Ich fand Zuzunehmen auch viele Jahre lang sehr schwierig - und habe besonders in Stresszeiten z.T. heftig abgenommen, auch schon lange vor meinem (Still-)Kind!
Beim Zunehmen kommt es wirklich nicht nur darauf an, was und wieviel man am Tag insgesamt isst, sondern dass man es gut verteilt und viele kleine Portionen isst. Den halben Tag nichts zu essen und abends dann zwei Riesenportionen bringt wenig - dann rauschen die vielen schönen Kalorien ungenutzt durch den Körper! Und bei mir haben Fettreiche Dinge durchaus geholfen - vor allem Tierisches Fett in Form von Milchfett. Kommt wohl auf den Typ Mensch an, was am meisten zu Zunahme führt. Ich würde es mit einer ausgewogenen Ernährung in vielen kleinen Portionen versuchen.
Unumgänglich bei einem ungewollt so niedrigen Gewicht ist aber ein Blutbild zu machen: Lass Vitamine anschauen, Speicher-Eisen (also Ferritin, nicht nur Hb!) etc. - manche Mangelzustände machen fatalerweise einen Appetitmangel

. Schilddrüsenhormone wurden ja schon genannt. Wenn da überall nichts zu finden ist - mal zum Gastroenterologen und Unverträglichkeiten abklären lassen. Manche Unverträglichkeiten (z.B. bestimmte Zucker wie Fructose) können a) zu Durchfall führen oder b) eine ständige latente Entzündungsreaktion im Darm verursachen, die die Aufnahme bestimmter Nährstoffe hemmt/verhindert. Auch Säureblocker (bestimmte Magenmittel) können die Aufnahme mancher Nährstoffe so hemmen, dass man (wiederum appetitmindernde) Mangelzustände entwickelt...
Wie Du siehst, ein wirklich weites Feld, auf dem Dir nur ein Arzt vor Ort weiterhelfen kann. Und lass Dich bitte nicht mit einem "sie müssen Abstillen, dann nehmen Sie auch wieder zu" abspeisen! Stillen ist eine normale Körperfunktion und "zehrt" nicht mehr als Treppensteigen, anstrengenge geistige Tätigkeiten oder sonstiges. Und kein Arzt würde Dir bei unfreiwilligem Gewichtsverlust sagen "zuallererst sollten sie den Yoga-Kurs/ das Radfahren/ das viele Lesen/ihren Job/... aufgeben und sich eine Haushaltshilfe suchen: Bewegung, Putzen und geistige Arbeit zehrt zu sehr an Ihnen - das müssen Sie einstellen, dann nehmen sie auch wieder zu!" - nein, er würde nach anderen Ursachen suchen, warum Dein Körper es nicht schafft, seine normalen Funktionen zu erfüllen. Genauso sollte der Arzt mit dem Stillen umgehen!
Klar können alle Belastungen gleichzeitig irgendwann zu viel für einen sein, aber singulär am Stillen liegt es garantiert NICHT!
Meiner Erfahrung nach aber wirklcih am wichtigsten: Essen, bevor man (oft nach vielen essensfreien Stunden erst!!) von selbst merkt, dass man Hunger hat. Das fiel mir mit Kind allein zuhause in den ersten Monaten oft wirklich schwer

Man muss sich da irgendwie regelmäßige Abläufe schaffen, sich notfalls disziplinieren, sich morgens (oder am Abend vorher - oder durch den Partner) kleine Essensportionen bereit zu machen, die man dann über den Tag verteilt einfach so mümmeln kann, ohne großen Aufwand. Hat man erstmal Hunger, ist dann nämlich oft die Energie weg, um sich erst noch was wirklich Nahrhaftes zuzubereiten (oder man ist gerade fertig damit, die Suppe zu kochen, und genau dann hat das Baby nun wirklich keine Gedult mehr...). Dann trinkt man schnell mal nen Saft oder isst etwas Schokolalde, und schon hat man flüchtig den Hunger wieder übertüncht... - so nimmt man aber nicht zu, vor allem nicht in einer der bewegungsreichsten Phasen des Lebens: die ersten Jahre mit Baby/Kleinkind, in denen man ständig ungewohnt viel hin- und herläuft, schuckelt, zum Boden und wieder hoch muss, usw. .
Irgendwo war noch ein Beitrag von jusl zum zusätzlichen Kalorienbedarf in der Stillzeit - ich verlinke ihn Dir, wenn ich ihn finde.
Alles Gute auf jeden Fall!