Hallo liebe Stillberaterinnen und liebes Forum,
mein Sohn ist wird in 4 Tagen 4 Wochen alt. Ich freue mich wenn ich hier Hilfe und Rat bekomme. Unsere Kurz-Geschichte: Wir hatten eine lange, eingeleitete und sicherlich für ihn stressige Geburt. Das erste Anlegen im Kreißsaal war ohne Unterstützung der Hebammen: er hat eigentlich nur an meiner Brustwarze geleckt und nicht richtig angesaugt. Dann konnte er am ersten Tag nichts trinken, da ihm Speiübel war, da er zu viel grünes Fruchtwasser getrunken hatte und sich dauernd übergeben musste. Die Schwestern im KKH haben ihn dann sehr rabiat angelegt und ihm quasi die Brustwarze reingezwängt, er schrie und protestierte, nuckelte dann aber ein bisschen rum. Am zweiten Tag ging es dann besser, zu Hause und in Ruhe, aber er hat nie so richtig feste angesaugt, mehr genuckelt. Mit Hilfe der Hebamme und ein paar neuen Haltungen klappte es dann aber.
Milcheinschuss war dann leider verzögert bis zum 4. Tag. In der Zeit hat er mehr als 10% abgenommen und zeigte Zeichen der Unterzuckerung, weshalb uns die Hebi zum Zufüttern von Pre-Nahrung mit Medela Calma Fläschchen riet (ab 3. Tag) und uns zum Kinderarzt zur U1 schickte. Die wiederum stellte zu niedrige Herztöne fest und hat uns wieder ins KKH eingewiesen, der Aufenthalt war leider eine Katastrophe. Ich nervlich total am Ende weil 3. Tag nach der Geburt und weil sie den Kleinen so auf den Kopf stellen mussten und er nur geschrien hat. Zum Glück war alles in Ordnung mit den Herztönen, doch die wollten uns nicht entlassen, wenn er nicht zugenommen hätte. Wir haben dann also kräftig Pre zugefüttert im KKH weil wir dort so schnell wie möglich wieder raus wollten. Er hat dann auch rund 100 Gramm in 24 Stnd. zugenommen.
Hebi hatte auch empfohlen, dass ich abpumpe nach dem Stillen, damit meine Milch in Gang kommt.
Also habe ich ab 3. Tag folgendes gemacht:
Stillen je Seite 20 Minuten, Fläschchen mit Pre (50 ml), Abpumpen (Doppel-Medela) 20 Minuten. Das Ganze Tag und Nacht... nach rund 3 Tagen war ich so fertig mit den Nerven weil das alles so Nervenaufreiben ist und gerade am Anfang so Vieles noch Neu und der Kleine so viel an mir hing, dass wir beschlossen haben, mit dem Pumpen zu pausieren, denn durch den Stress lief die Milch auch nicht. Ergebnisse des Abpumpens: anfänglich 20 ml beide bis zuletzt 100 ml beide.
Er hat mittlerweile 1 kg zugenommen (Geburtsgewicht: 3400, jetzt 4040 Gramm) und gedeiht prächtig.
Nun zum Problem: mein Sohn trinkt mittlerweile recht gut, saugt stark und ich habe das Gefühl er "leert" die Brust in 10 Minuten. (Auch beim Pumpem kam nach 10 Min. nichts mehr). Dann geht das Chaos los: er verliert die BW, schreit die Brust an, kriegt Tobsuchtsanfälle, nimmt die Brust nicht wieder auf, leckt nur an der BW und ich habe das Gefühl dass er dann einfach nicht mehr weiß, wie er die BW nehmen soll. Oder es kommt keine Milch mehr? Oder es wird dann schwerer für ihn? Er schwitzt dann am Kopf wie verrückt und ist ganz durchnässt. Ich versuche die Ruhe zu bewahren, wechsel die Seiten dann mehrfach und halte noch ein bisschen durch bis ich aufgebe und das Fläschchen kommt. Das schlingt er nur so weg, ohne Pause als wäre er total ausgehungert. Mittlerweile sind auch die Portionen größer: bis zu 100 ml pro Flasche bekommt er manchmal, wenn er noch Hunger hat. Insgesamt bekommt er meist nur morgens und Abends eine Flasche dazu. Aber das ist je nach Tagesverfassung unterschiedlich.
Von der Flasche bekam er so dolle Bauchweh, dass nun nur noch Lefax im Fläschchen hilft. Immer wieder versuche ich, ohne Flasche über den Tag zu kommen, aber er wird einfach nicht satt, glaube ich. Habe ich also zu wenig Milch? Wie soll ich denn je auf diese Mengen kommen?? Ich mache alle möglichen milchbildenden Sachen, habe auch ab und an mal gepumpt, aber Dauerpumpen ist nichts, das ist zu viel Stress.
Nachts kommt er prima nur mit einer Brustseite je Aufwachen aus. Dann ist meine BRust aber auch so richtig prall und voll, tagsüber hat sie nicht die Pausen, um so voll zu werden ??!. Ich stille nach Bedarf, morgens dauert das Stillen aber oftmals mehr als eine Stunde, bis mittags nach Bedarf, dann schläft er meist 3-4 Stunden und ab 17 Uhr geht's dann rund mit dem großen Hunger. Da Dauerstille ich meist bis 19.30 Uhr und bringe ihn dann ins Bett. Nachts wacht er gegen 2 Uhr und gegen 4 Uhr auf und ab 7-8 Uhr. Also nachts klappt es prima, da saugt er auch konstant und effektiv eine Brust leer und schläft dabei ein.
