Keine Lust mehr auf Einschlafbegleitung

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Ursi99
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Keine Lust mehr auf Einschlafbegleitung

Beitrag von Ursi99 »

Hallo!

Mein Mann und ich sind momentan sehr genervt von der Einschlafbegleitung unseres Großen (22 Monate).
Er schläft mit uns im FB (angestelltes Kinderbett mit offener Seite), wird momentan nur noch morgens von mir gestillt (anderes Thema), also Einschlafstillen tut er schon lang nicht mehr (will ich auch nicht wieder anfangen) und er schläft nachts, seit er 13 Monate ist, von allein durch. So weit so gut.
Einschlafbegleiten dauert fast immer 1 Stunde und ist für uns sehr anstrengend (rumturnen etc.). Meistens werden wir dabei selbst sehr müde, was den Verlauf des weiteren Abends nicht gerade begünstigt.
Ach so, wir bringen ihn nicht gemeinsam ins Bett, also entweder Papa oder ich oder auch mal die großen Halbgeschwister. Es ist also kein Thema, WER ihn ins Bett bringt.
Wir würden jetzt einfach langsam gerne die Einschlafbegleitung sein lassen - also am liebsten ins Bett bringen, kuscheln und er schläft dann alleine ein. Versuche meinerseits beim Mittagsschlaf endeten mit größtem Geschrei (kein Wunder, er ist es ja auch nicht gewöhnt). Babyfon wäre immer an, Türe auflassen ist schwierig, da er aus dem Bett klettern kann/würde und das Schlafzimmer im 1. OG ist, wir sind dann immer im EG. Er kann zwar selbst die Treppe runter, aber er soll ja liegen bleiben und einschlafen und nicht wieder aufstehen.
Dass das nicht von jetzt auf nachher klappt ist mir auch klar - insbes. aufgrund der aktuellen Situation (er hat vor 2 Monaten Zwillingsschwestern bekommen). Wir wollen ja auch nichts über den Zaun brechen, aber gibt es Möglichkeiten, das ganze mal so langsam anzukurbeln?

Ferner werden ja irgendwann seine kleinen Schwestern auch oben einschlafen....wie das dann klappen soll ist mir ein Rätsel, ohne dass er über sie drüberkrabbelt.... aber anderes Thema....
Weitere Baustelle ist das abstillen - ich möchte ihn langsam gar nicht mehr stillen (wie gesagt seit der Geburt der Schwestern wieder morgens, tagsüber ab und zu Nachfrage 2-3x, was ich aber je nach persönlicher Laune dann ablehne). Dass das nicht alles auf einmal geht, ist mir klar - am wichtigsten ist mir jetzt aber das Einschlafthema.
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Mijoco
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Re: Keine Lust mehr auf Einschlafbegleitung

Beitrag von Mijoco »

Ursi99 hat geschrieben:Wir würden jetzt einfach langsam gerne die Einschlafbegleitung sein lassen - also am liebsten ins Bett bringen, kuscheln und er schläft dann alleine ein. Versuche meinerseits beim Mittagsschlaf endeten mit größtem Geschrei (kein Wunder, er ist es ja auch nicht gewöhnt). Babyfon wäre immer an, Türe auflassen ist schwierig, da er aus dem Bett klettern kann/würde und das Schlafzimmer im 1. OG ist, wir sind dann immer im EG. Er kann zwar selbst die Treppe runter, aber er soll ja liegen bleiben und einschlafen und nicht wieder aufstehen.
Dass das nicht von jetzt auf nachher klappt ist mir auch klar - insbes. aufgrund der aktuellen Situation (er hat vor 2 Monaten Zwillingsschwestern bekommen). Wir wollen ja auch nichts über den Zaun brechen, aber gibt es Möglichkeiten, das ganze mal so langsam anzukurbeln?
Bei meinem Großen habe ich dem Alter auch gedacht er müsste doch nun langsam mal alleine einschlafen können. Eben genau so wie du es beschreibst, Abendritual, auch noch lange kuscheln, aber dann bitte wollt ich aufstehen können. Hat aber einfach nicht funktioniert, also haben wir weiter in den Schlaf begleitet, wobei das meist mein Mann übernommen hat, weil mir einfach die Geduld fehlte, ich habe dann lieber das neue Baby übernommen. Letzten Endes war der Große erst mit vier Jahren soweit, dass er alleine einschlafen konnte.
Bei der Tochter, also unserem zweiten Kind waren wir dann bereits aus der Erfahrung heraus viel gelassener, wobei sie lange Phasen hatte wo sie grottenschlecht eingeschlafen ist und sich die Einschlafbegleitung ewig hinzog. Aber sie machte auch sehr deutlich, dass sie einfach noch nicht soweit war alleine einzuschlafen. Sie war dann tatsächlich erst mit fünf soweit.

Der Jüngste ist jetzt drei und an allein einschlafen ist noch lange nicht zu denken. allerdings ist er insofern pflegeleicht, dass er meist sehr schnell einschläft und man dann auch problemlos sofort aufstehen kann. Insofern empfinde ich da jetzt auch gar keinen Druck.

