Hallo Naturkind,
ich kann gut verstehen, dass Du Deinem Baby helfen möchtest. Du hast ja bereits einige Dinge herausgefunden, mit denen es sich wohlfühlt:
warm baden und massage hilft für einige zeit. und beim trinken und im tragetuch ist er gut abgelenkt.
Genau das ist es, was erfahrene Mütter für gewöhnlich 24/7 tun

: Stillen und tragen, gelegentlich warm baden und Massage. Und das reicht auch schon!
Vom Einflößen anderer Flüssigkeiten als Muttermilch kann bei gestillten Kinder NUR DEUTLICH ABGERATEN werden. Ausschließliches Stillen nach Bedarf ist erwiesenermaßen die gesündeste Methode, ein junges Baby zu ernähren, und das gilt definitiv auch für Babys, die Blähungen haben. Teegaben sind bedenklich hinsichtlich möglicher Auswirungen auf Stillerfolg, Lebensmittelhygiene, Gedeihen und Allergien. Vorteile haben Teegaben keinen einzigen.
Von Hantieren mit Gegenständen im Darmausgang des Babys

kann ich ebenfalls nur deutlich abraten. Hier besteht völlig unnötig Verletzungsgefahr (von der Würde des Kindes mal ganz zu schweigen...). Blähungen lösen sich dadurch keinesfalls, das ist ausgeschlossen, denn Blähungen sind Darmgase und Luft, die zusammen mit der Milch über die gesamte Länge des Darms (also viel weiter "oben" als am Darmausgang!!) Schaum bilden, so dass diese Gase eben NICHT abgepupst werden können. Der Schaum dehnt den Darm, und das kann wehtun. Eine nachweislich gute Methode, um die Entstehung von Blähungen zu begrenzen, ist reichlich Bewegung (genau deshalb tut reichlich Tragen und Massage dem Baby so gut), weil die Passage dieser Gase in Richtung Ausgang dadurch erleichtert wird. Entschäumermittel wie Sab Simplex bringen den Schaum zum Zerfallen, so dass sich die dabei aus dem Schaum lösende Gase abgepupst werden können.
Versuche bereits auf einige blähende Lebensmittel zu verzichten, doch es hilft nicht.
Richtig, Du brauchst hinsichtlich BABY-Blähungen keinesfalls auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Blähende Lebensmittel, die DU isst, produzieren in DEINEM Darm viel Gas. In Deine MILCH gelangt dieses Gas jedoch nicht! (wie auch?!?)
Nach fst drei Wochen trinkt Liam nun auch toll, er ist noch nich so sicher wie Magalie, doch stillen im Liegen und Tandem funktionieren gut, wenn er wirklich hungrig ist.
In dem Alter ist es ganz normal, dass Babys ihre Trinktechnik noch festigen und üben müssen. Bis dahin schlucken Babys gelegentlich mehr Luft - diese kann dann in der Tat im Bäuchlein drücken. Sehr häufig ist es auch so, dass Blähungen gar nicht die Ursache, sondern die FOLGE des Schreiens ist, einfach weil Babys beim Weinen viel Luft schlucken.
Beim Stillenlernen kannst Du Dein Baby unterstützen, indem Du zunächst noch häufig EINZELN mit ihm übst. Das korrekte Anlegen ist dabei das A und O für einen guten Mundschluss. Baby-Ohr, Schulter und Hüfte solllten immer auf einer Linie liegen, damit Dein Baby sich nicht verdreht, und sinnvoll ist, beim kleinsten Unruhezeichen bereits anzulegen, damit Dein Baby noch ganz RUHIG und GEDULDIG gut andockt.
Könnte es auch mit der enormen Milchmenge und dem Trinkverhalten zusammenhängen? Nur wie könnte ich das umtellen ohne zu übergriffig zu sein?
Ja, es ist möglich, dass Dein Baby momentan mit dem luxuriösen Milchangebot noch etwas überfordert ist. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, da sanft einzugreifen, etwa das "Bergauf-Stillen" bei starkem Milchspendereflex, der die Milch dolle herausspritzen lässt, oder sehr effektive Reduktionsmethoden. Aber das scheint mir in Eurem Falle noch arg früh - Ihr seid noch im Wochenbett. Da muss sich erstmal alles einspielen, und nächste Woche kann es alles schon wieder ganz anders aussehen. Hab noch etwas Geduld! Wenn Du einzeln stillst, kannst Du Dein Baby jedenfalls gut mal aufrecht bzw. bergauf stillen, das verlangsamt den Milchfluss etwas.
LG
Julia