Achja: er schläft sehr gerne an meiner BRust ein, ich versuche ihn dann wach zu halten, damit er satt wird. Aber eigentlich beruhigt er sich oder schläft grundsätzlich nur mit Brust ein. Er nuckelt auch sehr gerne dann am Ende immer nur noch an der Brust (Entzündung hatte ich am Anfang, mittlerweile stoppe ich früh genug, bevor es wieder schlimm wird).
Schnuller wollten wir eigentlich nicht machen wegen der möglichen Saugverwirrung, weil er ja eh schon manchmal Schwierigkeiten hat mit dem Saugen. Aber ich denke, da kommen wir bald nicht drumrum.
Ich würde so gerne diese blöde Flasche wieder loswerden weil ich Angst hab, dass er irgendwann die Brust gar nicht mehr mag. Ich weiß nur nicht, wie ich diesen Teufelskreis durchbrechen soll. Besonders der Punkt, wenn er nicht mehr richtig saugt und einen Tobsuchtsanfall bekommt, schwitzt und wirklich verzweifelt, das hab ich zwar schon mal recht lange ausgehalten, aber ich glaube es bringt nichts, diesen Punkt noch weiter auszureizen... aber so komme ich ja von der Flaschenportion nicht weg. Und 2-stündlich stillen klappt nicht, da eine Still mahlzeit schon so lange dauert und er nie so lange Pausen dazwischen aushält. Nur nach der Flasche, da schläft er dann ja seelig ein und kann auch ein paar Stunden durchschlafen.
Zu Beginn sollte ich ihn alle 2 Stunden nachts wecken zum stillen, das war eine Katastrophe, da er nicht wach zu kriegen war und es eine reine Quälerei für uns war.
So, das war unheimlich viel, aber ich denke alle Fakten sind drin.
Ich hoffe so sehr, dass ich hier noch einen Rat oder Tipps bekommen kann, oder eine Einschätzung, ob die Flasche unser Stillen wirklich gefährdet und wie ich seinen Geschmack auf meine MuMilch stärker anreizen kann.
Achja: abgepumpte MuMi aus der Flasche verschlingt er natürlich ebenso in Windeseile wie Prenahrung. Nur aus der Brust ist es eben anstrengender. Hat er vielleicht ein Technik-Problem? Und wie kann ich das rausfinden und beheben??
Vielen lieben Dank und viele Grüße,
Daniela
Komplex: Abgewöhnung Zufütterung aber zu wenig Milch??
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honigtopf2010
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Re: AW: Komplex: Abgewöhnung Zufütterung aber zu wenig Milch
Hallo erstmal und Glückwunsch zum Baby, ich wünsch dir viel Glück, dass ihr die Sache gemeinsam mit den Beraterinnen hier hinbekommt. Das wird schon!
die Große 03/10 und der Lütte 03/13 - Breast in Peace!
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jusl
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Re: Komplex: Abgewöhnung Zufütterung aber zu wenig Milch??
Hallo und herzlich willkommen hier im SuT!
Hier im Forum findest Du viele ähnliche Geschichten wie Deine; Kopf hoch, häufig lässt sich doch noch volles Stillen erreichen. Wir begleiten Dich hier gerne dabei.
Du hast zwar schon viele wichtige Infos ausführlich beschrieben, vielen Dank dafür, aber um drei Details bitte ich noch:
1. Kannst Du bitte ALLE Gewichtsdaten posten, die Du hast (siehe "Wie funktioniert Stillberatung hier im SuT?")?
2. Wie viel künstliche Säuglingsmilch fütterst Du derzeit pro Tag durchschnittlich zu?
3. Pumpst Du momentan noch ab? Wenn ja, wieviel pro Tag ungefähr?
Kennst Du schon unsere Linksammlung Stillwissen? Darin findest Du grundlegende Info, z.B. zu den Stichworten "Reduktion von Zufüttermilch/Zurück zum Vollstillen" oder "Stillfreundliche Zufüttermethoden". Bitte stöbere dort mal ein bisschen.
Vorab kann ich schonmal folgendes sagen:
Wenn ich die drei Antworten hab
, können wir gemeinsam schauen, welcher Weg zum Vollstillen für Euch am besten passen würde, und welche Maßnahmen genau Euch dabei gut helfen können.
LG
Julia
Hier im Forum findest Du viele ähnliche Geschichten wie Deine; Kopf hoch, häufig lässt sich doch noch volles Stillen erreichen. Wir begleiten Dich hier gerne dabei.
Du hast zwar schon viele wichtige Infos ausführlich beschrieben, vielen Dank dafür, aber um drei Details bitte ich noch:
1. Kannst Du bitte ALLE Gewichtsdaten posten, die Du hast (siehe "Wie funktioniert Stillberatung hier im SuT?")?
2. Wie viel künstliche Säuglingsmilch fütterst Du derzeit pro Tag durchschnittlich zu?
3. Pumpst Du momentan noch ab? Wenn ja, wieviel pro Tag ungefähr?
Kennst Du schon unsere Linksammlung Stillwissen? Darin findest Du grundlegende Info, z.B. zu den Stichworten "Reduktion von Zufüttermilch/Zurück zum Vollstillen" oder "Stillfreundliche Zufüttermethoden". Bitte stöbere dort mal ein bisschen.
Vorab kann ich schonmal folgendes sagen:
Ja, das ist gut möglich. Solange Ihr aufs Zufüttern angewiesen seid, ist entsprechend die Wahl einer stillfreundlichen Zufüttermethode (siehe Linksammlung) sinnvoll.abgepumpte MuMi aus der Flasche verschlingt er natürlich ebenso in Windeseile wie Prenahrung. Nur aus der Brust ist es eben anstrengender. Hat er vielleicht ein Technik-Problem?
Wenn ich die drei Antworten hab
LG
Julia