Lange Rede kurzer Sinn: ich glaube kaum, dass man bei einem 22 Monate alten Kleinkind etwas drehen kann, damit es lernt alleine einzuschlafen. Das ist einfach ein Reifeprozess, den man abwarten muss. Die einen sind früher soweit, die anderen später. Aber beschleunigen kann man das sicher nicht. Ich kann mir vorstellen, dass es mit den Zwillingen jetzt eine anstrengende Zeit ist. Wie ist es denn mit den großen Geschwistern? Helfen die gern? Dann nutzt diese Hilfe. Und wenn sie es eher widerwillig tun könntet ihr es ihnen eventuell als bezahlten Job anbieten.
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annanna
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Re: Keine Lust mehr auf Einschlafbegleitung

Beitrag von annanna »

Für mich klingt es ein wenig so, als sei er noch nicht müde genug, wenn ihr ihn ins Bett bringt. Kann das sein? Eventuell einfach mal versuchen ihn später ins Bett zu bringen.
Ich persönlich finde es FÜR UNS am stressfreisten, meine Tochter erst ins Bett zu bringen, wenn sie danach verlangt. Oft schläft sie auch einfach im Wohnzimmer ein (beim Stillen oder manchmal auch einfach nur so) und ich muss sie nur noch ins Bett tragen. Für die typisch Einschlafbegleitung habe ich nämlich auch keinen Nerv und Kind schläft sicherlich nicht schneller ein, wenn ich voller Ungeduld daneben liege ;)

Mit gleich zwei neuen Geschwisterchen kann ich gut verstehen, dass du dir etwas unkomplizierteres für den Abend wünscht. Trotzdem herzlichen Glückwunsch zu den Zwillingsdamen!
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(miri)
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Re: Keine Lust mehr auf Einschlafbegleitung

Beitrag von (miri) »

Meiner war im gleichen Alter und ich hatte dann echt keinen Bock mehr. Er drehte nach dem stillen nochmal voll auf und brauchte eine Stunde. Manchmal schlief ich eher.
Ich hab vor nem jahr geschrieben, wie ich das angestellt hab. Ohne Tränen! Hab es nie bereut.
Ich will den Aufsatz nicht nochmal niederschreiben, such gleich mal den Beitrag raus und schick dir den Link...
Vielleicht kannst du ja das ein oder andere bei euch anwenden.
Schliess ab, mit dem, was war, sei glücklich über das, was ist und offen für das, was kommt!
Das Leben ist schön! ...von "einfach" war nie die Rede.

Miriam mit Junior(05/09), Madame(01/13) und Sir(07/14)
Ursi99
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Re: Keine Lust mehr auf Einschlafbegleitung

Beitrag von Ursi99 »

Miri, hab Deinen Beitrag gesucht und gefunden - ihr habt ja aber den Kleinen auch ausquartiert - das muss bei uns gar nicht sein (will ich glaube ich auch nicht - ich möchte lieber, dass dann mal alle 3 Kleinen zusammen ausziehen). Aber trotzdem danke....an Gitter hochmachen habe ich auch schon gedacht. Mal sehen wie das so realisierbar ist...

Alle anderen: danke für Eure Beiträge. Beruhigt mich ja, dass es nicht nur mir so geht - auch wenn es bei Euch noch länger gedauert hat. Mal sehen wie wir weiter vorgehen.
Petra40
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Re: Keine Lust mehr auf Einschlafbegleitung

Beitrag von Petra40 »

Mit einem meiner Zwillingsmädchen ist es auch immer total wuselig. Hinzu kommt, dass sie unglaublich viel Energie hat und abends, wenn wir der Meinung sind, sie müsse jetzt schlafen (mit Begleitung und Einschlafstillen) noch mal so richtig aufdreht. Ich mache es jetzt auch so, dass ich sie mit ins Wohnzimmer nehme, bis sie von selbst "Meme Bett" sagt - so geht es deutlich besser!

Liebe Grüße,
Petra
(miri)
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Re: Keine Lust mehr auf Einschlafbegleitung

Beitrag von (miri) »

Ja wir haben ihn zum einschlafen ausquartiert. Er wachte zuverlässig 2std später auf und da ging es ab ins große Bett.
Nach einer Weile zog er auch zum einschlafen ins große, was super klappte. Aber wir haben halt nur den einen und ihr habt drei, da ist es etwas schwieriger.
Ich weiß auch nicht, ob es mit dem allein einschlafen im großen geklappt hätte, weil er da nicht gucken konnte und mich nicht gesehen hätte...
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Re: AW: Keine Lust mehr auf Einschlafbegleitung

Beitrag von honigtopf2010 »

