüße, Eleanor
(Frühjahr 2012 & Frühjahr 2015)
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Schnuckiputz
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Re: Stillen & Job

Beitrag von Schnuckiputz »

Hallo!

Glücklicherweise kann ich von zu Hause aus arbeiten, aber in der letzten Woche musste ich zwei Tage zu einer Veranstaltung, abends bin ich wieder da gewesen, aber tagsüber war ich von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends nicht da. Mein Mann hat auch grad Elternzeit und hat den Kleinen betreut, und wir haben schon ein paar Wochen vorher begonnen zu "üben", das heißt, ich war immer mal ein paar Stunden allein unterwegs. Das klappte ganz gut, aber ich machte mir natürlich trotzdem Sorgen, ob es in den zwei Tagen auch funktioniert.
Der Kleine mag absolut keinen Brei und beginnt gerade erst festes Essen zu probieren. Am ersten Tag hat er dann etwas Tee und Apfelmus zu sich genommen, am zweiten Tag gar nichts. Als ich abends endlich wieder da war, hat er sich dann ganz ausgehungert quasi auf mich gestürzt. Ich habe keine Erfahrungen mit dem Abpumpen und dachte mir, für die zwei Tage versuche ich das dann auch nicht. Gute Stilleinlagen brauchte ich auf jeden Fall (am zweiten Tag sind sie trotzdem ausgelaufen) und meine Brüste taten ganz schön weh abends. Einen Milchstau habe ich zum Glück aber nicht bekommen. Jetzt stillen wir wieder genauso wie vorher und ich muss sagen, dass der Kleine es trotz des "Hungerns" tagsüber gut überstanden hat. Was er brauchte, hat er sich dann eben abends und über Nacht geholt. So ähnlich funktioniert es sicher auch, wenn man öfter und kürzer nicht da sein kann.
Für uns war das sozusagen eine Extremsituation und nur eine Ausnahme. Deine Situation ist ja auch eine andere, wenn du regelmäßig außer Haus arbeiten musst. Aber vielleicht kann es dir etwas Mut machen, dass es auch mal so gehen kann. Und wenn du mit dem Abpumpen zurechtkommst, ist das ja bestimmt ne gute Alternative. Alles andere, dir zustehende Stillpausen etc., wurde ja schon genannt. Ich wünsche euch alles Gute!
Schnuckiputz mit Schnuppi (06/2012) und Schnute (01/2015)
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