Butterblume012 hat geschrieben:
Die Kleine liegt bei uns im FB - und ich bin ja selber Schuld: damit sie nicht die anderen ( also meinen Mann und große Schwester aufweckt), stecke ich ihr oft einfach die Brust in den Mund...
Ich denke nicht, dass das was mit "selbst Schuld" zu tun hat - Du befriedigst umgehend ein Bedürfnis Deines Kindes und alle haben dadurch eine entspanntere Nachtruhe als wenn es aufwachen, weinen, durch die Gegend getragen werden, geschuckelt, ... werden müsste. Stattdessen drehst Du Dich nur zum neben Dir schlafenden Kind rum und lässt es weiterschlafen durch Stillen. Seh ich nichts verkehrtes drin
Und ich muss nach Lektüre einiger ähnlicher Threads hier aus dem Forum denjenigen zustimmen die anmerkten, dass nächtliches Abstillen nicht zwingend zu Durchschlafen führen muss. Es kann durchaus auch genau andersherum kommen, dass man dann statt nächtlichem Stillen nächtliches Dauerrumtragen, Geschichtenvorlesen, Singen, Flaschemachen, ... praktizieren darf.
Ich würde darum im Zweifelsfall auch immer erstmal versuchen, nur nachts abzustillen - niemand zwingt Dich, für stillfreie Nächte komplett abzustillen. Das kann man auch erstmal entkoppeln, erstmal nur nachts abstillen (schau mal nach "nächtliches Abstillen nach Gordon" - dafür wäre Dein Kind z.B. im theoretisch richtigen Alter) und tagsüber weiterstillen - und dann hat man die Option nachts notfalls zum Stillen zurückzukehren, wenn man a) merkt, dass das Kind es wirklich noch nicht meistert (meiner ist da mit zwei Jahren komplett in Panik verfallen, ein Vierteljahr später ging es beim zweiten Versuch auf einmal gut) und b) merkt, dass die Nächte so vielleicht unbeabsichtigterweise anstrengender geworden sind als vorher. Man muss ja nicht "aus Prinzip" mit etwas weitermachen, nur weil man es angefangen hat
Ob "Milchmenge künstliche reduzieren" der richtige Weg ist um Abzustillen, weiß ich nicht so recht - ich kenne viele Kinder, die in der Schwangerschaft trocken weitergenuckelt haben und völlig verzweifelt auf Abstillversuche der Mutter reagierten - dass Deine Große sich in der Situation abstillen ließ, deute ich eher als ein "Kind war langsam schon bereit zum Abstillen - schwanger hin oder her". Bei meinem Sohn war es auch so - ich habe die Chance genutzt, in der Schwangerschaft aktiv abzustillen, aber er hatte auch vorher von selbst schon kräfitig reduziert und der Schritt von "einmal am Tag/aller zwei Tage" zum Abstillen war nicht mehr so weit. Es hat halt gepasst.
Ob es bei Deiner Kleinen nun auch gerade passt oder ob - wie Du schreibst - das Abstillen anstrengender werden könnte als das Weiterstillen, so dass es Dir bei Deinem Grundproblem des "Ausgelaugtfühlens" nicht wirklich weiterhelfen würde, können wir von außen nicht so gut einschätzen wie Du. Auch wie sehr es ihr zu schaffen machen würde - und ob darum eine Kombination "Eingewöhnung bei TM und Abstillen" doppelt schwer für sie wäre, kannst nur Du abschätzen. Beim "weniger ausgelaugt fühlen" kann aber nächtliches Abstillen wie gesagt schonmal ein entscheidender Schritt sein - ohne gleich gänzlich abstillen zu müssen.
Ach, Link noch gefunden:
Besser schlafen im Familienbett - das sanfte Abstillen nach Gordon
Nach eigener Effahrung mit nächtlichem Abstillen bei einem (beim ersten, missglückten Versuch) gerade zwei Jahre alt gewordenen Kleinkind, mag ich mich aber diesem Hinweis der Kommentatorin anschließen:
In einem Punkt bin ich anderer Ansicht als Dr. Gordon: es gibt durchaus Babys und Kleinkinder, die in Panik geraten können, wenn ihre Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Dies hängt nicht nur damit zusammen, wie bisher mit dem Kind umgegangen wurde, sondern auch davon, an welchem Punkt seiner Entwicklung es gerade ist und auch - welches Temperament ihm sozusagen in die Wiege gelegt wurde. Aber auch das wird eine Mutter, die ihrer inneren Stimme folgt spüren und kann darauf entsprechend reagieren. Ich rate Ihnen ausserdem, im Blick zu behalten, ob Ihr Kind gerade zahnt und deshalb Schmerzen hat oder ob es andere körperliche oder psychische Wachstumsschritte bewältigen muss. Erfahrungsgemäss ist der Druck für Mütter in solchen Phasen besonders hoch, und sie neigen daher dazu, eine Veränderung der Schlafgewohnheiten genau dann zu beginnen. Sind die anstrengenden Phasen dann vorbei, tritt wieder Entlastung ein und es wird nicht mehr als so notwenig gesehen, etwas zu verändern. Ich rate Ihnen dennoch, das Training in den entspannten Phasen anzugehen. Überlegen Sie sich einfach noch einmal in Ruhe, ob Sie es wirklich tun möchten und machen Sie sich bewusst, dass es auch für Kind viel leichter ist, eine solche Veränderung zu akzeptieren, wenn es ihm ansonsten gut geht.
Alles Gute Euch!