Hast du mal 'auf Klo gehen' probiert? Bei uns hat es nicht geklappt - bei Freunden schon. Später ins Bett. Abendritual und dann sagst du ihm, dass du mal musst und gleich wieder da bist. Er soll sich schon mal hinlegen...
Am dritten Abend kam meine Freundin wieder hoch und das Kind schlief. Es war da knapp zwei.
die Große 03/10 und der Lütte 03/13 - Breast in Peace!
Nusserl
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Re: Keine Lust mehr auf Einschlafbegleitung

Beitrag von Nusserl »

mein mann arbeitet momentan soviel, dass er abends immer völlig erschöpft um 9 auf der couch einschläft.
ich habe meine prinzipien über bord geworfen und nun dürfen auch die kinder auf der couch einschlafen.
die grosse spielt noch etwas ruhiges und wenn sie müde wird, will sie kuscheln bzw. gestreichelt werden. wenn ich grad die kleine stille, dann muss sie zum papa gehen. notfalls wecke ich den auf und die beiden schlafen dann gemeinsam auf der couch.
die kleine muss immer noch mal auf den boden und irgendwas spielen. wenn sie dann vor lauter müdigkeit kaum mehr krabbeln kann, dann kommt sie zu mir, trinkt noch mal ganz viel und pennt dann weg. sobald beide tief schlafen, tragen wir sie hoch in die schlafzimmer. die grosse schläft auf eigenen wunsch in ihrem zimmer (kann aber nachts gerne zu uns kommen) die kleine kommt ins beistellbett und kuschelt mit dem stillkissen.

irgendwann wenn gg im neuen job wirklich angekommen ist und ich mehr kraft habe, dann versuche ich der grossen ein einschalfritual im kinderzimmer zu gestalten. mir schwebt da gute nacht geschichte und ausgiebiges kuscheln und danach noch eine hörgeschichte vor.
die kleine ist eher unkompliziert beim einschlafen, aber da sie ja erst 9 monate alt ist, werden wir wohl noch länger einschlaf stillen. mal schauen wie das in 1-2 jahren aussieht.

mir hat es wahnsinnig geholfen anzunehmen, dass die grosse nur etwa 10 stunden schlaf braucht. mittagsschlaf gibt es schon ein jahr nicht mehr. abends wird es oft 22 uhr, aber das ist momentan noch okay so. nächstes jahr kommt sie in den kindergarten (das ist hier in der schweiz in unserem kanton pflicht und eher vorschulmässig). da muss sie dann um 7 uhr aufstehen und hoffentlich dadurch "schon" um 21 uhr ins bett.
gegen ihren willen geht sie sowieso nicht schlafen. das ist dann nur ein riesen krampf und am ende sind wir beide wütend und fertig.
Glücklich mit drei Mädels und Mann
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Emjoni
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Re: Keine Lust mehr auf Einschlafbegleitung

Beitrag von Emjoni »

Ungefähr in dem Alter fing mich die laaaaange Einschlafbegleitung die meine Tochter sich wünschte und brauchte auch an zu nerven. Das war für mich einfach immer eine absolute Geduldsprobe. Mir war langweilig. Ich wurde müde, wollte aber noch nicht einschlafen. Jede Bewegung von ihr hat mich genervt weil ich das Gefühl hatte sie schläft niiiiiee ein. Ich wurde unfreundlich, sie traurig. Nicht hilfreich.
Das ist jetzt schon eine Weile her, sie ist jetzt 3,5 Jahre alt. Und nach wie vor begleite ich sie laaaange in den Schlaf. Sie möchte nicht alleine im Zimmer sein. Sie sagt sie fühlt sich dann einsam.
Ich habe irgendwann angefangen, diese Zeit als Ruhepause für mich einzuplanen und mir Möglichkeiten geschaffen sie zu genießen. Ich kuschel mich gemütlich auf den Sitzsack neben ihrem Bett und lese ein Lieblingsbuch. Oder ich hole mir den Laptop und schreibe die Emails die ich über den Tag nicht geschafft habe. Oder ich höre ein Hörbuch. Oder ich stelle mir einen Wecker und schlafe einfach kurz mit weg. Anfangs war ich danach dann zu nichts mehr gebrauchen, aber ich habe mich an diese kurzen Schläfchen gewöhnt und habe mittlerweile danach noch einen schönen, wachen Abend. Der Knackpunkt für mich ist, dass ich etwas mache was mir gefällt (einfach nur rumsitzen oder rumliegen und in die Luft starren und warten ist für mich nämlich Tortur). Und dadurch dass ich in irgendeiner Form beschäftigt bin kann ich meine Tochter in Ruhe lassen, nicht jede Bewegung beobachten und das vielleicht auch noch kommentieren..und so kann sie auf ihre Art runterkommen ohne dabei allein zu sein.

Warum sie so lange braucht um zur Ruhe zu finden (locker ne Stunde nach der letzten Gute-Nach-Geschichte) ist ein anderes ungeklärtes Thema - aber bis wir da irgendwie weiterkommen geht es uns zumindest beiden grundsätzlich gut.
Es grüßt Emjoni mit Tochter (2009)

When you become a mother you stop being the picture and start being the frame. ~Unknown
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